Dissidenten China lässt Ai Weiwei frei

Der Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Chinas staatliche Nachrichtenagentur meldet, Ai habe Steuervergehen gestanden.

Der chinesische Künstler und Regierungskritiker Ai Weiwei ist gegen Kaution auf freien Fuß gekommen. Die Freilassung sei erfolgt, nachdem Ai ein Geständnis wegen Steuerflucht abgelegt habe, und weil er chronisch krank sei, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Ai habe seine "Vergehen zugegeben" und damit eine "gute Haltung" bewiesen. Der international renommierte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Führung war am 3. April festgenommen worden und wurde seither an einem unbekannten Ort festgehalten.

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Die Regierung in Peking hatte ohne Angaben von Details mitgeteilt, dem international renommierten Künstler würden "Wirtschaftsverbrechen" vorgeworfen. Details nannte sie nicht. Vor einem Monat warf die Polizei einer Firma von Ai Steuerbetrug vor. Xinhua berichtete damals unter Berufung auf die Polizei, die Firma Fake Cultural Development habe eine "riesige Summe" an Steuern hinterzogen.

Die Festnahme von Ai war international scharf kritisiert worden. Mehr als 100.000 Menschen unterzeichneten eine Petition für seine Freilassung, die vom New Yorker Guggenheim-Museum initiiert worden war.

 
Leser-Kommentare
  1. jetzt gefoltert worden, damit er gesteht?

    Auf die Berichte darf man gespannt sein.

    Und über die Höhe der Kaution darf spekuliert werden.

    • MarcL.
    • 22.06.2011 um 17:17 Uhr

    Auch interessant ist, wie sich seine Einstellung zur Regierung und zur Politik Chinas verändert haben, bzw. ob sie sich verändert haben. Es gab einige Stimmen, die von Gehirnwäsche und/oder Erpressung geredet haben...

    Aber ich bin nicht sicher, ob man je erfahren wird, was mit ihm in den vergangenen Monaten passiert ist.
    Und ich glaube nicht, dass sie ihn freigelassen hätten, wenn sie nicht sicher gewesen wären, dass er die Folter etc. (sollte es so gewesen sein) verschweigt.

    Man kann gespannt sein, wie es nun weiter geht.

    • emew
    • 22.06.2011 um 17:17 Uhr

    ...ist ein diktatorisch regiertes Land, mit dem unsere Kapitalisten dennoch gern Geschaefte machen.

    Korrumpiertheit der "Eliten" gibt's also leider nicht nur in China.

    Das Absaegen des Astes, auf dem wir sitzen, wird eine Mehrheit der Leute erst im nachhinein bemerken, wenn wir schon fallen.

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    @emew

    welche Lösung schlagen Sie denn vor?Glauben Sie,Dialog und Zusammenarbeit mit China seien grundsätzlich falsch?Es gibt viele souveräne Staaten mit ihrer eigenen Geschichte und Kultur auf der Welt.Wir können uns annähern,einander besser verstehen und voneinander lernen.Oder wir können die Konfrontation suchen.Somit schaffen wir aber einen Feind und gefährden das wichtigste auf der Welt:den Frieden.Der Westen identifiziert sich mit Menschenrechten und Demokratie,als ob er der Hüter von Freiheit und Humanität wäre.Der Westen betrachtet die Menschen,die nicht zum Westen gehören,nicht als vernünftige und mündige Subjekte,sondern als Objekte westlicher Umerziehung und Belehrung.Sie reden so,als sei China keine facettenreiche und widersprüchliche Gesamtheit vernunftbegabter Individuen,sondern ein einheitliches Ganzes,welches man pauschal verurteilen könnte.Unzählige Menschen und Staaten müssen auf diesem Planeten koexistieren,und dazu brauchen wir Dialog.Dialog erfolgt immer auf verschiedenen Ebenen.Ich würde sagen,dass man sie alle auf zwei reduzieren kann:die offizielle und die inoffizielle Ebene.Auf offizieller Ebene ist in den letzten Jahren viel falsch gemacht worden.Die allzu direkte und theatralische Kritik westlicher Politiker ist ein Vorteil für Hardliner und ein Nachteil für die Reformer.Die Hardliner können das aggressive Verhalten des Westens als Bedrohung auslegen und darstellen und somit Reformen verhindern.

    @emew

    welche Lösung schlagen Sie denn vor?Glauben Sie,Dialog und Zusammenarbeit mit China seien grundsätzlich falsch?Es gibt viele souveräne Staaten mit ihrer eigenen Geschichte und Kultur auf der Welt.Wir können uns annähern,einander besser verstehen und voneinander lernen.Oder wir können die Konfrontation suchen.Somit schaffen wir aber einen Feind und gefährden das wichtigste auf der Welt:den Frieden.Der Westen identifiziert sich mit Menschenrechten und Demokratie,als ob er der Hüter von Freiheit und Humanität wäre.Der Westen betrachtet die Menschen,die nicht zum Westen gehören,nicht als vernünftige und mündige Subjekte,sondern als Objekte westlicher Umerziehung und Belehrung.Sie reden so,als sei China keine facettenreiche und widersprüchliche Gesamtheit vernunftbegabter Individuen,sondern ein einheitliches Ganzes,welches man pauschal verurteilen könnte.Unzählige Menschen und Staaten müssen auf diesem Planeten koexistieren,und dazu brauchen wir Dialog.Dialog erfolgt immer auf verschiedenen Ebenen.Ich würde sagen,dass man sie alle auf zwei reduzieren kann:die offizielle und die inoffizielle Ebene.Auf offizieller Ebene ist in den letzten Jahren viel falsch gemacht worden.Die allzu direkte und theatralische Kritik westlicher Politiker ist ein Vorteil für Hardliner und ein Nachteil für die Reformer.Die Hardliner können das aggressive Verhalten des Westens als Bedrohung auslegen und darstellen und somit Reformen verhindern.

  2. 4. vogel

    frei...

  3. Eine Leser-Empfehlung
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    .

    .

  4. Bei den Haftbedingungen, die Herrn Weiwei aller Voraussicht nach zugemutet worden sind, würde jeder von uns das Verlangte in die Welt hinaus posaunen, da darf man sich nichts vormachen und - vor allen Dingen - keine falschen Schlüsse ziehen!

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    Doppelposting. Die Redaktion/wg

    wie viele Menschen die Haftbedingungen in den Gefängnissen kennen, wie viele die Ermittlungsakten kennen, wie viele die gesetzlichen Bestimmungen in einem anderen Land kennen und wie viele Menschen hellsherische Fähigkeiten besitzen ist schon faszinierend

    Doppelposting. Die Redaktion/wg

    wie viele Menschen die Haftbedingungen in den Gefängnissen kennen, wie viele die Ermittlungsakten kennen, wie viele die gesetzlichen Bestimmungen in einem anderen Land kennen und wie viele Menschen hellsherische Fähigkeiten besitzen ist schon faszinierend

  5. In der FAZ vom 14.05.2011 schrieb Bei Ling ueber Ai's New Yorker Jahre in dem Artitkel "Der nackte Bürger Ai Weiwei": In seiner Kellerwohnung (1988:siebzig Quadratmeter für 700 Dollar Miete) betrieb Ai Weiwei einen Schwarzhandel mit gebrauchten Kameras. Er hatte diese Apparate von fliegenden Händlern erstanden, die ihre gestohlene Ware möglichst schnell wieder loswerden wollten. ... In seiner Wohnung lagen zahllose davon herum, die er reparierte und nachher an Freunde verkaufte.

    ...und hier geht's weiter:
    http://www.nzz.ch/nachric...

    Bitte äußern Sie sich in Beiträgen zum konkreten Artikelthema. Danke, die Redaktion/fk.

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    aus berlin. linientreu bis zum kragenknopf. die stimme der partei auf dem berliner kunstparkett mit der vier-punkte-agenda. die nzz muss betriebsausflug gehabt haben

    werden Sie eigentlich nicht müde zu glauben dass ihr verzweifelter Versuch Ihre "Wahrheit" über Weiwei zu verbreiten jemanden interessiert?! Es geht bei diesem Thema um die Möglichkeit einer Systemkritik. Aber seit Wochen darf man sicher sein - es kommt einer ihrer destruktiven Zugaben zum Thema. Und das die Chinesen nicht so relaxed auf Kritik reagieren, heißt nicht das es das System nicht verändern wird. Allein die Chance auf Veränderung wäre zumindest mehr wert als ihre Form der Kommentierung.

    Wann schaltet ihr diese Funktion nur wieder ab!? Wozu der ganze Gedankenmüll der sich primär aus Meinungen und nicht aus Wissen speist!?

    aus berlin. linientreu bis zum kragenknopf. die stimme der partei auf dem berliner kunstparkett mit der vier-punkte-agenda. die nzz muss betriebsausflug gehabt haben

    werden Sie eigentlich nicht müde zu glauben dass ihr verzweifelter Versuch Ihre "Wahrheit" über Weiwei zu verbreiten jemanden interessiert?! Es geht bei diesem Thema um die Möglichkeit einer Systemkritik. Aber seit Wochen darf man sicher sein - es kommt einer ihrer destruktiven Zugaben zum Thema. Und das die Chinesen nicht so relaxed auf Kritik reagieren, heißt nicht das es das System nicht verändern wird. Allein die Chance auf Veränderung wäre zumindest mehr wert als ihre Form der Kommentierung.

    Wann schaltet ihr diese Funktion nur wieder ab!? Wozu der ganze Gedankenmüll der sich primär aus Meinungen und nicht aus Wissen speist!?

  6. aus berlin. linientreu bis zum kragenknopf. die stimme der partei auf dem berliner kunstparkett mit der vier-punkte-agenda. die nzz muss betriebsausflug gehabt haben

    Eine Leser-Empfehlung
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    ... und wie ist das mit Ai's Freund Bei Ling. Ist der auch "linientreu bis zum kragenknopf."?

    @spechtend: Aeh ja genau. Linientreu. Folgendes Zitat stammt aus dem NZZ-Artikel von Frau Zhu, falls sie die jetzt damit meinen:

    Sie wahren die geistige Unabhängigkeit, bewahren die geistigen Werte und setzen dadurch einen Kontrapunkt zur allherrschenden blinden Geldgier, die letztlich die Partei an der Macht hält. Sie sind der Sand im Getriebe des Regimes. Je grösser die Zahl dieser Menschen wird und je mehr sie den Chinesen als Vorbild dienen, desto brüchiger wird das Regime.

    Schade, dass jemand, der versucht differenziert seine Meinung zu vertreten, als Stimme der komunistischen Partei angesehen wird, sobald er einen anderen Weg fuer Veraenderungen vorschlaegt, als die plakative Konfrontation mit dem chinesischen Staat, aus der sich im Westen vielerorts Profit schlagen laesst.

    Und noch etwas. Der ganze Protestfirlefanz, der nicht an wirklicher sachlicher Aufklaerung orientiert ist, kostet nur unnoetig Zeit. Wenn man bei Interessenkonflikten zu voreilig eine Seite einnimmt, ohne sich ueber die Fakten zu informieren, dann besteht die Gefahr seine Glaubwuerdigkeit zu verlieren. Und das nutzen dann die Hardliner in der KPD erst Recht aus. Kein deutscher Journalist ist bisher auch nur annaehernd eine sachkundigen Artikel ueber die rechtlichen Fragen bezueglich der Verhaftung von Ai Weiwei zu schreiben. Eine Meinung haben sie aber alle. Das ist ziemliche daemlich, egal ob sie nun im Nachhinein Recht haben, oder Ai Weiwei tatsachlich den Zumwinkel gemacht hat.

    ... und wie ist das mit Ai's Freund Bei Ling. Ist der auch "linientreu bis zum kragenknopf."?

    @spechtend: Aeh ja genau. Linientreu. Folgendes Zitat stammt aus dem NZZ-Artikel von Frau Zhu, falls sie die jetzt damit meinen:

    Sie wahren die geistige Unabhängigkeit, bewahren die geistigen Werte und setzen dadurch einen Kontrapunkt zur allherrschenden blinden Geldgier, die letztlich die Partei an der Macht hält. Sie sind der Sand im Getriebe des Regimes. Je grösser die Zahl dieser Menschen wird und je mehr sie den Chinesen als Vorbild dienen, desto brüchiger wird das Regime.

    Schade, dass jemand, der versucht differenziert seine Meinung zu vertreten, als Stimme der komunistischen Partei angesehen wird, sobald er einen anderen Weg fuer Veraenderungen vorschlaegt, als die plakative Konfrontation mit dem chinesischen Staat, aus der sich im Westen vielerorts Profit schlagen laesst.

    Und noch etwas. Der ganze Protestfirlefanz, der nicht an wirklicher sachlicher Aufklaerung orientiert ist, kostet nur unnoetig Zeit. Wenn man bei Interessenkonflikten zu voreilig eine Seite einnimmt, ohne sich ueber die Fakten zu informieren, dann besteht die Gefahr seine Glaubwuerdigkeit zu verlieren. Und das nutzen dann die Hardliner in der KPD erst Recht aus. Kein deutscher Journalist ist bisher auch nur annaehernd eine sachkundigen Artikel ueber die rechtlichen Fragen bezueglich der Verhaftung von Ai Weiwei zu schreiben. Eine Meinung haben sie aber alle. Das ist ziemliche daemlich, egal ob sie nun im Nachhinein Recht haben, oder Ai Weiwei tatsachlich den Zumwinkel gemacht hat.

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