Bin Laden US-Attacke wirft völkerrechtliche Fragen auf

Hatten die US-Soldaten den Auftrag, Osama bin Laden zu liquidieren? Juristisch sind "gezielte Tötungen" hochgradig umstritten.

Ein Mann liest die Ausgabe der "New York Times" vor dem Weißen Haus in Washington D.C.

Ein Mann liest die Ausgabe der "New York Times" vor dem Weißen Haus in Washington D.C.

Mit dem Tod Osama bin Ladens rückt wieder eine Facette internationaler Kriegführung in den Blickpunkt, die nicht nur in den USA in den vergangenen Monaten verstärkt diskutiert wurde: Was kann, was darf eine Nation sich herausnehmen, um auch außerhalb des eigenen Territoriums gegen seine Feinde vorzugehen? Mit welchen Aktionen wird internationales Recht gebrochen?

Ausgerechnet unter der Präsidentschaft Barack Obamas hat das US-Militär seine Praxis ausgebaut, mit unbemannten Drohnen mutmaßliche Terroristen anzugreifen und zu töten, vorzugsweise im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan. Die USA werden dafür, trotz Zustimmung der pakistanischen Regierung, vielfach kritisiert. Manche "gezielte Tötungen" der Amerikaner finden aber auch den ungeteilten Beifall westlicher Staatschefs, etwa die des jordanischen Terroristen Abu Musab al Sarkawi im Irak im Juni 2006. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wertete den Schlag damals als Erfolg, wie jetzt auch die Tötung des Top-Terroristen bin Laden.

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Die völkerrechtliche Legitimität solcher Schläge ist umstritten, insbesondere Israel muss sich dafür immer wieder rechtfertigen. Hinrichtungen ohne gerichtliches Urteil verstoßen gegen Grundprinzipien des Rechtsstaats ebenso wie gegen den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte. Die völkerrechtliche Pikanterie jedoch besteht darin, dass Straf- und Präventivaktionen oft in militärische Handlungen eingebettet sind.

So wird die Frage nach der Völkerrechtskonformität oft zu einer Frage des Kriegsrechts. In Afghanistan herrscht ein bewaffneter nicht-internationaler Konflikt. Völkerstrafrechtlich ist es deshalb erlaubt, gegen militärisch operierende Einheiten vorzugehen, im Zweifel auch gegen einzelne Kämpfer, etwa Taliban-Anführer. Militärische Aktionen dürfen allerdings nicht in unverhältnismäßiger Weise zivile Opfer kosten. Dies ist auch die offizielle Haltung der Bundesregierung, wenngleich für die deutschen Streitkräfte die Order ausgegeben wurde, Kombattanten möglichst festzunehmen.

Bin Ladens Versteck lag zwar außerhalb eines Kriegsgebiets, doch argumentieren die Amerikaner, sie dürften im Hinblick auf ihr Selbstverteidigungsrecht im Kampf gegen den Terror auch hier gegen Feinde vorgehen. Ob es sich dann noch um eine völkerrechtlich gedeckte Aktion gehandelt haben kann, wird man an den näheren Umständen zu beurteilen haben. Die US-Streitkräfte hätten den Terroristenführer festnehmen und vor ein heimisches Gericht stellen können, wie es die Regierung mehrfach angekündigt hatte. Möglich, dass dies auch ihr Befehl war – und bin Laden getötet wurde, als er sich wehrte. Möglich aber auch, dass es einen Auftrag zur Liquidierung gab. Aus Sicht der USA wäre das legal, weil sie den Getöteten als militärischen Gegner betrachten. Völkerrechtlich ist es bedenklich.

Die Hauptkritik – auch die der Vereinten Nationen – entzündet sich daran, dass "gezielte Tötungen" oft ungezielt sind, dass Unschuldige sterben, wenn etwa Drohnen ihre Ziele im Ausland treffen. Der UN-Sonderberichterstatter Philip Alston hatte deshalb vergangenes Jahr auf Regelungen für die Grauzone gedrungen, um insbesondere geheime CIA-Kommandos kontrollierbar zu machen. Eine andere, unter Völkerrechtlern häufig geäußerte Befürchtung – dass es den Falschen trifft – bestätigt sich im Fall bin Ladens wohl eher nicht: Der hatte selbst mit seinen Terrortaten geprahlt.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. dass sich bin Laden nicht in Russland oder China versteckt hatte.

    Sonst hätten wir womöglich den 3. Weltkrieg. Oder wären die USA dann vorsichtiger gewesen?

    20 Leser-Empfehlungen
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    • iDog
    • 03.05.2011 um 12:17 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion des Artikelthemas. Danke. Die Redaktion/ag

    Selbstverständlich wären die USA in Ihrem Szenario nicht nur vorsichtiger gewesen; sie hätten aus reinen Vernunftsgründen einen solchen Zugriff in Russland oder China gar nicht erst versucht. Werfen Sie den USA deshalb nun vor, dass sie ihre Möglichkeiten genutzt haben, die sie anderenorts nicht gehabt hätten? Oder was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Kommentar sagen? Erklären Sie es mir bitte.

    Genauso würde die NATO nicht mit Luftschlägen reagieren, wenn Gaddafi sein Regime in Weißrussland errichtet hätte. Lukaschenka könnte sich daher völlig ungeniert noch mehr an "seinem" Volk austoben, als die Gaddafi-Familie es seit den "zu-keinem-Zeitpunkt-friedvollen-Demonstrationen-wie-in-Tunesien/ Ägypten" in Libyen zelebriert.

    Das alles nennt man Politik im Bereich des Machbaren.
    Nur weil man bei den jetzigen Konstellationen den Menschen in Syrien, Jemen, Saudi-Arabien nicht helfen kann, soll man in Libyen tatenlos zusehen? Nur weil man nicht an jedem Ort der Welt Massenmörder exekutieren kann, hätte man in Pakistan von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen sollen?
    Dieser Mann und seine Organisation haben der westlichen Welt und vielen anderen "Ungläubigen" - übrigens durchaus auch muslimischen Glaubensbrüdern - den "Krieg" erklärt. Und diese Leute haben ihren Worten immer wieder Taten folgen lassen, zudem ganz gezielt Zivilisten ermordet.
    Und ganz offensichtlicht ist, dass Pakistan nicht willens oder in der Lage war, ihn aufzuspüren und ihn festzunehmen/ auszuschalten.

    • joG
    • 03.05.2011 um 12:44 Uhr

    ....sind die Russen zumindest manchmal nicht so vorsichtig, wenn sie in bspw London jemanden erlegen wollen. Dort war es ein gefährlicher Journalist.

    Aber was spricht dagegen, in einem Gebiet in der die Regierung Leute nicht verhaftet, die im Ausland Tötungen veranlassen? Damit schafft sie Bedingungen unter denen es äußerst schwierig ist die Gefahr selbst mit Tötung abzustellen geschweige denn durch Verhaftung. Es ist Notwehr und damit die Pflicht eines zumindest demokratischen Regierungschefs die Gefahr zu bannen. Ob da ein Journalist bereits genügend Gefahr darstellt, schiene mir fraglich. Bei einem Mann jedoch, der sich selbst rühmte Tausende getötet zu haben und sich erklärt weiterhin töten zu wollen?

    PS: "...wenngleich für die deutschen Streitkräfte die Order ausgegeben wurde, Kombattanten möglichst festzunehmen."
    Was machen die deutschen Soldaten mit Gefangenen? Übergeben sie sie den Afghanen wo sie getötet, gefoltert oder freigekauft werden? Das sind die Dinge, die dem dort Inhaftierten erwarten, je nach Verbindungen und Geldbörse.

    • iDog
    • 03.05.2011 um 12:17 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion des Artikelthemas. Danke. Die Redaktion/ag

    Selbstverständlich wären die USA in Ihrem Szenario nicht nur vorsichtiger gewesen; sie hätten aus reinen Vernunftsgründen einen solchen Zugriff in Russland oder China gar nicht erst versucht. Werfen Sie den USA deshalb nun vor, dass sie ihre Möglichkeiten genutzt haben, die sie anderenorts nicht gehabt hätten? Oder was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Kommentar sagen? Erklären Sie es mir bitte.

    Genauso würde die NATO nicht mit Luftschlägen reagieren, wenn Gaddafi sein Regime in Weißrussland errichtet hätte. Lukaschenka könnte sich daher völlig ungeniert noch mehr an "seinem" Volk austoben, als die Gaddafi-Familie es seit den "zu-keinem-Zeitpunkt-friedvollen-Demonstrationen-wie-in-Tunesien/ Ägypten" in Libyen zelebriert.

    Das alles nennt man Politik im Bereich des Machbaren.
    Nur weil man bei den jetzigen Konstellationen den Menschen in Syrien, Jemen, Saudi-Arabien nicht helfen kann, soll man in Libyen tatenlos zusehen? Nur weil man nicht an jedem Ort der Welt Massenmörder exekutieren kann, hätte man in Pakistan von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen sollen?
    Dieser Mann und seine Organisation haben der westlichen Welt und vielen anderen "Ungläubigen" - übrigens durchaus auch muslimischen Glaubensbrüdern - den "Krieg" erklärt. Und diese Leute haben ihren Worten immer wieder Taten folgen lassen, zudem ganz gezielt Zivilisten ermordet.
    Und ganz offensichtlicht ist, dass Pakistan nicht willens oder in der Lage war, ihn aufzuspüren und ihn festzunehmen/ auszuschalten.

    • joG
    • 03.05.2011 um 12:44 Uhr

    ....sind die Russen zumindest manchmal nicht so vorsichtig, wenn sie in bspw London jemanden erlegen wollen. Dort war es ein gefährlicher Journalist.

    Aber was spricht dagegen, in einem Gebiet in der die Regierung Leute nicht verhaftet, die im Ausland Tötungen veranlassen? Damit schafft sie Bedingungen unter denen es äußerst schwierig ist die Gefahr selbst mit Tötung abzustellen geschweige denn durch Verhaftung. Es ist Notwehr und damit die Pflicht eines zumindest demokratischen Regierungschefs die Gefahr zu bannen. Ob da ein Journalist bereits genügend Gefahr darstellt, schiene mir fraglich. Bei einem Mann jedoch, der sich selbst rühmte Tausende getötet zu haben und sich erklärt weiterhin töten zu wollen?

    PS: "...wenngleich für die deutschen Streitkräfte die Order ausgegeben wurde, Kombattanten möglichst festzunehmen."
    Was machen die deutschen Soldaten mit Gefangenen? Übergeben sie sie den Afghanen wo sie getötet, gefoltert oder freigekauft werden? Das sind die Dinge, die dem dort Inhaftierten erwarten, je nach Verbindungen und Geldbörse.

  2. Genau diese Frage beschäftigte mich, als ich gestern Abend viele anklagende Worte gegen die Tötung Osama Bin Ladens hörte. Jetzt fehlt nur noch jemand, der dies von der moralisch/ethischen Seite beleuchtet. Darf man einen Mörder, der mit seinen Taten prahlt gezielt töten? Darf man es in Kauf nehmen, dass er bei dem Versuch der Festnahme getötet wird? An welchen moralischen Instanzen misst sich unser Land und an welchen werden wir von Afghanistan gemessen?

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    auf diese Fragen sind schwer oder fast nicht zu geben. Einzig das laute Jubeln sollte man lassen....

    • Cando
    • 03.05.2011 um 12:50 Uhr

    Der Artikel zeigt sehr gut, welch zahnloser Tiger das Völkerrecht und die Vereinten Nationen tatsächlich sind.

    Da es kein einheitliches, allgemein anerkanntes Völkerstrafgesetzbuch gibt, wird es solche Grauzonen-Fälle wie Bin Laden wohl immer wieder geben.

    Gerade die USA sind vielen völkerrechtlichen Verträgen, die ihren eigenen Handlungsspielraum zu Gunsten von Menschenrechten einschränken, nicht beigetreten und können daher oft - nulla poena sine lege - nicht beanstandet werden.

    Darüber hinaus stellt sich die Frage: Wen will man denn in einem solchen Fall überhaupt vor ein Gericht stellen? Den Schützen? Das US-Militär? Die ganze Nation? Und vor welches Gericht überhaupt? Diese Fragen sind in meinen Augen nicht so einfach zu beantworten.

    Trotz alle dem weine ich persönlich Bin Laden keine Träne nach. Er wusste worauf er sich einlässt und dass die USA niemals aufhören würden, ihn zu jagen. Vielleicht hat er sich doch selbst überschätzt, sich mit einem solchen Feind anzulegen.

    Aus meiner Sicht ist die Antwort klar und eindeutig. Man darf auch jemanden wie Osama Bin Laden nicht einfach töten, sofern man nicht in Notwehr handelt.
    Als Beispielsweise 1977 die Lufthansa Maschine "Landshut" in Mogadischu von der GSG9 gestürmt wurde war es ein klarer Fall von Notwehr, aus folgenden Gründen:
    - Notwehr gilt auch dann, wenn es nicht darum geht die Lebensgefahr von sich selbst sondern von jemand anderem abzuwenden, der durch den beim Akt der Notwehr getöteten bedroht war.
    - Die Terroristen wurden nicht alle getötet denn Ziel war sie kampfunfähig zu machen und nicht zu töten. In der Tat hat auch jemand überlebt.
    - Die Terroristen der Landshut stellten eine unmittelbare Bedrohung für das Leben der Passagiere und der Besatzung dar, wobei sie durch den Mord am Flugkapitän ihre Absichten unterstrichen.
    Nach meinem Kenntnisstand waren diese Bedingungen für Notwehr bei der Stürmung von Bin Ladens Versteck nicht gegeben. Und in diesem Fall ist es ein ganz einfacher Mord, der, wie es Helmut Schmidt mal wieder kurz und treffend zum Ausdruck gebracht hat, "nicht vom Völkerrecht gedeckt ist".
    In mir keimt indes die Hoffnung, dass Schmidt einige Euphoriker aus ihrem Traum der "gerechten Ermordung" geweckt hat, der sie jubeln lies, als sie davon erfuhren, dass Bin Laden "beseitigt" wurde. Es freut mich jedenfalls, dass hier heute in der Zeit ein etwas bedenklicherer Artikel steht. Auf http://www.nachdenkseiten... steht dazu eine Ansicht, die ich nur teilen kann.

    " Darf man einen Mörder, der mit seinen Taten prahlt gezielt töten? " Ist er einfach nur ein Mörder? Ich denke nicht. Er ist so viel mehr. Er mordet nicht aus Affekt, nicht aus Angst, Bedrohung oder geistiger Krankheit. Er ist intelligent und handelt kontrolliert mit einem Ziel: So effektiv wie möglich Gewalt zur Machtausübung zu nutzen.

    Zivilisatorische Instanzen wie Völkerrecht und Menschenrechte sind für Ihn nur Mittel zum Zweck. Willkommene Schwächen des Westens hinter denen er Schutz findet und derart wenig Respekt empfindet, dass es nur zu gerne gesehen ist, wenn der Westen sie torpediert. Genau wie seine Frau.

    "Darf man es in Kauf nehmen, dass er bei dem Versuch der Festnahme getötet wird? " Absolut. Ich habe höchstes Ansehen für die amerikanischen Soldaten, sich mit Osama so zurückgehalten zu haben. Abknallen, versenken, fertig. Bush hätte seinen Tod sicher stärker ausgekostet.

    Ist denn klar, dass Bin Laden tatsächlich die Rolle inne hatte, die ihm vom Westen zugeschrieben wurde?

    Scholl-Latour hat gestern bei Beckmann wieder erwähnt, dass Bin Laden ein ganz respektabler Kerl wäre mit einigem Charme und Charisma, aber dass ihn viele für nicht wief genug halten, großangelegte Terroraktionen zu planen.

    Wenn Bin Laden nur der Frontmann war, den sich der Westen ausgesucht hat, weil es sich so besser hassen lässt und weil Bin Laden eitel genug war, den Unterstellungen nicht eindeutig zu widersprechen?

    Würde das das Bild eines innenpolitisch versagenden und deswegen kreuzziehenden Bush, der von einem dunkelhäutigen Nachfolger mit gewaltigem rhetorischen Vermögen abgelöst wurde und dann dem wutschnaubenden Neokonservativen auch noch zeigt, wie er ihren materialisierten Sheitan mit einer Zwei-Helikopter-Aktion die Luft raus lässt, nicht aufs Amüsanteste perfektionieren?

    Noch hüpfen die Amerikaner siegestrunken auf den Straßen und schwenken Fahnen, wie es dem Mob im Iran gut anstehen würde, sie merken aber scheint's noch nicht, dass ihnen der Doppelkopfschuss einen guten Teil ihres durch ein Feindbild definierten Welt gemeuchelt hat.

    Die Frage heißt also nun: Who's next?

    auf diese Fragen sind schwer oder fast nicht zu geben. Einzig das laute Jubeln sollte man lassen....

    • Cando
    • 03.05.2011 um 12:50 Uhr

    Der Artikel zeigt sehr gut, welch zahnloser Tiger das Völkerrecht und die Vereinten Nationen tatsächlich sind.

    Da es kein einheitliches, allgemein anerkanntes Völkerstrafgesetzbuch gibt, wird es solche Grauzonen-Fälle wie Bin Laden wohl immer wieder geben.

    Gerade die USA sind vielen völkerrechtlichen Verträgen, die ihren eigenen Handlungsspielraum zu Gunsten von Menschenrechten einschränken, nicht beigetreten und können daher oft - nulla poena sine lege - nicht beanstandet werden.

    Darüber hinaus stellt sich die Frage: Wen will man denn in einem solchen Fall überhaupt vor ein Gericht stellen? Den Schützen? Das US-Militär? Die ganze Nation? Und vor welches Gericht überhaupt? Diese Fragen sind in meinen Augen nicht so einfach zu beantworten.

    Trotz alle dem weine ich persönlich Bin Laden keine Träne nach. Er wusste worauf er sich einlässt und dass die USA niemals aufhören würden, ihn zu jagen. Vielleicht hat er sich doch selbst überschätzt, sich mit einem solchen Feind anzulegen.

    Aus meiner Sicht ist die Antwort klar und eindeutig. Man darf auch jemanden wie Osama Bin Laden nicht einfach töten, sofern man nicht in Notwehr handelt.
    Als Beispielsweise 1977 die Lufthansa Maschine "Landshut" in Mogadischu von der GSG9 gestürmt wurde war es ein klarer Fall von Notwehr, aus folgenden Gründen:
    - Notwehr gilt auch dann, wenn es nicht darum geht die Lebensgefahr von sich selbst sondern von jemand anderem abzuwenden, der durch den beim Akt der Notwehr getöteten bedroht war.
    - Die Terroristen wurden nicht alle getötet denn Ziel war sie kampfunfähig zu machen und nicht zu töten. In der Tat hat auch jemand überlebt.
    - Die Terroristen der Landshut stellten eine unmittelbare Bedrohung für das Leben der Passagiere und der Besatzung dar, wobei sie durch den Mord am Flugkapitän ihre Absichten unterstrichen.
    Nach meinem Kenntnisstand waren diese Bedingungen für Notwehr bei der Stürmung von Bin Ladens Versteck nicht gegeben. Und in diesem Fall ist es ein ganz einfacher Mord, der, wie es Helmut Schmidt mal wieder kurz und treffend zum Ausdruck gebracht hat, "nicht vom Völkerrecht gedeckt ist".
    In mir keimt indes die Hoffnung, dass Schmidt einige Euphoriker aus ihrem Traum der "gerechten Ermordung" geweckt hat, der sie jubeln lies, als sie davon erfuhren, dass Bin Laden "beseitigt" wurde. Es freut mich jedenfalls, dass hier heute in der Zeit ein etwas bedenklicherer Artikel steht. Auf http://www.nachdenkseiten... steht dazu eine Ansicht, die ich nur teilen kann.

    " Darf man einen Mörder, der mit seinen Taten prahlt gezielt töten? " Ist er einfach nur ein Mörder? Ich denke nicht. Er ist so viel mehr. Er mordet nicht aus Affekt, nicht aus Angst, Bedrohung oder geistiger Krankheit. Er ist intelligent und handelt kontrolliert mit einem Ziel: So effektiv wie möglich Gewalt zur Machtausübung zu nutzen.

    Zivilisatorische Instanzen wie Völkerrecht und Menschenrechte sind für Ihn nur Mittel zum Zweck. Willkommene Schwächen des Westens hinter denen er Schutz findet und derart wenig Respekt empfindet, dass es nur zu gerne gesehen ist, wenn der Westen sie torpediert. Genau wie seine Frau.

    "Darf man es in Kauf nehmen, dass er bei dem Versuch der Festnahme getötet wird? " Absolut. Ich habe höchstes Ansehen für die amerikanischen Soldaten, sich mit Osama so zurückgehalten zu haben. Abknallen, versenken, fertig. Bush hätte seinen Tod sicher stärker ausgekostet.

    Ist denn klar, dass Bin Laden tatsächlich die Rolle inne hatte, die ihm vom Westen zugeschrieben wurde?

    Scholl-Latour hat gestern bei Beckmann wieder erwähnt, dass Bin Laden ein ganz respektabler Kerl wäre mit einigem Charme und Charisma, aber dass ihn viele für nicht wief genug halten, großangelegte Terroraktionen zu planen.

    Wenn Bin Laden nur der Frontmann war, den sich der Westen ausgesucht hat, weil es sich so besser hassen lässt und weil Bin Laden eitel genug war, den Unterstellungen nicht eindeutig zu widersprechen?

    Würde das das Bild eines innenpolitisch versagenden und deswegen kreuzziehenden Bush, der von einem dunkelhäutigen Nachfolger mit gewaltigem rhetorischen Vermögen abgelöst wurde und dann dem wutschnaubenden Neokonservativen auch noch zeigt, wie er ihren materialisierten Sheitan mit einer Zwei-Helikopter-Aktion die Luft raus lässt, nicht aufs Amüsanteste perfektionieren?

    Noch hüpfen die Amerikaner siegestrunken auf den Straßen und schwenken Fahnen, wie es dem Mob im Iran gut anstehen würde, sie merken aber scheint's noch nicht, dass ihnen der Doppelkopfschuss einen guten Teil ihres durch ein Feindbild definierten Welt gemeuchelt hat.

    Die Frage heißt also nun: Who's next?

  3. Jede Moral, jeder Wert, jedes Gesetz ist genau so viel wert, wie die Folgen seiner Brechung.

    Die Frage ist doch, wie viel wert z.B. die Menschenrechte haben, wenn sie für jemanden immer noch gelten, der sie gänzlich grundlos (also nicht aus Notwehr oder zum direkten Schutz anderer Leben) in den Dreck getreten und dort auf jeglich denkbare Art und Weise misshandelt hat.

    Meiner Meinung nach, müssen Menschenrechte zu allererst für diejenige Menschen gelten, die sich auch an diese halten. Es ist eine Frage von Güte, sie auch jenen zu zugestehen, welche sie gebrochen haben, aber irgendwo muss auch das eine Grenze haben, sonst sind sie irgendwann gerade deswegen wertlos.

    16 Leser-Empfehlungen
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    Das ist aber eine abenteuerliche Sicht von Menschenrechten, wenn Sie sagen, sie sollten vorrangig für diejenigen gelten, die sie auch respektieren - und großzügig, wenn dem nichts entgegensteht auch für alle anderen.

    Das hat man vor über 200 Jahren mal als zivilisatorischen Erfolg gefeiert, dass man Menschenrechte als universal verstanden hat, für immer und jeden geltend, ganz gleich, wer er ist oder was er getan hat.

    Über 200 Jahre Aufklärung sind ins Land gegangen, aber, wie Ihre Kommentare zeigen, leider ziemlich wirkungslos.

    Auch das Souveränitätsrecht eines Landes wurde möglicherweise verletzt.

    Meines Wissens hatten die Amerikaner die pakistanischen Behörden aus Geheimhaltungsgründen nicht informiert!

    Wer entscheidet wann ein Land Militär auf fremdem Hoheitsgebiet einsetzt und aus welchem Grund?

    Hätten Deutschland die GSG 9 nach Kanada schicken dürfen um dort den Waffenhändler, ich glaube Schreiber hies er, festzunehmen und bei Wiederstand zu liquidieren?

    Hätte Gadhafi Militär in die Schweiz schicken dürfen um seinen Sohn aus der Schweizer U-Haft zu befreien?

    Darf Deutschland Militär in die USA schicken um die CIA Agenten festzunehmen die einen UNSCHULDIGEN deutschen Staatsbürger für 3 Jahre nach Guantanamo verschleppt haben? ( In Wahrheit haben wir uns noch nicht mal getraut ein Auslieferungsersuchen zu stellen um die internationalen Beziehungen nicht zu stören)

    Darf die Schweiz Militär nach Texas schicken um den Expräsidenten Bush wegen der angezeigten Menschenrechtsverletzungen festzunehmen?

    In der sog. Rechtsstaatlichen zivilisierten Welt sollten wir andere Wege gehen und nicht noch Freude darüber empfinden das man erfolgreich sechs Menschen getötet hat!

    LG

    Klaus

    Ihre Haltung entspringt dem Nichtverstehen der drei Grundeigenschaften der Menschenrechte, nämlich Unveräußerlichkeit, Unteilbarkeit, universale Gültigkeit.

    Lese ich nun, daß Frau Merkel sich freut, Westerwelle die Hinrichtung begrüßt, am Times Square gejubelt wird in den gefälschten Videos zu 9/11 aus Palästina, Netanjahu die Exekution Osama Bin Ladens für einen 'Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und der gemeinsamen Werte der demokratischen Länder, die Seite an Seite gegen den Terrorismus gekämpft haben' hält, stehen Sie mit Ihrem Verrat an Rechtsstaatlichkeit und Grundwerten nicht allein.

    • Lioman
    • 03.05.2011 um 12:17 Uhr

    Einem Dieb sollte man auch ruhig die komplette Wohnung wegnehmen dürfen, denn er hat sein Recht auf Eigentum verwirkt. Und tickt einer mal ein bisschen aus und prügelt sich mit jemandem hat er sein Recht auf körperliche Unversertheit verwirkt und so weiter.
    Ein solches Recht wäre gar nichts mehr Wert. Gesetze müssen unumstößlich und universell gelten. Emotional schmerzt das manchmal aber alles andere wäre weder vernünftig noch gerecht.

    Zitat:"Die Frage ist doch, wie viel wert z.B. die Menschenrechte haben, wenn sie für jemanden immer noch gelten, der sie gänzlich grundlos (also nicht aus Notwehr oder zum direkten Schutz anderer Leben) in den Dreck getreten und dort auf jeglich denkbare Art und Weise misshandelt hat."Zitatende.

    Menschenrechte werden nicht von irgendwem zugestanden, stehen also nicht zur Disposition der Machthabenden, sondern die hat jeder Mensch, unveräußerlich, alle. Und die vorgebliche moralische Überlegenheit des Westens speist sich ja gerade aus der Behauptung, dass wir eben NICHT so sind wie Bin Laden und andere, die diese Werte mit Füßen treten. Vorgeblich eben.

    gelten fuer alle ! auch fuer die die sich in unseren augen nicht daran halten. wenn sich eine demokratie derselben praktiken bedient wie ein bin laden o.a. ist sie noch weniger wert als diese.

    Menschenrechte nur für die, die Sie mögen?

    Wenn die Gewährung Selektionssache ist, müssen Sie sich nicht mit einem Schlückchen aus der Beliebigkeitsflasche begnügen.

    Das ist aber eine abenteuerliche Sicht von Menschenrechten, wenn Sie sagen, sie sollten vorrangig für diejenigen gelten, die sie auch respektieren - und großzügig, wenn dem nichts entgegensteht auch für alle anderen.

    Das hat man vor über 200 Jahren mal als zivilisatorischen Erfolg gefeiert, dass man Menschenrechte als universal verstanden hat, für immer und jeden geltend, ganz gleich, wer er ist oder was er getan hat.

    Über 200 Jahre Aufklärung sind ins Land gegangen, aber, wie Ihre Kommentare zeigen, leider ziemlich wirkungslos.

    Auch das Souveränitätsrecht eines Landes wurde möglicherweise verletzt.

    Meines Wissens hatten die Amerikaner die pakistanischen Behörden aus Geheimhaltungsgründen nicht informiert!

    Wer entscheidet wann ein Land Militär auf fremdem Hoheitsgebiet einsetzt und aus welchem Grund?

    Hätten Deutschland die GSG 9 nach Kanada schicken dürfen um dort den Waffenhändler, ich glaube Schreiber hies er, festzunehmen und bei Wiederstand zu liquidieren?

    Hätte Gadhafi Militär in die Schweiz schicken dürfen um seinen Sohn aus der Schweizer U-Haft zu befreien?

    Darf Deutschland Militär in die USA schicken um die CIA Agenten festzunehmen die einen UNSCHULDIGEN deutschen Staatsbürger für 3 Jahre nach Guantanamo verschleppt haben? ( In Wahrheit haben wir uns noch nicht mal getraut ein Auslieferungsersuchen zu stellen um die internationalen Beziehungen nicht zu stören)

    Darf die Schweiz Militär nach Texas schicken um den Expräsidenten Bush wegen der angezeigten Menschenrechtsverletzungen festzunehmen?

    In der sog. Rechtsstaatlichen zivilisierten Welt sollten wir andere Wege gehen und nicht noch Freude darüber empfinden das man erfolgreich sechs Menschen getötet hat!

    LG

    Klaus

    Ihre Haltung entspringt dem Nichtverstehen der drei Grundeigenschaften der Menschenrechte, nämlich Unveräußerlichkeit, Unteilbarkeit, universale Gültigkeit.

    Lese ich nun, daß Frau Merkel sich freut, Westerwelle die Hinrichtung begrüßt, am Times Square gejubelt wird in den gefälschten Videos zu 9/11 aus Palästina, Netanjahu die Exekution Osama Bin Ladens für einen 'Sieg der Gerechtigkeit, der Freiheit und der gemeinsamen Werte der demokratischen Länder, die Seite an Seite gegen den Terrorismus gekämpft haben' hält, stehen Sie mit Ihrem Verrat an Rechtsstaatlichkeit und Grundwerten nicht allein.

    • Lioman
    • 03.05.2011 um 12:17 Uhr

    Einem Dieb sollte man auch ruhig die komplette Wohnung wegnehmen dürfen, denn er hat sein Recht auf Eigentum verwirkt. Und tickt einer mal ein bisschen aus und prügelt sich mit jemandem hat er sein Recht auf körperliche Unversertheit verwirkt und so weiter.
    Ein solches Recht wäre gar nichts mehr Wert. Gesetze müssen unumstößlich und universell gelten. Emotional schmerzt das manchmal aber alles andere wäre weder vernünftig noch gerecht.

    Zitat:"Die Frage ist doch, wie viel wert z.B. die Menschenrechte haben, wenn sie für jemanden immer noch gelten, der sie gänzlich grundlos (also nicht aus Notwehr oder zum direkten Schutz anderer Leben) in den Dreck getreten und dort auf jeglich denkbare Art und Weise misshandelt hat."Zitatende.

    Menschenrechte werden nicht von irgendwem zugestanden, stehen also nicht zur Disposition der Machthabenden, sondern die hat jeder Mensch, unveräußerlich, alle. Und die vorgebliche moralische Überlegenheit des Westens speist sich ja gerade aus der Behauptung, dass wir eben NICHT so sind wie Bin Laden und andere, die diese Werte mit Füßen treten. Vorgeblich eben.

    gelten fuer alle ! auch fuer die die sich in unseren augen nicht daran halten. wenn sich eine demokratie derselben praktiken bedient wie ein bin laden o.a. ist sie noch weniger wert als diese.

    Menschenrechte nur für die, die Sie mögen?

    Wenn die Gewährung Selektionssache ist, müssen Sie sich nicht mit einem Schlückchen aus der Beliebigkeitsflasche begnügen.

  4. Die Bundeswehr hat General Kasdorf nach einem Blogger-Hinweis am 28. Juli letzten Jahres

    http://berlin2011.wordpre...

    an seiner Beteiligung an verbotenen gezielten Tötungen in Afghanistan vorzeitig am 12. August abgezogen und seine Stelle nicht mehr mit einem Bundeswehroffizier nachbesetzt:

    https://www.blauer-bund.d...

    Zweitens, gestern behaupteten die Medien, pakistanische Stellen seien in den Schlag gegen Bin Laden eingebunden gewesen. Heute berichtet CNN das Gegenteil. Dann war der Schlag gegen Bin Laden zweifelsohne völkerrechtswidrig.

    10 Leser-Empfehlungen
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    Und vor allem, bei wem?

    Das Völkerrecht wird in Kommentaren und Medien seltsamerweise immer hauptsächlich zur Verteidigung von den schlimmsten Verbrechern der Menschheit herausgekramt. Quasi niemals zum Schutz von unschuldigen Menschen/Völkern.

    Das macht dieses "Recht" langsam zu einer Farce, ein ultimatives Alibi für jeden Amok laufenden Massenmörder.

    Und vor allem, bei wem?

    Das Völkerrecht wird in Kommentaren und Medien seltsamerweise immer hauptsächlich zur Verteidigung von den schlimmsten Verbrechern der Menschheit herausgekramt. Quasi niemals zum Schutz von unschuldigen Menschen/Völkern.

    Das macht dieses "Recht" langsam zu einer Farce, ein ultimatives Alibi für jeden Amok laufenden Massenmörder.

  5. Am Abend der "gezielten Tötung" wurden in Pakistan alle Handy- und Festnetzleitungen abgeschaltet(http://english.farsnews.c...) Wer hat das veranlasst und warum ? Pakistan ? Das wäre paradox.
    Ebenso kritisieren pakistanische Offizielle, dass die Tötuung authentisch ist (http://english.farsnews.c...)
    Ich weiss nicht...
    irgendwas stinkt an der ganzen Geschichte.

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    wundert es mich, dass es dennoch einen Twitterer gab, der von diesem Angriff live berichtete.

    • Afa81
    • 03.05.2011 um 13:20 Uhr

    ...ein Blogger alles live berichten? Noch dazu ist ja keinem was aufgefallen. Eigenartig.

    "farsnews" ist eine im Iran angesiedelte Nachrichtenagentur, wie es scheint.

    wundert es mich, dass es dennoch einen Twitterer gab, der von diesem Angriff live berichtete.

    • Afa81
    • 03.05.2011 um 13:20 Uhr

    ...ein Blogger alles live berichten? Noch dazu ist ja keinem was aufgefallen. Eigenartig.

    "farsnews" ist eine im Iran angesiedelte Nachrichtenagentur, wie es scheint.

  6. Eigentlich fand ich den Artikel recht solide, aber der letzte Satz ist einfach Unsinn.

    Zitat: "Eine andere, unter Völkerrechtlern häufig geäußerte Befürchtung – dass es den Falschen trifft – bestätigt sich im Fall bin Ladens wohl eher nicht: Der hatte selbst mit seinen Terrortaten geprahlt."

    Davon abgesehen, dass bin Laden für sein "Lebenswerk" wohl unzweifelhafterweise vielfach den Tod verdient hat (zumindest nach alttestamentarischen Massstäben), ist diese Art der Beweisführung für mich nicht hinzunehmen. Ein Geständnis, vor allem eines, dass vor allem aus politischen / taktischen Gründen veröffentlicht wird, kann weder vor irgendeinem Gericht standhalten noch als endgültiger Beweis angesehen werden. Das wussten natülich auch Obama und co.

    Strafrechtlich hätte man selbst "Terrorfürst" bin Laden nicht mit absoluter Sicherheit büßen lassen können. Stellt man sich dazu vor, was der Al-Quaida Begründer und Ex-CIA-Scherge so alles an unbequemen Wahrheiten über seine Häscher vor Gericht hätte ausplaudern können, ist es keine Überraschung mehr, dass er wegen Widerstand gegen die Navy-Seal Mordkommandotruppen erschossen wurde.

    Nochmal, ich sage ausdrücklich nicht, dass ers anders verdient hätte, man soll nur nicht so tun als ob das eine heldenhafte Aktion war und Obama damit irgendwas "Gutes" für die Welt getan hat.

    Bin Laden war der erklärte Feind und musste sterben, das ist die einzige, schnutzige Wahrheit. Völkerrecht interessiert die Sieger in einem Krieg ohnehin nicht.

    21 Leser-Empfehlungen
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    Sie schriebeben : "Eigentlich fand ich den Artikel recht solide, aber der letzte Satz ist einfach Unsinn."

    Ich finde der Unsinn geht schon mit dem ersten Satz los.
    "Mit dem Tod Osama bin Ladens rückt wieder eine Facette internationaler Kriegführung in den Blickpunkt,..."

    Es müsste korrekt lauten : "Mit der Nachricht vom Tod..."

    Denn mehr als eine Nachricht von der Nachricht gibt es bisher nicht.
    Eine Nachricht allein ist keine Tatsache, solange sie nicht belegt ist.

    "Wag The Dog"

    Sie schriebeben : "Eigentlich fand ich den Artikel recht solide, aber der letzte Satz ist einfach Unsinn."

    Ich finde der Unsinn geht schon mit dem ersten Satz los.
    "Mit dem Tod Osama bin Ladens rückt wieder eine Facette internationaler Kriegführung in den Blickpunkt,..."

    Es müsste korrekt lauten : "Mit der Nachricht vom Tod..."

    Denn mehr als eine Nachricht von der Nachricht gibt es bisher nicht.
    Eine Nachricht allein ist keine Tatsache, solange sie nicht belegt ist.

    "Wag The Dog"

  7. Und vor allem, bei wem?

    Das Völkerrecht wird in Kommentaren und Medien seltsamerweise immer hauptsächlich zur Verteidigung von den schlimmsten Verbrechern der Menschheit herausgekramt. Quasi niemals zum Schutz von unschuldigen Menschen/Völkern.

    Das macht dieses "Recht" langsam zu einer Farce, ein ultimatives Alibi für jeden Amok laufenden Massenmörder.

    34 Leser-Empfehlungen
    Antwort auf "Zwei Anmerkungen"
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    Denken Sie nur einmal an die Operation in Kundus gegen die Benzin-Diebe an den Tanklastzügen. Auch wenn Oberst Klein ein Verbrechen nach dem dt. Völkerstrafgesetzbuch nicht nachgewiesen werden könnten, war die Operation sogar nach Auffassung des Schummel-Juristen zu Guttenberg "militärisch nicht angemessen".

    Was unterscheidet denn ein Barak Obama von einem Osama Bin Laden, wenn beide völkerrechtswidirig Mordaufträge erteilen?

    Wer so denkt wie Sie, denkt in den Strukturen von "es gibt einen guten/gerechten Mord"?

    Ich dachte immer, die Menschheit wäre in den letzten 2000 Jahren etwas weitergekommen. Sie beweisen das Gegenteil.

    • ribera
    • 03.05.2011 um 15:22 Uhr

    Es ist schon auffaellig, dass die USA wegen der Toetung Bin Ladens an den Pranger gestellt werden.
    Israel betreibt die gezielte Toetung von des Terrors verdaechtigen Palästinensern oder anderen Attentaetern weltweit. Und das seit Jahren.
    Dann erscheint eine kurze Notiz, ueber die Beteiligung des Mossad wird spekuliert und anschliessend der Mantel des Schweigens ausgebreitet.
    Aber das ist ja ein Tabuthema.

    Das Völkerrecht wird dann zur Farce, wenn es nur dann beachtet wird, wenn es um befreundete Staaten, Völker oder Volksgruppen geht und ignoriert wird, sobald man es mit unliebsamen Personen zu tun hat. Wer Terroristen ohne Prozess gezielt tötet, der orientiert sich nicht am Recht, sondern handelt willkürlich.

    Allerdings halte ich das in diesem Fall eher für eine Phantom-Diskussion. Ob die Kommandoaktion zuvorderst die Tötung oder die Festnahme Osamas zum Ziel hatte, wird noch lange für Diskussionen sorgen. Mit absoluter Sicherheit können das sowieso nur die beteiligten Soldaten und ein paar hohe US-Politiker sagen.

    Osama bin Laden hätte sich ohnehin nie ergeben, egal ob Verhaftungskommando oder nicht. Ein fast 10 Jahre als Staatsfeind Nummer 1 gesuchter Terrorist hätte kaum erwarten können, dass er glimpflicher davon kommt als seinerzeit Saddam, der immerhin "ordentlicher" Staatschef war. Die Todesstrafe wäre Osama sicher gewesen, wenn er in die Hände der Amerikaner gefallen wäre. Davor wäre er auf Guantanamo noch "etwas härter" verhört worden. Außerdem ist er als im Kampf gefallener Märtyrer für Al-Qaida immer noch nützlicher, als er es nach einer Gefangennahme, Verurteilung und Hinrichtung gewesen wäre.

    Die Frage ist also eher, ob die Militäraktion der USA auf pakistanischem Staatsgebiet, egal welche Absicht nun dahinter stand, rechtens war. Und das war sie nur dann, wenn die Pakistaner von dem Einsatz vorab unterrichtet waren und zugestimmt haben.

    Ihre Behauptung:
    "Das Völkerrecht wird in Kommentaren und Medien seltsamerweise immer hauptsächlich zur Verteidigung von den schlimmsten Verbrechern der Menschheit herausgekramt. Quasi niemals zum Schutz von unschuldigen Menschen/Völkern"

    trifft nicht zu.

    Nehmen wir z.B. den US-Krieg gegen den Irak 2003:

    Gegner dieses Krieges haben sich auf das Völkerrecht gegründet und zwar um die Bevölkerung des Irak vor den Folgen des militärischen Angriffs und der Invasion der USA und Grossbrittaniens zu schützen.

    Der Irak-Krieg und seine Folgen haben mehr als eine halbe Million Menscheleben gekostet. Ca 2 Millionen Iraker sind mit ihren Familien ins Ausland geflüchtet.
    Die Zahl der Toten übersteigt bei weitem die, welche Hussein in seiner gesamten Herrschaftszeit (ohne seinen von den USA unterstützten Krieg gegen den Iran) zu verantworten hatte.

    Das Völkerrecht hätte genau diese nun getöteten Iraker geschützt.
    Leider haben sich die USA und Grossbrittanien darüber hinweggesetzt.

    Es ist ein absurdes Verbrechen, "humanitäre" Militäraktionen durchzuführen, bei welchen mehr Mensch getötet werden, als wenn man nicht eingreift.
    Der Westen und die Mehrzahl seiner Medien haben sich dabei angewöhnt, die Toten, welche die eigenen Militäraktionen fordern einfach zu verdrängen oder gar zu leugnen.
    Der Rest der Welt tut dies nicht.

    Denken Sie nur einmal an die Operation in Kundus gegen die Benzin-Diebe an den Tanklastzügen. Auch wenn Oberst Klein ein Verbrechen nach dem dt. Völkerstrafgesetzbuch nicht nachgewiesen werden könnten, war die Operation sogar nach Auffassung des Schummel-Juristen zu Guttenberg "militärisch nicht angemessen".

    Was unterscheidet denn ein Barak Obama von einem Osama Bin Laden, wenn beide völkerrechtswidirig Mordaufträge erteilen?

    Wer so denkt wie Sie, denkt in den Strukturen von "es gibt einen guten/gerechten Mord"?

    Ich dachte immer, die Menschheit wäre in den letzten 2000 Jahren etwas weitergekommen. Sie beweisen das Gegenteil.

    • ribera
    • 03.05.2011 um 15:22 Uhr

    Es ist schon auffaellig, dass die USA wegen der Toetung Bin Ladens an den Pranger gestellt werden.
    Israel betreibt die gezielte Toetung von des Terrors verdaechtigen Palästinensern oder anderen Attentaetern weltweit. Und das seit Jahren.
    Dann erscheint eine kurze Notiz, ueber die Beteiligung des Mossad wird spekuliert und anschliessend der Mantel des Schweigens ausgebreitet.
    Aber das ist ja ein Tabuthema.

    Das Völkerrecht wird dann zur Farce, wenn es nur dann beachtet wird, wenn es um befreundete Staaten, Völker oder Volksgruppen geht und ignoriert wird, sobald man es mit unliebsamen Personen zu tun hat. Wer Terroristen ohne Prozess gezielt tötet, der orientiert sich nicht am Recht, sondern handelt willkürlich.

    Allerdings halte ich das in diesem Fall eher für eine Phantom-Diskussion. Ob die Kommandoaktion zuvorderst die Tötung oder die Festnahme Osamas zum Ziel hatte, wird noch lange für Diskussionen sorgen. Mit absoluter Sicherheit können das sowieso nur die beteiligten Soldaten und ein paar hohe US-Politiker sagen.

    Osama bin Laden hätte sich ohnehin nie ergeben, egal ob Verhaftungskommando oder nicht. Ein fast 10 Jahre als Staatsfeind Nummer 1 gesuchter Terrorist hätte kaum erwarten können, dass er glimpflicher davon kommt als seinerzeit Saddam, der immerhin "ordentlicher" Staatschef war. Die Todesstrafe wäre Osama sicher gewesen, wenn er in die Hände der Amerikaner gefallen wäre. Davor wäre er auf Guantanamo noch "etwas härter" verhört worden. Außerdem ist er als im Kampf gefallener Märtyrer für Al-Qaida immer noch nützlicher, als er es nach einer Gefangennahme, Verurteilung und Hinrichtung gewesen wäre.

    Die Frage ist also eher, ob die Militäraktion der USA auf pakistanischem Staatsgebiet, egal welche Absicht nun dahinter stand, rechtens war. Und das war sie nur dann, wenn die Pakistaner von dem Einsatz vorab unterrichtet waren und zugestimmt haben.

    Ihre Behauptung:
    "Das Völkerrecht wird in Kommentaren und Medien seltsamerweise immer hauptsächlich zur Verteidigung von den schlimmsten Verbrechern der Menschheit herausgekramt. Quasi niemals zum Schutz von unschuldigen Menschen/Völkern"

    trifft nicht zu.

    Nehmen wir z.B. den US-Krieg gegen den Irak 2003:

    Gegner dieses Krieges haben sich auf das Völkerrecht gegründet und zwar um die Bevölkerung des Irak vor den Folgen des militärischen Angriffs und der Invasion der USA und Grossbrittaniens zu schützen.

    Der Irak-Krieg und seine Folgen haben mehr als eine halbe Million Menscheleben gekostet. Ca 2 Millionen Iraker sind mit ihren Familien ins Ausland geflüchtet.
    Die Zahl der Toten übersteigt bei weitem die, welche Hussein in seiner gesamten Herrschaftszeit (ohne seinen von den USA unterstützten Krieg gegen den Iran) zu verantworten hatte.

    Das Völkerrecht hätte genau diese nun getöteten Iraker geschützt.
    Leider haben sich die USA und Grossbrittanien darüber hinweggesetzt.

    Es ist ein absurdes Verbrechen, "humanitäre" Militäraktionen durchzuführen, bei welchen mehr Mensch getötet werden, als wenn man nicht eingreift.
    Der Westen und die Mehrzahl seiner Medien haben sich dabei angewöhnt, die Toten, welche die eigenen Militäraktionen fordern einfach zu verdrängen oder gar zu leugnen.
    Der Rest der Welt tut dies nicht.

  8. "Verehrter Herr Terrorist, würden Sie bitte aufhören, in unserem schönen Land alles in die Luft zu sprengen und unschuldige Menschen für Ihre sicherlich gerechtfertigten religiösen Ansichten umzubringen? Das wäre sehr nett von Ihnen."

    :-P

    23 Leser-Empfehlungen
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    OBLs Beteilung an Anschlägen ist unbewiesen. Er ist vor allem eine Ikone gewesen. Die Ähnlichkeit mit Jesus Christus-Vorstellungen ist augenscheinlich. Die USA haben sich mit dem 'Krieg gegen den Terror' keinen Gefallen getan. Krieg gegen eine Ikone zuführen hat mit einer Demokratie in der Erwachsenen leben,nichts zu tun. 9/11 kann man getrost als nicht aufgeklärt betrachten. Es wurde blos ein politischer Konsenz getroffen. Das alles ist für uns nicht so schlimm. Europa wird von den USA zunehmend unabhängiger. Woher aber die heutige kulturelle Prägung der USA, vor allem der Antagonismus zu Muslimen/Arabern kommt, das würe ich gerne mal wissen.

    • mio
    • 03.05.2011 um 12:39 Uhr

    Mit welchem Recht die Menschen in Deutschland in diesem Tagen die Moralkeule in Richtung USA schwingen, ist mir völlig unverständlich. Unfassbar taktlos wird über rechtliche Grundlagen und Völkerrecht gefaselt. Haben wir 2001 Bin Laden über Völkerrechtliche Gesetzmäßigkeiten gemaßregelt? Deutschlands Unterstützung seit dem 11. September 2001 zeichnete sich aus durch totale Unfähigkeit und Feigheit. Die Köpfe hat man eingezogen. Alibimäßig hat man unsere Jungs dann doch nach Afghanistan geschickt, wo sie durch mäßige Ausbildung und verrotte Technik rein gar nichts ausrichten können.
    Hätte Deutschland Bin Laden gejagt, hätte man ihm eine gerichtliche Vorladung geschickt oder freundlich gebeten, aus seinem Haus zu kommen. Die realitätsferne Sicht einiger Menschen hier ist kaum zu ertragen. Ich bin dankbar und froh, dass die USA Osama Bin Laden mit angemessenen Mitteln erledigt haben.

    Ihre Ironie bzw. Ihr Sarkasmus erscheint mir, ehrlich gesagt ziemlich fehl am Platze.
    Umso mehr, da er der Geschichte in Deutschland in keinster Weise Rechnung trägt, während der wir ziemlich schlimme Erfahrungen mit jenen gemacht haben, die, wie alte, oft als rechtschaffene bürgerliche Senioren getarnte Nazis immer wieder gern behaupten, "mit den Verbrechern aufgeräumt hätten" sprich, sie alle einfach erschossen hätten.
    Besagte Altnazis vergessen dabei immer wieder gern, dass die Aufräumer die schwersten Verbrecher leider immer ausser acht gelassen haben: Sich selbst.

    OBLs Beteilung an Anschlägen ist unbewiesen. Er ist vor allem eine Ikone gewesen. Die Ähnlichkeit mit Jesus Christus-Vorstellungen ist augenscheinlich. Die USA haben sich mit dem 'Krieg gegen den Terror' keinen Gefallen getan. Krieg gegen eine Ikone zuführen hat mit einer Demokratie in der Erwachsenen leben,nichts zu tun. 9/11 kann man getrost als nicht aufgeklärt betrachten. Es wurde blos ein politischer Konsenz getroffen. Das alles ist für uns nicht so schlimm. Europa wird von den USA zunehmend unabhängiger. Woher aber die heutige kulturelle Prägung der USA, vor allem der Antagonismus zu Muslimen/Arabern kommt, das würe ich gerne mal wissen.

    • mio
    • 03.05.2011 um 12:39 Uhr

    Mit welchem Recht die Menschen in Deutschland in diesem Tagen die Moralkeule in Richtung USA schwingen, ist mir völlig unverständlich. Unfassbar taktlos wird über rechtliche Grundlagen und Völkerrecht gefaselt. Haben wir 2001 Bin Laden über Völkerrechtliche Gesetzmäßigkeiten gemaßregelt? Deutschlands Unterstützung seit dem 11. September 2001 zeichnete sich aus durch totale Unfähigkeit und Feigheit. Die Köpfe hat man eingezogen. Alibimäßig hat man unsere Jungs dann doch nach Afghanistan geschickt, wo sie durch mäßige Ausbildung und verrotte Technik rein gar nichts ausrichten können.
    Hätte Deutschland Bin Laden gejagt, hätte man ihm eine gerichtliche Vorladung geschickt oder freundlich gebeten, aus seinem Haus zu kommen. Die realitätsferne Sicht einiger Menschen hier ist kaum zu ertragen. Ich bin dankbar und froh, dass die USA Osama Bin Laden mit angemessenen Mitteln erledigt haben.

    Ihre Ironie bzw. Ihr Sarkasmus erscheint mir, ehrlich gesagt ziemlich fehl am Platze.
    Umso mehr, da er der Geschichte in Deutschland in keinster Weise Rechnung trägt, während der wir ziemlich schlimme Erfahrungen mit jenen gemacht haben, die, wie alte, oft als rechtschaffene bürgerliche Senioren getarnte Nazis immer wieder gern behaupten, "mit den Verbrechern aufgeräumt hätten" sprich, sie alle einfach erschossen hätten.
    Besagte Altnazis vergessen dabei immer wieder gern, dass die Aufräumer die schwersten Verbrecher leider immer ausser acht gelassen haben: Sich selbst.

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