Makuvise: Wir können lernen, dass Geschlossenheit Effektivität bedeutet. Die afrikanischen Ländern müssen begreifen, dass gegenseitige Kontrolle und konstruktive Kritik zu positiven Ergebnissen führen können. Die Afrikanische Union (AU) ist nicht ineffektiv, aber wir können noch viel von Europa lernen. Besonders im Bereich der Friedensmissionen gibt es in der AU keine funktionierende Ressourcenverteilung.

ZEIT ONLINE: Wie werden sich die Veränderungen in Simbabwe auf die Beziehungen zu seinen Nachbarländern auswirken?

Makuvise: Unsere Nachbarländer werden sich freuen, wenn sich die simbabwische Wirtschaft stabilisiert, denn dann können die Millionen Simbabwer, die in diesen Ländern leben, in ihre Heimat zurückkehren. Aber das wird erst passieren, wenn diese Auswanderer sicher sind, dass sich die Wirtschaft nachhaltig gebessert hat. In unseren Nachbarländern leben mehrere Millionen Simbabwer, die das Land wegen der politischen und ökonomischen Probleme verlassen haben. Diese Länder werden die Bürger nicht für immer aufnehmen wollen.

ZEIT ONLINE:  Wo sehen Sie Simbabwe in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Wie wird sich die Gesellschaft verändert haben?

Makuvise: Ich wünsche mir, dass Simbabwe zurück zur Normalität findet. Aber das kann nur geschehen, wenn es freie und geheime Wahlen und eine demokratische Regierung gibt. Um das zu erreichen, muss es den Simbabwern möglich sein, ohne Angst vor Verfolgung ihre Regierung wählen zu können. Dafür müssen die Simbabwer lernen, zusammenzuleben, ohne über Meinungsverschiedenheiten Blut zu vergießen. Politische Parteien müssen die Bürger überzeugen, dass ihr Programm es wert ist, gewählt zu werden. Erst wenn wir diesen Zustand politischer Reife erreicht haben, kann Simbabwe aufblühen.

ZEIT ONLINE: Kürzlich hat die simbabwische Regierung bekannt gegeben, dass es Probleme bei der Finanzierung seiner Botschaften gibt. In wie weit hat das ihre Arbeit in Deutschland beeinflusst?

Makuvise: Auch die Botschaft in Berlin ist davon nicht ausgenommen. Wir haben ernsthafte finanzielle Probleme, die auch die Moral der Diplomaten beeinträchtigt. Das liegt allerdings nicht daran, dass das simbabwische Außenministerium nicht bereit ist, die Botschaften zu finanzieren, sondern schlicht daran, dass das Geld nicht da ist. Wir führen unseren diplomatischen Dienst fort, in der Hoffnung, dass es besser wird. Ich bin neben Deutschland auch Botschafter in Polen und der Schweiz. Momentan ist es mir aber nicht möglich, in diesen beiden Ländern meinen diplomatischen Pflichten nachzukommen, da es keine Finanzierung für die Reisen gibt.

Übersetzt aus dem Englischen von Felix Zwinzscher