AtomkraftBrüssel einigt sich auf europaweite AKW-Stresstests

Europas Atomkraftwerke werden auf ihre Sicherheit hin überprüft. EU-Energiekommissar Oettinger will die Einigung über einen Stresstest in Kürze detailliert vorstellen.

Die EU-Staaten haben sich auf Stresstests für europäische Atommeiler geeinigt. Das bestätigte das Büro von EU-Energiekommissar Günther Oettinger in Brüssel. Die Aufsichtsbehörden der Mitgliedstaaten kamen darüber ein, dass die Tests mögliche Naturkatastrophen und von Menschen verursachte Unfälle abdecken sollen, Terrorismus jedoch nicht, hieß es.

Für die Terrorgefahr solle aber eine Arbeitsgruppe eingerichtet werden. Diese würde aus Experten der Mitgliedsstaaten und Vertretern der Kommission gebildet, Mandat und Arbeitsmethoden seien noch offen. Naturkatastrophen wie Hochwasser und Erdbeben würden in den Stresstests hingegen umfassend unter die Lupe genommen. Berücksichtigt werden sollen daneben "die Folgen jeder Art von Unfall, ob menschlichen oder natürlichen Ursprungs".

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Der Kompromiss kam kurz vor Beginn des G8-Gipfels in Deauville am Donnerstag. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrieländer und Russland (G8) wollen in dem französischen Seebad unter anderem über Nuklearsicherheit sprechen, um die Konsequenzen aus dem katastrophalen Atomunfall in Japan zu ziehen. Mit der Vereinbarung zu den Stresstests gehe die EU international in Führung, sagten Diplomaten.

Über die Regeln bei den Belastungstests war wochenlang gefeilscht worden. Oettinger hatte mit Vertretern der Europäischen Gruppe für nukleare Sicherheit und Abfallentsorgung (ENSREG) verhandelt. Der deutsche Kommissar pochte dabei auf glaubwürdige Prüfungen. Oettinger hatte wiederholt klargemacht, neben Naturkatastrophen müssten auch vom Menschen ausgehende Gefahren berücksichtigt werden, darunter Terrorismus, Cyber-Attacken und Flugzeugabstürze. Fukushima lehre auch, dass das Unerwartete passieren könnte, argumentierte der deutsche Kommissar.

Die Stresstests könnten früheren Angaben zufolge schon Anfang Juni starten. Die Prüfung der rund 140 europäischen Reaktoren war beim EU-Gipfel Ende März als Lehre aus der Atomkatastrophe in Japan vereinbart worden. Der Gipfel beschloss, dass die Widerstandskraft der Anlagen "mittels einer umfassenden und transparenten Risiko- und Sicherheitsbewertung" überprüft wird.

Die Tests sollen einem früheren Kompromisspapier zufolge von den Betreibern der Atomkraftwerke vorgenommen und durch die nationalen Behörden überprüft werden. Danach sollten Experten aus anderen Mitgliedstaaten die nationalen Prüfungen kontrollieren, um Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zu gewährleisten

 
Leserkommentare
  1. wenn ein TÜV-Siegel auf dem Reaktor klebt, der zwar den Stresstest bestand, aber beim Erdbeben kollabierte?

    Wie hilflos ist eine Politik, die durch Stresstests versucht zu erledigen, was sie durch Weitsicht hätte verhindern können und sollen?

    Nebenbei: der Kuhhandel ist wieder eröffnet, denn nachdem man nun der Abschaltung von AKW näher kommt, werden die Steuergeschenke für die "armen" Energieanbieter neu verteilt. Wir erinnern uns, das waren die, die offen ansprachen, dass Energie ja viel zu billig sei.

    Die Äußerung ist immer dann umso frecher, wenn man bedenkt, dass besagte Energieanbieter an den Folgekosten ihrer eigenen Erzeugungsapparate quasi nicht beteiligt sind.

    Aber eine Regierung, die gerade in 2011 (schon!) feststellen ließ, dass z. B. auch der Benzinmarkt von wenigen Großen und noch weniger Transparenz beherrscht wird, die verkauft dann auch das so wertvolle Stresstestsiegel als Gewinn.

    Aufklebergläubigkeit half noch nie gegen Krisen, Unglücke oder den Eindruck, dass die Fäden über Merkel und Co. nicht vom Willen des Volkes gespannt werden.

    4 Leserempfehlungen
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    • hmber
    • 25.05.2011 um 8:54 Uhr

    Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, auch in diesem Kommentar, wurde ein hoher Energiepreis hauptsächlich von den Grünen forciert (Trittin, 5 DM/Liter Benzin). Aber zu den Stresstests: Man kann ja reden so viel wie man will, andere sehen das anders und es steht ihnen frei. Nicht jeder muss in unsere Hysterie verfallen. Es gibt auch eine berechtigte Meinung jenseits unserer Zukunftsängste. Ich selbst, der ich im Unterschied zu den hier am lautesten Schreienden, wirklich etwas tue um CO2 freie Energie bereit zu stellen, sehe das Ganze auch etwas gelassener. Die schlimme Katastrophe in Japan, die mir wirklich leid tut, hat unsere AKWs nicht unsicherer gemacht. Deshalb Kirche im Dorf belassen und nicht alles wegwerfen. AKWs sind Volksvermögen und sehr teuer.

    • hmber
    • 25.05.2011 um 8:54 Uhr

    Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, auch in diesem Kommentar, wurde ein hoher Energiepreis hauptsächlich von den Grünen forciert (Trittin, 5 DM/Liter Benzin). Aber zu den Stresstests: Man kann ja reden so viel wie man will, andere sehen das anders und es steht ihnen frei. Nicht jeder muss in unsere Hysterie verfallen. Es gibt auch eine berechtigte Meinung jenseits unserer Zukunftsängste. Ich selbst, der ich im Unterschied zu den hier am lautesten Schreienden, wirklich etwas tue um CO2 freie Energie bereit zu stellen, sehe das Ganze auch etwas gelassener. Die schlimme Katastrophe in Japan, die mir wirklich leid tut, hat unsere AKWs nicht unsicherer gemacht. Deshalb Kirche im Dorf belassen und nicht alles wegwerfen. AKWs sind Volksvermögen und sehr teuer.

    • hmber
    • 25.05.2011 um 8:54 Uhr

    Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, auch in diesem Kommentar, wurde ein hoher Energiepreis hauptsächlich von den Grünen forciert (Trittin, 5 DM/Liter Benzin). Aber zu den Stresstests: Man kann ja reden so viel wie man will, andere sehen das anders und es steht ihnen frei. Nicht jeder muss in unsere Hysterie verfallen. Es gibt auch eine berechtigte Meinung jenseits unserer Zukunftsängste. Ich selbst, der ich im Unterschied zu den hier am lautesten Schreienden, wirklich etwas tue um CO2 freie Energie bereit zu stellen, sehe das Ganze auch etwas gelassener. Die schlimme Katastrophe in Japan, die mir wirklich leid tut, hat unsere AKWs nicht unsicherer gemacht. Deshalb Kirche im Dorf belassen und nicht alles wegwerfen. AKWs sind Volksvermögen und sehr teuer.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Strahlt es weniger ..."
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    hm, da wird über energiepreise geredet und sie kommen mit einer forderung eines grünenpolitikers die zum ziel hatte die leute dazu zu bewegen weniger auto zu fahren? thema verfehlt....

    aber es wundert ein wenig wenn sie vor lauter co2-furcht eine technologie gutheißen bei deren ausfall alle 20 jahre hundertausende sterben oder umgesiedelt werden müssen. und das obwohl sie alternativen dazu haben....

    [...]

    mfg

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

    AKW's sind Volksvermögen, welches zum Gelddrucken an eine Handvoll Privater nicht Investoren über geben wurden. Wenn diese Privaten dann kein Geld mehr drucken dürfen, dann darf wenigstens das Volk mit nicht existentem Volksvermögen haften, so ca 4000 Generationen lang.

    Aber nun mal ganz ehrlich. Früher als entschieden wurde mit Atomkraft anzufangen wusste man sich nicht anders zu helfen. Man hatte Atomkraft als Allheilmittel gesehen.
    Nun hat sich eben herausgestellt das es Nebenwirkungen gibt welche zum Tod führen können. Ich meine nicht zum Persönlichen Tod sondern dem Tod des Landes. Japan ist nämlich gelinde gesagt gerade am vergammeln.

    Wir haben heute andere Mittel und da ist es nur der Vernunft geschuldet, die anderen Mittel mit wesentlich weniger weitreichenden Folgen zu nutzen.

    CO2 Ist kein Treibhausgas sondern schlicht eine Lüge. Jeder welcher das Argument CO2 anführt sollte einfach mal den Logik Test machen.
    Natürlich ist es besser CO2 zu vermeiden, es ist aber noch besser Atomare Strahlung zu vermeiden.

    Bis im Jahr 2050 wollte man 50% erneuerbare Energie einsetzen. OK nun ersetzt man halt anstelle der Kohlekraftwerke zu erst die Atomkraftwerke. Ich finde das überhaupt nicht schlimm in der Schweiz sind eh alle AKW alt und daher eine höhere Gefahr.

    Prioritäten können sich ändern.

    hm, da wird über energiepreise geredet und sie kommen mit einer forderung eines grünenpolitikers die zum ziel hatte die leute dazu zu bewegen weniger auto zu fahren? thema verfehlt....

    aber es wundert ein wenig wenn sie vor lauter co2-furcht eine technologie gutheißen bei deren ausfall alle 20 jahre hundertausende sterben oder umgesiedelt werden müssen. und das obwohl sie alternativen dazu haben....

    [...]

    mfg

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

    AKW's sind Volksvermögen, welches zum Gelddrucken an eine Handvoll Privater nicht Investoren über geben wurden. Wenn diese Privaten dann kein Geld mehr drucken dürfen, dann darf wenigstens das Volk mit nicht existentem Volksvermögen haften, so ca 4000 Generationen lang.

    Aber nun mal ganz ehrlich. Früher als entschieden wurde mit Atomkraft anzufangen wusste man sich nicht anders zu helfen. Man hatte Atomkraft als Allheilmittel gesehen.
    Nun hat sich eben herausgestellt das es Nebenwirkungen gibt welche zum Tod führen können. Ich meine nicht zum Persönlichen Tod sondern dem Tod des Landes. Japan ist nämlich gelinde gesagt gerade am vergammeln.

    Wir haben heute andere Mittel und da ist es nur der Vernunft geschuldet, die anderen Mittel mit wesentlich weniger weitreichenden Folgen zu nutzen.

    CO2 Ist kein Treibhausgas sondern schlicht eine Lüge. Jeder welcher das Argument CO2 anführt sollte einfach mal den Logik Test machen.
    Natürlich ist es besser CO2 zu vermeiden, es ist aber noch besser Atomare Strahlung zu vermeiden.

    Bis im Jahr 2050 wollte man 50% erneuerbare Energie einsetzen. OK nun ersetzt man halt anstelle der Kohlekraftwerke zu erst die Atomkraftwerke. Ich finde das überhaupt nicht schlimm in der Schweiz sind eh alle AKW alt und daher eine höhere Gefahr.

    Prioritäten können sich ändern.

  2. Dann können wir nämlich auch die, bereits seit Jahren abgeschalteten, Atomreaktor-Ruinen aus den Fünfzigern
    wieder anfeuern und hochfahren.

    Dann wird sich nämlich ganz schnell weisen, dass diese
    Störfall-Nester eigentlich vollkommen sicher sind und
    vor 10 Jahren völlig zu unrecht abgeschaltet wurden :-)

  3. ... für die Tchernobyl-Katastrophe. Nur so ein Hinweis.

  4. Gegenwärtig gilt:

    Die Angst vor dem Klimawandel, die Angst vor der Kernenergie, die Angst vor einem "Blackout" der Stromversorgung im Winter, die Angst vor der neuen Aschewolke , die Angst vor Ehec-Infektionen usw.
    Empfehle:
    Stresstest der Bevölkerung
    und Angst-Therapie.

    Erkenntnis:

    Sicherheit wird im "Evolutionsroulette"
    nicht geboten.

    -Magic-

    5 Leserempfehlungen
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    • mooody
    • 25.05.2011 um 10:55 Uhr

    denn ein Volk was permanent unter Angst steht lässt sich leichter lenken. In den USA hat das Ding mit dem Terror gewirkt, bei uns leider nicht, da müssen halt andere Dinge her ;)

    • mooody
    • 25.05.2011 um 10:55 Uhr

    denn ein Volk was permanent unter Angst steht lässt sich leichter lenken. In den USA hat das Ding mit dem Terror gewirkt, bei uns leider nicht, da müssen halt andere Dinge her ;)

  5. schön wäre es gewesen sie hätten auch erwähnt dass, wenn er sich schon um 180 grad dreht, oettinger sich mit seinen forderungen nicht durchsetzen konnte.

    allzu strenge belastungstests sind von z.b. frankreich nicht erwünscht.....

  6. hm, da wird über energiepreise geredet und sie kommen mit einer forderung eines grünenpolitikers die zum ziel hatte die leute dazu zu bewegen weniger auto zu fahren? thema verfehlt....

    aber es wundert ein wenig wenn sie vor lauter co2-furcht eine technologie gutheißen bei deren ausfall alle 20 jahre hundertausende sterben oder umgesiedelt werden müssen. und das obwohl sie alternativen dazu haben....

    [...]

    mfg

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/wg

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Hohe Energiekosten"
  7. AKW's sind Volksvermögen, welches zum Gelddrucken an eine Handvoll Privater nicht Investoren über geben wurden. Wenn diese Privaten dann kein Geld mehr drucken dürfen, dann darf wenigstens das Volk mit nicht existentem Volksvermögen haften, so ca 4000 Generationen lang.

    Aber nun mal ganz ehrlich. Früher als entschieden wurde mit Atomkraft anzufangen wusste man sich nicht anders zu helfen. Man hatte Atomkraft als Allheilmittel gesehen.
    Nun hat sich eben herausgestellt das es Nebenwirkungen gibt welche zum Tod führen können. Ich meine nicht zum Persönlichen Tod sondern dem Tod des Landes. Japan ist nämlich gelinde gesagt gerade am vergammeln.

    Wir haben heute andere Mittel und da ist es nur der Vernunft geschuldet, die anderen Mittel mit wesentlich weniger weitreichenden Folgen zu nutzen.

    CO2 Ist kein Treibhausgas sondern schlicht eine Lüge. Jeder welcher das Argument CO2 anführt sollte einfach mal den Logik Test machen.
    Natürlich ist es besser CO2 zu vermeiden, es ist aber noch besser Atomare Strahlung zu vermeiden.

    Bis im Jahr 2050 wollte man 50% erneuerbare Energie einsetzen. OK nun ersetzt man halt anstelle der Kohlekraftwerke zu erst die Atomkraftwerke. Ich finde das überhaupt nicht schlimm in der Schweiz sind eh alle AKW alt und daher eine höhere Gefahr.

    Prioritäten können sich ändern.

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