Attentat Es war einmal Norwegen

Noch kann niemand wirklich fassen, was passiert ist – ganz Norwegen steht unter Schock. Das Selbstverständnis des Landes wurde tief erschüttert.

Die Gesichter der Politiker und Polizisten, der Journalisten und Experten, die im Fernsehen berichten, erklären und bewerten, was in diesem Land seit dem 22. Juli um 15.25 Uhr geschehen ist, sind noch gebräunt von den Sommerferien. Jetzt liegt darüber ein fahler Flaum von Erschöpfung und ungläubigem Entsetzen. Noch kann niemand hier wirklich glauben, was er sieht und hört. Und wenn das kleine Land mit seinen fünf Millionen Menschen irgendwann aus dem Schock erwacht, wird das Trauma dieser Tage auf alle Zeit auf ihm lasten.

Es wird ein anderes, sich seiner Fragilität bewussteres Norwegen sein. Vor wenigen Tagen noch genossen die Menschen das unschuldig-wohlige Gefühl, in einem der glücklichsten Länder der Welt zu wohnen. Wo andere Staaten unter hohen Schulden oder Arbeitslosigkeit ächzen, ist Norwegen dank Öl und Gas schuldenfrei, die Wirtschaft floriert und sucht dringend Arbeitskräfte. Der Grundstücksmarkt boomt, Löhne und Gehälter steigen schneller als die Preise. Es war einmal ein Land ohne Feinde und ohne ernsthafte Sorgen. Dann kam der Attentäter.

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Am Freitag noch mochte man die Bombenexplosion im Osloer Regierungsviertel für ein schlimmes, aber doch in einer an Terror gewöhnten Welt halbwegs erfassbares Attentat halten, das Ausmaß des Mordens im Sommerlager der Jungsozialisten war da noch unbekannt. Islamistische Gruppen schienen die wahrscheinlichsten, üblichen Verdächtigen. Doch dann kam am Sonnabend die neue, schreckliche Hiobsbotschaft: Der 32-jährige Attentäter der beiden Taten, Anders Behring B., ist ein rechtsradikaler Landsmann. Über 600 junge Leute aus allen Teilen des Landes waren auf der kleinen Insel zusammengekommen. Mehr als achtzig hat er kaltblütig erschossen, viele weitere sind schwer verletzt.

Auf Deutschland mit seinen 80 Millionen Menschen umgerechnet, würde dies fast 1500 Tote in einer Nacht bedeuten. Wie der verstorbene Schriftsteller Nordahl Grieg im Zweiten Weltkrieg schrieb: Wir sind in Norwegen so wenige, dass jeder Gefallene ein Bruder oder ein Freund ist.

Aber nicht nur die Bevölkerungszahl unterscheidet Norwegen von Deutschland. Seine Gesellschaft ist enger verwoben als bei uns und leidet stärker mit. Die Netze von Familie, regionaler Herkunft, Ausbildung und Beruf sind ungleich persönlicher, die Globalisierung und der neue Wohlstand haben sie zwar geschwächt, aber doch nicht aufgelöst. Die gemeinsame Liebe zu der oft dramatischen Landschaft und der Stolz auf die Eigenständigkeit der Regionen und Dialekte vom Nordkap bis zum Skagerrak bleiben ein starkes Bindeglied.

Und es ist eine Gesellschaft, die besonders stolz ist auf ihre Jugend und die Chancen, die es ihr bieten kann. Norwegen ist ein kinderreiches und kinderfreundliches Land, die Erwachsenen bringen der neuen Generation, auch wenn sie sich manchmal über sie wundern, großes Grundvertrauen entgegen. Die Jugendlichen, die jährlich zu dem traditionellen Sommer-Camp der Jungsozialisten auf der Insel Utøya  reisen, gehören mit ihrem gesellschaftlichen und politischen Engagement zu den Besten ihrer Generation. Die Angehörigen und Freunde der Toten und Verletzten wie alle Überlebenden sind nun fürs Leben gezeichnet. 

Auch wenn die Polizei erklärt, sie habe mögliche Terror-Angriffe auf Oslo, einschließlich solcher von rechtsradikaler Seite, stets in ihre Planung einbezogen, das Massaker auf Utøya  traf sie völlig unvorbereitet. Schon lange gibt es in Oslo kein nennenswertes rechtsradikales Milieu mehr; im jüngsten Bericht des norwegischen Verfassungsschutzes wurden Straftaten von dieser Seite als wenig wahrscheinlich eingestuft.

Deshalb sind jetzt auch die konkreten Folgerungen für die innere Sicherheit des Landes schwer zu prognostizieren – wie schützt man sich gegen das Unglaubliche? Das wird erst zu beantworten sein, wenn über Hintergrund, Ablauf und Motiv des Doppel-Attentats größere Klarheit besteht. Die Polizei sucht noch nach einem möglichen Komplizen. Hätte eine islamistische Gruppe es verübt, wären die üblichen Erklärungen schnell parat.

Bei einem "ethnischen Norweger", wie Anders B. in der Polizei-Sprache heißt, steht man jedoch noch vor einem Rätsel. Was könnte ihn – und vielleicht etwaige Hintermänner – dazu bewegt haben, nicht nur die Regierungszentrale anzugreifen, sondern auch fast hundert Menschen zu ermorden? Wahrscheinlich wird er irgendwann, spätestens im Mordprozess, verworrene Hass-Tiraden von sich geben. Aber als Präzedenzfall, nach dem sich Sicherheitsbehörden richten könnten, taugt er nicht.

Dennoch scheint eins gewiss, wie noch nach jedem Terroranschlag: Die Sicherheitskontrollen werden im Regierungsviertel verschärft, und wenn die Jungsozialisten sich im nächsten Jahr wieder auf Utøya treffen sollten, werden diskrete Sicherheitsbeamte unter ihnen sitzen. Die Fähigkeit der Polizei zu schnellem Eingreifen wird ausgebaut werden. Und zwischen Politikern und Bürgern wird eine Wand von Sicherheitsglas die bisherige Nähe und Spontaneität brechen.

Vor allem aber wird das Trauma dieser schrecklichen Nacht das kollektive Bewusstsein Norwegens verändern. Zunächst steht das Land in dem Entsetzen wie in der Sorge für die Opfer zusammen und ist entschlossen, sich durch den Terror nicht ein anderes Zusammenleben aufzwingen zu lassen. Noch bevor das ganze Ausmaß der Katastrophe offenbar war, formulierte Ministerpräsident Stoltenberg dies als Botschaft: "Ihr werdet unsere Demokratie und unser Engagement für eine bessere Welt nicht kaputtmachen." Das wichtigste sei jetzt für Norwegen, an seinen eigenen Werten festzuhalten und zu zeigen, "dass unsere offene Gesellschaft auch diese Prüfung bestehen wird".

Dass die Norweger sie erfolgreich bestehen, muss man nicht nur für sie hoffen. Und dennoch: Das Land ist nach der Katastrophe vom 22. Juli 2011 nicht mehr wie es vorher war. Der Schatten einer verwundbaren Welt wird es nicht mehr verlassen.

 
Leser-Kommentare
  1. Trotz allem und dem Wunsch nach Stilfiguren: Norwegen gibts immer noch!

    15 Leser-Empfehlungen
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    @ Dodge this

    Sie nennen die Überschrift "Es war einmal ..." wenig konziliant "saublöd". Und wenn Sie schon so polternd und - bitte entschuldigen Sie ihre Wortwahl - selber saublöd daherkommen, möchte ich Ihnen entgegnen:

    Die Sprachformulierung "Es war einmal ..." verweist nicht etwa auf das Ende und den Untergang des Königreichs N., sondern zitiert die Ihnen sicher aus Märchen bekannte Eröffnungsformel "Es war einmal ...".

    Die "märchenhaften" Zustände eines wohlhabenden und befriedeten Königreichs, wie N. es ist, werden im Artikel dann auch beschrieben. Der Einfall des Bösen, wie er ja auch im archaichen Erzählmuster der Märchen vorkommt, bringt dann den Bruch des "Es war einmal ..."-Idylls. Aber am Ende heisst es dann doch: "... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." Das Märchen ist also nicht etwa zu Ende, weil das Böse überwunden wurde. Es geht unter anderen Vorzeichen weiter. Und genau das sagt uns ja jetzt auch ein politisch-offizielles, ein königkiches und ein sehr breites privates Norwegen: Das moderne (Öl-)Märchen Norwegen mit Wohlstand und Zusammenhalt für alle geht weiter ... auch wenn der unschuldige Ausgangszustand im Zuge der "Erzählung" eine Wandlung erlebt hat.

    Siehe auch: http://j.mp/es-war-einmal

    @ Dodge this

    Sie nennen die Überschrift "Es war einmal ..." wenig konziliant "saublöd". Und wenn Sie schon so polternd und - bitte entschuldigen Sie ihre Wortwahl - selber saublöd daherkommen, möchte ich Ihnen entgegnen:

    Die Sprachformulierung "Es war einmal ..." verweist nicht etwa auf das Ende und den Untergang des Königreichs N., sondern zitiert die Ihnen sicher aus Märchen bekannte Eröffnungsformel "Es war einmal ...".

    Die "märchenhaften" Zustände eines wohlhabenden und befriedeten Königreichs, wie N. es ist, werden im Artikel dann auch beschrieben. Der Einfall des Bösen, wie er ja auch im archaichen Erzählmuster der Märchen vorkommt, bringt dann den Bruch des "Es war einmal ..."-Idylls. Aber am Ende heisst es dann doch: "... und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." Das Märchen ist also nicht etwa zu Ende, weil das Böse überwunden wurde. Es geht unter anderen Vorzeichen weiter. Und genau das sagt uns ja jetzt auch ein politisch-offizielles, ein königkiches und ein sehr breites privates Norwegen: Das moderne (Öl-)Märchen Norwegen mit Wohlstand und Zusammenhalt für alle geht weiter ... auch wenn der unschuldige Ausgangszustand im Zuge der "Erzählung" eine Wandlung erlebt hat.

    Siehe auch: http://j.mp/es-war-einmal

  2. Es ist sehr geschmacklos die Anzahl der Toten auf Deutschen Verhältnisse hochzurechnen. Was soll diese Pietätlosigkeit???

    22 Leser-Empfehlungen
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    • Oli.M
    • 23.07.2011 um 16:27 Uhr

    und liegt meiner Meinung nach daran, dass sich die Medien gerne mit Superlativen überbieten.

    Wenn etwas so schreckliches passiert ist es unnötig es noch mehr aufzubauschen mit sinnlosen Vergleichen oder Hochrechnungen.

    Das ist Bild Niveau!

    Leider rutscht die Zeit, mit Ihren Versuchen Aufmerksamkeit zu erlanden, in Ihrem Niveau immer weiter ab.

    Schade!

    • snm81
    • 23.07.2011 um 16:31 Uhr

    das ist absurd und sinnlos.

    Find ich überhaupt nicht pietätlos. Es macht nur das Ausmaß deutlicher.

    91 Tote muss man Ihnen also "verdeutlichen" in dem man sie auf tote Deutsche verrechnet?
    Falls das ein Norweger liest, mein tief empfundenes Beileid und bitte nehmen Sie diesen Kommentar nicht ernst!

    ich kann nichts reisserisches oder "geschmackloses" an diesem sachlichen Artikel finden. Ja, ein einzelner getöteter Mensch ist schon zu viel. Die Presse kann aber deswegen darüber hinaus nicht in Sprachlosigkeit verfallen. Und ein Teil der Aufgabe ist eine Quantifizierung des Ausmaßes. Die Hochrechnung auf die deutsche Bevölkerung diente doch nur dazu, zu veranschaulichen, in welchem Ausmaß die norwegische Bevölkerung auch ganz persönlich und direkt betroffen ist. Der Artikel vermittelt auch ein Stimmungsbild, und das ist damit nicht reisserisch inszeniert.
    Man sollte mit dem Wort Pietät nicht hausieren gehen. Was verstehen Sie überhaupt darunter? Man könnte Ihnen hier genauso gut oder schlecht Ihren Vorwurf der Pietätlosigkeit als pietätlos vorhalten. Als moralisierenden Anwurf an die falsche Adresse auf dem Rücken der Opfer.
    Überbringer schlechter Nachrichten tun sich schwer, diese mit angemessenen Worten zu vermitteln. Sie geraten sprachlich in eine Verknüpfung zu dem Ereignis, aber sie sind für seine Tragweite nicht verantwortlich.
    Geben Sie mit dem Vorwurf nicht eigentlich Ihrer angestauten Sprachlosigkeit über diese unglaublich entsetzliche Tat ein hilfloses Ventil, indem sie die Emotion stellvertretend am Medium auslassen, dass die schlechte Nachricht überbringt?
    Das könnte ich allerdings gut verstehen.

    Herzliches Beileid den Opfern und ihren Angehörigen!

    - und so etwas von einem gestandenen Journalisten. Hier ein Blog mit einem schönen Kommentar zu Bertrams hirnrissigem Vergleich:

    http://blog.dummy-magazin...

    Besonders gut trifft es dort ein Kommentar:
    "Ein toter Papst entspricht [in Bertrams Logik] 1,2 Millionen toten Chinesen. Was für ein grotesker Unsinn…"

    • Oli.M
    • 23.07.2011 um 16:27 Uhr

    und liegt meiner Meinung nach daran, dass sich die Medien gerne mit Superlativen überbieten.

    Wenn etwas so schreckliches passiert ist es unnötig es noch mehr aufzubauschen mit sinnlosen Vergleichen oder Hochrechnungen.

    Das ist Bild Niveau!

    Leider rutscht die Zeit, mit Ihren Versuchen Aufmerksamkeit zu erlanden, in Ihrem Niveau immer weiter ab.

    Schade!

    • snm81
    • 23.07.2011 um 16:31 Uhr

    das ist absurd und sinnlos.

    Find ich überhaupt nicht pietätlos. Es macht nur das Ausmaß deutlicher.

    91 Tote muss man Ihnen also "verdeutlichen" in dem man sie auf tote Deutsche verrechnet?
    Falls das ein Norweger liest, mein tief empfundenes Beileid und bitte nehmen Sie diesen Kommentar nicht ernst!

    ich kann nichts reisserisches oder "geschmackloses" an diesem sachlichen Artikel finden. Ja, ein einzelner getöteter Mensch ist schon zu viel. Die Presse kann aber deswegen darüber hinaus nicht in Sprachlosigkeit verfallen. Und ein Teil der Aufgabe ist eine Quantifizierung des Ausmaßes. Die Hochrechnung auf die deutsche Bevölkerung diente doch nur dazu, zu veranschaulichen, in welchem Ausmaß die norwegische Bevölkerung auch ganz persönlich und direkt betroffen ist. Der Artikel vermittelt auch ein Stimmungsbild, und das ist damit nicht reisserisch inszeniert.
    Man sollte mit dem Wort Pietät nicht hausieren gehen. Was verstehen Sie überhaupt darunter? Man könnte Ihnen hier genauso gut oder schlecht Ihren Vorwurf der Pietätlosigkeit als pietätlos vorhalten. Als moralisierenden Anwurf an die falsche Adresse auf dem Rücken der Opfer.
    Überbringer schlechter Nachrichten tun sich schwer, diese mit angemessenen Worten zu vermitteln. Sie geraten sprachlich in eine Verknüpfung zu dem Ereignis, aber sie sind für seine Tragweite nicht verantwortlich.
    Geben Sie mit dem Vorwurf nicht eigentlich Ihrer angestauten Sprachlosigkeit über diese unglaublich entsetzliche Tat ein hilfloses Ventil, indem sie die Emotion stellvertretend am Medium auslassen, dass die schlechte Nachricht überbringt?
    Das könnte ich allerdings gut verstehen.

    Herzliches Beileid den Opfern und ihren Angehörigen!

    - und so etwas von einem gestandenen Journalisten. Hier ein Blog mit einem schönen Kommentar zu Bertrams hirnrissigem Vergleich:

    http://blog.dummy-magazin...

    Besonders gut trifft es dort ein Kommentar:
    "Ein toter Papst entspricht [in Bertrams Logik] 1,2 Millionen toten Chinesen. Was für ein grotesker Unsinn…"

    • Buh
    • 23.07.2011 um 16:09 Uhr

    wird Ihnen sagen, dass man gegen Einzeltäter, die keinem Netzwerk angehören nichts bis wenig machen kann. Da helfen Abhörmaßnahmen nichts. Gestern warst du ein Durchschnitts konservativer und auf einmal baust du ne Bombe und ermordest Jugendliche in einem Linken Sommercamp. Was soll die Polizei dagegen tun? Was man bemängeln kann ist, dass es eine dreiviertelstundie gedauert hat, bis das Sonderkommando die Insel erreicht hat, und dass jemand soviel Sprengstoff da ablegen konnte. Aber ich weiß ja nicht, wie auffällig man sein muss, dass das bemerkt wird. Jeden Tag parken da Leute. Und wenn du dann auch noch unauffällig aussiehst...was soll man machen?

    11 Leser-Empfehlungen
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    Ich denke, Ihre Behauptung der Täter könne als "Durchschnittskonservativer" durchgehen, trifft nicht zu. Die Stilisierung zu "Einzeltätern" ist eine häufige Argumentation von den Hintermännern (-frauen), die ihnen auf Foren das ideologische Futter und die Radikalisierung bieten, sie aber nach solch einer Tat öffentlich dann als "verwirrt" darstellen. Genauso geschieht es nun in norwegischen und deutschen rechtsextremistischen Foren: Verharmlosung und Leugnung jeglicher Mitverantwortung.

    Außerdem bin ich nicht Ihrer Auffassung, da könne man im Grunde nichts machen (die auch heute schon BILD vertrat): So hilflos ist eine wehrhafte Demokratie nicht. Allerdings vorausgesetzt, Bürgerinnen und Bürger machen aufmerksam und offen gegenüber allen Extremisten klar, dass ihnen eine vielfältige und offene Lebensform wichtig ist: Wehret den Anfängen!

    Ich erwarte nun von allen rechtspopulistischen Parteien in Europa, den "Freiheitsparteien" in Norwegen und den Niederlanden, Front National, Vlaams Belang, Schweizer Volkspartei und wie sie alle heißen, dass sie sich distanzieren von Terror und Gewalt. Ich erwarte, dass die Wilders, Le Pens und Blochers ein wachsames Auge darauf haben, was an ihren Rändern oder gar in ihrer Mitte geschieht und sich aktiv und öffentlich bekennen, Anhänger anderer Parteien, anderer Ethnien, Religionen oder Lebensentwürfe zu achten und zu respektieren.

    So erwarten wir schließlich auch von den Linken, sich von Kommunismus und RAF Terrorismus zu distanzieren. Wir erwarten von den Muslimen, sich von islamistischem Terror und Dschihad zu distanzieren. Jetzt werden wir sehr genau hinhören, was die Rechten in Europa sagen und wie sie handeln werden.

    Ich denke, Ihre Behauptung der Täter könne als "Durchschnittskonservativer" durchgehen, trifft nicht zu. Die Stilisierung zu "Einzeltätern" ist eine häufige Argumentation von den Hintermännern (-frauen), die ihnen auf Foren das ideologische Futter und die Radikalisierung bieten, sie aber nach solch einer Tat öffentlich dann als "verwirrt" darstellen. Genauso geschieht es nun in norwegischen und deutschen rechtsextremistischen Foren: Verharmlosung und Leugnung jeglicher Mitverantwortung.

    Außerdem bin ich nicht Ihrer Auffassung, da könne man im Grunde nichts machen (die auch heute schon BILD vertrat): So hilflos ist eine wehrhafte Demokratie nicht. Allerdings vorausgesetzt, Bürgerinnen und Bürger machen aufmerksam und offen gegenüber allen Extremisten klar, dass ihnen eine vielfältige und offene Lebensform wichtig ist: Wehret den Anfängen!

    Ich erwarte nun von allen rechtspopulistischen Parteien in Europa, den "Freiheitsparteien" in Norwegen und den Niederlanden, Front National, Vlaams Belang, Schweizer Volkspartei und wie sie alle heißen, dass sie sich distanzieren von Terror und Gewalt. Ich erwarte, dass die Wilders, Le Pens und Blochers ein wachsames Auge darauf haben, was an ihren Rändern oder gar in ihrer Mitte geschieht und sich aktiv und öffentlich bekennen, Anhänger anderer Parteien, anderer Ethnien, Religionen oder Lebensentwürfe zu achten und zu respektieren.

    So erwarten wir schließlich auch von den Linken, sich von Kommunismus und RAF Terrorismus zu distanzieren. Wir erwarten von den Muslimen, sich von islamistischem Terror und Dschihad zu distanzieren. Jetzt werden wir sehr genau hinhören, was die Rechten in Europa sagen und wie sie handeln werden.

  3. Norwegen genießt einen hervorragenden Ruf.. ähnlich auch wie Kanada..wo der "Normalbürger" seine Türen nachts selbstverständlich auflässt. In Deutschland hat man sich auch daran gewöhnt..als "dingfest" zu machen, ..was eben nicht niet- und nagelfest ist.

    Ich bin mir sicher..., das man den "Rechtsradikalismus"...jetzt nicht mehr ganz so "salonfähig" sind. Vor Jahren wählten ja noch 30% der Norweger/innen rechtsstehende Parteien.

    Damit wird es wohl vorbei sein.

    Es war einmal eine "leichtgläubige" Gesellschaft, die dachte, das sowas nicht passieren kann.

    ..Ähnliches hörten wir auch schon nach Fukushima.

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    Breivik had also been a member of the Progress Party, the second largest in parliament, the party's head of cohmmunications Fredrik Farber said. Breivik was a member from 2004 to 2006 and in its youth party from 1997-2006/2007.

    http://www.haaretz.com/ne...

    Breivik had also been a member of the Progress Party, the second largest in parliament, the party's head of cohmmunications Fredrik Farber said. Breivik was a member from 2004 to 2006 and in its youth party from 1997-2006/2007.

    http://www.haaretz.com/ne...

  4. Lieber Herr Bertram, lassen Sie mich zu Ihrem dem Ereignis angemessenen Kommentar noch etwas ergänzen:

    1. Bei den geretteten jugendlichen Sozialdemokraten konnte man schon an der Hautfarbe erkennen, dass es sich auch um eine sehr multikulturelle Veranstaltung handelte.

    2. Der "ethnische Norweger" wird in deutschen rechtsradikalen/anti-islamischen Kreisen als "Bio-Norweger" bezeichnet - so zum Beispiel auf der ekelhaften Webseite "pi-news", die genauso argumentiert wie der norwegische Täter (ich finde, seinen Namen sollte man nicht mehr nennen, um ihm seinen Heldenepos nicht zu gönnen).

    Trotz des unglaublichen Ereignisses, das tatsächlich die Gefahr einer Abschottung innerhalb Norwegens durch Sicherheitsaspekte herbei führen könnte, besteht vielleicht Hoffnung, dass man sich inner- und außerhalb des Landes mit "seinen" Rechtsextremisten mehr auseinandersetzt. Im bundesdeutschen Verfassungsschutzbericht, der ja erst kürzlich veröffentlicht wurde, gibt es dazu genügend Ansätze.

    18 Leser-Empfehlungen
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    Hier nochmal die englische Übersetzung von Anders B. Gedanken

    http://www.scribd.com/doc...

    in dem Dokument mal suchen nach EDL

    z.B. auf Seite 13

    "The agenda of the Norwegian cultural conservative movement over the next 5 years aretherefore:
    1. Newspaper with national distribution
    2. Work for control of several NGOs
    3. Norwegian EDL"

    EDL
    http://en.wikipedia.org/w...

    oder SIOE
    "We can f as develop SIOE or create a new one." Seite 42

    SIOE
    http://en.wikipedia.org/w...

    Ich bezweifel,dass der rechte Sumpf hier in Deutschland irgendwann trocken gelegt wird.
    Doch jeder Deutsche sollte mal darüber nachdenken,dass gerade wieder so ein Volksverhetzer seine irren Thesen als eine Art Heilsverkünder durchs Land posaunt.Was dieser Mensch für Schaden anrichten kann,darüber denken manche Menschen nicht.Warten wir also ab,wann in Deutschland so ein Heilsbringer ,im Namen wessen auch immer, Ziele anvisiert.

    Hier nochmal die englische Übersetzung von Anders B. Gedanken

    http://www.scribd.com/doc...

    in dem Dokument mal suchen nach EDL

    z.B. auf Seite 13

    "The agenda of the Norwegian cultural conservative movement over the next 5 years aretherefore:
    1. Newspaper with national distribution
    2. Work for control of several NGOs
    3. Norwegian EDL"

    EDL
    http://en.wikipedia.org/w...

    oder SIOE
    "We can f as develop SIOE or create a new one." Seite 42

    SIOE
    http://en.wikipedia.org/w...

    Ich bezweifel,dass der rechte Sumpf hier in Deutschland irgendwann trocken gelegt wird.
    Doch jeder Deutsche sollte mal darüber nachdenken,dass gerade wieder so ein Volksverhetzer seine irren Thesen als eine Art Heilsverkünder durchs Land posaunt.Was dieser Mensch für Schaden anrichten kann,darüber denken manche Menschen nicht.Warten wir also ab,wann in Deutschland so ein Heilsbringer ,im Namen wessen auch immer, Ziele anvisiert.

    • cmo
    • 23.07.2011 um 16:17 Uhr

    Ein wenig Off-topic;
    kann man diese Zahlosen Ads nicht je nach Thema ein wenig reduzieren oder ganz weglassen???
    Habe schon gesehen,dass zbsp bevor ein videostream zum thema beginnt,zuerst noch 30sec Werbung zu Krankenkasse etc läuft...
    Danke...

    Eine Leser-Empfehlung
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    • Buh
    • 23.07.2011 um 19:29 Uhr

    Firefox benutzen rate ich Ihnen zu dem Plugin "AdBlock". Der hilft bei solchem Ärgernis.

    • Buh
    • 23.07.2011 um 19:29 Uhr

    Firefox benutzen rate ich Ihnen zu dem Plugin "AdBlock". Der hilft bei solchem Ärgernis.

  5. ...noch jammern,dass der Verfassungsschutz sie ungerecht behandeln würde,während man den Linken einen "Freifahrtschein" ausstellen würde.
    Hier habt ihr dämlichen Nazis und Rassisten den Beweis,wie nötig es ist,Euch permanent zu beobachten.
    Aber ich bin mir sicher,dass für Euch sehr unruhige Zeiten anbrechen werden.Besser ist das!

    • Oli.M
    • 23.07.2011 um 16:27 Uhr

    und liegt meiner Meinung nach daran, dass sich die Medien gerne mit Superlativen überbieten.

    Wenn etwas so schreckliches passiert ist es unnötig es noch mehr aufzubauschen mit sinnlosen Vergleichen oder Hochrechnungen.

    Das ist Bild Niveau!

    Leider rutscht die Zeit, mit Ihren Versuchen Aufmerksamkeit zu erlanden, in Ihrem Niveau immer weiter ab.

    Schade!

    Antwort auf "pietät"

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