Revolution in LibyenLibyens Rebellen überraschen mit Strategiepapier

Der Nationale Übergangsrat verrät, wie er sich Libyen nach dem Sturz von Machthaber Gadhafi vorstellt. Er baut auf viele hochrangige Stützen des alten Regimes.

Die libyschen Rebellen wollen nach einem Sturz von Machthaber Muammar al-Gadhafi offenbar viele Regierungsmitarbeiter in ihren Ämtern belassen, um das Land nicht ins Chaos zu stürzen. Dies geht aus einem 70-seitigen Strategiepapier der Aufständischen hervor, über das die Londoner Tageszeitung The Times berichtet.

Demnach rechnen die Rebellen sich nur geringe Chancen aus, Gadhafi aus dem Amt drängen zu können. Sie setzen demnach vielmehr auf einen Putsch in den Reihen seiner Getreuen. Dem Zeitungsbericht zufolge rechnen sie damit, dass etwa 70 Prozent der hochrangigen Mitarbeiter der bisherigen Staatsführung ihre neue Regierung anerkennen würden.

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Angeblich rekrutierten die Rebellen bereits rund 800 Beamte, die am Aufbau eines Sicherheitsapparats beteiligt sein könnten. Für die Hauptstadt Tripolis soll eine bis zu 15.000 Mann starke Einsatztruppe gebildet werden, die bekannte Unterstützer der libyschen Führung festnehmen soll. Etwa 5.000 Polizisten sollen den Schutz einer Übergangsregierung gewährleisten.

Der Nationale Übergangsrat der Rebellen bestätigte die Existenz des Strategiepapiers, wies jedoch darauf hin, dass der Times ein früher Entwurf des Dokuments vorliege. Er bat die Zeitung, keine tiefgehenden Details der Planungen zu veröffentlichen. Es sei aber wichtig, dass die Öffentlichkeit von der Existenz eines Plans für die Zukunft wisse.

 
Leserkommentare
  1. Anhaenger in der Hauptstadt! Wieviel Gaddafi-Anhaenger soll
    jeder davon festnehmen und wie werden die Festzunehmenden
    identifiziert und anschliessend behandelt? Die Buerger
    von Tripolis gehen goldenen Zeiten entgegen!

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  2. Am Ende werden da massenhaft Gaddafianhänger gefoltert und ermordet, und der Westen guckt vollen Sympathie den neuen Demokraten bei ihrer schmutzigen Arbeit zu.

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    • Harzer
    • 08.08.2011 um 12:55 Uhr

    ... aber wenn neue Schurken bestimmen sollten, werden "wir" den Preis für unsere Nato-Hilfe in Öl einfordern ... ... .

    4 Leserempfehlungen
    • colca
    • 08.08.2011 um 13:12 Uhr

    15 000 Besatzer sollen also die neue "Regierung" vor der Bevölkerung von Tripolis schützen. Das würde dann auf so ein Paralleluniversum hinauslaufen wie die Grüne Zone in Bagdad.
    Auch das Prinzip der permanenten Bürgerkriegs bei fortschreitendem Staatszerfall würde dann aus dem Irak übernommen werden. Wirklich tolle Aussichten für die Gadaffi-loyale libysche Bevölkerungsmehrheit.
    Ich kann für das Land nur hoffen, dass die legtime Regierung von Tripolis als Sieger aus diesem Konflikt hervorgeht. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht.

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  3. Wenn ich das Foto betrachte, kann ich mich schwer mit dem Gedanken anfreunden, diese Herren als diplomatische Vertretung des Landes beim Neujahrsempfang unserer Regierung zu begrüssen.

    7 Leserempfehlungen
  4. Mein lieber Jolly, Geld an Rebellengruppen, amtierende Regierungen, und wenn noch so unsympatisch, die Konten sperren, Diplomaten ausweisen, Luftangriffe fliegen und dann erdreistet sich westliche Presse auch noch, solche Terroristen auf Fotos zu präsentieren. Sorry, aber vermummte Gestalten sind keine neuen Volksdemokraten. Sehr merkwürdig, der Kurs der Franzosen, Engländern und die Unterstützung Deutscher. Als her mit den Diplomaten, aber bitte vorher vermummen, geht nicht anders.

    3 Leserempfehlungen
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    @#6: Nein, das ist wahrscheinlich ein Großteil der Rebellenarmee ;). Immerhin ist es dem Fotografen einmal gelungen, fünf Kämpfer vor der Kamera zusammenzubringen.

    @#6: Nein, das ist wahrscheinlich ein Großteil der Rebellenarmee ;). Immerhin ist es dem Fotografen einmal gelungen, fünf Kämpfer vor der Kamera zusammenzubringen.

  5. Solange Gaddafis Klan intakt ist haben die sogenannten Rebellen keine Chancen.

    Eine Leserempfehlung
  6. wenn da ein Übel nur durch ein neues Übel ersetzt wird, was teilweise sogar noch das gleiche Gesicht hat.
    Oh, natürlich aber nehmen jetzt die Öl- und Geldflüsse andere Richtungen. Das dürfte der Hauptunterschied sein.

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