Sarah Palin in Philadelphia © Jeff Fusco/Getty Images

Mehr als 24.000 E-Mails der konservativen US-Politikerin Sarah Palin sind seit heute online einsehbar. Auf der Website des Senders MSNBC kann der digitalisierte Mailverkehr nach Schlagworten durchsucht werden. Journalisten der New York Times, der LA Times, des Nachrichtenmagazins Mother Jones und der Medien-NGO Pro Publica, aber auch interessierte Internetnutzer durchsuchen derzeit den Schriftwechsel.

Der Staat Alaska machte insgesamt 24.199 Seiten E-Mails öffentlich zugänglich, rund 2.400 als vertraulich oder privat eingestufte Seiten blieben dagegen unter Verschluss. Die Mails wurden ausgedruckt und in Kartons an Redaktionen von Zeitungen, Radiostationen und TV-Sendern verschickt. Wie MSNBC berichtete, wurden für die Online-Suche Tausende Seiten innerhalb weniger Stunden eingescannt.

Die Freigabe der Mails war im Präsidentschaftsrennen 2008 von US-Medien und mehreren Privatpersonen beantragt worden, die auf Einblicke in Palins Regierungsarbeit in Alaska hofften. Die Behörden hatten zunächst argumentiert, die Mails könnten wegen des veralteten Verfahrens bei ihrer Speicherung nicht herausgegeben werden. Der Staat musste letztlich der Anforderung wegen des Informationsfreiheitsgesetzes nachkommen.

Bei den E-Mails der ehemaligen Gouverneurin handelt sich zumeist um Mitteilungen, die Palin und ihre Mitarbeiter zwischen Dezember 2006 und September 2008 geschrieben hatten. Im September 2008 war die bis dahin weitgehend unbekannte Palin überraschend von dem Republikaner John McCain zur Kandidatin für das US-Vizepräsidentenamt ernannt worden. "Kannst Du es glauben?", antwortete Palin auf einen Glückwunsch zu ihrer Nominierung in einer ihrer Mails, "er (McCain) hat es mir gestern gesagt - es ging schnell voran!"

Aus einer der E-Mails geht nach Angaben der New York Times hervor, dass die ehemalige Gouverneurin Alaskas nach der Verkündung ihrer Kandidatur um die US-Vizepräsidentschaft Morddrohungen erhielt. In einer Mail hieß es laut Los Angeles Times, Palin "muss getötet werden". Die Politikerin gehöre nicht der mächtigen Waffenlobby-Organisation NRA an, "um das Recht jedes Bürgers auf den Besitz von Waffen zur Selbstverteidigung zu unterstützen, sondern um das Recht jedes weißen Bürgers aus dem Süden zu unterstützen, alle nicht-weißen Leute legal zu erschießen".

Die Ex-Gouverneurin gilt als mögliche Präsidentschaftsbewerberin für die Wahl 2012. Sie hatte zuvor die Bedeutung der Mail-Freigabe heruntergespielt. Allerdings äußerte sie die Befürchtung, dass einige Passagen "aus dem Zusammenhang gerissen werden könnten".