WikileaksUS-Regierung soll syrische Opposition unterstützt haben

Die USA sollen durch Geld an einen TV-Sender die syrische Opposition unterstützt haben. Laut dem US-Botschafter sieht Syrien das als Förderung eines Regimewechsels.

Die US-Regierung hat nach Informationen der Washington Post offenbar syrische Oppositionsgruppen finanziert. Ein Projekt sei der in London angesiedelte Sender Barada TV. Der Sender pflege enge Verbindungen mit der Bewegung für Gerechtigkeit und Entwicklung, einem Netzwerk von Exil-Syrern in London.

Der in London angesiedelte Sender Barada TV hatte vor zwei Jahren den Sendebetrieb aufgenommen und die Produktion zuletzt stark erhöht, um Berichte über die Massenproteste gegen die Regierung in Syrien auszustrahlen, berichtete die Washington Post unter Berufung auf eine vom Enthüllungsportal Wikileaks veröffentlichte US-Depesche.

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Den geheimen Depeschen zufolge unterstützte das US-Außenministerium die Gruppe seit 2006 mit sechs Millionen Dollar – umgerechnet 4,2 Millionen Euro. Der Geldtransfer habe unter dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush begonnen, nachdem dieser die politischen Beziehungen zu Damaskus im Jahr 2005 auf Eis gelegt hatte, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Unter dem derzeitigen US-Präsidenten Barack Obama seien die Zahlungen dann fortgesetzt worden.

Seit Mitte März kommt es in Syrien immer wieder zu Protesten gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und für mehr Freiheiten. Am Sonntag waren nach Angaben von Augenzeugen nahe der Stadt Homs mindestens vier Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden, als syrische Sicherheitskräfte das Feuer auf einen Trauerzug eröffneten.

Der Washington Post zufolge forderten US-Botschaftsmitarbeiter das Außenministerium auf, die Zahlungen an die Oppositionsgruppe zu überdenken. Die syrischen Behörden würden die finanzielle Unterstützung "von illegalen politischen Gruppen" durch die USA als "gleichbedeutend mit der Förderung eines Regimewechsels" betrachten, zitierte die Zeitung einen Diplomaten aus einer US-Depesche.

 
Leserkommentare
  1. Ich frage mich, warum diese Information einen Artikel wert ist.

    Die USA stützen Diktaturen, die den USA folgsam sind und versuchen diejenigen, welche nach eigenen Interessen handeln und nicht entsprechend den Interessen des amerikanischen Volkes bzw. der Machtpolitik der USA zu stürzen.

    Das ist gängige Praktik.

    Auch wenn es nicht gesichert ist, dass die USA dieser Praktik auch in Syrien nachgehen, lehrt die Vergangenheit und auch die Gegenwart, dass dies keine neue Vorgehensweise der USA wäre.
    Anstatt auf Behauptungen basierende Artikel zu verfassen und zu publizieren, wäre es erstrebenswert, diese allgemeine Praktik der USA zu analysieren und zu verurteilen, aber dazu sind auch die deutschen Medien nicht mutig genug.

    Es ist gängige Praktik geworden, alle Feindseligkeiten gegen die USA tief, hart, umfassend zu verurteilen, aber alle über loose Feindseligkeit hinausgehenden Aktivitäten, umstürzlerische wie Kriege, der USA in und gegen andere Länder, zu akzeptieren und teilweise anzuspornen.
    Obwohl diese Aktivitäten total ungerechtfertigt und absolut völkerrechtswidrig sind.

    Die USA gehören an den Pranger gestellt.

    Israel und die USA haben den Stuxnet entwickelt und losgeschickt, die internationale Bestürzung hielt sich in Grenzen. Stellt euch vor, der Iran würde auf die gleiche Art US-Atomkraftwerke angreifen. Die USA würden den nächsten Krieg beginnen.
    Aber wie man reinschreit, schreit es raus.
    Die USA wundern sich über Terror?

    Nato-Austritt!

    7 Leserempfehlungen
  2. zu 6

    Sie sind sehr deutlich.

    Guantanamo, Bradly Manning, militante Abtreibungsgegner u.a., aber Sie wissen ja alles.

    Das Problem ist, dass ein Land,dass zwar keine Homosexuellen aufhängt, trotzdem ein barbisches sein kann und die USA sind es auch.

    5 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Wo ist das Problem???"
    • leon1
    • 18.04.2011 um 15:46 Uhr

    Diese Frage koennen sie sich leicht selbst beantworten.
    Stellen sie sich vor Nord-Korea, China oder Russland wuerden Oppositionsbewegungen in den USA unterstuetzen.
    Und Obama erklaert oeffentlich das ist O.K. so.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "das ist doch nicht neu"
    • leon1
    • 18.04.2011 um 16:06 Uhr

    Homosexuelle: Schon mal was von der Ermordung von Matthew Shepard gehoert? Stichwort Laeremie Projekt?
    Wyoming-10/98
    Kirchen: Birmingham Alabama 15.9.63
    Die Baptistische Kirche wird abgebrannt dabei sterben 4 junge schwarze Maedchen.
    Bitte in Zukunft erst informieren dann posten.

    Antwort auf "Wo ist das Problem???"
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    • Hulagh
    • 19.04.2011 um 11:18 Uhr

    M.W. werden Brandanschläge auf Kirchen und die Ermordung Homosexueller in den USA als Verbrechen verfolgt, währen in anderen Staaten derartige Handlungen offizielle oder zumindest inoffizielle Regierungspolitik darstellen.

    Aber Sie entkräften Ihre Liste ja schon selber, Matthew Sheppard ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen und wurde nicht von einem amerikanischen Gericht auf Grund seiner Homosexualität zum Tode verurteilt. Im Iran oder Saudi Arabien wäre das nicht ungewöhnlich.
    Tja, und eine Kirche, die 1963 (!) abgebrannt ist, als Verbrechen verfolgt und aufgeklärt worden ist als Beweis für schlechte Information meinerseits zu verkaufen ist schon lustig, gelle?

    • Hulagh
    • 19.04.2011 um 11:18 Uhr

    M.W. werden Brandanschläge auf Kirchen und die Ermordung Homosexueller in den USA als Verbrechen verfolgt, währen in anderen Staaten derartige Handlungen offizielle oder zumindest inoffizielle Regierungspolitik darstellen.

    Aber Sie entkräften Ihre Liste ja schon selber, Matthew Sheppard ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen und wurde nicht von einem amerikanischen Gericht auf Grund seiner Homosexualität zum Tode verurteilt. Im Iran oder Saudi Arabien wäre das nicht ungewöhnlich.
    Tja, und eine Kirche, die 1963 (!) abgebrannt ist, als Verbrechen verfolgt und aufgeklärt worden ist als Beweis für schlechte Information meinerseits zu verkaufen ist schon lustig, gelle?

  3. "Der Geldtransfer habe unter dem ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush begonnen, nachdem dieser die politischen Beziehungen zu Damaskus im Jahr 2005 auf Eis gelegt hatte, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter."

    Da die Beziehungen eh auf Eis sind, was können die Syrer denn anbieten, dass die US-Unterstützung eingestellt wird?
    Und was will die Clinton-Administration und Obama eigentlich?

    Verwunderlich ist die Einwirkung auf Syrien nicht, da es eine lange Grenze zum ölreichen Irak besitzt. Die Politik gegen Syrien ist Teil eines politischen Gesamtpakets in der Region dort.

    Syrien ist Hinterhof der Türkei, welche regionalen Vorstellungen hat denn die Türkei von der Region? Auch Jordanien ist Nachbar, das Regime aus Syrien war schon einmal dabei in Jordanien einzumarschieren um den König in Jordanien zu vertreiben.

    Was wollen die Nachbarn zu Syrien und was will die USA?

  4. Es ist mir ein Rätsel wie hier manche von legalen und legitimen Mitteln sprechen können. In welcher Welt wollt ihr denn bitte leben?? Im ständigen Krieg und Konflikt?

    Überall, wo die US-Spione und Beeinflusser von CIA tätig sind, herrscht Instabilität und Krisenklima. Die Geheimdiensttätigkeiten lösen oder verhindern keine Konflikte, das haben sie noch nie getan, sondern schaffen erst die dazu notwenige Atmosphäre. Ein Klima aus Geheimnistuerei, Verdächtigungen und Misstrauen.

    Deswegen wird dieses Versteckspiel bald aufhören. Wer etwas tut, wird das offen und überprüfbar machen. Spionage und Konfliktschürerei im Interesse einzelner Staaten wird es nicht mehr geben. Denn das ist die Vorraussetzung für den globalen Frieden.
    Und weil das beschlossen ist muss es so kommen!

    2 Leserempfehlungen
    • xy1
    • 18.04.2011 um 22:03 Uhr

    Diese Sender waren in den Zeiten des kalten Krieges fast die einzigen Quellen aus denen sich die abgeschotteten Bürger im Ostblock über das Geschehen in ihren Ländern und in der Welt objektiv informieren konnten.
    Das hat zum Zusammenbruch des Ostblocks beigetragen.
    Wenn jetzt den Menschen in verschiedenen Diktaturen Informationen, die ihnen von ihren Regierungen vorenthalten werden übermittelt werden, ist das ein Beitrag zur Verwirklichung des universellen Menschenrechts auf Informationsfreiheit. Notorische US-Basher sehen das natürlich als illegale Einmischung in die inneren Angelegenheiten suveräner Staaten, haargenau diese Formulierung benutzte auch die Sowjetunion. Also:
    Befreiungshilfe oder Einmischung?

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