Osama bin Laden Der meistgesuchte Mann der Welt
Bilder aus seiner Jugend zeigen Osama bin Laden liberal neben Mädchen in Röcken. Doch die Revolution in Iran radikalisierte den Bauunternehmers-Sohn zum Dschihadisten.
Jahrelang war er unauffindbar, vergebens stellte eine internationale Militärallianz Osama bin Laden nach. Wie aus dem Nichts meldete sich der Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 immer wieder in Video- oder Tonbandbotschaften zu Wort und verhöhnte seine Verfolger. Doch nun ist er gefasst, ein US-Kommando spürte ihn in Pakistan auf und erschoss ihn bei einem Feuergefecht.
Als zwölftes von mehr als 50 Kindern eines reichen saudi-arabischen Bauunternehmers wurde bin Laden vermutlich im Jahr 1957 in Riad geboren. Schon früh kam er mit der westlichen Welt in Kontakt. Als Teenager besuchte er Südspanien und ließ sich in jugendlicher Unbefangenheit sogar neben Mädchen in Röcken fotografieren. Bereits 1973 kam bin Laden dann mit islamistischen Gruppen in Verbindung.
Einen Wendepunkt in seiner Entwicklung erlebte bin Laden eigenen Angaben zufolge Ende der 1970er Jahre: Ägypten schloss Frieden mit Israel, im Iran siegte die islamische Revolution, sowjetische Truppen besetzten Afghanistan. Der junge Mann entwickelte erstmals die Idee, Muslime aus aller Welt zu einem Kampf gegen westliche Mächte und ihre arabischen Verbündeten zusammenzurufen.
In Afghanistan kommandierte er 1984 gegen die Rote Armee mehr als 20.000 Kämpfer aus vielen arabischen Ländern. In dieser Zeit befand sich bin Laden unter dem Einfluss palästinensischer und ägyptischer Islamgelehrter, die eine besonders rigorose Auslegung des Koran vertraten. "Ein Tag in Afghanistan ist wie tausend Tage Beten in einer normalen Moschee", sagte bin Laden später.
Ein Jahr vor Ende der sowjetischen Invasion in Afghanistan 1989 begann bin Laden mithilfe von Gefolgsleuten mit dem Aufbau des Netzwerks "al-Qaida" ("Das Fundament"). "Er war ein junger Mann, der sich enthusiastisch für den heiligen Krieg einsetzte", beschrieb ihn der saudi-arabische Ex-Geheimdienstchef Prinz Turki el Feisal. "Er sprach wenig und erhob nie seine Stimme. Kurzum, er war ein netter Kerl."
Als 1991 eine internationale Koalition unter Führung der USA den Krieg gegen Irak führte, erklärte er Washington den Dschihad, den religiös motivierten Krieg. Den Anstoß dazu gab, dass die USA ihre Soldaten in Saudi-Arabien, dem Stammland des Propheten Mohammed, stationierten. Nach einem Zerwürfnis mit der saudischen Herrscherfamilie wurde bin Laden 1992 der Pass entzogen, zwei Jahre später die Staatsbürgerschaft. Seine neue Basis schuf er sich in Sudan, bis man ihn dort 1996 auf Druck der USA des Landes verwies.
In seinem Feldzug gegen den "Großen Satan" Amerika machte sich bin Laden nach Auffassung von US-Justiz und Geheimdienstfahndern in Tausenden Fällen des Mordes schuldig: Die Simultanangriffe auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1996, bei denen mehr als 200 Menschen starben, und der Angriff auf den US-Zerstörer Cole im November 2000 im jemenitischen Aden mit 17 Toten gingen auf bin Ladens Konto, sind sich die Ermittler sicher. Das schlimmste Werk aber, für das er von den Fahndern verantwortlich gemacht wurde, waren die Anschläge vom 11. September 2001 in New York und Washington mit fast 3000 Toten.
Nach den Anschlägen, die die Vereinigten Staaten in ihren Grundfesten erschütterten, verkündete der damalige Präsident George W. Bush in Wildwest-Manier, dass er bin Laden "tot oder lebendig" haben wolle. Dennoch gelang es dem Drahtzieher des Terrors noch fast zehn Jahre lang, sich dem Zugriff der Geheimdienste und Militärs zu entziehen – erst Bushs Nachfolger Barack Obama konnte jetzt verkünden, dass der meistgesuchte Mann der Welt zur Strecke gebracht wurde. Osama bin Laden selbst hatte übrigens seinen frühzeitigen Tod durchaus einkalkuliert: "In unserer Religion gibt es einen besonderen Platz im Jenseits für diejenigen, die am heiligen Krieg teilnehmen."
- Datum 02.05.2011 - 07:27 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 58
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das man sich 10 Jahre lang verstecken kann. İmmerhin ist Bin Laden jetzt weg, nun können seine Fans ordentlich demonstrieren.
1. "schon bemerkenswert
das man sich 10 Jahre lang verstecken kann."
Mit Unmengen "Freunden" und Sympathisanten wohl kein Problem wie man sehen konnte.
1. "schon bemerkenswert
das man sich 10 Jahre lang verstecken kann."
Mit Unmengen "Freunden" und Sympathisanten wohl kein Problem wie man sehen konnte.
Wunderbar ist immer wieder, wie die irdischen Verteiler von Himmelsplätzen sich und andere dort droben verorten:
İch sehe nun auf der güldenen Wolkenbank Bin Laden und einen jüngst seligen Papst nebeneinander die Friedenshände halten...
Immerhin - Scherz beiseite - konnte wieder einmal ein mutmaßlicher Verbrecher nicht der Richtbarkeit überantwortet werden.
R.I.P.
was machen die Amis denn nuh ? Ohne Feindbild kann man die 100 Milliarden Rüstung pro Jahr kaum durchsetzen.
Ich denke der "Nächste" wird schon vom CIA montiert und demnächst aktiviert, warten wir's ab.
Sicher sind die USA kein Unschuldslamm, doch frage ich mich was Sie wohl machen, wenn die USA nicht mehr wären?
Sie werden sicher auch einen neuen Bösewicht finden, dem sie die Verantwortung für die Ungerechtigkeiten und Brutalitäten des Lebens zuschreiben können.
Das sit allemal einfacher, als sich der brutalen Realität zu stellen.
H.
Probieren Sie es mal mit 700 Mrd.:
http://en.wikipedia.org/w...
Waffen sind das einzige, was die Amis noch auf Weltniveau produzieren können, die sonstige produzierende Industrie existiert ja nicht mehr wirklich, stattdessen hat man eine Wirtschaftsleistung, die zu mind. einem Drittel aus absoluter Luft besteht.
Und ja, Feindbilder sind wichtig, um von genau diesem Mist abzulenken. Um Volker Pispers zu zitieren: "Wenn man ein Feindbild hat, hat der Tag Struktur." So einfach ist das.
Sicher sind die USA kein Unschuldslamm, doch frage ich mich was Sie wohl machen, wenn die USA nicht mehr wären?
Sie werden sicher auch einen neuen Bösewicht finden, dem sie die Verantwortung für die Ungerechtigkeiten und Brutalitäten des Lebens zuschreiben können.
Das sit allemal einfacher, als sich der brutalen Realität zu stellen.
H.
Probieren Sie es mal mit 700 Mrd.:
http://en.wikipedia.org/w...
Waffen sind das einzige, was die Amis noch auf Weltniveau produzieren können, die sonstige produzierende Industrie existiert ja nicht mehr wirklich, stattdessen hat man eine Wirtschaftsleistung, die zu mind. einem Drittel aus absoluter Luft besteht.
Und ja, Feindbilder sind wichtig, um von genau diesem Mist abzulenken. Um Volker Pispers zu zitieren: "Wenn man ein Feindbild hat, hat der Tag Struktur." So einfach ist das.
.. also ich hab ihn nicht gesucht,diesen Hörrn. Nu iss er weg. Auch recht !
Wegen unbelegter Behauptungen entfernt. Die Redaktion/sh
wie die Amerikaner einen Mord feiern sehe ich keinen Unterschied zum islamischen Pöbel. Auch wenn ich die Nachricht begrüsse sehe ich auf keinen Fall den Anlass für Jubelfeiern auf der Strasse weil ein Mensch umgebracht wurde! Egal was er verbrochen hat - christliches Verhalten ist das nicht!
...
... und in ihrer Begeisterung stimmen sie - und nicht nur sie - nun vielleicht auch erfrischt jedem nun folgenden 'Erlösungsschlag', der noch irgendwo auf der Welt ansteht, zu. Und wo der anstehen könnte, wird man daran sehen können, wo jetzt der Kessel überall so richtig zu brodeln beginnt. Dieser Kopfschuss hatte ein in jeder Hinsicht verblüffend gutes timing... wir dürfen begeistert sein...
...und nicht christlich. Zum Glueck.
Das sehe ich genauso. Man hätte den Mann verhaften, vor ein ordentliches Gericht stellen und für den Rest seines Lebens hinter Gitter bringen sollen. Wie es sich für ein zivilisiertes Land eben gehört.
warum jetzt manche Menschen jubeln, dann kennt man anscheinend keine Menschen.
...
... und in ihrer Begeisterung stimmen sie - und nicht nur sie - nun vielleicht auch erfrischt jedem nun folgenden 'Erlösungsschlag', der noch irgendwo auf der Welt ansteht, zu. Und wo der anstehen könnte, wird man daran sehen können, wo jetzt der Kessel überall so richtig zu brodeln beginnt. Dieser Kopfschuss hatte ein in jeder Hinsicht verblüffend gutes timing... wir dürfen begeistert sein...
...und nicht christlich. Zum Glueck.
Das sehe ich genauso. Man hätte den Mann verhaften, vor ein ordentliches Gericht stellen und für den Rest seines Lebens hinter Gitter bringen sollen. Wie es sich für ein zivilisiertes Land eben gehört.
warum jetzt manche Menschen jubeln, dann kennt man anscheinend keine Menschen.
... in der am westlichsten geprägten Kleinstadt Abbottabad, in der zahlreiche Familien der pakistanischen Eliten leben und deren Kinder zur Schule gehen und in privaten Unis studieren?
Über einen so langen Zeitraum an diesem zentralen Ort Pakistans versteckt zu sein und dort auch noch ein Terror-Hauptquartier zu unterhalten, ist ohne die betreuende Unterstützung einflussreicher pakistanischer Stellen eigentlich nicht machbar.
Für Pakistans Regierung und Sicherheitsorgane bedeutet der jetzige US-Erfolg gegen Bin Laden einen herben Gesichtsverlust vor aller Welt.
Die seit August letzten Jahren laufende entscheidende US-Aktion gegen die Führungsspitze von Al Qaida, dürfte auch die dschihadistischen Verstrickungen zwischen islamistischen Kreisen innerhalb der Spitzen von pak. Armee und pak. Geheimdiensten und Al Qaida und Taliban gründlich aufgerollt und vor der US-Administration offengelegt haben.
Das lässt darauf hoffen, dass es nun auch möglich sein wird, die islamistische Dschihadisten in Afghanistan und in Pakistan deutlich effizienter und wirkungsvoller niederkämpfen zu können, als dies bisher der Fall war.
"Das lässt darauf hoffen, dass es nun auch möglich sein wird, die islamistische Dschihadisten in Afghanistan und in Pakistan deutlich effizienter und wirkungsvoller niederkämpfen zu können, als dies bisher der Fall war."
Klingt so ;)
Melde dich doch einfach für die Front.
"Das lässt darauf hoffen, dass es nun auch möglich sein wird, die islamistische Dschihadisten in Afghanistan und in Pakistan deutlich effizienter und wirkungsvoller niederkämpfen zu können, als dies bisher der Fall war."
Klingt so ;)
Melde dich doch einfach für die Front.
Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen? Unter alten (Geschäfts-) Freunden ist das doch so üblich.
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