Murdoch-Affäre Das Ende des britischen Establishments
Bankencrash, Spesenskandal, Murdoch-Affäre: Großbritanniens Eliten haben versagt. Vertrauen können die Briten eigentlich nur noch der Queen. Ein Kommentar
© Christopher Furlong - Pool/Getty Images

Großbritanniens Premier David Cameron
Mitten im verregneten Sommer feiern die Briten politischen Frühling. Ein Tyrann wird gestürzt. Rupert Murdoch und sein Sohn James vor einem Unterhausausschuss – das ist fast so, als werde ein Diktator vom Schlage Gadhafis, vor dem ein Land jahrzehntelang in Furcht und Schrecken lebte, vor den Den Haager Gerichtshof zitiert.
Eine Gesellschaft, die sich offenbar bis hinauf zu ihren Premierministern von einem Medienherrscher einschüchtern ließ, rächt sich nun. Wie bei jeder Revolution rollen Köpfe – die von Zeitungsleuten, Medienmanagern, Polizisten und bald womöglich auch von Politikern.
Ed Miliband, der Chef der Labour-Partei, spielt dabei die Rolle des jungen Revolutionärs. Glühend vor Begeisterung beschreibt er ein Gefühl, "dass sich alles geändert" habe. Die Politik habe "eine neue Seele" bekommen. Damit meint er auch sich selbst.
Eben noch wollte seine Partei Miliband als politischen Versager absägen, nun entwirft er eine kühne Zukunftsvision nach der anderen. Murdoch war demnach nur der Anfang. Als Nächstes will Miliband alle Zentren "unverantwortlicher Macht", von den Banken bis zu den Energiekonzernen, zurechtstutzen.
Premierminister David Cameron dagegen wurde wie der letzte Statthalter des diskreditierten Ancien Régime auf dem falschen Fuß erwischt. Gerade noch saß er scheinbar fest im Sattel. Nun wird er mit jedem Rücktritt verwundbarer. Wenn er nicht schnell die richtigen Worte findet, zieht ihn der Strudel der Umwälzung hinunter. Feinde hat er schon genug, auch in der eigenen Partei.
Von seiner Afrikareise musste Cameron vorzeitig zurückkehren, um seine Position zu festigen. Andererseits: Wäre er daheim geblieben, hätte man ihn als Gefangenen der Krise kritisiert, unfähig, sein Amt als Premier noch auszuüben.
Großbritanniens Linke hat mit der Generalabrechnung begonnen. Neben Margaret Thatcher wird Rupert Murdoch zum Oberschurken der letzten 30 Jahre aufgebaut. An allem ist er schuld: an der Entfesselung der Marktkräfte, der Verachtung für den Sozialstaat, dem Entstehen einer neuen Unterklasse, der Feindseligkeit gegenüber hohen Steuern und straffer Regulierung der Banken, an der britischen Kriegslust und an ihrer Europafeindlichkeit.
- Datum 20.07.2011 - 11:35 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Oh Gott, jetzt soll es die Queen richten. Dann kann GB ja den Rolladen runterlassen.
Über dieses Statement können wir in zwei Jahren nur schmunzeln.
Wir bitten Sie, sich mit sachlichen Beiträgen zu beteiligen, die konstruktiv zur Diskussion beitragen. Danke. Die Redaktion/er
England ist als Königreich fast 1140 Jahre alt.
Es hat schon ganz andere Sachen überstanden.
Dagegen ist diese Schmierfinken - Affaire doch eher eine belanglosikeit.
Ein PM muss gehen, ja und?
Liebe Zeitredaktion,
bei aller wünschenswerten Sachlichkeit sollte der Humor aber nicht auf der Strecke bleiben. Mein Kommentar war ja wohl in keinster Weise für irgend jemand beleidigend.
Zumal der Vergleich im Artikel von Gadafhi mit Murdoch irgendwie auch etwas an Sachlichkeit vermissen läßt und wohl auch eher eine Überspitzung darzustellen scheint.
Wenn die Redaktion jetzt etwas Oberlehrerhaft solche Kommentare kommentiert wird es etwas dröge bei den Kommentaren.
Mit freundlichen Grüßen
Jenss
England ist als Königreich fast 1140 Jahre alt.
Es hat schon ganz andere Sachen überstanden.
Dagegen ist diese Schmierfinken - Affaire doch eher eine belanglosikeit.
Ein PM muss gehen, ja und?
Liebe Zeitredaktion,
bei aller wünschenswerten Sachlichkeit sollte der Humor aber nicht auf der Strecke bleiben. Mein Kommentar war ja wohl in keinster Weise für irgend jemand beleidigend.
Zumal der Vergleich im Artikel von Gadafhi mit Murdoch irgendwie auch etwas an Sachlichkeit vermissen läßt und wohl auch eher eine Überspitzung darzustellen scheint.
Wenn die Redaktion jetzt etwas Oberlehrerhaft solche Kommentare kommentiert wird es etwas dröge bei den Kommentaren.
Mit freundlichen Grüßen
Jenss
hat den "billigen Erfolg", der doch eigentlich keiner ist, mit etwas bezahlen müssen.
Man nennt es Seriösität, Ehrlichkeit, Anständigkeit.
Aber diese Dinge sind eben aus der Mode gekommen.
Wer Geld , Macht oder Erfolg hat, glaubt, das reiche wohl für "Himmelreich"..,
wenn sie sich da mal nicht einmal zuviel täuschen...
England ist als Königreich fast 1140 Jahre alt.
Es hat schon ganz andere Sachen überstanden.
Dagegen ist diese Schmierfinken - Affaire doch eher eine belanglosikeit.
Ein PM muss gehen, ja und?
Wir sollten uns nichts vormachen, während wir in Ehrfurcht erstarrt das bizarre Spiel um Macht, Einfluss, Geld und Prestige in Großbritannien mitverfolgen.
Unsere selbsternannte und selbstgerechte, zynische, sich dem Diktat des so genannten freien Marktes unterworfene, und teilweise korrupte Elite hier in *unserem Land*, versagt schon seit gefühlten 25 Jahren mehr oder weniger auf ganzer Linie.
Altersarmut, Kinderarmut, Chancenungleichheiten, Rentenprivatisierung, Staatsschulden, Auseinanderdriften von Arm und Reich, Zeitarbeit, Lohndumping...Erklären wir das mal unseren Kindern!
ich befürchte aber, dass es erst einmal so weitergeht, denn alleine schon historisch betrachtet sind die Deutschen nicht gut im "Köpfen"!
mit welcher Leichtfertigkeit Errungenschaften, der letzten 150 Jahre geopfert werden.
Das alles auf dem Altar des Marktradikalismus.
Und was die Medien angeht, brauchen wir keinen Murdoch, wir haben ja Springer und RTL.
Man konnte ja kürzlich das Schauspiel um den Lügen-Baron mit ansehen, wie Vehement sich Springer und Co da ins Zeug gelegt haben.
ich befürchte aber, dass es erst einmal so weitergeht, denn alleine schon historisch betrachtet sind die Deutschen nicht gut im "Köpfen"!
mit welcher Leichtfertigkeit Errungenschaften, der letzten 150 Jahre geopfert werden.
Das alles auf dem Altar des Marktradikalismus.
Und was die Medien angeht, brauchen wir keinen Murdoch, wir haben ja Springer und RTL.
Man konnte ja kürzlich das Schauspiel um den Lügen-Baron mit ansehen, wie Vehement sich Springer und Co da ins Zeug gelegt haben.
welches uns den Weg weist, in eine gerechtere, glaubwürdigere, Politik ??? Es wäre sehr zu wünschen, denn was sich momentan überall abspielt, ist mehr als grausam. Überall wo man hinschaut versuchen korumpierte, unfähige Politiker, nichts anderes, als ihre Haut, auf Kosten der Bevölkerung, zu retten. Haben wir das wirklich verdient???
Deshalb ist nur zu wünschen, daß die Entwicklung die sich in GB abzeichnet von Erfolg gekrönt wird und diesmal das Volkswohl im Vordergrund steht und nicht das Politkerwohl. Hoffentlich ist hier nicht der Wunsch der Vater des Gedanken!!!
... haben "wir" das wirklich verdient? Ich sage - ein stück weit zumindest - ja, denn auch "wir" wählen diese leute (in Deutschland sieht die Situation kaum anders aus). Fragen Sie sich, wer wirklich gegen die Zustände auf die Straße geht, wer protestiert? Das Einzige das die Gemüter in den letzten Monaten erhitzt hat war ein Bahnhof und der Atomausstieg etc. Und trotz ALLEM wählen nach wie vor gut 30% der Bevölkerung die CDU/CSU, nach_wie_vor gut 5% die FDP. Ich behaupte ja nicht, dass die anderen Parteien (Grüne, Linke, SPD) wirklich besser wären, aber entsprechende Skandale wie sie bei den aktuellen Regierungsparteien schon aufgedeckt wurden, lies sich bei der Opposition in diesem Ausmaß jedenfalls noch nicht finden.
Wir tragen alle durch unser Verhalten im Großen oder im Kleinen dazu bei und haben die Zustände auch verdeint, zum teil selbst mitverschulet und verursacht.
... haben "wir" das wirklich verdient? Ich sage - ein stück weit zumindest - ja, denn auch "wir" wählen diese leute (in Deutschland sieht die Situation kaum anders aus). Fragen Sie sich, wer wirklich gegen die Zustände auf die Straße geht, wer protestiert? Das Einzige das die Gemüter in den letzten Monaten erhitzt hat war ein Bahnhof und der Atomausstieg etc. Und trotz ALLEM wählen nach wie vor gut 30% der Bevölkerung die CDU/CSU, nach_wie_vor gut 5% die FDP. Ich behaupte ja nicht, dass die anderen Parteien (Grüne, Linke, SPD) wirklich besser wären, aber entsprechende Skandale wie sie bei den aktuellen Regierungsparteien schon aufgedeckt wurden, lies sich bei der Opposition in diesem Ausmaß jedenfalls noch nicht finden.
Wir tragen alle durch unser Verhalten im Großen oder im Kleinen dazu bei und haben die Zustände auch verdeint, zum teil selbst mitverschulet und verursacht.
das ist in allen anderen eu-ländern und den usa nicht anders
die verstrickung zwischen medien, politikern, multimilliardären und promis ist unerträglich, man fragt sich ja auch oft, für was gibt es denn eine regulierungsbehörde, wenn die einfach jeden firmenzusammenschluss durchwinkt, der aber gleichzeitig die konkurrenz unter den firmen reduziert
ein beispiel war doch sabine christiansen, moderierte eine der wichtigsten politiktalks und die politiker, die in der sendung eingeladen waren, sind auf ihren festen ebenfalls eingeladen gewesen und sie war mit denen per-du, so was geht einfach nicht
eine weitere talksendungsleiterin, früher tagesschau vom ÖR ist meiner frau zusammen, die ehemals einen ministerpräsidenten in medienfragen beraten hat, das verhältnis der beiden wurde verheimlicht, gleichzeitig fiel das alles mit dem aufstieg der moderatorin zusammen, die bevölkerung wusste aber von nichts, nachdem es öffentlich wurde, verließ sie die tagesschau und moderierte gewinnbringend eine talksendung am sonntag, das erbe von christiansen
eine andere (sendung am donnerstag) vom ÖR ist ja auch mit einem wirtschaftsboss zusammen und nach einem abhörskandal war sie da auch nicht ganz unabhängig - medienleute sollten wenn sei ihren job ernst nehmen nicht mit den "gegnern" aus politik und wirtschaft ins bett steigen, die medien habne eine kontrollaufgabe in einer demokratie, die aber aufgrund solcher vorkommnisse immer mehr verloren geht - man kann niemandem mehr was glauben
lang lebe der König?
Die epochalen Erschütterungen beschränken sich nicht auf Großbritannien. Die Angst, der Flächenbrand könnte auch hierzulande Konsequenzen für die Medien haben ist dem Artikel spürbar zu entnehmen und weist schon die richtige Richtung.
Ein Lehrstück dessen was geschieht wenn demokratische Kontrollmechanismen versagen, hatten wir jüngst in Baden Württemberg.
Medien und Politk bilden eine unheilige Allianz deren Verflechtungen transparenter werden müssen. Auch in Deutschland.
Wer kann sich an den letzten durch Reporter aufgedeckten Politskandal in Deutschland erinnern?
Welches Medium (ausser dem SPIEGEL) hat in diesem Zusammenhang überhaupt nenneswert seine Verantwortung gegenüber den Bürgern und seiner Stellung als vierte Gewalt wahrgenommen?
Welche Medien können sich noch zu Recht "überparteilich" und "unabhängig" schimpfen?
" Großbritanniens Eliten haben versagt."
Das haben sie mit Deutschlands Eliten gemein.
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