USA Zehn Kandidaten gegen Obama
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Die Kandidaten im Überblick

Mitt Romney führt in den Umfragen. 21 Prozent der konservativen Wähler unterstützen den 64-Jährigen. Aber das hat heute, zehn Monate vor den ersten Vorwahlen, in denen die 50 Bundesstaaten nach und nach über den Wunschkandidaten abstimmen, wenig zu sagen. Er ist bekannt, weil er schon 2008 angetreten war. Als Geschäftsmann ist er Millionär geworden. Er gilt als wirtschaftskompetent, hat die Olympiade in Salt Lake City vor dem Bankrott gerettet und als Gouverneur von Massachusetts eine Gesundheitsreform eingeführt, die Obamas zum Verwechseln ähnelt. Das ist der eine Nachteil. Wenn er nun Obamas Reform giftig kritisiert. klingt das nicht überzeugend. Romney gilt als "Flipfloper": einer, der seine Meinung mit dem Wind dreht. Der andere Nachteil: Er ist Mormone.

Mike Huckabee ist ebenfalls ein Bekannter von 2008. Damals machte der 55-Jährige als Gitarre spielender Pfarrer Schlagzeilen, der bei bibeltreuen Wählern im ersten Vorwahlstaat Iowa einen Überraschungserfolg erzielte. Zuvor war er Gouverneur des Südstaats Arkansas, wie Bill Clinton. Als Talkshow-Moderator im rechten Sender Fox hat er seine Bekanntheit und Popularität bewahrt. Aber er hat bisher nicht gezeigt, dass er über die Frommen hinaus Anhänger sammeln und dreistellige Millionenspenden einwerben kann. In Umfragen liegt er mit 17 Prozent auf dem zweiten Platz.

Newt Gingrich ist eine Figur von vorgestern. Der 67-Jährige ist ein scharfer Denker. 1994 führte er die Partei zum Sieg in der Kongresswahl. Oft agiert er selbstverliebt, damals zog er in der strategischen Auseinandersetzung mit Präsident Bill Clinton den Kürzeren. Er ist bereits zum dritten Mal verheiratet und hatte außereheliche Affären, eine davon, als er die Anklage gegen Clinton wegen dessen Lügen in der Affäre mit Monica Lewinsky vertrat. In Umfragen rangiert er zwischen den Plätze drei bis sechs.

Haley Barbour ist Gouverneur von Mississippi und Vorsitzender der Republikanischen Gouverneure. Das verschafft ihm eine Hausmacht und organisatorische Vorteile. Aber der 63-Jährige war lange Lobbyist, das gilt heute als Schmutzfleck. Südstaatler sind generell nicht leicht mehrheitsfähig. Barbour hat zudem lose Bemerkungen über die Zeit der Rassendiskriminierung gemacht, was man ihm in den Nordstaaten übel nimmt.

Tim Pawlenty ist der erste einer Reihe jüngerer Republikaner, die als unideologische Pragmatiker gelten. Vom Typ kommen sie wie der nette Schwiegersohn daher. Populär sind sie in ihren Heimatstaaten – der 50-Jährige war bis 2009 Gouverneur von Minnesota –, meist aber nicht landesweit bekannt. Sind sie hart genug, um gegen Obama zu bestehen?

John Thune, 50 Jahre, ist Senator von South Dakota. Manche Journalisten sehen ihn als Geheimtip, weil er gewinnend auftritt und Moderate nicht mit erzkonservativen Slogans abstößt. Aus Sicht der rechten Basis ist das eher ein Nachteil.

Jon Huntsman ist noch bis Monatsende Obamas Botschafter in China, davor war der 50-Jährige Gouverneur von Utah. Sein Glaubwürdigkeitsproblem: Wieso tritt er gegen Obama an, wenn er den Präsidenten zuvor als so gut empfand, dass er ihm als Botschafter diente? Wie Romney ist er zudem Mormone.

Sarah Palin ist die Absteigerin der jüngsten Monate. Die frühere Gouverneurin von Alaska begeistert mit scharfen Angriffen auf Obama die rechte Basis. Dort wünscht man ihre Kandidatur. Aber sie macht keine sichtbaren Anstalten. Insgesamt findet die 47-Jährige bei 36 Prozent Zustimmung. 56 Prozent lehnen sie ab. Als Rednerin, Buchautorin und TV-Kommentatorin verdient sie Millionen.

Michele Bachmann
, 55 Jahre, drängt in die Lücke, die Palin hinterlässt. Die Abgeordnete aus Minnesota ist die neue Königin der "Tea Party". In ihren wilden Attacken auf Obama nimmt sie es mit Fakten nicht so genau. Für sie begeistert sich nur eine erzkonservative Fangemeinde. Sie ist nicht einmal in der Republikanischen Partei mehrheitsfähig.

Donald Trump ist der Paradiesvogel unter den Möchtegern-Kandidaten. Der 64-Jährige hatte sich über Jahrzehnte einen Namen als Immobilienhai in New York und Las Vegas gemacht, ist in jüngerer Zeit aber vermehrt im Unterhaltungsfernsehen aktiv. In der jüngsten Umfrage des Wall Street Journal zu potenziellen Kandidaten landete er wie Huckabee mit 17 Prozent auf Platz zwei hinter Romney. Experten führen das auf die Bekanntheit seines Namens, nicht auf inhaltliche Positionen zurück. Bisher behandelt Amerika seine mögliche Kandidatur wie einen Witz. Statt seine Erfahrung als Geschäftsmann herauszustreichen, schürt er Zweifel, ob Obama gar nicht Amerikaner, sondern als Muslim in Kenia geboren sei und stellt sich damit in die rechte Ecke. Kommentatoren werten Platz zwei in den Umfragen für Trump als Beleg, wie schwach das republikanische Feld bisher sei.

Es bleiben noch knapp 17 Monate bis zum Wahltag im November 2012. Die braucht ein neuer Kandidat freilich auch, um sich in ganz Amerika bekannt zu machen. Aus heutiger Sicht rechnen die meisten Experten damit, dass Obama wiedergewählt wird, die Republikaner jedoch nach dem Abgeordnetenhaus 2012 auch die Mehrheit im Senat gewinnen. Vieles kann freilich noch geschehen, was die Prognose ändert: Erdbeben, Revolutionen, Anschläge oder eine Finanzkrise.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte kommentieren Sie zum Thema und verzichten Sie auf unsachliche Spekulation. Die Redaktion/cs

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    Ich bin ja nicht dagegen, dass Kritik an den USA geübt wird - es gibt ja auch genug zu kritisieren. Aber doch bitte nicht auf diesem Niveau!

    Gekürzt. Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde inzwischen moderiert. Die Redaktion/cs

    Ich bin ja nicht dagegen, dass Kritik an den USA geübt wird - es gibt ja auch genug zu kritisieren. Aber doch bitte nicht auf diesem Niveau!

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  2. Ich bin ja nicht dagegen, dass Kritik an den USA geübt wird - es gibt ja auch genug zu kritisieren. Aber doch bitte nicht auf diesem Niveau!

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    Entfernt. Verzichten Sie bitte auf unsachliche Spekulationen und diskutieren Sie sachlich zum Thema des Artikels. Die Redaktion/cs

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  3. Entfernt. Verzichten Sie bitte auf unsachliche Spekulationen und diskutieren Sie sachlich zum Thema des Artikels. Die Redaktion/cs

    Antwort auf "Völlig unsachlich"
  4. Ich schreibe niemanden vor, meine Meinung zu übernehmen. Nur frage ich mich welche Art von Meinungfreiheit wir besitzen, wenn alles, was nicht in die gleichgeschaltete Meinung der Presse passt, als unsachlich abgetan wird. Fortschritt ist das Ergebnis anderer Sichtweisen. Und Fortschritt wird benötigt, wenn in Zukunft weniger Menschen dem Krieg zum Opfer fallen sollen...

  5. Nun bei den vielen angehäuften Schulden in den US Finanzen wird den normalen US Bürgern so manches bitter aufstoßen.
    Wohl auch ist das den Republikaner Kandidaten bewusst und da ist es kein gut Kirschenessen sich zu früh zu outen.

    Obama möchte wohl noch mal wieder aufs hohe Regierungsroß, doch er wird wohl aufs galoppierendes Wahlpferd aufspringen müssen. Ob er das schafft? Wohl kaum möglich, da er sich verloren hat in Schönreden mit wenig Frucht.

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  6. Ganz so einfach ist es wohl nicht, Mister President!

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    • Chuck-
    • 17.04.2011 um 11:46 Uhr

    1 Milliarden für Wahlkampf.... und dazu addieren wir jetzt noch mal die Kosten für die anderen Kandidaten...
    Yeah right, mit dem Geld hätte man bestimmt nichts besseres anstellen können.

  7. Ist es nicht völlig egal, wieviele und wer Obama herausfordert?
    Ist es nicht völlig egal, wer in den USA regiert?

    Obama führt die Politik fort, die der Bush-Clan begonnen hat, er lässt den illegalen Folterknast auf Guantanamo unberührt und ungerührt weiter machen. Bürgerliche und menschliche Freiheitsrechte tritt er genauso mit seinen (schwarzen) Füssen wie der weisse Bush.

    Fremde - auch Europäer - werden zumeist auch an den US-Einreisekontrollen wie Dreck behandelt. Wer sich von Herrn Obama was-auch-immer für Besserungen versprochen hat, dürfte allmählich aus diesem idiotischen Traum erwacht sein.

    Insofern interessiert doch nun wirklich keinen, wer ihn beerbt oder wer ihm unterliegt.
    Es bleibt alles beim Alten.

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