Fast drei Jahrzehnte nach dem Ende der Diktatur sind in Argentinien zwei Ex-Militärs wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Für weitere fünf Angeklagte verhängte das Gericht in Buenos Aires Gefängnisstrafen zwischen 18 und 22 Jahren und sechs Monaten. Sie wurden für Morde, Folter und Misshandlungen Mitte der 1970er Jahre in dem berüchtigten Folterzentrum "El Vesubio" verantwortlich gemacht.

Auch der Kommandant des Lagers in Buenos Aires, Pedro Durán Sáenz, gehörte zu den Angeklagten. Allerdings starb er Anfang Juni im Alter von 76 Jahren an Herzversagen.

In "El Vesubio" war auch die deutsche Studentin Elisabeth Käsemann interniert. Die Tochter des Theologie-Professors Ernst Käsemann war von Junta-Angehörigen verschleppt und am 24. Mai 1977 ermordet worden. Die Bundesregierung trat in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Der Prozess war im Februar 2010 eröffnet worden. Die beiden verurteilten Ex-Militärs sind über 80 Jahre alt. Ihnen wurden mehrere Morde zur Last gelegt. In Argentinien hatten die Militärs Anschläge linker Gruppen sowie die politische Schwäche der damaligen peronistischen Präsidentin Isabel Perón 1976 für einen Putsch genutzt. Anschließend eröffnete die Junta eine Jagd auf sogenannte subversive Regimekritiker.

Menschenrechtsgruppen schätzen die Zahl der Ermordeten auf 30.000. Die meisten Opfer sind bis heute spurlos verschwunden. Die Militärs verbrannten ihre Opfer, verscharrten sie anonym oder stürzten sie betäubt aus Flugzeugen ins Meer.