Osama bin LadenHandydaten belasten pakistanischen Geheimdienst

Neue Indizien geben Hinweise, wieso Osama bin Laden sich jahrelang in Pakistan verstecken konnte. Es geht um Verbindungen zwischen Islamisten und dem Geheimdienst.

Pakistanische Jungen spazieren in der Stadt Abbottabad, in der sich der Al-Qaida-Chef Osama bin Laden versteckte.

Pakistanische Jungen spazieren in der Stadt Abbottabad, in der sich der Al-Qaida-Chef Osama bin Laden versteckte.  |  © Aamir Qureshi/AFP/Getty Images

Die Auswertung des Handys eines Kuriers von Osama bin Laden wirft erneut Fragen über die Rolle des pakistanischen Geheimdienstes (ISI) auf. Amerikanische Ermittler haben die Anrufe zurückverfolgt und herausgefunden, dass es Kontakt zu einer radikalen Gruppe gab, die dem pakistanischen Geheimdienst nahe steht. Das berichtet die New York Times und beruft sich auf amerikanische Ermittler.

Das Telefon wurde beim Einsatz eines US-Spezialkommandos in der Stadt Abbottabad in der Nacht zum 2. Mai beschlagnahmt, als bin Laden gefunden und getötet wurde. Der Kurier starb ebenfalls bei dem Einsatz.

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Den Beamten zufolge liefern die Handydaten Beweise, dass bin Laden mit der Gruppe Harakat-ul-Mujahedeen Kontakt hatte, um sich Unterstützung innerhalb Pakistans zu sichern. Die USA hat die Gruppe als Terrororganisation eingestuft. Nun sei zu klären, ob diese und ähnliche Gruppen im Auftrag des Geheimdienstes gehandelt haben. Diese Frage stelle sich, da der Geheimdienst die radikale Gruppe beraten hat und mindestens 20 Jahre lang operieren lies.

Die Ermittler verfolgten die Telefonanrufe zurück und fanden heraus, dass Mitglieder der Harakat-Gruppe Beamte des pakistanischen Geheimdienstes angerufen haben. Gruppenmitglieder und  Geheimdienstler sollen sich sogar getroffen haben. Es sei allerdings nicht sicher, ob sich die Gespräche um den al-Qaida-Führer drehten.

Nun wird spekuliert, ob der Geheimdienst in bin Laden eine mögliche Trumpfkarte sah oder sich die finanzielle Unterstützung der US-Armee bei der Suche des Terroristen so lang wie möglich sichern wollte. Einen entscheidenden Beweis, dass der pakistanische Geheimdienst Osama bin Laden geschützt hat, gibt es laut amerikanischen Ermittlern nicht.

Leserkommentare
  1. Entfernt. Rassistische Äußerungen sowie Vergleiche, die lediglich der Provokation dienen, sind hier unerwünscht. Die Redaktion/vn

  2. Harakat wurde gegründet, um als Proxy in Afghanistan und Kaschmir zu kämpfen, nicht in der afghanischen Region Kaschmir ("...to fight as proxies in Afghanistan, initially against the Soviets, or against India in the disputed territory of Kashmir.")

    • Fifty4
    • 24. Juni 2011 10:01 Uhr

    Es ist schon "irre" was man uns hier als große Neuigkeit verkaufen will:

    "Osama Bin Laden hat mit dem pakistanischen Geheimdienst zusammengearbeitet!"

    Wie auch sonst hätte er sich jahrelang in einer Garnisonsstadt aufhalten können. Ohne Schutz geht das nicht.

    Die Amerikaner möchten ganz offensichtlich davon ablenken, dass sie selbst jahrelang Bin Laden und seine Truppe mit Waffen und Geld versorgt haben.

    Kein Wort mehr davon, dass Osama der Bruder des besten Freundes und Geschäftspartners von Goerge Walker Bush ist. Kein Wort mehr, dass Bush angeblich nie wusste, wo Osama war.

    Es bleibt immer noch die Antwort auf die Frage offen, wer in der Ära Bush wen zu was benutzt hat, um mit dem 11. September 2001 die Unterstützung der amerikanischen Bevölkerung die Kriege in Afghanistan und dem Irak zu bekommen.

    Kein Wort mehr über die "Wolfowitze", die diese Kriege geplant und durchgesetzt haben. Die den Irak und auch Amerika ausgesaugt haben zu ihrem persönlichen Vorteil.

    Kein Wort mehr über einen Präsidenten Bush, der sein eigenes Land in den Ruin getrieben hat, sodass sie sich jetzt geschlagen und schmählich aus Afghanistan zurückziehen müssen, damit in den USA wieder Geld für den Straßenbau vorhanden ist.

    Ich frage mich immer, wer zahlt eigenlich dafür, dass in der Presse so leichtfertig falsch und interessengesteuert berichtet wird. Oder droht der CIA den deutschen Journalisten mit Entführung und Folter im Ausland?

    Freie Presse, dass ich nicht lache!

    12 Leserempfehlungen
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    Die Themen, die Sie erwähnten, wurden schon zig-Mal in den Medien durchgekaut. Eine kurze Google-Suche und man findet tausende Artikel über bin Laden, sein Leben und seine Family.

    Was die CIA-bin Laden-Verbindung betrifft, so ist dieses Märchen scheinbar nicht totzukriegen. Peter Bergen hat diese Anschuldigungen schon vor 5 Jahren widerlegt.

    http://articles.cnn.com/2...

    Und ebenso wenig scheint das damals von Michael Moore aufgetischte Märchen zu verschwinden, dass Bush Connections zu Osamas Family und/oder zum Terrorfürst selbst hatte.

    http://www.slate.com/id/2...

    Die bin-Laden Familie ist riesig und weltweit verstreut, Osamas Vater Muhammed hatte 22 Ehefrauen und 54 Kinder. Es gab natürlich bin Ladens in den USA, aber die meisten der 53 Geschwister Osamas hassten ihn bzw. Osama hasste sie. Wer soll "Osamas Bruder" gewesen sein? Salem? Yaslem? Haben sie recherchiert, ob dieser auch wirklich Connections zu ObL hatte? Auch wenn man wie ich kein Freund von Bush war/ist, so muss nach etwas Recherche feststellen, dass die ganze Bush-Osama bin Laden-Theorie einer genaueren Prüfung nicht standhält.

    • pb_fla
    • 25. Juni 2011 18:55 Uhr

    einein einzigen Satz zu finden, der die Wahrheit nicht betruegt.

    Die (nicht nur ZEIT-)Deutschen, eine besondere Sorte sind sie......

    Ja, nicht alle, aber wie in den letzten hundert Jahren, die meisten. Die Feinde aller Englisch-Sprechenden, wie es sich seit Bismark gehoert.

    Haetten die Amerikaner doch auf Morgenthau gehoert anstatt FDR und Truman, wieviel alles anders geworden waere ohne den kalten Krieg usw usw.

  3. Achso ist das! Den Beweis, dass Pakistan böse ist und man die Welt vor ihm schützen muss, wird Bush äh Barrack schon finden. Auf in die nächste Schlacht? Achja der CIA hat nie mit Terroristen zusammengearbetet ;)

    my two cents

    Chris

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  4. Ich vergas noch zu fragen: Hat Pakistan eine Vorratsdatenspeicherung oder speichert der CIA alle Verbindungen weltweit? Dann könnten sie ja mit der Bundesregierung zusammenarbeiten, die wollen das ja insgeheim auch.

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    Wenn Sie das Handy haben (siehe Artikel) können Sie ja an diesem Gerät feststellen, mit wem telefoniert wurde.

  5. Wenn Sie das Handy haben (siehe Artikel) können Sie ja an diesem Gerät feststellen, mit wem telefoniert wurde.

    Antwort auf "ich vergas"
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    Mit dem Handy des Mittelsmanns können sie Gespräche zwischen Harakat-Mitgliedern und Beamten Pakistans nachvollziehen? Muss ein High-Tech-Gerät sein =)
    "Die Ermittler verfolgten die Telefonanrufe zurück und fanden heraus, dass Mitglieder der Harakat-Gruppe Beamte des pakistanischen Geheimdienstes angerufen haben."

  6. Entfernt. Bitte formulieren Sie auch Kritik in respektvollem Ton. Die Redaktion/sc

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  7. Mit dem Handy des Mittelsmanns können sie Gespräche zwischen Harakat-Mitgliedern und Beamten Pakistans nachvollziehen? Muss ein High-Tech-Gerät sein =)
    "Die Ermittler verfolgten die Telefonanrufe zurück und fanden heraus, dass Mitglieder der Harakat-Gruppe Beamte des pakistanischen Geheimdienstes angerufen haben."

    2 Leserempfehlungen
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    Da hatte ich wohl nicht gründlich gelesen. Ich dachte, dass sie damit den Kontakt zw. Al-Quaida und der Harakat-Gruppe nachweisen konnten, die bekanntermaßen dem pakistanischen Geheimdienst nahe steht

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Osama bin Laden | Geheimdienst | CIA | Pakistan | Region | Stadt
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