Libyen Rebellen-Militärchef fordert mehr Einsatz von der Nato
Abdel Fatah Junes macht der Nato schwere Vorwürfe. Den Menschen in der belagerten Stadt Misrata drohe “eine Ausrottung“, wenn das Bündnis nicht schnell handle.
© Mahmud Hams/AFP/Getty Images

Abdel Fatah Junes während einer Pressekonferenz
Der Militärchef der libyschen Rebellen, Abdel Fatah Junes, hat der Nato vorgeworfen, die Menschen in der belagerten Stadt Misrata verloren zu geben. "Wenn die Nato noch eine Woche wartet, ist das das Ende von Misrata", sagte Junes in Bengasi. Die Nato glaube, "uns einen Dienst zu erweisen mit ein paar Bombardements hier und da, während sie die Einwohner von Misrata jeden Tag sterben lässt", sagte Junes bei einer Pressekonferenz in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi. In der 214 Kilometer östlich von Tripolis gelegenen Stadt drohe eine "Ausrottung im wahrsten Sinne des Wortes".
Libyens drittgrößte Stadt wird seit knapp sechs Wochen von Gadhafi-treuen Truppen belagert und bombardiert. Die Wasser- und Stromversorgung sei unterbrochen und es kämen keine Lebensmittel nach Misrata, sagte Junes. "Die Einwohner trinken das Wasser aus den Abwasserkanälen." Junes drohte, wenn die Nato weiterhin nicht die UN-Resolution 1973 umsetze, die den Schutz der libyschen Zivilbevölkerung auch mit militärischen Mitteln vorsieht, werde der Nationale Übergangsrat der Rebellen den UN-Sicherheitsrat anrufen.
Die Nato hatte Ende März das vollständige Kommando über den Militäreinsatz in Libyen übernommen. Sie kündigte an, die Sicherung von Misrata zu ihrer obersten Priorität zu machen. Junes stufte die Ankündigung als leere Versprechung ein: "Wenn die Nato die Blockade der Stadt brechen wollte, hätte sie das schon vor einigen Tagen gemacht."
Als Reaktion auf Junes' Kritik sicherte die Nato hat den Bewohnern von Misrata erneut ihre Unterstützung zu. "Wir haben ein klares Mandat und wir werden alles tun, um die Zivilbevölkerung von Misrata zu schützen", sagte eine Nato-Sprecherin in Brüssel. "Misrata ist unsere oberste Priorität."
Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, Luis Moreno-Ocampo, warf Gadhafi und seinen Gefolgsleuten vor, die Gewalt gegen Zivilisten geplant zu haben. "Wir haben gute Beweise, dass der Mord an Zivilisten ein vorab beschlossener Plan war", sagte Moreno-Ocampo am Dienstag in Den Haag der Nachrichtenagentur AFP. Er hatte Anfang März Ermittlungen wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Gadhafi, drei seiner Söhne und vier weitere Mitglieder der libyschen Führungsriege eingeleitet.
Gadhafis Regierung erneuerte unterdessen ihr Gesprächsangebot an die Aufständischen. Die Rebellen müssten ihre Waffen niederlegen, dann könnten sie "sich am politischen Prozess beteiligen", sagte Vize-Außenminister Chaled Kaim am Dienstagabend in Tripolis. Der Prozess könne von Vertretern der Afrikanischen Union (AU) und der Uno überwacht werden. Eine AU-Delegation will laut Kaim kommende Woche nach Libyen reisen, um einen Ausweg aus der Krise zu suchen. Ab dem 15. April werde eine Delegation des UN-Menschenrechtsrates in Libyen sein. Kaim teilte zudem mit, dass der libysche Vizeminister für europäische Angelegenheiten, Abdelati Obeidi, zum Nachfolger des nach Großbritannien geflohenen Außenministers Mussa Kussa ernannt wurde.
Auch die Aufständischen planten weitere Gespräche mit internationalen Vertretern. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte laut Nachrichtenagentur Anadolu kurz vor seinem Abflug aus Bahrain nach Katar, er treffe in Katar den Außenbeauftragten des Übergangsrates, Mahmud Dschibril. In den kommenden Tagen werden zudem libysche Oppositionsvertreter in Ankara erwartet, wie türkische Diplomaten sagten. In Bengasi traf am Dienstag der US-Gesandte Chris Stevens zu Gesprächen mit dem Übergangsrat ein.
- Datum 06.04.2011 - 12:14 Uhr
- Quelle AFP, dpa
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Der Gaddafi-Außenminister n+1 (mal sehen, wieviele er noch hat) sagt also: "Wenn die Rebellen ihre Waffen niederlegen, dann dürften sie sich am politischen Prozess beteiligen".
Immer noch die alte Denkweise! Gaddafi will weiter entscheiden, wer wann was sagen darf - und wer dafür einen Kopf kürzer gemacht wird.
Aber das werden die Libyer nicht mehr hinnehmen: In Zukunft werden sich ALLE Libyer am politischen Prozess beteiligen dürfen (außer natürlich die in Den Haag).
"Aber das werden die Libyer nicht mehr hinnehmen"
Von welchen "Libyern" schreiben Sie denn immer? Mit dem Satz
"aber das werden die Rebellen nicht (mehr) hinnehmen" lägen Sie vielleicht richtig.
Gadafhi sagt die Wahrheit. Diejenigen Rebellen die nach Niederlegung der Waffen seinen Säuberungsprozeß überleben, düfen an dem dann ansetzenden Prozeß teilhaben.
Das dürfte eine sehr überschaubare Größe sein.
"Aber das werden die Libyer nicht mehr hinnehmen"
Von welchen "Libyern" schreiben Sie denn immer? Mit dem Satz
"aber das werden die Rebellen nicht (mehr) hinnehmen" lägen Sie vielleicht richtig.
Gadafhi sagt die Wahrheit. Diejenigen Rebellen die nach Niederlegung der Waffen seinen Säuberungsprozeß überleben, düfen an dem dann ansetzenden Prozeß teilhaben.
Das dürfte eine sehr überschaubare Größe sein.
Es war mir - der das Land Libyen seit nun fast 30 Jahren bereist und kennt - absolut klar, dass Gadhafi sich nicht einfach so wie Mubarak oder Ali absetzt. Was mich erstaunt und erschreckt ist, dass offensichtlich weite Teile der Armee weiter zu ihm stehen und die Zivilbevölkerung immer noch abschlachten.
In Tripoli herrscht zur Zeit Ruhe. Diese wurde geschaffen, in dem in den Anfangstagen Terrorkommandos nachts durch die Strassen Tripolis zogen und wahllos geschossen wurde. Zudem wurden viele Oppositionelle - wie bei uns in den 30iger Jahren - abgeholt und werden wohl nicht zurückkehren. Durch diese Vorgehensweise hat das Regime es geschafft in Tripoli Ruhe herzustellen. Zudem sitzen ansonsten in Tripoli viele von dem Revolutionsführer Abhängige, welche sich nicht trauen sich der Opposition anzuschliessen. Dies, da sie genau wissen, was dann mit ihnen geschieht.
In den anderen Landesteilen Libyens ist die Opposition vorhanden. Einige Clans haben sich bislang nicht gegen das Regime gestellt und verhalten sich aus Furcht vor weiteren Massakern neutral. Dieses ist natürlich falsch.
Die Nato hat den UN-Beschluss umzusetzen. Die NATO hat Zugang zu allen Berichten der in Libyen aktiven westlichen Geheimdienste und kennt die Positionen der Armee des Regimes und weiss um die katastrophale Lage in und um Misurata seit Wochen und unternimmt nichts.
Das ist nicht hinnehmbar. Die NATO hat einen klaren Auftrag, den sie zu erfüllen hat und zwar jetzt.
mit ihrer Luftwaffe, über Libyen ein Flugverbotszone durchzusetzen und soweit möglich, Massaker an der Zivilbevölkerung zu verhindern. Bodentruppen dürfen dazu nicht eingesetzt werden.
Nur scheint es bisher auf diese Weise nicht sonderlich zu funktionieren, welcher Staat möchte sich also unter Missachtung internationalen Rechts in einen Bürgerkrieg verwickeln lassen?
Humantitär vertretbar wäre doch vermutlich allenfalls eine Feuerpause auszuhandeln und alle Zivilisten zu evakuieren. Hat das schon jemand angeregt und versucht? Falls die Rebellen aber selbst dann unbedingt in Misrata weiterkämpfen wollen, müssen sie das auf eigene Kappe tun.
Ersatzweise könnten sich wieder nach dem Vorbild vergangener Zeitalter (Lord Byron, Hemmingway) wieder die Idealisten dieser Welt ans Gewehr begeben und fremde Völker befreien.
zum nachlesen, der 1973er beschluss der UN mit kommentaren zum besseren verstaendnis: http://ahlambauer.wordpre...
der reine text der resolution ist unter dem jahr 2011 auf der UN website zu sehen.
mit ihrer Luftwaffe, über Libyen ein Flugverbotszone durchzusetzen und soweit möglich, Massaker an der Zivilbevölkerung zu verhindern. Bodentruppen dürfen dazu nicht eingesetzt werden.
Nur scheint es bisher auf diese Weise nicht sonderlich zu funktionieren, welcher Staat möchte sich also unter Missachtung internationalen Rechts in einen Bürgerkrieg verwickeln lassen?
Humantitär vertretbar wäre doch vermutlich allenfalls eine Feuerpause auszuhandeln und alle Zivilisten zu evakuieren. Hat das schon jemand angeregt und versucht? Falls die Rebellen aber selbst dann unbedingt in Misrata weiterkämpfen wollen, müssen sie das auf eigene Kappe tun.
Ersatzweise könnten sich wieder nach dem Vorbild vergangener Zeitalter (Lord Byron, Hemmingway) wieder die Idealisten dieser Welt ans Gewehr begeben und fremde Völker befreien.
zum nachlesen, der 1973er beschluss der UN mit kommentaren zum besseren verstaendnis: http://ahlambauer.wordpre...
der reine text der resolution ist unter dem jahr 2011 auf der UN website zu sehen.
"Aber das werden die Libyer nicht mehr hinnehmen"
Von welchen "Libyern" schreiben Sie denn immer? Mit dem Satz
"aber das werden die Rebellen nicht (mehr) hinnehmen" lägen Sie vielleicht richtig.
30 Jahre Herrschaft, die for Libyen nur Nachteile gebracht hat, sollten doch genug sein, oder ?
30 Jahre Herrschaft, die for Libyen nur Nachteile gebracht hat, sollten doch genug sein, oder ?
mit ihrer Luftwaffe, über Libyen ein Flugverbotszone durchzusetzen und soweit möglich, Massaker an der Zivilbevölkerung zu verhindern. Bodentruppen dürfen dazu nicht eingesetzt werden.
Nur scheint es bisher auf diese Weise nicht sonderlich zu funktionieren, welcher Staat möchte sich also unter Missachtung internationalen Rechts in einen Bürgerkrieg verwickeln lassen?
Humantitär vertretbar wäre doch vermutlich allenfalls eine Feuerpause auszuhandeln und alle Zivilisten zu evakuieren. Hat das schon jemand angeregt und versucht? Falls die Rebellen aber selbst dann unbedingt in Misrata weiterkämpfen wollen, müssen sie das auf eigene Kappe tun.
Ersatzweise könnten sich wieder nach dem Vorbild vergangener Zeitalter (Lord Byron, Hemmingway) wieder die Idealisten dieser Welt ans Gewehr begeben und fremde Völker befreien.
eine Flugverbotszone einzurichten und die Einhaltung des Flugverbots zu überwachen und ebenso zum Schutz von Zivilisten aus der Luft einzugreifen. Da ist seitens der NATO in Bezug auf die umkämpfte Stadt Misurata nichts geschehen. Stattdessen wurden andere Ziele, welche ggfls. strategisch von Bedeutung sind, aber sicher auch ein oder zwei Tage später hatten bombardiert werden können, angeflogen.
Ich habe nicht davon gesprochen, dass Bodentruppen eingesetzt werden dürfen oder eingesetzt werden sollen.
eine Flugverbotszone einzurichten und die Einhaltung des Flugverbots zu überwachen und ebenso zum Schutz von Zivilisten aus der Luft einzugreifen. Da ist seitens der NATO in Bezug auf die umkämpfte Stadt Misurata nichts geschehen. Stattdessen wurden andere Ziele, welche ggfls. strategisch von Bedeutung sind, aber sicher auch ein oder zwei Tage später hatten bombardiert werden können, angeflogen.
Ich habe nicht davon gesprochen, dass Bodentruppen eingesetzt werden dürfen oder eingesetzt werden sollen.
Warum sollten die Rebellen in Libyen die Unterstützung des "Westens" erhalten, wenn diese Sorte Mensch in Afghanistan und Pakistan ständig bombardiert wird.
Leute die in Guantanamo waren und in Afghanistan (angeblich) gegen die USA gekämpft haben, werden nun in Libyen als "Ausbilder" eingesetzt. Hier nachzulesen:
http://www.telegraph.co.u...
Scheinbar ist al-Qaida nun wieder auf der Seite des "Westens" wie damals gegen die USSR in Afghanistan.
Kann das mal einer erklären, bitte.
30 Jahre Herrschaft, die for Libyen nur Nachteile gebracht hat, sollten doch genug sein, oder ?
Gadafhi sagt die Wahrheit. Diejenigen Rebellen die nach Niederlegung der Waffen seinen Säuberungsprozeß überleben, düfen an dem dann ansetzenden Prozeß teilhaben.
Das dürfte eine sehr überschaubare Größe sein.
zum nachlesen, der 1973er beschluss der UN mit kommentaren zum besseren verstaendnis: http://ahlambauer.wordpre...
der reine text der resolution ist unter dem jahr 2011 auf der UN website zu sehen.
den Sie hier anbieten , wird behauptet, dass keinen Gewalt an Zivilisten ausgeübt wird. Ich bin mir sehr sicher, dass sie wissen dass das nicht stimmt - aus welchem Grund verlinken Sie das dann ?
den Sie hier anbieten , wird behauptet, dass keinen Gewalt an Zivilisten ausgeübt wird. Ich bin mir sehr sicher, dass sie wissen dass das nicht stimmt - aus welchem Grund verlinken Sie das dann ?
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