Klimawandel Weltsicherheitsrat einigt sich auf deutsche Klimaerklärung

Der UN-Sicherheitsrat bezeichnet den Klimawandel in einer Erklärung erstmals als Bedrohung für den Weltfrieden. Deutsche Diplomaten halten das für einen Durchbruch.

Der UN-Sicherheitsrat hat zum ersten Mal eine Erklärung zum Klimawandel beschlossen. In der von Deutschland vorgelegten präsidentiellen Erklärung räumen die 15 Staaten des mächtigsten UN-Gremiums ein, dass die Erderwärmung eine Bedrohung des Weltfriedens sein kann.

"Der Weltsicherheitsrat ist besorgt, dass der Landverlust kleiner Inselstaaten durch einen Anstieg der Meeresspiegel sicherheitspolitische Konsequenzen haben könnte", heißt es in der Erklärung. Naturkatastrophen wie Hochwasser, Wirbelstürme und Dürren vor allem in Entwicklungsländern zerstörten alles, was dort bislang erreicht werden konnte, sagte der Leiter des UN-Umweltprogramms Achim Steiner. Soziale Instabilität sei die Folge.

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"Klimawandel darf man nicht nur wissenschaftlich sehen, sondern von einem geopolitischen und sicherheitspolitischen Standpunkt, der uns entweder zu gemeinsamen Handeln vereint – oder uns entzweit und zu größerem Chaos, Spannungen und potenziellen Konflikten führt", sagte Steiner. Zudem wurde Generalsekretär Ban Ki Moon in der Erklärung aufgefordert, Klimaaspekte in seinen künftigen Berichten zu berücksichtigen.

Harte Verhandlungen

Deutsche Diplomaten halten die Erklärung für einen Durchbruch. Die präsidentielle Erklärung ist keine Resolution und eigentlich nur eine Stellungnahme des Ratspräsidenten. In diesem Monat ist das der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig. Weil die Erklärung unter den 15 Staaten abgestimmt wird, hat sie jedoch diplomatisches Gewicht. Um die Formulierung war bis zuletzt gefeilscht worden. Insbesondere Russland und China hatten Einwände gegen den deutschen Vorschlag.

Nachdem Russland seine Ablehnung signalisiert hatte, liefen während der Sitzung die Verhandlungen der Diplomaten. Der Ausgang der Verhandlungen galt lange als völlig offen. Botschafter Wittig sagte: "Uns war wichtig, alle Mitglieder des Sicherheitsrates an Bord zu haben – und dafür sind wir ihnen sehr weit und geduldig entgegengekommen. Das hat sich letztlich ausgezahlt." Wichtig sei, dass die beiden zentralen Elemente des deutschen Textentwurfs – die Anerkennung der Bedrohung durch den Klimawandel und die Berichtspflicht des Generalsekretärs – erhalten werden konnten: "Jetzt ist es am Generalsekretär, diese Aufforderung in die Praxis umzusetzen."

 
Leser-Kommentare
  1. Einst hatte ich große Hoffnungen in die Vereinten Nationen. Inzwischen wird das Gremium aber durch politische und religiöse Machtinteressen unterwandert. Im UN-Menschenrechtsrat stellt z.B. die OIC die einflussreichste Gruppe, die massiv Einfluss auf die Entscheidungen u.a. zur Einschränkung der Meinungsfreiheit nimmt (http://www.youtube.com/wa...).

    Aus diesem Grund befürchte ich, dass die Klimaschutzdebatte zukünftig dazu ausgenutzt wird, den Industriestaaten vorschnell die Schuld für sämtliche Konflikte in die Schuhe zu schieben (natürlich unter Beifall bestimmter Parteien).

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  2. Es ist nicht mal eine Resolution, nur "eine Stellungnahme des Ratspräsidenten". Und deutsche Diplomaten halten das für einen Durchbruch! Wahrscheinlich auch nur, weil Deutschland den Ratspräsidenten stellt und man sich ja irgendwie auf die Brust schlagen muss, wie toll man doch ist.

    Diese Erklärung bedeutet nichts und wird nichts bewirken. Wenn man um Formulierungen schon zäh ringen muss, bleibt ein "Machen" pure Illusion.

    Wie kann man für ergebnisloses Gerede nur so viel Geld ausgeben. Möchte wetten, dass man für den Betrag, den das gekostet hat, tausende Afrikaner für den Rest des Jahres ernähren könnte.

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    • Zack34
    • 21.07.2011 um 15:52 Uhr
  3. beweist es doch, dass Deutschland offensichtlich der einzige Staat in Europa - wenn nicht weltweit - ist, der diese Problematik immer und immer wieder aufs Tablett bringt und die Diskussion voran treibt.

    Daneben sind WIR auch bei de Co2-Reduktion ganz weit vorne!
    Und wir sind als erste Industrienation aus der Kernenergie ausgestiegen (wenn auch nur aus wahltaktischen Gründen)

    Bitte! Das ist das einzige Thema, bei dem ich wirklich stolz auf mein Land bin. Versaut mir das nicht!!!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    indem die gesamte Elite an den Humbug des menschengemachten Klimawandel glaubt. Und weil man an diesen Humbug glaubt, steigt man auch direkt aus der sehr klimafreundlichen Kernenergie aus und hofft darauf, dass der Rest der Welt (mal wieder) am Deutschen Wesen genesen soll.

    Nur gut für den Rest der Welt, das es anderswo noch genügend Menschen mit Verstand gibt.

    indem die gesamte Elite an den Humbug des menschengemachten Klimawandel glaubt. Und weil man an diesen Humbug glaubt, steigt man auch direkt aus der sehr klimafreundlichen Kernenergie aus und hofft darauf, dass der Rest der Welt (mal wieder) am Deutschen Wesen genesen soll.

    Nur gut für den Rest der Welt, das es anderswo noch genügend Menschen mit Verstand gibt.

  4. indem die gesamte Elite an den Humbug des menschengemachten Klimawandel glaubt. Und weil man an diesen Humbug glaubt, steigt man auch direkt aus der sehr klimafreundlichen Kernenergie aus und hofft darauf, dass der Rest der Welt (mal wieder) am Deutschen Wesen genesen soll.

    Nur gut für den Rest der Welt, das es anderswo noch genügend Menschen mit Verstand gibt.

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    Glauben Sie mir eines:
    Selbst wenn der Klimawandel NICHT von Menschen gemacht/gefördert sein sollte, (und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln) gibt es absolut keinen Anlaß, diesen durch unser Verhalten weiter zu beschleunigen!

    Und jetzt bitte ich Sie um Belege, worauf der Klimawandel sonst zurück zu führen ist.

    Glauben Sie mir eines:
    Selbst wenn der Klimawandel NICHT von Menschen gemacht/gefördert sein sollte, (und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln) gibt es absolut keinen Anlaß, diesen durch unser Verhalten weiter zu beschleunigen!

    Und jetzt bitte ich Sie um Belege, worauf der Klimawandel sonst zurück zu führen ist.

  5. Wenn man die Erklaerung des Ratspraesidenten, dessen Posten Deutschland fuer gerade mal 2 Monate innehat, als "Durchbruch" bezeichnet, legt man die Latte im Land des Sommermaerchens des dritten Platzes mal wieder sehr, sehr niedrig an. Dieses ist einmal mehr ein Beispiel propagandistischen deustchen Selbstlobs, wie es fuer Deutschlands populistische Medien heutzutage so typisch ist.

    Dabbei sind selbst UN Resolutionen heutzutage so verwaessert, dass sie wertlos sind, und werden trotzdem noch regelmeassig von jedem Dritte-Welt-Diktator ignoriert. Eine Erklaerung des Ratspraesidenten ist noch nicht einmnal das. Zudem kommt sie aus Deutschland - das man dort den Klimaschutz mit nahezu religioesem Fanatismus verfolgt ist bekannt. Bemerkenswerter waere es gewesen, wenn China als Ratspraesident diese Erklaerung engereicht haette - obwohl es dann immer noch keine Resol;ution gewesen waere.

    Schliesslich redet Deutschland das eine, und tut das andere. Nach dem panikartigen Ausstieg aus der Kernenergie soll zukuenftig neben erneuerbaren Energien auch die Kohle den zu erwartenden Stromausfall wettmachen. Als groesster westlicher Braunkohlefoerderer traegt Deutschland schon heute nicht sonderlich zum Klimaschutz bei (es erzeugt 3% der CO2 Gase bei 4% des Welt BIP, die USA 20% bei etwas ueber 20% des BIPs). Dieses Verhaeltniss wird sich noch verschlimmern, da vage Hinweise auf CO2 Verpressung reine Science Fiction zur eigenen Gewissenberuhigung sind.

    Kein Durchbruch hier.

  6. Glauben Sie mir eines:
    Selbst wenn der Klimawandel NICHT von Menschen gemacht/gefördert sein sollte, (und ich habe keinen Grund, daran zu zweifeln) gibt es absolut keinen Anlaß, diesen durch unser Verhalten weiter zu beschleunigen!

    Und jetzt bitte ich Sie um Belege, worauf der Klimawandel sonst zurück zu führen ist.

    Eine Leser-Empfehlung
  7. Wo ist im Artikel ein Link auf den Wortlaut der Erklärung ?
    Ich sehe keinen.

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