Weissrussland "So viel Demokratie, dass einem das Kotzen kam"

Weissrusslands Regierungschef Lukaschenko hat einen Schuldigen für den Terroranschlag vom 11. April mit 13 Toten ausgemacht: Die Demokratie sei dafür verantwortlich.

Für Weißrusslands autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko ist der Schuldige am Terrorakt in Minsk mit 13 Toten ausgemacht: Für den Anschlag vor anderthalb Wochen sei die "Demokratie" verantwortlich.

"Es gab schon so viel Demokratie, dass einem das Kotzen kam", sagte Lukaschenko in seiner Rede an die Nation. Äußere Kräfte versuchten, "Belarus in die Knie zu zwingen", sagte er. Der seit 1994 regierende Despot gilt als "letzter Diktator Europas".

Anzeige

Lukaschenko hatte den Anschlag in der Minsker Metro am 11. April bereits wenig später als "aufgeklärt" bezeichnet. Jetzt aber sagte er, dass es keine Hinweise auf die Drahtzieher des Verbrechens gebe. "Wir haben bisher überhaupt keine Verbindungen gefunden – weder zur Kriminalität noch zu Banditen noch zu Politikern", sagte Lukaschenko.

Die Behörden in Minsk hatten einen Schlosser, seinen Komplizen sowie eine Bekannte der beiden festgenommen. Die Beschuldigten hätten ein Geständnis abgelegt. Über ihr Motiv spekulieren die Medien. Von Geldgier und Mordlust etwa ist die Rede. Die Angaben der Ermittler werfen weiter viele Fragen auf.

In Minsk vertreten nicht nur viele Oppositionelle die Meinung, dass der Geheimdienst KGB oder andere Kräfte im Machtapparat den Terroranschlag inszeniert haben könnten. Verbreitet ist die Ansicht, dass wie zu Zeiten des Sowjetdiktators Josef Stalin die unzufriedene Bevölkerung durch Staatsterror eingeschüchtert werden soll.

Lukaschenko warnte vor jedem Versuch einer Revolution: "Es wird nicht gelingen, unser Land kaputtzumachen. Wir werden jede 5. oder 25. Kolonne vernichten." Mit "Kolonne" fühlt sich die prowestliche Opposition in Minsk angesprochen.

Lukaschenko hatte schon nach den gewaltsam aufgelösten Protesten gegen seine Wiederwahl am 19. Dezember Dutzende ins Gefängnis gebracht. Weißrussland ist das letzte Land in Europa, das die Todesstrafe vollstreckt.

 
Leser-Kommentare
  1. Gern werden Lukaschenko und Putin abwechselnd als 'böse Räubverhauptmänner' dem westlichen (deutschen) Publikum vorgehalten - wir haben es ja so gut. Haben wir tatsächlich. Allerdings ist das Hauptproblem Weißrußlands die massive Verstrahlung eines großen Teils des Landes. 2.2 Millionen Einwohner sind von starker Strahlung bzw. stark belasteten Böden betroffen.
    Die Festgenommenen haben laut ria.novosti übrigens eine Gemeinsamkeit: Sie sind alle unter 25 Jahren. Sicherlich hätten sie in einer freiheitichen Marktwirtschaft etwas anderes gemacht als Bomben zu basteln. Aber das soll jemand anderes raten.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nanu, damit erklärt sich auch sein Brechreiz. Strahlung. Punkt.

    Alter Schwede!

    Nanu, damit erklärt sich auch sein Brechreiz. Strahlung. Punkt.

    Alter Schwede!

  2. Ganz klar. Das Problem Weißrusslands ist die Verstrahlung und nicht etwa ein kleptomanisch Diktatur. Besonders die ausführlich dargelegten Argumente überzeugen mich voll ständig.

  3. Im ersten Absatz hat sich ein Fehler eingeschlichen, hier soll wohl Weißrussland gemeint sein:
    Für RUSSLANDS autoritären Staatschef Alexander Lukaschenko ist der Schuldige am Terrorakt in Minsk mit 13 Toten ausgemacht: Für den Anschlag vor anderthalb Wochen sei die "Demokratie" verantwortlich.

    Eine Leser-Empfehlung
  4. Seriöse Informationen über Lukaschenkos Räuberbande zeigen eindeutig, mit welchem geistigen Horizont sein Gefolge dem ehemaligen Schweinezüchter treu die Stange hält, um sogenannte Staatsgeschäfte mit Saufgelagen, großen Limousinen und Prostituierten mehr Schurkenstaat als seriöse Politik darzustellen.
    Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/er

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • uxxus
    • 21.04.2011 um 18:53 Uhr

    Meine Güte, geht´s noch. Wahrscheinlich sind sie so einer, der von o.gen. aus dem Kader geworfen wurde, sie Geistesriese. Bleiben Sie einfach bei Bild lesen. Außerdem entspringt dieser Bericht immer dergleichen Russenphobie.

    zeugt nicht von Geistesgrösse.

    • uxxus
    • 21.04.2011 um 18:53 Uhr

    Meine Güte, geht´s noch. Wahrscheinlich sind sie so einer, der von o.gen. aus dem Kader geworfen wurde, sie Geistesriese. Bleiben Sie einfach bei Bild lesen. Außerdem entspringt dieser Bericht immer dergleichen Russenphobie.

    zeugt nicht von Geistesgrösse.

  5. Klar das der Anschlag, von wem auch immer begangen, politisch benutzt wird um das herrschende Regime zu legitieren, würde ich als Diktator auch (das tat sogar der "Demokrat" George Bush Jr)

    Lukaschenko ist durch Russland fest im Sattel, angeschlagen durch Unruhen, aber nach wie vor am Ruder.

    Russland hat keinen Grund in unmittelbarer Nähe die Demokratie fördern? Es hat einen antiwestlich eingestellten NATO Gegner an seiner Westgrenze sitzen. Parallelen zum Verhältnis China-Nordkorea sind erkennbar.

    • oleg89
    • 21.04.2011 um 15:58 Uhr

    Es ist ja in Ordnung, wenn man sagt, das Volk sei nicht an Demokratie gewöhnt und könne nichts damit anfangen. Die osteuropäische Mentalität ist da anders, was wir Deutsche vielleicht kaum verstehen können.

    Allerdings erfüllt dieses Regime ihner Zweck nicht, Ordnung im Land zu schaffen. Denn was nach den Angschlägen abgelaufen ist, hat nichts mit Recht und Ordnung zu tun. Wie ist es denn möglich bereits Geständnisse in schriftlicher Form vorliegen zu haben, bevor man überhaupt irgendwelche Details über Tathergang und Motiv kennt?
    Drei Möglichkeiten: Entweder der Anschlag war tatsächlich inszeniert und dabei wirklich schlecht inszeniert, oder die stellen Berufszeugen ein, die bezahlt werden um so zu tun als wären sie es gewesen, oder sie finden irgendwelche Leute auf der Strasse, die einem unter Folterandrohung alles gestehen.

    Ich weiß nicht, welches der drei wirklich stattgefunden hat, aber sicher ist, das keines davon in einem Rechtsstaat vorkommen sollte.

    Mir tun wirklich die ganzen unschuldigen Leute leid, die in solche Machenschaften verwickelt werden.

    Wenn die Nato/USA wirklich so interessiert daran sind, Frieden und Freiheit auf der Welt durchzusetzen, dann sollten sie diesen Leuten helfen einen Machtwechsel zu erzwingen. Der dieser ist nur von außen möglich.

    Eine Leser-Empfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Als wir Schüler uns beim Klassenlehrer über unseren Sportlehrer und seinen absurden Unterricht beschwerten, hieß es nur: "Das Problem ist bekannt, löst sich leider nur biologisch"

    Lukaschenkos kleines Land ist einfach zu unwichtig. Leider.

    • dbx
    • 22.04.2011 um 9:42 Uhr

    "Wenn die Nato/USA wirklich so interessiert daran sind, Frieden und Freiheit auf der Welt durchzusetzen, dann sollten sie diesen Leuten helfen einen Machtwechsel zu erzwingen."

    Och, sind die doch gar nicht wirklich.

    Obwohl da bestimmt auch noch einiges "privatisiert" werden lassen, und in die eigenen Hände wandern kann.
    Vielleicht nicht rentabel genug, bei so viel Strahlung.

    Als wir Schüler uns beim Klassenlehrer über unseren Sportlehrer und seinen absurden Unterricht beschwerten, hieß es nur: "Das Problem ist bekannt, löst sich leider nur biologisch"

    Lukaschenkos kleines Land ist einfach zu unwichtig. Leider.

    • dbx
    • 22.04.2011 um 9:42 Uhr

    "Wenn die Nato/USA wirklich so interessiert daran sind, Frieden und Freiheit auf der Welt durchzusetzen, dann sollten sie diesen Leuten helfen einen Machtwechsel zu erzwingen."

    Och, sind die doch gar nicht wirklich.

    Obwohl da bestimmt auch noch einiges "privatisiert" werden lassen, und in die eigenen Hände wandern kann.
    Vielleicht nicht rentabel genug, bei so viel Strahlung.

  6. Nanu, damit erklärt sich auch sein Brechreiz. Strahlung. Punkt.

    Alter Schwede!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Demokratie" hat gewisse naturräumliche Voraussetzungen. Übrigens ist es mit Weißrußland wie mit Libyen: Es gehen einfach nicht genug Menschen auf die Straße. Die Rebellen versuchen es jeweils mit Gewalt, d.h. Erstürmung des Regierungssitzes in Weißrußland bzw. Bürgerkrieg in Libyen. Damit scheitern sie natürlich. Das 'Problem' in beiden Ländern ist, daß relativ viele Menschen recht gut mit dem vorherrschenden System zurechtkommen. Die Weißrussen sind ja nicht wie die Deutschen und Hitler. Hitler wurde wie bekannt ist, nicht abgewählt. Der Reichstag wurde von den Russen gestürmt. Deutschland verdankt die Demokratie der Roten Armee, vermutlich sehr vielen Weißrussen. Hier im Forum hat es den Anschein, als wäre es anders herum gewesen. Die Weißrussen werden schon selber signalisieren, wenn sie auf den Schnauzbart keinen Bock mehr haben. Aber unter Hunderttausend Demonstranten geht da nichts.

    "Demokratie" hat gewisse naturräumliche Voraussetzungen. Übrigens ist es mit Weißrußland wie mit Libyen: Es gehen einfach nicht genug Menschen auf die Straße. Die Rebellen versuchen es jeweils mit Gewalt, d.h. Erstürmung des Regierungssitzes in Weißrußland bzw. Bürgerkrieg in Libyen. Damit scheitern sie natürlich. Das 'Problem' in beiden Ländern ist, daß relativ viele Menschen recht gut mit dem vorherrschenden System zurechtkommen. Die Weißrussen sind ja nicht wie die Deutschen und Hitler. Hitler wurde wie bekannt ist, nicht abgewählt. Der Reichstag wurde von den Russen gestürmt. Deutschland verdankt die Demokratie der Roten Armee, vermutlich sehr vielen Weißrussen. Hier im Forum hat es den Anschein, als wäre es anders herum gewesen. Die Weißrussen werden schon selber signalisieren, wenn sie auf den Schnauzbart keinen Bock mehr haben. Aber unter Hunderttausend Demonstranten geht da nichts.

  7. Als wir Schüler uns beim Klassenlehrer über unseren Sportlehrer und seinen absurden Unterricht beschwerten, hieß es nur: "Das Problem ist bekannt, löst sich leider nur biologisch"

    Lukaschenkos kleines Land ist einfach zu unwichtig. Leider.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service