Bei einem Doppelanschlag im Irak sind mindestens 27 Menschen getötet worden. Die Agentur Sumeria News meldete unter Berufung auf die Polizei, der erste Attentäter habe vor dem Gebäude des Kommunalrates der Ortschaft Al Taji nördlich der Hauptstadt Bagdad eine Autobombe gezündet. Kurz darauf habe ein zweiter Terrorist, der sich unter die herbeigeeilten Polizisten, Helfer und Schaulustigen mischte, einen Sprengstoffgürtel zur Detonation gebracht.

Die genaue Zahl der Toten und Verletzten ist bisher nicht bekannt. Der irakische Gesundheitsminister Hamis al-Saad gab die Zahl der Toten mit mindestens 27 an. Eine andere Quelle im Ministerium gab sie mit mindestens 35 an. 28 Menschen seien verletzt worden, hieß es aus Kreisen des Innenministeriums. Die BBC meldet hingegen 50 Verletzte.

Erst am Montag hatte es eine Reihe von Anschlägen im Irak gegeben. Dabei waren in Bagdads Bezirk Mansour drei Polizisten durch eine Explosion getötet worden und vier weitere verletzt worden. Eine weitere Explosion hatte sich im Bezirk Durra ereignet, ein Polizist und drei Zivilisten wurden verletzt. Im Bezirk Bab al-Muadham sprengte sich ein Mann in die Luft, als irakische Soldaten ihn fassen wollten. Fünf Soldaten wurden verletzt. In Abu Guraib, westlich von Bagdad, hat eine Autobombe zwei Soldaten getötet und neun verletzt, berichtete die örtliche Polizei. Einen weiteren Anschlag gab es am Montag in der Provinz Anbar, dort wurden drei Polizisten durch eine Autobombe in der Nähe von Fallujah getötet. Vier Zivilisten überlebten das Attentat.

Der Juni war bislang der Monat, in dem am meisten irakische Zivilisten getötet worden sind. Insgesamt starben in diesem Monat 271 Iraker, 34 Prozent mehr als im Vormonat. Das geht aus Regierungsstatistiken hervor. Grund für die Gewalt könnte ein Treffen der irakischen Spitzenpolitiker in dieser Woche sein, die über eine mögliche Verlängerung des US-Einsatzes im Irak um weitere fünf Jahre diskutieren. Der Einsatz läuft ursprünglich im Dezember aus.

Die US-Regierung hatte zuvor bereits ihre Bereitschaft bekundet, unter bestimmten Bedingungen einen Teil der Truppen im Irak zu belassen, falls die irakische Regierung dies wünschen sollte. Bislang haben allerdings nur zwei der irakischen Regierungsparteien eindeutig Position bezogen.

Die eng mit Iran verbandelte Bewegung des Schiiten-Predigers Muktada al-Sadr ist strikt gegen eine Verlängerung des Einsatzes. Sie hat sogar damit gedroht, ihre Miliz – die Mahdi-Armee – wieder zu reaktivieren, falls die Amerikaner nicht gehen sollten.

Die Parteien der Kurdenführer Massud Barsani und Dschalal Talabani wollen die Amerikaner lieber noch länger im Irak belassen, damit diese bei der Verfolgung islamistischer Terroristen helfen. Außerdem bezweifeln die Kurden, dass die irakischen Sicherheitskräfte die Grenzen des Landes ausreichend sichern können.