Elfenbeinküste Ivorische Staatsanwaltschaft klagt Gbagbo an

Der Ex-Präsident der Elfenbeinküste ist in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm steht ein Gerichtsverfahren wegen diverser Wirtschaftsverbrechen bevor.

Der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft des Landes hat ihn wegen Wirtschaftsverbrechen angeklagt. Ein Sprecher sagte, ihm werde schwerer Diebstahl, Schädigung der Volkswirtschaft, Unterschlagung öffentlicher Mittel und Plünderung vorgeworfen. Die Behörden nahmen ihn in Untersuchungshaft.

Gbagbo war bereits Mitte April in der nördlichen Stadt Korhogo mit seiner Frau festgenommen worden, beide standen seitdem unter Hausarrest. Gbagbos Frau Simone wurde wegen der gleichen Verbrechen angeklagt, sagte der Vertreter der Staatsanwaltschaft. Sie sei schon am Dienstag in der Stadt Odienné im Nordwesten des Landes in Untersuchungshaft genommen worden.

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Gbagbo hatte sich nach den Präsidentschaftswahlen im vergangenen November geweigert, die Macht an den Wahlsieger und jetzigen ivorischen Staatschef Alassane Ouattara abzugeben. Daraufhin war ein blutiger Konflikt mit mindestens 3.000 Toten ausgebrochen. Er endete erst im April, als der ehemalige Präsident in seiner Residenz in Abidjan festgenommen wurde. Gbagbo wird vorgeworfen, während des Machtkampfes Hunderte Millionen Dollar an Staatsgeldern benutzt zu haben, um im Amt zu bleiben.

Ouattara hatte ein faires Gerichtsverfahren gegen Laurent Gbagbo und seine Frau angekündigt. Außerdem solle eine Wahrheits- und Versöhnungskommission gebildet werden, um den Vorwürfen zu Massakern und anderen Menschenrechtsverstößen an der Zivilbevölkerung nachzugehen.
 

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Leserkommentare
  1. Ouattara, wenn er ein faires Gerichtsverfahren ankündigt und die Massaker untersuchen will, auch seine eigenen Soldaten nicht ausschließt. Schließlich wurde ja berichtet, daß diese ebenfalls zu den Massakern an der Zivilbevölkerung beigetragen haben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Deswegen werden Gbagbo ja schlauerweise nur Wirtschaftsverbrechen vorgeworfen. Ginge es um Kriegsverbrechen, müsste sich Ouattara ja gleich mal einen neuen Premier suchen. Der jetzige, Guillaume Soro, hat 2002 den ganzen Mist ja angefangen und dann auch noch, in massloser Selbstherrlichkeit, ein Buch publiziert: "Pourquoi je suis devenu rebelle". Darin seine pathos-schwere Rechtfertigung: Ich will auch mal Präsident.

    Gbagbo und Soro waren ja lange Zeit Partei- und Duzfreunde, bis Gbagbo sich erdreistet hat, jemand anderen als Soro zum Generalsekretär der Partei zu machen. Ergebnis: Bürgerkrieg. Arme Elfenbeinküste...

  2. Deswegen werden Gbagbo ja schlauerweise nur Wirtschaftsverbrechen vorgeworfen. Ginge es um Kriegsverbrechen, müsste sich Ouattara ja gleich mal einen neuen Premier suchen. Der jetzige, Guillaume Soro, hat 2002 den ganzen Mist ja angefangen und dann auch noch, in massloser Selbstherrlichkeit, ein Buch publiziert: "Pourquoi je suis devenu rebelle". Darin seine pathos-schwere Rechtfertigung: Ich will auch mal Präsident.

    Gbagbo und Soro waren ja lange Zeit Partei- und Duzfreunde, bis Gbagbo sich erdreistet hat, jemand anderen als Soro zum Generalsekretär der Partei zu machen. Ergebnis: Bürgerkrieg. Arme Elfenbeinküste...

    Antwort auf "Ich hoffe doch, daß"
    • Tangram
    • 19. August 2011 18:02 Uhr

    der UNO!

    Die "Rebellen Ouattaras" wurden von Seiten Frankreichs langjährig gestützt um den eigenen Mann ins Amt zu hieven.

    Gelungen ist es nun durch Wahlmanipulation (www.ivoireleaks.de) und mittels massivem milit. Einsatz der Licorne (F) unter Schirmherrschaft der UNO

    Es kursieren Gerüchte, es seien 317 französische Soldaten gestorben. Wird das geheim gehalten????

    • 1-Gaou
    • 19. August 2011 19:27 Uhr

    Die UN hatte es doch so eilig, Gbagbo wegzubomben wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen derer er nicht einmal angeklagt wird? Ouattara wird nicht mit einem Bombenhagel bedacht, obwohl nachweislich nach wie Massenexekutionen vor stattfinden, für Massaker wie in Douekoue (1000 tote Zivilisten, inkl. Frauen und Kinder) wurde noch kein einziger Verantwortlicher festgenommen oder angeklagt? Siehe u.a. den aktuellen Bericht von Amnesty International: http://www.amnesty.org/en/library/asset/AFR31/007/2011/fr/1d18c667-4e96-...

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