Rede vor US-Kongress Netanjahu verspricht Palästinensern "großes Entgegenkommen"
Er umschmeichelte Obama und wurde gefeiert. Doch hinter den freundlichen Worten war die Haltung Netanjahus im US-Kongress unnachgiebig wie eh und je.
Es war die Stunde Benjamin Netanjahus. Und er zeigte sich versöhnlich. Jedenfalls auf den ersten Blick. Israels Präsident war an diesem Dienstag einer Einladung der Republikanischen Partei gefolgt und sprach zu beiden Häusern des Kongresses. Senatoren und Abgeordnete, Republikaner wie Demokraten, erhoben sich mehrfach von ihren Plätzen, um ihn zu feiern. Und immer wieder brachen auch die zahlreichen Gäste auf der Tribüne in lauten Jubel aus.
Netanjahu plädierte für eine Zwei-Staaten-Lösung. Er versprach, er werde den Palästinensern entgegenkommen – und erklärte sich bereit, sofort zu den Friedensverhandlungen zurückzukehren. Frieden sei leicht zu erzielen, wenn der palästinensische Präsident Machmud Abbas nur diese sechs Worte öffentlich und uneingeschränkt erklären würde: "Ich werde einen jüdischen Staat akzeptieren!"
Doch der Ton wirkte bisweilen etwas gönnerhaft, zum Beispiel wenn er "großzügiges Entgegenkommen" Israels verhieß. Hinter seinen freundlichen Erklärungen war die Haltung hart und unnachgiebig wie eh und je: kein Rückzug auf die Grenzlinien von 1967. Einverleibung der großen jüdischen Siedlungen im Westjordanland – auch aus Sicherheitsgründen. Völlige Entmilitarisierung eines künftigen palästinensischen Staates. Militärische Präsenz Israels entlang des Jordans. Kein Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge nach Israel.
Und besonders problematisch: kein Verzicht auf Ostjerusalem. Wie schon bei seinem umstrittenen Auftritt in Amerika im vergangenen Jahr, wiederholte Netanjahu noch einmal: Jerusalem müsste auf ewig ungeteilte Hauptstadt Israels sein. So wird es kaum Frieden geben – selbst wenn Palästinenserpräsident Abbas plötzlich zur Friedenstaube würde und die extremistische Hamas, die wieder mitregieren soll, auf einmal die Waffen strecken und Israels Existenzrecht ohne Wenn und Aber anerkennen würde.
Nicht alle Abgeordneten und Senatoren zollten Netanjahu deshalb an jeder Stelle Beifall. Man sah dies ihren Gesten und Gesichtsausdrücken an. Der einflussreiche demokratische Senator John Kerry, der 2004 selber US-Präsident werden wollte, sah manchmal recht grimmig aus.
Überdies fiel auf: Als die Saaldiener das diplomatische Corps ankündigten, betraten lediglich vier Gesandte den Kongresssaal. Als der Einmarsch der amerikanischen Regierung verkündet wurde, kamen gerade einmal zwei eher unbekannte Minister durch die Tür. Das sagt Einiges über die gegenwärtige Lage aus.
Auch die Abgeordnetenränge waren nicht voll besetzt. Von links und rechts wurden in letzter Minute Angestellte und Praktikanten auf die leeren Sitze geschoben. Natürlich ist Amerika nach wie vor ein großer Freund Israels. Das wird sich auch nicht ändern. Aber diese kleinen Geschehnisse am Rande demonstrieren, dass diese Freundschaft immer öfter auf eine schwere Probe gestellt wird. Gerade durch Benjamin Netanjahu.
Der Premier spürte das und wollte darum bei seiner Rede vor dem Kongress nicht noch mehr provozieren. Hatte er am Freitag noch Präsident Obama vor laufenden Kameras brüsk ins Gesicht gesagt, einen Rückzug auf die Grenzen von 1967 würde es für Israel niemals geben, so umschmeichelte er jetzt Amerikas Präsidenten und ergab sich in lauter Freundlichkeiten.
Er pries Obama für die "eiserne" Unterstützung Israels und die harte Haltung gegenüber dem nach der Atombombe greifenden Iran. Und Netanjahu dankte für die großzügige Aufstockung der amerikanischen Militärhilfe trotz des klammen Geldbeutels und für die neueste Raketentechnik, mit der man sich gegen die tödlichen Geschosse aus dem Gaza-Streifen und dem Libanon wehre.
Doch es war gleichwohl eine Rede zu Freunden und Wohlwollenden. Und der Premier nutzte und genoss diese Gelegenheit. Als eine Demonstrantin ein Transparent entrollte und "Schluss mit der Okkupation!" brüllte, verteidigte Netanjahu ihr Recht auf Meinungsfreiheit und rief unter stürmischem Applaus: "In unserer freien Gesellschaft darf man solchen Protest äußern. In Teheran darf man das nicht!"
Netanjahu sprach viel von den demokratischen und freiheitlichen Errungenschaften seines kleinen Staats. Und er tat dies mit vollem Recht. Was in der Tat oft vergessen oder verdrängt wird: Nirgendwo sonst im Nahen und Mittleren Osten können und dürfen die Menschen so frei leben wie in Israel. Christen wie Muslime genießen die Religionsfreiheit. Niemand wird wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit, wegen seines Geschlechts oder seiner sexuellen Orientierung verfolgt. Israel ist dort die einzige Demokratie.
"Israel", rief Netanjahu darum unter tosendem Applaus, "ist nicht das, was falsch ist am Mittleren Osten. Israel ist, was am Mittleren Osten richtig ist!" Auch damit hat er recht – und zugleich unrecht. Denn der Konflikt bleibt die schwärende Wunde der Region. Nicht wegen Israel. Aber weil Israels hartbeinige Politik Friedenslösungen erschwert.
Netanjahus Rede führte außerdem wieder einmal vor Augen: Israelpolitik ist immer auch amerikanische Innenpolitik. Gerade ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl.
- Datum 25.05.2011 - 07:41 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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In Teheran darf man das nicht!“
Hoffentlich besucht Nethanjahu Rae Abileah im Krankenhaus.
Protester who heckled Netanyahu in Congress allegedly beaten, arrested at hospital
http://www.rawstory.com/r...
wenn man das in Israel dürfte..
Dort werden Menschen immer wieder eingesperrt, wenn sie gegen die Politik Israel's demonstrieren.. und zwar mit friedlichen Mitteln!
Gutes Beispiel: Jonathan Pollak wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er an einer FRIEDLICHEN DEMONSTRATION AUF FAHRRÄDERN teilgenommen hat!
http://www.guardian.co.uk...
Netanjahu labert einfach nur.
Wir bitten alle Kommentatoren, in Kommentaren das konkrete Artikelthema zu diskutieren. Es geht hier um die Äußerungen Netanjahus zum künftigen Umgang mit der Zwei-Staaten-Frage. Danke, die Redaktion/fk.
wenn man das in Israel dürfte..
Dort werden Menschen immer wieder eingesperrt, wenn sie gegen die Politik Israel's demonstrieren.. und zwar mit friedlichen Mitteln!
Gutes Beispiel: Jonathan Pollak wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er an einer FRIEDLICHEN DEMONSTRATION AUF FAHRRÄDERN teilgenommen hat!
http://www.guardian.co.uk...
Netanjahu labert einfach nur.
Wir bitten alle Kommentatoren, in Kommentaren das konkrete Artikelthema zu diskutieren. Es geht hier um die Äußerungen Netanjahus zum künftigen Umgang mit der Zwei-Staaten-Frage. Danke, die Redaktion/fk.
Israel primär ein teurer Klotz an ihrem Bein ist, für den sie Geld und Resourcen verheizen, und Undank ernten.
Aber zur Zeit hat man eher den Eindruck, dass die USA ein Vasall Israels ist, ohne eigene Entscheidungsgewalt.
Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/se.
Regierung gibt, die den Mut hat ihren Bürgern (vor allem den Siedlern) die Wahrheit zu sagen.
Die Wahrheit, dass die Besatzung Palästinas nicht die Zukunft Israels sein kann.
Sie muss die Siedler nach Israel zurück bringen und den säkularen Menschen in Israel die Angst vor den extremistischen Siedlern nehmen.
dann gibt es zwangsweise Verhandlungen weil den
Das ist Israel natürlich nicht.
:OO
Gäbe es nicht die Gönnerschaft und den Reichtum der jüdischen Bevölkerung dort (in den USA), wäre die USA schon längst abgewirschaftet.
Ihrer Meinung,
"dass die USA ein Vasall Israels ist, ohne eigene Entscheidungsgewalt",
stimme ich zu.
Gruß Max Stockhaus
Regierung gibt, die den Mut hat ihren Bürgern (vor allem den Siedlern) die Wahrheit zu sagen.
Die Wahrheit, dass die Besatzung Palästinas nicht die Zukunft Israels sein kann.
Sie muss die Siedler nach Israel zurück bringen und den säkularen Menschen in Israel die Angst vor den extremistischen Siedlern nehmen.
dann gibt es zwangsweise Verhandlungen weil den
Das ist Israel natürlich nicht.
:OO
Gäbe es nicht die Gönnerschaft und den Reichtum der jüdischen Bevölkerung dort (in den USA), wäre die USA schon längst abgewirschaftet.
Ihrer Meinung,
"dass die USA ein Vasall Israels ist, ohne eigene Entscheidungsgewalt",
stimme ich zu.
Gruß Max Stockhaus
alles behalten möchte.
Americans for Peace Now- Facts on the Ground/Map
http://www.peacenow.org/m...
Nethanjahu hat kein Friedensangebot gemacht. Die rechte Regierung in Israel will keinen Frieden.
hier eine gute beschreibung israelischer grenzen und groesse der gebiete.
http://www.youtube.com/wa...
hier eine gute beschreibung israelischer grenzen und groesse der gebiete.
http://www.youtube.com/wa...
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unzulässige Vergleiche, die lediglich der Provokation dienen. Danke. Die Redaktion/wg
Entfernt. Bitte beachten Sie, dass der Originalkommentar inzwischen moderiert wurde. Danke. Die Redaktion/wg
Entfernt. Bitte beachten Sie, dass der Originalkommentar inzwischen moderiert wurde. Danke. Die Redaktion/wg
Regierung gibt, die den Mut hat ihren Bürgern (vor allem den Siedlern) die Wahrheit zu sagen.
Die Wahrheit, dass die Besatzung Palästinas nicht die Zukunft Israels sein kann.
Sie muss die Siedler nach Israel zurück bringen und den säkularen Menschen in Israel die Angst vor den extremistischen Siedlern nehmen.
Mauer fertig zu bauen. Dafür kann er lächeln, lügen und freundlich sein.
Aber er bietet an "die Friedens Verhandlungen fort zu setzen wenn die Palestienser..." - Wenn was? - Sich weiter schikanieren, unterdrücken und aussperren lassen?
Das ist an Boshaftigkeit kaum noch zu überbieten!
"Palästina soll ein eigener Staat werden, müsse aber entmilitarisiert werden." Also ein eigener Staat, aber eher doch von Israel gelenkt.
Und dass der Siedlungsbau auch fortgeführt werden soll, ist ebenso blanker Hohn.
Viele Worte, wenig Inhalt.
"Frieden sei leicht zu erzielen, wenn der palästinensische Präsident Machmud Abbas nur diese sechs Worte öffentlich und uneingeschränkt erklären würde: 'Ich werde einen jüdischen Staat akzeptieren!'"
Das ist eindeutig zu wenig! Einen modernen jüdischen Staat namens Israel gibt es - und zwar seit dem 5. Ijar 5708 des jüdischen Kalenders (entsprechend dem 14. Mai 1948 bürgerlicher Zeitrechnung) - als Faktum. Es kann also nicht darum gehen, ob Herr Abbas oder ein anderer von niemandem mandatierter "Sprecher" der Palästinenser einen jüdischen Staat "akzeptiert". Diese Aussage hätte die gleiche Relevanz wie die "Akzeptanz" der Tatsache, dass die Erde keine Scheibe ist.
Ist die Autonomiebehörde und ist in Sonderheit die Hamas gewillt, mit dem Staat Israel in gesicherten Grenzen des Standes vom 14. Mai 1948 einen friedlichen Umgang zu pflegen, wie er zwischen Nachbarstaaten bzw. -territorien üblich sein sollte? Dass niemand seitens der Autonomiebehörde und der Hamas die Existenz(berechtigung) Israels bestreitet, setze ich als selbstverständlich voraus.
Die Palästinenster haben noch eine Menge "Hausaufgaben" zu machen, bis sie wirklich als friedliche Mitbürger gelten können, weil sie sich auch so verhalten. Das ziemlich regelmäßige Beschießen von Nachbarterritorien mit Raketenwerfern und das Legen von Autobomben dürfte eindeutig nicht zu diesem friedfertigen Umgang zu zählen sein.
Es ist Ministerpräsident Netanjahu dringend anzuraten, sich auf keine faulen Kompromisse einzulassen!
Natürlich gehen Raketenangriffe nicht, genauso wenig wie der Tod der zivilen Bevölkerung.
Aber die Palästinenser sind nun mal ein gebeuteltes, vertriebenes und unterdrücktes Volk. Erst waren es die Engländer, dann wurde Ihnen einfach ein Staat auf's Auge gedrückt.
Wenn man einen Hund quält, muss man sich nicht wundern, wenn er beißt.
Netanjahu hat mit seinem Auftritt wieder mal bewiesen, dass er nicht bereit ist, den Preis für den Frieden zu bezahlen.
Zu den unwahren Statements, die hier zugelassen werden, muss man ein paar Worte hinzufügen.
1. "Ist die Autonomiebehörde und ist in Sonderheit die Hamas gewillt, mit dem Staat Israel in gesicherten Grenzen des Standes vom 14. Mai 1948 einen friedlichen Umgang zu pflegen,"
Die Autonomiebehörde ist seit den 90ern dazu bereit, in einer Zeit, als die Hamas noch keinen derartigen Zuspruch in Gaza hatte.
Was hat es den Palästinensern gebracht? Nichts!
KEINE der derzeitigen Regierungsparteien in Israel (sechs an der Zahl!) sieht in ihren Parteiprogrammen einen unabhängigen Staat Palästina vor.
Israel will das völkerrechtswidrig besetzte Westjordanland und das völkerrechtswidrig "annektierte" Ost-Jerusalem nicht evakuieren, weil dann ein Bürgerkrieg ausbrechen würde.
2. "Die Palästinenster haben noch eine Menge "Hausaufgaben" zu machen, bis sie wirklich als friedliche Mitbürger gelten können, weil sie sich auch so verhalten. "
"Die Israelis" haben auch noch "eine Menge Hausaufgaben zu machen, bis sie wirklich als friedliche Mitbürger gelten können".
Oder sind diese Menschen Ihrer Meinung nach "friedliche Mitbürger" oder werden es jemals sein können?: http://www.tagesschau.de/...
Natürlich gehen Raketenangriffe nicht, genauso wenig wie der Tod der zivilen Bevölkerung.
Aber die Palästinenser sind nun mal ein gebeuteltes, vertriebenes und unterdrücktes Volk. Erst waren es die Engländer, dann wurde Ihnen einfach ein Staat auf's Auge gedrückt.
Wenn man einen Hund quält, muss man sich nicht wundern, wenn er beißt.
Netanjahu hat mit seinem Auftritt wieder mal bewiesen, dass er nicht bereit ist, den Preis für den Frieden zu bezahlen.
Zu den unwahren Statements, die hier zugelassen werden, muss man ein paar Worte hinzufügen.
1. "Ist die Autonomiebehörde und ist in Sonderheit die Hamas gewillt, mit dem Staat Israel in gesicherten Grenzen des Standes vom 14. Mai 1948 einen friedlichen Umgang zu pflegen,"
Die Autonomiebehörde ist seit den 90ern dazu bereit, in einer Zeit, als die Hamas noch keinen derartigen Zuspruch in Gaza hatte.
Was hat es den Palästinensern gebracht? Nichts!
KEINE der derzeitigen Regierungsparteien in Israel (sechs an der Zahl!) sieht in ihren Parteiprogrammen einen unabhängigen Staat Palästina vor.
Israel will das völkerrechtswidrig besetzte Westjordanland und das völkerrechtswidrig "annektierte" Ost-Jerusalem nicht evakuieren, weil dann ein Bürgerkrieg ausbrechen würde.
2. "Die Palästinenster haben noch eine Menge "Hausaufgaben" zu machen, bis sie wirklich als friedliche Mitbürger gelten können, weil sie sich auch so verhalten. "
"Die Israelis" haben auch noch "eine Menge Hausaufgaben zu machen, bis sie wirklich als friedliche Mitbürger gelten können".
Oder sind diese Menschen Ihrer Meinung nach "friedliche Mitbürger" oder werden es jemals sein können?: http://www.tagesschau.de/...