Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat sich kurz nach seiner überraschenden Rückkehr aus Kuba von Tausenden Anhängern in Caracas feiern lassen. Der gegen eine Krebserkrankung kämpfende Staatschef zeigte sich in olivgrüner Uniform und mit rotem Barett auf dem Balkon des Präsidentenpalastes Miraflores. "Auch diese Schlacht gewinnen wir", rief er den Versammelten zu. "Es lebe Venezuela. Es lebe Fidel (Castro). Es lebe das Leben. ... Die Rückkehr hat begonnen."

Der sozialistische Präsident hatte seine Erkrankung seit dem 8. Juni in Havanna behandeln lassen. Die Ärzte hatten zunächst nur einem Abszess in der Beckengegend operiert, waren dann aber auf ein Krebsgeschwür gestoßen, das sie ebenfalls entfernten.

Viele hatten daran gezweifelt, dass Chávez es rechtzeitig schafft, zu den Feierlichkeiten zur 200-jährigen Unabhängigkeit Venezuelas wieder im Land zu sein. Sie reagierten entsprechend überrascht, während Chávez-Anhänger spontane Partys organisierten. Der ekstatisch wirkende Vizepräsident Elias Jaua rief seine Landsleute zu einer Freudenkundgebung vor dem Präsidentenpalast auf. In den wichtigsten Augenblicken seiner turbulenten Karriere hatte sich Chávez den Venezolanern stets auf dem Balkon des Palastes gezeigt.

Der Regierungschef hatte sich seit Jahren auf die Feiern zum Staatsjubiläum am heutigen Dienstag vorbereitet. Chávez dämpfte aber die Erwartungen. Er werde wohl nicht an den offiziellen Feiern teilnehmen können.

Der genaue Gesundheitszustand des Staatschefs bleibt indessen unklar. Chávez selbst sprach nur von einem "Beginn der Rückkehr". Einige Experten schlossen daraus, dass er sich weiter schonen oder sich sogar erneut auf Kuba behandeln lassen müsse.

Kubas früherer Staatschef Fidel Castro hingegen zeigte sich überzeugt, dass Chávez den Krebs besiegt hat. "Der Patient hat die entscheidende Schlacht geschlagen, die ihn und Venezuela zu einem großen Sieg führen wird", schrieb Castro. Sein Bruder und Nachfolger Raul verabschiedete Chávez vor dem Rückflug nach Venezuela.