Der niederländische Islamgegner Geert Wilders ist vom Vorwurf der Anstiftung zum Hass gegen Muslime sowie in allen anderen Anklagepunkten freigesprochen worden.

Die umstrittenen Äußerungen des Chefs der populistischen Partei für die Freiheit (PVV) seien zwar teils äußerst grob, aber nicht strafbar, befand das zuständige Gericht in Amsterdam. Wilders hatte unter anderem den Islam als faschistische Ideologie von Terroristen beschimpft.

Die drei Richter folgten mit ihrem Urteil sowohl den Forderungen der Verteidigung als auch der Staatsanwaltschaft. Sie hatten übereinstimmend auf Freispruch plädiert. Wilders habe seine umstrittene Kritik im Rahmen einer breiten öffentlichen Debatte über die multikulturelle Gesellschaft vorgebracht, erläuterte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Sie sei daher auch deshalb trotz der scharfen Form legitim. Vor allem aber habe der Politiker nicht Muslime als Individuen, also nicht Menschen, angegriffen, sondern den Islam als solchen kritisiert.

Wilders hatte in seinem Schlusswort geltend gemacht, seine umstrittenen Vorwürfe gegen die Religion der Muslime als angeblich "faschistische Ideologie von Terroristen" seien durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Europa werde durch einen Prozess der Islamisierung bedroht. Als Politiker habe er das Recht und die Pflicht, öffentlich davor zu warnen.

Ähnlich wie das Gericht hatte auch die Staatsanwaltschaft erklärt, etwa der Vergleich des Koran mit Hitlers Mein Kampf seien nicht gegen Muslime als Menschen gerichtet gewesen. Der 47-Jährige musste sich neben angeblicher Anstiftung zum Hass auch wegen mutmaßlicher Diskriminierung sowie Beleidigung von Muslimen als Gruppe verantworten.