Die US-Regierung schließt nicht aus, Fotos des getöteten Al-Qaida-Chefs Osama bin Laden zu veröffentlichen. Die Vereinigten Staaten würden alles tun, um Zweifel am Tod des Verantwortlichen für die Anschläge vom 11. September 2001 auszuräumen, sagte der Anti-Terror-Berater von US-Präsident Barack Obama, John Brennan. Deshalb werde die Veröffentlichung von Informationen und auch Fotos geprüft. Allerdings habe die Aktion erst kürzlich stattgefunden. Eine Freigabe brauche noch Zeit.

Osama bin Laden war in der Nacht zum Montag durch eine US-Kommandoeinheit in Pakistan erschossen worden. Seine Leiche wurde anschließend im Meer bestattet. Aufgespürt wurde er im pakistanischen Abbottabad, wo er offenbar jahrelang unerkannt in einer schwer gesicherten Villa unweit einer Militärakademie gewohnt hatte.

US-Abgeordnete hatten eine Veröffentlichung von Fotos des toten Terrorführers für notwendig erachtet. "So grauenvoll sie zweifellos sein werden, weil er in den Kopf geschossen wurde: Die Veröffentlichung der Bilder könnte notwendig sein, um jegliche Zweifel zu unterdrücken, dass dies irgendein Trick der amerikanischen Regierung war", sagte der Vorsitzende des Senatsausschusses für Heimatschutz, Joseph Lieberman. Er verwies darauf, dass alles getan werden müsse, damit al-Qaida selbst den Tod bin Ladens anerkenne.

Die republikanische Senatorin Susan Collins sagte wie Lieberman, dass sie "absolut keinen Zweifel" daran habe, dass bin Laden tot sei. Es werde aber Menschen geben, die "versuchen werden, den Mythos zu erzeugen, dass er lebt und dass wir ihn irgendwie verfehlt haben", sagte sie. Um dem vorzubeugen, "kann es notwendig sein, einige der Bilder zu veröffentlichen oder ein Video oder den DNA-Test".

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Rogers, sagte, Ziel müsse es sein, einerseits "die Würde Osama bin Ladens – wenn er eine hatte – zu wahren", weil die USA sonst "Probleme an anderen Orten der Welt entzünden" könnten; andererseits müsse genügend Beweismaterial veröffentlicht werden, "damit die Leute Vertrauen haben, dass es Osama bin Laden war", der getötet wurde.