AtomkraftFrankreich in der Energiefalle

Kein Land der Welt verlässt sich so einseitig auf die Kernkraft wie Frankreich. Nervös beobachtet man in Paris den Atomausstieg der Deutschen.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im AKW Gravelines in Nordfrankreich

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy im AKW Gravelines in Nordfrankreich

Ob sie schon einmal einen Tsunami in Bayern erlebt hätten, fragte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy die Journalisten, die sich während des G-8-Treffens in Deauville nach seiner Bewertung des deutschen Atomausstiegs erkundigt hatten. Weniger leger reagierte sein Industrieminister Eric Besson, der in einem Zeitungsartikel ausführlich begründete, warum Frankreich mit seiner Energiepolitik nicht allein dastünde – was ja auch stimmt, und doch: Die deutsche Energiewende erzeugt im westlichen Nachbarland, das beinahe 80 Prozent seines Stroms aus Kernenergie gewinnt, einige Nervosität.

Schon fragt Laurence Parisot, die Chefin des Unternehmerverbandes MEDEF, ob hinter dem Ausstiegsbeschluss nicht in Wahrheit ein gigantisches Programm für eine technologische Erneuerung der deutschen Industrie stünde. Und in den Medien werden Ökonomen zitiert, die den Deutschen immerhin einigen Wagemut attestieren. Wohl auch deshalb jubelt niemand darüber, dass Deutschland wegen der nun steigenden Stromkosten Konkurrenznachteile in Kauf zu nehmen bereit ist – die möglichen Innovationsvorteile könnten überwiegen.

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Spott und Staunen zugleich also, und tiefe Verunsicherung. Denn nun stellen diese Deutschen, bislang für Frankreichs Wirtschaftspolitiker ein Vorbild dafür, wie ein Land seine Konkurrenzfähigkeit pflegt, just jene Industrie in Frage, die den Franzosen eines ihrer letzten Schmuckstücke ist. Frankreichs Wirtschaft, die anders als die deutsche nur über wenige Unternehmen mittlerer Größe verfügt, spielt weltweit im Wesentlichen nur mit seinen großen, meist staatlich kommandierten Firmen eine Rolle, und das gilt namentlich für seine Nuklearindustrie. Auf sie ist das Land stolz. Bisher.

Am Dienstag aber schlug der Figaro , das regierungstreue Blatt des Rüstungsindustriellen Serge Dassault, lauthals Alarm: Frankreichs "rechts-links-Konsens" über die Kernenergie sei bedroht. In der Tat ist die sozialistische Partei (PS) in dieser Frage uneins, und das bedeutet eine ganze Menge für eine Partei, die über tausend Fäden mit der Atomindustrie verflochten ist. Dass mit dem Thema die Wahlen 2012 gewonnen werden könnten, das glauben zwar selbst die Atomkraftgegner der PS nicht, aber die politische Partie ist eröffnet, und es ist denkbar, dass eine kommende sozialistische Regierung die Nuklearfrage dem Volk per Referendum vorlegen wird.

Auch das ist eine Unsicherheit, die den Befürwortern des bisherigen Kurses so gar nicht schmeckt, weshalb sie aus dem deutschen Ausstieg ein großes Thema machen. Der Figaro warnte heute davor, dass Europa nun in der Gefahr stünde, seine energetische Unabhängigkeit zu verlieren, weil sich die Deutschen auf russisches Gas verlassen müssten. Gelegen kommt dem konservativen Blatt natürlich auch das – leider zutreffende – Argument, dass der deutsche Atomausstieg ausgerechnet während einer klimakritischen Phase den Ausstoß an Kohlendioxid erhöhen werde. Nur mag man diese Argumentation einer Regierungsrechten nicht gern abnehmen, die unlängst eine bereits geplante Kohlendioxidsteuer zu Fall gebracht hatte.

Frankreich erkennt allmählich, dass es in einer Falle sitzt. Kein Land der Welt verlässt sich dermaßen einseitig auf die Kernkraft als Energiequelle. Und sein neuer, einst zusammen mit Siemens entwickelter Atomreaktor EPR ist zwar sicherer als die anderen, derzeit in Betrieb befindlichen Meiler, aber er ist eben auch groß und teuer. Die kleineren und billigeren Reaktoren der Konkurrenz hingegen liegen dort im Trend, wo die Kernkraft massiv ausgebaut wird, nämlich in Asien.

Der EPR war eine strategische Fehlentscheidung. Nicht die einzige. Das Land hat, genauso wenig wie die anderen Atomnationen, nie ernsthaft in die Entwicklung solcher Kerntechnik investiert, die physikalisch katastrophensicher ist. Sie versprach selbst mittelfristig kein Geschäft. "Evolution statt Revolution", das war der Slogan, der den Konsens der weltweiten nuclear community beschrieb.

Frankreich war auf derselben Linie – ein kapitaler Fehler besonders für ein Land, das sich dermaßen der Nukleartechnik verschrieben hat . Er ist nun nicht mehr rückgängig zu machen: Diese neue Generation von Kraftwerken ließe sich nur in einer internationalen Anstrengung entwickeln, und für die gibt es keine Partner, kein Geld, keinen Willen.

 
Leserkommentare
  1. weil man sich darauf freut, bald Atomstrom nach Deutschland zu exportieren. So einfach ist das.

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    • Pencil
    • 31.05.2011 um 16:22 Uhr

    Bevor Frankreich exportiert, schafft es Deutschland vielleicht doch noch, dass Kabel nach Deutschland über die Nordsee zu verlegen, um Wasserkraft-Energie zu importieren.

    Dann profitieren wir von deren Atomstrom, ohne uns um Entsorgung und Endlagerung kümmern zu müssen. So (und NUR so!) ist Atomstrom billig.

    Deutschland kann aus Frankreich ebensowenig große Strommengen beziehen, wie aus Norwegen oder Tschechien. Es fehlt einfach an den physikalischen Voraussetzungen (ausreichende Leitungskapazitäten).

    Diese zu schaffen wird aber nur politisch durchsetzbar sein, wenn es zu einem fairen Strommarkt kommt. Frankreich muß dann im Frühjahr, Sommer und Herbst die deutschen Überschüsse von billigst produziertem Wind- und Solarstrom auf seinem Markt zulassen müssen und darf dann dafür im Winter ein bißchen was von seinem bei weitem nicht so billigen Atomstrom liefern. Ein gutes Geschäft sieht anders aus.

    • Karl63
    • 31.05.2011 um 18:50 Uhr

    wird den Franzosen früher oder später das Kühlwasser für Ihre AKWs ausgehen - so wie in jedem besonders trockenem Sommer. Als gute Nachbarn werden wir gerne mit (Öko-)Strom aus unserem Netz aushelfen.

    die Stromversorgung Franreichs ist - Exporte hin oder her - anfälliger als die deutsche. So stand das französische Netz sowohl im Sommer 2010 als auch im Winter 2010/2011 zeitweise am Rande der Leistungsfähigkeit und die Versorgung war nur durch Importe aus Deutschland sicher zu stellen.

    Wenn also die enormen Leistungsüberschüsse Deutschlands nun wegfallen wird man sich in Paris kaum die Hände reiben...

    ...denn im Sommer können die tollen französischen AKW kaum Strom produzieren, da sie keine ausreichenden Kühlwassermengen haben. Da importieren sie sehr große Mengen aus - jawohl, aus Deutschland. Wenn das ausbleibt fällt in F die Versorgung gleichzeitig mit der Mär von der sicheren Atomstromversorgung.

    Herr Mallokent, wenn Sie sich vor dem Posten mal richtig informieren würden, bliebe Ihnen evntl die eine oder andere Peinlichkeit erspart...

    • Pencil
    • 31.05.2011 um 16:22 Uhr

    Bevor Frankreich exportiert, schafft es Deutschland vielleicht doch noch, dass Kabel nach Deutschland über die Nordsee zu verlegen, um Wasserkraft-Energie zu importieren.

    Dann profitieren wir von deren Atomstrom, ohne uns um Entsorgung und Endlagerung kümmern zu müssen. So (und NUR so!) ist Atomstrom billig.

    Deutschland kann aus Frankreich ebensowenig große Strommengen beziehen, wie aus Norwegen oder Tschechien. Es fehlt einfach an den physikalischen Voraussetzungen (ausreichende Leitungskapazitäten).

    Diese zu schaffen wird aber nur politisch durchsetzbar sein, wenn es zu einem fairen Strommarkt kommt. Frankreich muß dann im Frühjahr, Sommer und Herbst die deutschen Überschüsse von billigst produziertem Wind- und Solarstrom auf seinem Markt zulassen müssen und darf dann dafür im Winter ein bißchen was von seinem bei weitem nicht so billigen Atomstrom liefern. Ein gutes Geschäft sieht anders aus.

    • Karl63
    • 31.05.2011 um 18:50 Uhr

    wird den Franzosen früher oder später das Kühlwasser für Ihre AKWs ausgehen - so wie in jedem besonders trockenem Sommer. Als gute Nachbarn werden wir gerne mit (Öko-)Strom aus unserem Netz aushelfen.

    die Stromversorgung Franreichs ist - Exporte hin oder her - anfälliger als die deutsche. So stand das französische Netz sowohl im Sommer 2010 als auch im Winter 2010/2011 zeitweise am Rande der Leistungsfähigkeit und die Versorgung war nur durch Importe aus Deutschland sicher zu stellen.

    Wenn also die enormen Leistungsüberschüsse Deutschlands nun wegfallen wird man sich in Paris kaum die Hände reiben...

    ...denn im Sommer können die tollen französischen AKW kaum Strom produzieren, da sie keine ausreichenden Kühlwassermengen haben. Da importieren sie sehr große Mengen aus - jawohl, aus Deutschland. Wenn das ausbleibt fällt in F die Versorgung gleichzeitig mit der Mär von der sicheren Atomstromversorgung.

    Herr Mallokent, wenn Sie sich vor dem Posten mal richtig informieren würden, bliebe Ihnen evntl die eine oder andere Peinlichkeit erspart...

  2. Und die Deutschen werden ihn bezahlen.

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    • Pencil
    • 31.05.2011 um 16:22 Uhr

    Bevor Frankreich exportiert, schafft es Deutschland vielleicht doch noch, dass Kabel nach Deutschland über die Nordsee zu verlegen, um Wasserkraft-Energie zu importieren.

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    ... Strom exportieren könne, ist in etwa so stimmig wie die Legende von dem im fernen Osten beheimateten, sagenhaften Reich des Priesterkönigs Johannes.

    ... Strom exportieren könne, ist in etwa so stimmig wie die Legende von dem im fernen Osten beheimateten, sagenhaften Reich des Priesterkönigs Johannes.

  3. ein Innovations- und Kostenvorteil für Deutschland, besonders wenn die dezentrale Erzeugung primär gefördert wird. Dem stehen mächtige kurzfristige Wirtschaftsinteressen von einigen quasi-Monopolbetrieben gegenüber.

    Diese werden zentrale Lösungansätze bevorzugen, um Ihre Machtspielchen weiter spielen zu können. Ich befürchte, auch die Grünen sind bereits so in der Gesellschaft integriert, dass dezentrale Lösungsansätze keine Chance haben werden.

    Frankreich wird mit seinen Reaktoren irgendwann einen kostenintensiven Ballast an den Hacken haben und extrem Konkurrenzfähigkeit einbüßen.

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    Naja - in Frankreich ist es eine kleine Clique von gut vernetzten Absolventen der Grand Ecoles, die die Kernenergie meist aus nationalistischen Gründen protegieren. Würde man in Frankreich ein Referendum zu Frage der weiteren zivilen Nutzung der Kernenergie abhalten, ergäbe sich ein komplett anderes Bild. Aber - und das wird in dem Artikel deutlich - es gibt nichts, was die französischen Eliten sowohl bei den Konservativen, als auch bei den Sozialisten mehr fürchten, als ein solches Referendum. Und im Elisee-Palast ist man ob der Kertwende der ehemals engen Verbündeten Angela Merkel mehr als verärgert [...]

    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sh

    Dann machen sie doch mal ein Beispiel einer autarken dezentralen Energieversorgung in einer Gemeinde. Grundsatz: Keinen Strom von den machtgeilen Stromkonzernen beziehen ( die sehr stark in öffentlichen Händen sind z.B. ENBW 99% der Aktien), nur alles zu Hause machen und wenn dann eben die Sonne nicht scheint, Schnee auf dem Dach, der Wind nicht weht oder die lokal erzeugte Biomasse nicht ausreicht, eben einfach ins Bett gehen. Hauptsache: keine Milliwatt Strom von aussen. Die Republik wäre begeistert. Ein Krankenhaus würde ich allerdings dort nicht aufsuchen.

    Naja - in Frankreich ist es eine kleine Clique von gut vernetzten Absolventen der Grand Ecoles, die die Kernenergie meist aus nationalistischen Gründen protegieren. Würde man in Frankreich ein Referendum zu Frage der weiteren zivilen Nutzung der Kernenergie abhalten, ergäbe sich ein komplett anderes Bild. Aber - und das wird in dem Artikel deutlich - es gibt nichts, was die französischen Eliten sowohl bei den Konservativen, als auch bei den Sozialisten mehr fürchten, als ein solches Referendum. Und im Elisee-Palast ist man ob der Kertwende der ehemals engen Verbündeten Angela Merkel mehr als verärgert [...]

    Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/sh

    Dann machen sie doch mal ein Beispiel einer autarken dezentralen Energieversorgung in einer Gemeinde. Grundsatz: Keinen Strom von den machtgeilen Stromkonzernen beziehen ( die sehr stark in öffentlichen Händen sind z.B. ENBW 99% der Aktien), nur alles zu Hause machen und wenn dann eben die Sonne nicht scheint, Schnee auf dem Dach, der Wind nicht weht oder die lokal erzeugte Biomasse nicht ausreicht, eben einfach ins Bett gehen. Hauptsache: keine Milliwatt Strom von aussen. Die Republik wäre begeistert. Ein Krankenhaus würde ich allerdings dort nicht aufsuchen.

  4. ... jetzt müsst ihr euren Völkern erklären wie eine der größten Industrienationen es wagen kann, schneller als alle Zweifler es momentan wahrhaben wollen aus dieser an Rücksichtslosigkeit, Umweltvernichtung und Inovationslähmung nicht zu überbietenden Energieerzeugungsform auszusteigen.
    Wenn ein Land wie Deutschland mit seinem in Relation zur Wirtschaftsleistung gemessenen Energieverbrauch es schafft ohne diese Steinzeittechnologie auszukommen, fehlt jeder anderen Industrienation die Legitimation seinen Bürgern, den Nachbarstaaten und allen nachfolgen Generationen diese widerliche Technologie länger zuzumuten geschweige denn sie auszubauen.

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    Die Luecken werden eben mit Gas, Oel und Kohle ersetzt. Ein bisschen Wind und Solar "zum schmuecken" auch natuerlich.

    Mir soll jemand mal vorrechnen, wie das Solar und Windkraftmaerchen aussehen soll bei der derzeitigen Stand:
    1) Ökologischer Fußabdruck von 5 global Hektar (GHa) pro Kopf
    2) Biokapazitaet von 1.7 gHa/Kopf

    Ich denke, dass recht schnell klar wird, dass Punkt 2 nur begrenzt erhoeht werden kann.

    Mit anderen Worten: Die westliche Welt lebt auf "Kredit". Der derzeitige Verbrauch von 5 GPa/Kopf kann niemals mit nachhaltiger Energieerzuegung erreicht werden.

    Oder noch klarer: Das heuchlerische an der Diskussion ist, dass keiner zugeben will, dass frueher oder spaeter Zahltag ist (=REDUKTION). Es schadet aber sicherlich nicht, dann uber eine gute Infrastruktur (Wasser, Wind, e.t.c) zu verfuegen damit der Fall nicht ganz so tief wird.

    Zu gegebenen Anlässen schreibe ich auch mal Leserkommentare in französischen Zeitungen. Der Atomausstieg, der auch in französischen Zeitungen als Schlagzeile auf der ersten Seite prangte, schien mir ein solcher zu sein. Ich schrieb in "Libération".

    Ich begrüßte den Atomausstieg in meinem Land, wies noch einmal auf die Gefahren und die Verseuchung von der Extraktion des Uran in Afrika bis zur ungeklärten Endlagerung der atomaren Abfälle hin und gab meiner Hoffnung Ausdruck, unser Nachbarland möge seinen "atomaren Weg" auch bald verlassen.

    Bis auf ganz wenige wohlwollende und zustimmende Antworten war der Tenor im Großen und Ganzen der folgende:

    Deutschland reagiert auf ein einmaliges Ereignis, das durch eine Naturkatastrophe ausgelöst wurde, hysterisch. Deutschland ist innerhalb der EU der größte Produzent von CO2 und wird durch den Ausstieg aus der Atomenergie diesen noch weiter erhöhen. Deutschland ist blind, was den Klimaschutz angeht. Atomkraft ist die einzige saubere Energieform. Man war sich nicht ganz einig, ob Frankreich mehr Strom nach Deutschland oder D. mehr Strom nach F. exportiert. Für den zweiten Fall freue man sich, da durch den Energiemangel in D. der Außenhandelsüberschuss zugunsten Fr. abgebaut werden kann. Als Hypokrisie bezeichneten es einige, sich selbst das Gefahrenpotential vom Halse zu schaffen, aber dann Atomstrom zu importieren.

    Einige hielten D. für klug: D. werde Hightech-Ökotechnologien entwickeln, die dann teuer von F. gekauft werden müssen.

    das Problem ist nur, dass es Deutshcland schaffen muesste, mit den erneuerbaren Zufalls-Energieträgern, wie Wind und Sonne, wirklich eine Industriegesellschaft mit mit dem überlebenswichtigen, permanenten Energieangebot zu versorgen.

    Fällt den geneigten Lesern nicht auf, dass sich weitaus meistens Energiefachleute, die wirklich Stromerzeuger und -netze betreiben enorm zurückhalten. Um die Richtung vorzugeben hält sich die Bundesregierung an Theologen, Philosophen usw. und "Netzfachleute" wie den Volljuristen Matthis Kurth: Richter, Rechtsanwalt und SPD-Politiker
    Präsident der Bundesnetzagentur, die auch ein paar Ingenieure beschäftigt, die aber sicher nicht unliebsam auffallen wollen, wenn sie gegen die Parteilinie (Begriff aus der DDR) verstoßen würden. Sicher betrachten uns alle, und wir es schaffen, dem wirtschaftlich Selbstmord durch den Strom GAU vermeiden zu können.

    Die Luecken werden eben mit Gas, Oel und Kohle ersetzt. Ein bisschen Wind und Solar "zum schmuecken" auch natuerlich.

    Mir soll jemand mal vorrechnen, wie das Solar und Windkraftmaerchen aussehen soll bei der derzeitigen Stand:
    1) Ökologischer Fußabdruck von 5 global Hektar (GHa) pro Kopf
    2) Biokapazitaet von 1.7 gHa/Kopf

    Ich denke, dass recht schnell klar wird, dass Punkt 2 nur begrenzt erhoeht werden kann.

    Mit anderen Worten: Die westliche Welt lebt auf "Kredit". Der derzeitige Verbrauch von 5 GPa/Kopf kann niemals mit nachhaltiger Energieerzuegung erreicht werden.

    Oder noch klarer: Das heuchlerische an der Diskussion ist, dass keiner zugeben will, dass frueher oder spaeter Zahltag ist (=REDUKTION). Es schadet aber sicherlich nicht, dann uber eine gute Infrastruktur (Wasser, Wind, e.t.c) zu verfuegen damit der Fall nicht ganz so tief wird.

    Zu gegebenen Anlässen schreibe ich auch mal Leserkommentare in französischen Zeitungen. Der Atomausstieg, der auch in französischen Zeitungen als Schlagzeile auf der ersten Seite prangte, schien mir ein solcher zu sein. Ich schrieb in "Libération".

    Ich begrüßte den Atomausstieg in meinem Land, wies noch einmal auf die Gefahren und die Verseuchung von der Extraktion des Uran in Afrika bis zur ungeklärten Endlagerung der atomaren Abfälle hin und gab meiner Hoffnung Ausdruck, unser Nachbarland möge seinen "atomaren Weg" auch bald verlassen.

    Bis auf ganz wenige wohlwollende und zustimmende Antworten war der Tenor im Großen und Ganzen der folgende:

    Deutschland reagiert auf ein einmaliges Ereignis, das durch eine Naturkatastrophe ausgelöst wurde, hysterisch. Deutschland ist innerhalb der EU der größte Produzent von CO2 und wird durch den Ausstieg aus der Atomenergie diesen noch weiter erhöhen. Deutschland ist blind, was den Klimaschutz angeht. Atomkraft ist die einzige saubere Energieform. Man war sich nicht ganz einig, ob Frankreich mehr Strom nach Deutschland oder D. mehr Strom nach F. exportiert. Für den zweiten Fall freue man sich, da durch den Energiemangel in D. der Außenhandelsüberschuss zugunsten Fr. abgebaut werden kann. Als Hypokrisie bezeichneten es einige, sich selbst das Gefahrenpotential vom Halse zu schaffen, aber dann Atomstrom zu importieren.

    Einige hielten D. für klug: D. werde Hightech-Ökotechnologien entwickeln, die dann teuer von F. gekauft werden müssen.

    das Problem ist nur, dass es Deutshcland schaffen muesste, mit den erneuerbaren Zufalls-Energieträgern, wie Wind und Sonne, wirklich eine Industriegesellschaft mit mit dem überlebenswichtigen, permanenten Energieangebot zu versorgen.

    Fällt den geneigten Lesern nicht auf, dass sich weitaus meistens Energiefachleute, die wirklich Stromerzeuger und -netze betreiben enorm zurückhalten. Um die Richtung vorzugeben hält sich die Bundesregierung an Theologen, Philosophen usw. und "Netzfachleute" wie den Volljuristen Matthis Kurth: Richter, Rechtsanwalt und SPD-Politiker
    Präsident der Bundesnetzagentur, die auch ein paar Ingenieure beschäftigt, die aber sicher nicht unliebsam auffallen wollen, wenn sie gegen die Parteilinie (Begriff aus der DDR) verstoßen würden. Sicher betrachten uns alle, und wir es schaffen, dem wirtschaftlich Selbstmord durch den Strom GAU vermeiden zu können.

  5. Deutschland wird Frankreich demnächst die neueste Energietechnik verkaufen. Und die Franzosen werden mittelfristig Experten im AKW-Rückbau.

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  6. Dann profitieren wir von deren Atomstrom, ohne uns um Entsorgung und Endlagerung kümmern zu müssen. So (und NUR so!) ist Atomstrom billig.

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    daß ich von einem Atomkraftwerksgegner ein kluges Argument höre. Gratuliere!

    Dann profitieren wir von deren Atomstrom, ohne uns um Entsorgung und Endlagerung kümmern zu müssen. So (und NUR so!) ist Atomstrom billig.

    Fällt nur mir das auf, dass Atommüll oft aus Frankreich nach Gorleben transportiert wird? Warum sollten diese Transporte durch den Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft in Zukunft unterbleiben?

    wefen Sie nich mal einen Blick in den EURATOM-Vertrag und in den Lissabonn-Vertrag. Wir bezahlen weiter für die Atomenergie, auch wenn sie nicht mehr bei uns stattfindet. Das würde im Übrigen auch von den Grünen ratifiziert!

    daß ich von einem Atomkraftwerksgegner ein kluges Argument höre. Gratuliere!

    Dann profitieren wir von deren Atomstrom, ohne uns um Entsorgung und Endlagerung kümmern zu müssen. So (und NUR so!) ist Atomstrom billig.

    Fällt nur mir das auf, dass Atommüll oft aus Frankreich nach Gorleben transportiert wird? Warum sollten diese Transporte durch den Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft in Zukunft unterbleiben?

    wefen Sie nich mal einen Blick in den EURATOM-Vertrag und in den Lissabonn-Vertrag. Wir bezahlen weiter für die Atomenergie, auch wenn sie nicht mehr bei uns stattfindet. Das würde im Übrigen auch von den Grünen ratifiziert!

  7. daß ich von einem Atomkraftwerksgegner ein kluges Argument höre. Gratuliere!

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    ... wird die Fanschaft umso unverständlicher.

    "Das ist das erste Mal, daß ich von einem Atomkraftwerksgegner ein kluges Argument höre. Gratuliere!"

    Vermutlich gilt bei Atomkraftfans auch "nach mir die Sintflut" als klug.

    • Chew
    • 01.06.2011 um 17:29 Uhr

    Dann haben Sie sich wohl noch nicht viel mit Atomkraftgegnern unterhalten, ihnen nicht zugehört oder wirklich die ganz schwarzen Schafe erwischt.

    ... wird die Fanschaft umso unverständlicher.

    "Das ist das erste Mal, daß ich von einem Atomkraftwerksgegner ein kluges Argument höre. Gratuliere!"

    Vermutlich gilt bei Atomkraftfans auch "nach mir die Sintflut" als klug.

    • Chew
    • 01.06.2011 um 17:29 Uhr

    Dann haben Sie sich wohl noch nicht viel mit Atomkraftgegnern unterhalten, ihnen nicht zugehört oder wirklich die ganz schwarzen Schafe erwischt.

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