Ägyptens Justiz hält die Ehefrau des gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, Suzanne Mubarak, zunächst für 15 Tage fest. Man ermittele wegen Korruptionsvorwürfen gegen sie, teilte die zuständige Behörde mit. Sie muss in das Frauengefängnis Al-Anatir bei Kairo. Gegenwärtig ist sie mit ihrem Mann im Küstenort Scharm al-Scheich. Untersuchungshaft wird in Ägypten für 15 Tage verhängt und kann dann verlängert werden.

Die Behörde verdächtigt die Frau der Veruntreuung staatlicher Gelder und der illegalen Bereicherung, berichtete das staatliche ägyptische Fernsehen. Der ehemalige Präsident wies die Vorwürfe zurück.

Gegen Suzanne Mubarak liefen schon zuvor Ermittlungen. Nach Medienberichten drehen sich diese um mutmaßliche Unterschlagungen im Zusammenhang des von ihr forcierten Prestige-Projekts der Bibliotheca Alexandrina.

Ihr Mann steht derzeit in einem Krankenhaus in Scharm al-Scheich unter Arrest. Gegen ihn ermitteln die Behörden wegen Amtsmissbrauchs und Korruption. Die Behörde verlängerte seine Untersuchungshaft erneut um 15 Tage. Grund seien die Ermittlungen wegen mutmaßlich unrechtmäßiger Aneignung von Vermögenswerten. Erst am Dienstag war die Haft um 15 Tage verlängert worden. Allerdings ging es dabei um die staatliche Gewalt gegen Demonstranten vor Mubaraks Sturz.

Der 83-Jährige und seine Frau seien am Donnerstag drei Stunden lang wegen der Untreuevorwürfe verhört worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Mena. Am Montag war die Untersuchungshaft für Mubaraks Söhne Gamal und Alaa ebenfalls um 15 Tage verlängert worden. Auch sie stehen unter Korruptionsverdacht. Die beiden wurden Mitte April inhaftiert und sitzen seither in einem Gefängnis in der Hauptstadt Kairo.