Libyen Gadhafi bittet Obama um Ende der Nato-Angriffe

In einem Brief an US-Präsident Obama hat der libysche Diktator um Feuerpause gebeten. Die USA reagierten zurückhaltend und verlangten von Gadhafi Taten.

Der libysche Machthaber Muammar al-Gadhafi hat US-Präsident Barack Obama in einem Brief aufgerufen, die von der Nato geführten Luftangriffe zu beenden. Nach Angaben des Senders CNN, der sich auf einen US-Regierungsbeamten berief, sprach Gadhafi von einem "ungerechten Krieg" gegen sein Land. "Wir haben durch das, was uns durch Ihre Worten und Taten zugefügt wurde, mehr moralisch, als physisch gelitten", wurde der libysche Führer zitiert. "Trotz allem werden Sie immer unser Sohn bleiben."

Die USA hatten bislang die Hauptlast der internationalen Luftangriffe gegen Stellungen der Gadhafi-Truppen getragen. Auch die Vereinten Nationen forderten ein Ende der Gewalt. Im Gegensatz zu Gadhafi bezog sich UN-Nothilfekoordinatorin Amos aber auf die Angriffe des libyschen Militärs auf die Bevölkerung. Sie bat vor allem dringend um einen Waffenstillstand in der von Gadhafi-Milizen belagerten und schwer umkämpften Stadt Misarata. "Ich bin in ernster Sorge wegen der humanitären Situation in der Stadt", sagte die Britin. Nach 40 Tagen ständiger Gefechte seien nicht nur die etwa 300.000 Einwohner in einer verzweifelten Situation. Schlimmer ergehe es noch den Tausenden Ausländern und Flüchtlingen. Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente und auch Strom und andere grundlegende Dinge seien längst knapp. Nötig sei eine Feuerpause, um Hilfsgüter in die Stadt zu bringen.

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Gadhafi äußerte CNN zufolge in dem wirr formulierten Schreiben die Hoffnung, dass Obama im nächsten Jahr als Präsident wiedergewählt wird. Eine demokratische Gesellschaft könne nicht durch Raketen und Kampfflugzeuge aufgebaut werden. "Sie sind ein Mann, der genug Mut hat, eine falsche Handlung zu annullieren." Bereits früher hatte Gadhafi Obama im väterlichen Ton geschrieben.

Über den jüngsten Brief hatte am Mittwoch zunächst die staatliche libysche Nachrichtenagentur Jana berichtet, allerdings ohne Angaben zum Inhalt. Obamas Sprecher Jay Carney bestätigte die Existenz des Schreibens. Das Weiße Haus messe dem Brief wenig Bedeutung bei, sagte er. "Offensichtlich ist es nicht der erste (Brief Gadhafis)." Die Position des Präsidenten sei bekannt. Nicht Worte zählten, sondern Taten: Gadhafi müsse die Gewalt gegen die Bevölkerung beenden und seine Truppen zurückziehen.

Bei einem britischen Luftangriff auf ein libysches Ölfeld starben nach Angaben der libyschen Regierung drei Menschen, weitere erlitten Verletzungen. Außerdem habe eine Pipeline Schaden genommen, die das Ölfeld Sarir mit dem Hafen Hariga verbindet, sagte der stellvertretende libysche Außenminister Chaled Kaim. Der Angriff verstoße gegen internationales Recht und sei nicht durch die UN-Resolution gedeckt, kritisierte er. Die Resolution sieht eine Flugverbotszone zum Schutz der Bevölkerung vor Gadhafis Truppen vor, die die Staaten militärisch überwachen. Einige westliche Staaten, darunter USA und Frankreich, gehen darüber hinaus gezielt gegen das libysche Militär vor. International verhängten die UN Sanktionen, um das Regime zu schwächen.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Gadhafi muss aufhören, sein eigenes Land zu bombardieren und die libysche Bevölkerung zu knechten!

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    • 07.04.2011 um 8:00 Uhr

    Ein klarer Fall für Tarantino , diese Schmierenkomödie ist mit normalem Vestand nicht mehr zu verstehen .

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    Sie haben Recht. Diese Episode unterstreicht das Glaubwürdigkeitsproblem aller involvierten Parteien.

    Sie haben Recht. Diese Episode unterstreicht das Glaubwürdigkeitsproblem aller involvierten Parteien.

  2. Die Bitte nach Einstellung der Bombardements Seitens Ghadafi ist ein ebenso verzweifelter wie auch zugleich aussichtsloser Akt.
    Dennoch ist es unverständlich, weshalb die die USA/FR/GB bzw. Nato die Libyen-Resolution überschreiten indem sie geziehlt die Truppen Ghadafis angreifen. Sie hat lediglich die Möglichkeit legitimiert, Zivilisten zu schützen und die FLugverbotszone durchzusetzen wie auch zu halten.
    Stattdessen werden die Rebellen aktiv unterstützt, nicht nur durch die CIA sondern auch indem Ghadafis Truppen angegriffen werden.
    Indem man einen libyschen Ghadafi-Panzer daran hindert, auf Rebellen zu schießen, hat man keinen Zivilisten geschützt, sondern eben einen Kriegsteilnehmer bzw. eine Kriegspartei.

    Die Diskussionen in Fr, GB und die USA, Bodentruppen zu entsenden oder an die Rebellen Waffen zu liefern, ist schon deswegen Unsinn weil es dazu keine Resolution gibt, dies also völkerrechtlich nicht legitim ist. Würde man das Völkerrecht mal wieder umgehen haben die USA und co. wiedermal bewiesen, dass sie auf das Völkerrecht nicht viel wert legen, das ist verbrecherisch.

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    • belahu
    • 07.04.2011 um 8:43 Uhr

    Frage...wo ist das Voelkerrecht bei den Waffenverkaeufen an Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht beim Haendeschuetteln und Abschliessen von Vertraegen mit Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht, wenn man in Diktaturen in den Urlaub faehrt...und und und...

    Wo ist das Voelkerrecht, wenn hunderte oder tausende Zivilisten als Kollateralschaden sterben muessen, wo ist das Voelkerrecht, wenn Soeldner aus aller Herren Laender angeheuert werden.

    Warum haelt sich keiner an das Voelkerrecht? Es ist genauso Trumpfkarte wie "Menschenrechte". Hehre Ziele, aber in der Realitaet leider nicht umsetzbar.

    • belahu
    • 07.04.2011 um 8:43 Uhr

    Frage...wo ist das Voelkerrecht bei den Waffenverkaeufen an Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht beim Haendeschuetteln und Abschliessen von Vertraegen mit Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht, wenn man in Diktaturen in den Urlaub faehrt...und und und...

    Wo ist das Voelkerrecht, wenn hunderte oder tausende Zivilisten als Kollateralschaden sterben muessen, wo ist das Voelkerrecht, wenn Soeldner aus aller Herren Laender angeheuert werden.

    Warum haelt sich keiner an das Voelkerrecht? Es ist genauso Trumpfkarte wie "Menschenrechte". Hehre Ziele, aber in der Realitaet leider nicht umsetzbar.

  3. HEY !!!

    In einem Land in dem ich beim Wechseln "Trinkgeld" bekam, musste ich dennoch Autos anschieben...

    Es lebe die REVOLUTION - Scheiss auf den Diktator.

    • belahu
    • 07.04.2011 um 8:43 Uhr

    Frage...wo ist das Voelkerrecht bei den Waffenverkaeufen an Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht beim Haendeschuetteln und Abschliessen von Vertraegen mit Diktatoren, wo ist das Voelkerrecht, wenn man in Diktaturen in den Urlaub faehrt...und und und...

    Wo ist das Voelkerrecht, wenn hunderte oder tausende Zivilisten als Kollateralschaden sterben muessen, wo ist das Voelkerrecht, wenn Soeldner aus aller Herren Laender angeheuert werden.

    Warum haelt sich keiner an das Voelkerrecht? Es ist genauso Trumpfkarte wie "Menschenrechte". Hehre Ziele, aber in der Realitaet leider nicht umsetzbar.

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "Völkerrechtsbruch"
  4. Sie haben Recht. Diese Episode unterstreicht das Glaubwürdigkeitsproblem aller involvierten Parteien.

    Antwort auf "KILL BILL !"
    • Soruz
    • 07.04.2011 um 10:14 Uhr

    Gadhafi soll zu Obama gesagt haben: "Trotz allem werden Sie immer unser Sohn bleiben.", so wurde zitiert.

    Wie der Vater, so der Sohn, aber mit einigen Unterschieden!

    1. Der Vater ist ein Diktatur, der Sohn ein Demokrat
    2. Der Vater ließ auf sein Volk schießen; der Sohn auf die fremden Völker!
    3. Der Vater militärisch schwach, der Sohn mit übermächtigen Rakten und Waffen
    Dennoch: Für die sterblichen Überreste, Verletzte, Flüchtlinge und deren Angehörigen sind doch gleichgültig, von wem sie getötet verletzt und vertrieben werden?

    Deshalb: Pradigmenwechsel in der Weltpolitik!

  5. Wieder sind gekaufte Araber unterwegs um im Auftrag der Briten und Franzosen den nördlichen Mittelmeerraum für Ihre Interessen zu präparieren.Geschichte wiederholt sich eben doch.Und genau deswegen wird es auch einen 3.Weltkrieg geben.Es gibt eben keine Lerneffekte aus der Geschichte.

    Eine Leser-Empfehlung

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