In Syrien sind nach dem Freitagsgebet erneut Zehntausende Menschen gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad auf die Straße gegangen. In der zentralsyrischen Stadt Homs seien bei Protesten unterschiedlichen Angaben zufolge zwei bis drei Menschen durch Schüsse der Sicherheitskräfte getötet wurden.

In der rund 40 Kilometer nördlich von Homs gelegenen Stadt Hama sollen mehr als 200.000 Menschen gegen die Regierung demonstriert haben, sagte einer der Teilnehmer.  Der Protestzug erstrecke sich über "mehr als einen Kilometer". Zunächst seien keine Sicherheitskräfte zu sehen gewesen, berichtete er. Die Proteste standen unter dem Motto "Verschwinde".

Amer al-Sadik von der Union für die Koordination der syrischen Revolution berichtete, dass auch in drei Vierteln der Hauptstadt Damaskus und in der Stadt Aleppo zahlreiche Demonstranten protestiert hätten. Seiner Einschätzung nach ändere sich nun auch in Aleppo, wo es in den ersten Wochen nach Beginn des Aufstands ruhig geblieben war, die Situation.

Die Staatsmedien berichteten dagegen von großen Pro-Regime-Kundgebungen in Aleppo und in der Provinz Al-Suwaida. Demonstranten sollen in der Ortschaft Al-Kraja eine fast zwei Kilometer lange syrische Fahne durch die Straßen getragen haben.

Der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle teilte mit, dass Deutschland während seines Vorsitzes im UN-Sicherheitsrat eine Resolution einbringen wolle, die die Gewalt in Syrien verurteile. Seit Beginn der Proteste Mitte März protestieren Tausende Syrier gegen die Regierung und fordern einen Regierungswechsel. Bisher sind laut Angaben von Menschenrechtsorganisationen mehr als 1.300 Menschen bei den Protesten ums Leben gekommen.