Arabische StaatenJemens Präsident überlebt Angriff auf seinen Palast

Bei Granatenschüssen auf seine Residenz ist Präsident Salih womöglich verletzt worden. Das Oppositionsfernsehen meldet sogar seinen Tod, die Regierung dementierte umgehend. von dpa und Reuters


Bei einem Angriff auf das Haus des jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Salih sind mehrere Politiker verletzt worden. Augenzeugen berichteten, Parlamentspräsident Jahja al-Rai und Vize-Ministerpräsident Raschad al-Alimi hätten Verletzungen erlitten, als das Gebäude von Granaten getroffen wurde. Der Nachrichtensender Al Arabiya meldete, Präsident Salih habe leichte Verletzungen davongetragen. Vier Angehörige der Präsidentengarde seien getötet worden.

"Dies war ein Attentatversuch, und er ist fehlgeschlagen. Seiner Exzellenz dem Präsidenten geht es gut, und er wird bald vor die Presse treten", sagte Jassir al-Jamani, ein Parteigenosse des Präsidenten in einem Interview mit Al Arabiya. Nach Angaben des Senders trug Salih leichte Verletzungen davon.

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Laut Augenzeugen hatte die Republikanische Garde, die loyal zu Präsident Salih steht, zuvor die Häuser von General Mohsen al-Ahmar und des Oppositionspolitikers Scheich Hamid al-Ahmar angegriffen. Die Anhänger der beiden Männer hätten daraufhin zum Gegenschlag ausgeholt und auf das Gelände des Präsidentenpalastes gefeuert.

Parlamentspräsident Jahja al-Rai und Vize-Ministerpräsident Raschad al-Alimi hätten Verletzungen erlitten, als eine neben dem Präsidentenpalast gelegene Moschee von Granaten getroffen worden sei, hieß es weiter.

Im Jemen fordern Demonstranten seit vier Monaten den Rücktritt des Präsidenten, der seit 1978 in Sanaa an der Macht ist. In den vergangenen Tagen hatten sich die Regierungstruppen in der Hauptstadt Gefechte mit Kämpfern des Al-Ahmar-Clans geliefert, der sich mit den Demonstranten solidarisiert hatte.

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Leserkommentare
    • Ottoo
    • 03. Juni 2011 15:22 Uhr

    Der Jemen steht innenpolitisch gewaltig unter Druck. Das jemenitische Volk will Präsident Salih aus dem Amt jagen, nachdem dieser jahrzehntelang auf Kosten seiner Bürger die Macht in Sanaa ausübte. Ägyptens Diktator Mubarak konnte abgelöst werden, Tunesiens Diktator Ben Ali ebenfalls sowie bald auch - so meine Einschätzung - die Führer Libyens und Jemens. Wenn Gaddafi und Salih weiterhin im Amt bleiben, so wird die Gefahr eines anhaltenden Bürgerkriegs weiter bestehen bleiben: http://2010sdafrika.wordpress.com/2011/01/16/burgerkrieg-droht-in-tunesi....

  1. Ersollte herrn Gadhafi nach Nordkorea begleiten, dann kann man von den tollen Zeiten erzählen, als man Macht hatte.
    Das Land, an dem Ihm liegen sollte , wird jetzt doch unregierbar, fühlt der Mann sich nicht schuldig ?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
  • Schlagworte Präsident | Ali Abdullah Salih | Gebäude | Moschee | Presse | Sender
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