Afghanistan-Abzug USA sollen in Deutschland mit Taliban verhandelt haben
Die USA wollen den teuren Afghanistan-Krieg so rasch wie möglich beenden. Einem Medienbericht zufolge führen sie direkte Gespräche mit den Taliban – auch in Deutschland.
© Bay Ismoyo/AFP/Getty Images

Dorfbewohner und ein Soldat der afghanischen Armee in Sistani.
Bis vor kurzem galten die radikal-islamitischen Taliban noch als Erzfeinde der USA. Auf der Suche nach einer politischen Lösung für Afghanistan haben die USA nun laut Medienberichten ihre direkten Kontakte zu den Taliban intensiviert.
Ein Vertreter der US-Regierung habe sich in Qatar und Deutschland mindestens drei Mal mit Taliban-Abgesandten getroffen, berichtete die Washington Post unter Berufung auf einen afghanischen Vertreter. An welchem Ort in Deutschland diese Treffen stattgefunden haben, ging aus dem Bericht nicht hervor.
An einem der Treffen vor acht oder neun Tagen habe ein enger Vertrauter des Taliban-Chefs Mullah Mohammad Omar teilgenommen. Um wen aus der Taliban-Führung es sich genau handelt, ist ebenfalls unklar. Die US-Regierung sei sich jedoch sicher, dass es sich um einen echten Kontakt zur Führungsspitze handelt. Im vergangenen Herbst war bekannt geworden, dass der afghanische Präsident Hamid Karsai und seine westlichen Verbündeten bei Geheimgesprächen auf einen Schwindler reingefallen waren, der sich zu Unrecht als Taliban-Anführer ausgegeben hatte.
Nach Einschätzung politischer Analysten hat die Tötung von al-Qaida-Chef Osama bin Laden durch US-Elitesoldaten vor gut zwei Wochen die Chancen für eine politische Lösung des Afghanistan-Konflikts erhöht. Die radikal-islamischen Taliban hatten Bin Laden bis zu ihrer Vertreibung aus der Regierung durch US-Truppen im Jahr 2001 Unterschlupf gewährt.
Die USA hofften, bis Juli Fortschritte in den Gesprächen erzielen zu können. Dann will Präsident Barack Obama den Abzug der ersten US-Truppen aus dem Land am Hindukusch verkünden.
Dem Zeitungsbericht zufolge bestanden die Taliban auf direkte Gespräche mit US-Vertretern, für die sie eine Liste mit Forderungen übermittelt hätten. Unter anderem verlangten sie die Freilassung von bis zu 20 Insassen aus dem Sondergefängnis Guantanamo, den Abzug aller ausländischen Truppen aus Afghanistan und die Zusage, dass die Taliban eine substanzielle Rolle in der Regierung spielen würden.
Zudem hätten sie vorgeschlagen, eine Repräsentanz zu eröffnen, möglicherweise in Qatar. Die USA und die afghanische Regierung verlangen ihrerseits von den Taliban Gewaltverzicht und die Beachtung der afghanischen Verfassung, darunter die Achtung der Minderheiten- und Frauenrechte.
US-Außenministerin Hillary Clinton wollte den Bericht zunächst nicht bestätigen. Sie sagte jedoch, die USA hätten "eine weite Bandbreite von Kontakten" in Afghanistan und der Region. Zugleich fügte sie hinzu, der Tod von Osama bin Laden sollte es für die Taliban erleichtern, ihre Verbindung zu al-Qaida abzubrechen. US-Regierungsvertreter sagten auch, dass die "Sondierungsgespräche" noch vorläufiger Natur seien – und keine echten Verhandlungen etwa über eine Regierungsbeteiligung der Aufständischen. Die Regierungen in Washington und Kabul ziehen eine Beteiligung der Taliban in den afghanischen Friedensprozess schon länger in Betracht.
Aus Deutschland gab es Zustimmung für diesen Annäherungkurs: "Ich finde es richtig, in der jetzigen Phase Gespräche zu führen", sagte der außenpolitische Sprecher der Union, Philipp Mißfelder. Der SPD-Außenpolitiker Rolf Mützenich sagte, er sehe auch keine Probleme darin, dass solche Gespräche in Deutschland stattfänden. "Seit der Londoner Konferenz (im Januar 2010) ist ohnehin klar, dass man solche Gesprächskanäle nutzen und intensivieren muss", sagte Mützenich.
In der Bundesregierung hielt man sich bedeckt, verweist aber darauf, dass auch die afghanische Regierung für den Versöhnungsprozess im Lande Gespräche mit Taliban-Vertretern führe. "Die internationale Gemeinschaft bemüht sich um Fortschritte bei einer politischen Lösung im Afghanistan-Konflikt", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes auf die Frage, ob der Bundesregierung dieses Treffen bekannt sei und ob sich auch deutsche Diplomaten mit der Taliban getroffen hätten. "Dafür muss der innerafghanische Friedensprozess unterstützt werden und dafür müssen die Konfliktparteien an einen Tisch kommen", sagte er.
Offenbar wird von westlichen Regierungen auch darüber nachgedacht, Taliban-Vertreter zu der Afghanistan-Konferenz auf dem Petersberg nahe Bonn im Dezember einzuladen. Das Auswärtige Amt wollte sich dazu nicht äußern: Die Afghanistan-Konferenz werde unter afghanischem Vorsitz auf Außenminister-Ebene stattfinden, sagte ein Sprecher. Die Teilnehmer würden zu gegebener Zeit eingeladen. An Spekulationen wolle man sich nicht beteiligen.
- Datum 17.05.2011 - 17:14 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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Na bitte. Die "Tötung" Bin Ladens musst man nun aus dem Hut zaubern. So kann man sich prima aus Afghanistan zurückziehen und grosskotzig "mission accomplished" posaunen.
In Wahrheit hat sich dort das Bündnis der größten und stärksten Armee bis auf die Knochen blamiert.
....Die Mission ist doch in etwa erreicht. Es ist an der Zeit, dass die Amis sich zurückziehen und die Afghanen übernehmen. Zwar hätte das Land nach allen Studien eine bessere Chance in einer friedlichen und Demokratie ähnlichen Staatsform zu reüssieren, wenn man länger bliebe. Das ist wahr. Aber warum sollten die Amis das machen. Wir wissen solche Sachen immer besser. Wir machen das!
....Die Mission ist doch in etwa erreicht. Es ist an der Zeit, dass die Amis sich zurückziehen und die Afghanen übernehmen. Zwar hätte das Land nach allen Studien eine bessere Chance in einer friedlichen und Demokratie ähnlichen Staatsform zu reüssieren, wenn man länger bliebe. Das ist wahr. Aber warum sollten die Amis das machen. Wir wissen solche Sachen immer besser. Wir machen das!
14,4 Trillionen US$ sind jetzt bereits an Verschuldung erreicht; die USA sind Pleite!
Osama ist liquidiert worden und warum jetzt weiter Milliarden in ein renitentes Afghanistan pumpen, was auf Teufel komm raus sich nioht demokratiseren will?
Die Bundeswehr ist auch von Kanzlerin und Guttenberg zerschlagen worden, also raus aus Afghanistan!
Sonst haben wir bald wieder einen "Oberst Klein - Vorfall".
Deutschland sofort raus aus Afghanistan!
Haben die Taliban-Abgesandten denn ein Schengen-Visum, oder gar einen ständigen Aufenthaltstitel in Deutschland? Ich glaube, es hackt ...
Ich hau mich wech! 10 Jahre Krieg für was denn jetzt eigentlich? Wofür bitte alle diese zwangsbeglückten Toten? Toll der Rat an die Taliban, doch bitte die Verfassung zu respektieren. Würden sie demokratisch darüber abstimmen lassen, käme man zu dem Ergebnis dass diese Verfassung nichtssagend ist. Und so ist es ja auch, weil sie tatsächlich nicht den Willen des Volkes repräsentiert, was speziell beim Thema der Rolle der Frau sichtbar wird, die sich nunmal von westeuropäischen Vorstellungen unterscheidet. Es wird aber gar nicht zu einer wirklichen Machtübergabe kommen, denn Afghanistan wird, ebenso wie der Irak, auch weiterhin ein Protektorat bleiben. Die Macht geht nur formell auf lokale Politiker über, kann aber jederzeit entzogen werden. Man wird ausreichend Soldaten vor Ort lassen. In erster Linie geht es um Kosteneinsparungen und darum, Kapazitäten für Libyen, oder ein weiteres Ziel, frei zu machen, wo sich die Sache nun 1 zu 1 wiederholt.
ist für eine Überraschung immer gut.
....Die Mission ist doch in etwa erreicht. Es ist an der Zeit, dass die Amis sich zurückziehen und die Afghanen übernehmen. Zwar hätte das Land nach allen Studien eine bessere Chance in einer friedlichen und Demokratie ähnlichen Staatsform zu reüssieren, wenn man länger bliebe. Das ist wahr. Aber warum sollten die Amis das machen. Wir wissen solche Sachen immer besser. Wir machen das!
....vielleicht ist dieser Taliban-Mensch ja auch so ein schwindler. Wenn die Afghanen die Talibans nicht erkennen, wie sollen es Amis und Deutsche koennen? Vielleicht sollte man einen Fragen-katalog ausarbeiten anhand dessen man Talibans erkennen kann. Kann es einen Taliban ohne Bart geben? Muss ein Taliban auch in die Knien sitzen koennen? Nichts wie raus aus diesem Elend, namens Afghanistan.
Es kann nur eins existieren, nämlich die Taliban und dann "nur" die Taliban oder die Frauen (Rechte) und die ihnen folgende Demokratie in Frieden für Land und Leute. Es ist fiktional und komplett unrealistisch nur mit dem Gedanken zu spielen die Taliban als Zukunft und als in der Regierung mitspielenden Teil zu engagieren! Hat Amerika immer noch nichts, aber auch gar nichts gelernt aus den Erfahrung des Kriegsalltages? Ich sehe bis heute nur: 1.Finanzielle Unterstützung des falschen Regimes. 2.Zerstörung dieses durch Sie unterstütze Regimes. 3. Einmarsch in eine komplett fremde Kultur ohne Berücksichtigung von Menschenrechten. 4. Kein Geld. 5.Illusion und Traum einer Demokratie. 6. Rückzug. 7. Frustration des zerfallenen Landes. 8. Die USA als Held!
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