USA : Clinton droht Pakistan mit Kürzung von Militärhilfen

Hatte bin Laden Kontakt zu Pakistans Geheimdienst? US-Außenministerin Clinton droht nun damit, Militärhilfen für Islamabad in Milliardenhöhe zu streichen.

Außenministerin Hillary Clinton hat bei einer Senatsanhörung in Washington einen Satz gesagt, der das ganze Dilemma der USA mit Pakistan zeigt: Pakistan sei zwar ein entscheidender Partner der USA, doch stimmten dessen Worte und dessen Taten nicht immer überein. Die USA hatten im Mai al-Qaida-Chef Osama bin Laden in einem Haus in Pakistan getötet. Der soll Kontakt zu einer Extremistengruppe gehabt haben, die in Verbindung mit dem pakistanischen Geheimdienst gestanden haben soll.

Solange keine Konsequenzen gezogen würden, so Clinton bei der Anhörung, seien die USA nicht bereit, die Militärhilfen im bisherigen Umfang zu gewähren. Clinton ließ offen, welche Schritte sie von Pakistan erwartet. Die Regierung in Pakistan müsse aber garantieren, dass sie auf Seiten der USA stehe.

Seit 2001 haben die USA dem pakistanischen Militär mit rund 20 Milliarden Dollar unter die Arme gegriffen. Clinton warf der Führung in Pakistan eine unstete Politik vor. Einmal handle sie gegen die Interessen und Werte der USA, dann wieder im Einklang mit ihnen. Das Verhältnis zwischen den USA und Pakistan ist seit Langem gespannt. 

In der Sitzung äußerten auch mehrere Senatoren Zweifel an der Zuverlässigkeit Pakistans. Insbesondere die Politiker, die über die Vergabe der Mittel entschieden, forderten Klarheit vom Partner, sagte etwa Clintons Parteifreund, der demokratische Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry.

Die Verbindung bin Ladens zum pakistanischen Geheimdienst legt laut New York Times die Auswertung des Mobiltelefons eines Kuriers bin Ladens nahe. Das Mobiltelefon sei ein wichtiges Indiz dafür, wie bin Laden jahrelang in Pakistan von Militär und Geheimdienst habe unbehelligt bleiben können.

Hochrangige US-Regierungsbeamte sagten der Zeitung zufolge, auf dem Telefon seien Kontakte zu der Extremistengruppe Harakat al-Mudschahedin entdeckt worden. Anführer dieser Gruppe hätten Vertreter des pakistanischen Geheimdienstes angerufen. Die US-Beamten sagten der New York Times zufolge, in diesen Gesprächen sei es aber nicht unbedingt um bin Laden und dessen Deckung gegangen. Auch handele es sich um keinen schlagenden Beweis für eine Unterstützung bin Ladens durch den pakistanischen Geheimdienst. Sollte sich dieser Verdacht allerdings erhärten, wäre dies ein weiterer schwerer Rückschlag in den Beziehungen zwischen den USA und Pakistan.

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Kommentare

21 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

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Gut, sie kürzt die Militärausgaben zwar aus dem falschen Grund (nämlich weil die Pakistanis ihnen nicht genug Speichel lecken, nicht weil Krieg eine absolut destruktive Sache ist), aber wenn weniger Geld für den Krieg ausgegeben wird, ist das immer eine super Sache.

Jetzt noch die ganzen anderen Militärausgaben streichen, dann wird's schon!

Hyllary die Hexe mit dem Zauberstock, der keine Wunder bewirken

will, droht dem Haschischfürsten mit dem Entzug der Kanonen.
In diesem Zusammenhang muss ich an Umberto Ecos Buch "In Namen der Rose" denken. Da spricht der Abs:"Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keinen Furcht vor dem Teufel hat, der braucht auch keinen Gott mehr,"

Es macht für die USA in der Tat keinen Sinn, ...

... seine islamistischen Feinde innerhalb des pakistanischen Militärs mit Geld, Militärtrainern und Waffen zu unterstützen, nur damit die dann über Taliban und Al Qaida für steigende US-Verluste in Afghanistan sorgen.

Die Chinesen stehen schon bereit, um die USA in Pakistan abzulösen.
Allerdings hat auch Peking kein Interesse daran, dass die pakistanischen Taliban sich erneut Teile Afghanistans gewaltsam einverleiben, oder das Taliban und Al Qaida in Pakistan machtmäßig ans Ruder kommen.

Atomwaffen und große modern bewaffnete Streitkräfte in den Händen von islamistischen Dschihadisten wäre weder für China, noch für Russland, noch für Indien akzeptabel.