Die israelische Regierung hat die Marine des Landes angewiesen, eine Ankunft der geplanten Hilfsflottille für den Gazastreifen im Palästinensergebiet zu unterbinden. Israelische Soldaten sollten aber eine "Konfrontation mit den Menschen an Bord der Schiffe so weit wie möglich vermeiden", hieß es in einer Erklärung von Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts.

In den kommenden Tagen sollen sich im Mittelmeer rund zehn Schiffe treffen, die zusammen die von Israel durchgesetzte Seeblockade vor dem Gazastreifen durchbrechen und Hilfsgüter in das Palästinensergebiet bringen wollen. Nach Angaben der Organisatoren der Flottille sollen sich die Schiffe am Donnerstag oder Freitag vor der Küste der griechischen Mittelmeerinsel Kreta treffen, um die Fahrt gemeinsam fortzusetzen.

Die Flottille mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen war in Athen am Auslaufen gehindert worden. Der griechische Staat kontrolliere die Schiffe besonders stark, hieß es bei einer Pressekonferenz in Griechenlands Hauptstadt. "Wir hoffen, dass dies nur mit dem Wunsch der Behörden zusammenhängt, die Vorschriften einzuhalten", sagte Vangelis Pissias, griechisches Mitglied des Organisationskomitees. Er wisse aber, dass "großer Druck" auf die Regierung in Athen ausgeübt werde, das Auslaufen der Schiffe zu verhindern.

Vor gut einem Jahr war ein Gaza-Hilfsschiff beim Durchbrechen der israelischen Seeblockade von Soldaten gestürmt worden. Bei der Aktion waren neun Aktivisten getötet worden. Die Organisatoren seien sich der Gefahren bewusst, sagte Pissias. "Wir hoffen, die große Freude zu erleben, im kleinen Hafen von Gaza bald einlaufen zu können." An Bord von zehn Schiffen wollen die Aktivisten in den kommenden Tagen von Griechenland und anderen Mittelmeerländern aus Hilfsgüter in den palästinensischen Gaza-Streifen bringen.

Die Organisatoren riefen internationale Organisationen dazu auf, ihre Schiffe zu kontrollieren, damit klar werde, dass sie nur Hilfsgüter und Medikamente transportierten. Parlamentsabgeordnete aus Frankreich, Norwegen, Schweden und Spanien wollen an Bord gehen. Auch der schwedische Schriftsteller Henning Mankell unterstützt die Aktion.

Das griechische Außenministerium hatte bereits Anfang vergangener Woche alle griechischen Bürger und die Besatzungen griechischer Schiffe davor gewarnt, an der Gaza-Flotille teilzunehmen.

Der israelische Ministerpräsident Netanjahu sagte, er wolle eine Warnung an ausländische Journalisten überdenken. Das staatliche Presseamt hatte ihnen geraten, nicht an Bord der Hilfsschiffe zu gehen. Netanjahu habe die Überprüfung angeordnet, weil er das den Berichterstattern angedrohte zehnjährige Einreiseverbot für problematisch halte, sagte der stellvertretende Regierungschef Mosche Jaalon. Wenn sie erst einmal an Bord der Gaza-Flotte seien, könne niemand die Medien stoppen. "Es ist besser, sich nicht mit ihnen anzulegen."

Der Verband der ausländischen Presse in Jerusalem hatte die Drohung kritisiert. Journalisten sollte es möglich sein, ihrer Arbeit ohne Drohungen und Einschüchterungen nachzukommen. "Wir rufen die israelische Regierung auf, ihre Entscheidung umgehend zurückzunehmen."