Anti-Terror-KampfOsama bin Laden ist tot

Al-Qaida hat eine Symbolfigur verloren: US-Soldaten töteten den Gründer und Chef des Terroristennetzwerks. Laut Präsident Obama starb er in einem Schusswechsel. von dpa, Reuters und AFP

Fast zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA den Gründer und Chef des Terrornetzwerks al-Qaida, Osama bin Laden, getötet. Nach Angaben von Präsident Barack Obama ist der Drahtzieher der Angriffe auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon bei einer Kommandoaktion in Pakistan am Sonntag ums Leben gekommen. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan."

Obama sagte in einer Rede an die Nation, er habe den geheimen Einsatz von Spezialkräften angeordnet. "Ein kleines Team von Amerikanern hat die Operation mit außergewöhnlichem Mut und Fähigkeiten ausgeführt." Bei der Aktion sei "kein Amerikaner zu Schaden gekommen". Die Kommadoeinheit habe sich bemüht, zivile Opfer zu vermeiden.

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Obama zufolge wurde bin Laden etwa 100 Kilometer nördlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad getötet. In Abbottabad – einer Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern im Vorgebirge des Himalayas – habe er sich versteckt gehalten, sei dort gestellt und schließlich bei einem Schusswechsel getötet worden. Nach Informationen des Nachrichtensenders CNN starb bin Laden durch einen Kopfschuss.

Wie der Präsident ausführte, habe das Spezialkommando die Leiche des Al-Qaida-Chefs an sich genommen. Mittels einer DNA-Analyse sei bin Laden eindeutig identifiziert worden. Wie CNN und der Sender MSNBC sowie die New York Times berichten, wurde die Leiche inzwischen im Meer bestattet. Dies sei im Einklang mit muslimischen Traditionen geschehen.

Zuvor zeigten mindestens zwei pakistanische Fernsehsender das entstellte Gesicht einer Leiche, bei der es sich um bin Laden handeln soll. Allerdings konnten die Sender dies nicht bestätigen. "Das Bild von Osama bin Ladens Leiche ist veröffentlicht worden, seine Authentizität ist nicht geklärt", sagte der Kommentator des pakistanischen TV-Senders Geo. Gezeigt wurde ein Gesicht mit vollem und dunklem Bart, der keinerlei Spuren von grauen Haaren aufwies, wie sie zuletzt in Videoaufnahmen bin Ladens zu sehen gewesen waren. Die Stirn und die linke Schläfe waren blutverschmiert, das rechte Auge war geschlossen.

Der pakistanische Geheimdienst ISI bestätigte indes den Tod bin Ladens. ISI-Chef Ahmed Shuja Pasha sprach im pakistanischen Fernsehen von einer "gemeinsamen Operation amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte". Demnach wurde auch einer der Söhne bin Ladens getötet sowie dessen drei Ehefrauen, sechs weitere Bin-Laden-Söhne sowie vier enge Mitstreiter festgenommen.

Regierungskreisen in Washington zufolge dauerte die Aktion weniger als 40 Minuten. Dem widersprechen Angaben pakistanischer Sicherheitskreise, wonach die Operation kurz nach Mitternacht (Ortszeit) begann und vier Stunden andauerte. Augenzeugen berichteten, dass mindestens drei Hubschrauber beteiligt gewesen seien. Es habe heftige Schusswechsel gegeben. Einer der Hubschrauber habe beim Landeversuch Feuer gefangen und sei abgestürzt. Pakistanische Soldaten hätten das Gebiet abgeriegelt.

Seit den Anschlägen von 2001, bei denen fast 3000 Menschen getötet worden waren, wurde intensiv nach dem Terroristenführer gefahndet. Vermutet wurde er in Verstecken im unübersichtlichen Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, vom dem er sich wiederholt mit Audio- und Videobotschaften zu Wort gemeldet hatte. 

Trotz der weltweiten Fahndung blieb bin Laden aber unauffindbar. Zuletzt hatte der US-Senat ein Kopfgeld von 50 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Obama zufolge habe es neue konkrete Hinweise auf den Aufenthaltsort des Terroristen im vergangenen August gegeben. In der vergangenen Woche habe er dann entschieden, dass die Informationen sicher genug seien, um auf ihrer Basis zuzuschlagen.

"Der Tod bin Ladens markiert die bislang bedeutendste Errungenschaft in den Bemühungen unserer Nation, al-Qaida zu besiegen", sagte Obama, fügte aber hinzu: "Sein Tod markiert nicht das Ende unserer Bemühungen." Der Präsident warnte, dass die Terrororganisation weitere Angriffe vorbereiten werde. Daran gebe es "keinen Zweifel", sagte Obama. "Wir müssen und wir werden zu Hause und im Ausland wachsam bleiben."

Die Nachricht vom Tod des Al-Qaida-Chefs verbreitete sich in den USA wie ein Lauffeuer. Vor dem Weißen Haus in Washington und am Ground Zero in New York versammelte sich eine jubelnde Menschenmenge. Tausende schwenkten US-Fahnen, sangen die Nationalhymne, skandierten "USA, USA" und feierten den Tod Bin Ladens, der den Amerikanern als personifiziertes Symbol des Terrorismus galt. Sowohl Bill Clinton als auch George W. Bush gratulierten ihrem Amtsnachfolger. Bush, der in Folge der Anschläge von 2001 den "Krieg gegen den Terror" ausgerufen hatte, sprach von einem "Sieg für Amerika" und einer "bedeutenden Errungenschaft".

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Leserkommentare
  1. 169. Frage:

    Hat George W. Bush eigentlich schon der Familie Bin Laden sein Beileid ausgesprochen?

    Unter alten Geschäftsfreunden ist das doch so üblich. !?

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Abwarten!"
  2. Danke für den Hinweis, dass ich nicht alleine bin ;)

    Mfg

    Antwort auf "unglaublich"
  3. ENDE der Jagd auf den „Größten performance Künstler“ (?) der Welt: Osama bin Laden TOT – zum ENDE eines Kriegers (Drahtzieher des Terrors vom 11. 09 2001) – http://www.giessener-zeit....

    Trauert oder jubelt jetzt Anselm KIEFER ??? Siehe „Verrückte KUNSTKRITERIEN-lose “KUNST“-Welt: Osama bin Laden als „Künstler“ (Anselm KIEFER zu 11.9.2011)“ in Gießener Zeitung: http://www.giessener-zeit...

    • dbx
    • 02. Mai 2011 9:28 Uhr

    Jedenfalls ist es erstaunlich, wie ein Mann mit zunehmenden Alter seine Vitalität steigert, und Herr Bin Laden seine Genetik überlistet.

    Auf den alten Videos und Fotos einen schneegrauen Bart - auf den jüngeren Dokumenten dagegen einen viel weniger grauen und dunkleren Bart.

    Überhaupt scheint der Mann eine Leidenschaft für's Färben grauer Bartsträhnchen zu haben, so wie die von Bild zu Bild echt signifikant differieren.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "50 Millionen Dollar"
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    Der Top-Terrorist ist ein Bartfärber. Das ist schon komisch. Ob wir je die Wahrheit - nicht nur darüber - erfahren werden? Vermutlich nicht. Obama hat sein "Jagdglück" innenpolitisch sehr geholfen. Ein Schelm, wer Böses vermutet.

  4. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan." Wenn ich dieses Zitat Obamas sehe, habe ich schon keine Lust mehr weiterzulesen. Klingt wie das Blutrachegerede aus einem schlechten Western. Dass Obama die Todesstrafe nicht ablehnt ist bekannt, allerdings zeigt dieses heroische Getue nach der Ermordung mal wieder, dass die Amerikaner in Sachen Moral und Gerechtigkeitsempfinden irgendwo zwischen dem O.K. Coral und Alamo hängengeblieben sind.

    7 Leserempfehlungen
  5. 174. Heuchelei

    Kaum wurde einer der größten Verbrecher erschossen, gelten alle unsere Regeln nicht mehr? Wir zensieren die lächerlichsten Sachen, aber wie dem sein Kopf aussieht, wenn er ne Kugel in den Kopf gekriegt hat muss jeder sehen?
    Gehts noch?

    Bin Laden hat uns viel mehr gekostet als """nur""" Geld und Menschen. Wir haben unsere Freiheit auf seinem Altar geopfert. Diese Nachwirkungen werden noch länger anhalten.

    2 Leserempfehlungen
  6. Eine SEHR gute Nachricht. Das muss die Botschaft an alle Terroristen und Terror Sympathisanten sein. Wer mit dem Feuer spielt kann sich verbrennen.

    An all die Schlaumeier die der Meinung sind, es ändert sich dadurch nichts, oder es wird nur schlimmer. Die Welt ist definitiv ein besserer Ort ohne diesen Menschen. Von uns Normalos hat keiner Einblick in die inneren Strukturen dieser Terrororganisation. Wie sie sich finanzieren. Wer die Kommandos gibt. Der Tod von Osama ist ein Signal an alle anderen Feinde der Freiheit.

    Weiter so.

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    • resist
    • 02. Mai 2011 12:33 Uhr

    ...DAS...sieht man ! Glauben Sie ruhig weiter an den Weihnachtsmann....

  7. Tausende Amerikaner feirten auf den Straßen, dass ein Mensch gestorben ist. Wow! Wie abgestumpft müssen diese Leute wohl sein?

    5 Leserempfehlungen
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    nicht besser und nicht schlechter als diejenigen, die damals beim Einsturz der Türme sich gefreut haben. Manchmal fragt man sich wirklich, ob die Menschheit lernfähig ist.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
  • Schlagworte Barack Obama | Osama bin Laden | Bill Clinton | CNN | US-Senat | Anschlag
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