Saudi-Arabien und verbündete Golfstaaten wollen Jemens langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Salih zum Rücktritt bewegen. Mit dem autokratisch regierenden Staatschef solle eine entsprechende Verabredung ausgehandelt werden, hieß es aus Regierungskreisen der Golfstaaten. Salih solle die Macht an einen Übergangsrat abgeben, in dem alle maßgeblichen politischen Parteien und Stämme vertreten seien, sagte eine mit dem Vorschlag vertraute Person. Der Rat werde für die Dauer von höchstens drei Monaten zusammentreten und den Weg für Wahlen ebnen.

Dieser Plan soll Salih und seinen Gegnern in baldigen Gesprächen in Saudi-Arabien vorgestellt werden. Salih hat das Vermittlungsangebot des Golf-Kooperationsrats bereits angenommen. Bislang lehnte er einen sofortigen Rücktritt ab und wollte erst nach Parlaments- und Präsidentenwahlen Ende des Jahres gehen. Salih ist seit 32 Jahren an der Macht. 

Die Proteste in Jemen gegen den Präsidenten dauerten am Mittwoch an. Im südlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Tais gingen am Mittwoch Zehntausende auf die Straße und forderten den Rücktritt des Staatschefs. Sicherheitskräfte feuerten Warnschüsse ab, um die Menge auseinander zu treiben. Berichte über Tote und Verletzte gab es nicht. Zuvor hatten Polizisten und Bewaffnete in Zivil am Montag in Tais und in der Hafenstadt Hudaida 21 Menschen erschossen.

Auch die USA schalteten sich in den innenpolitischen Konflikt ihres engen Verbündeten im Kampf gegen al-Qaida ein. Verteidigungsminister Robert Gates wurde zu Gesprächen mit dem saudi-arabischen König Abdullah II. erwartet. Am Dienstag forderten die Vereinigten Staaten, in Jemen so schnell wie möglich einen Machtwechsel herbeizuführen.