Mit scharfen Maßnahmen will der US-Bundesstaat Alabama künftig gegen illegale Einwanderer vorgehen. Der Kongress in der Hauptstadt Montgomery verabschiedete ein Gesetz, wonach die Polizei jeden Menschen kontrollieren soll, bei dem der Verdacht bestehe, er sei ohne Genehmigung im Land. Strafbar mache sich auch, wer eine Wohnung an illegale Einwanderer vermiete, berichtete die New York Times am Samstag.

Experten sagten der Zeitung, es handele sich um das bisher strengste Ausländergesetz in den USA. So müssten Schulen den Einwanderungsstatus aller Kinder überprüfen und in einer Statistik veröffentlichen. Auch jegliche Kosten, die für die Bildung der Kinder mit illegalem Einwanderungsstatus entstehen, sollen veröffentlicht werden. Wer ohne Aufenthaltsgenehmigung zur Schule gegangen sei, dürfe künftig keine Universität besuchen.

Ein ähnliches Vorhaben im Bundesstaat Arizona war im vergangenen Sommer in wesentlichen Teilen von einem Bundesgericht gestoppt worden. Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte gegen das Gesetz geklagt, derzeit läuft ein Berufungsverfahren. Menschenrechtsgruppen meinen, wie in Arizona sei auch das Gesetz in Alabama gezielt gegen Menschen mit dunklerer Hautfarbe aus Lateinamerika gerichtet. Sie halten es für verfassungswidrig.

Die Forschungsgruppe Pew schätzt, dass von den gut 11 Millionen illegalen Einwanderern in den USA etwa 120.000 in Alabama leben. Die Zahl habe sich dort seit 2005 verdoppelt.