LibyenRebellen besetzen Hauptquartier des Staatsfernsehens

In Tripolis erobern die Rebellen zentrale Gebäude. Auch Gadhafi-Getreue sitzen jedoch an einigen wichtigen Orten. US-Präsident Obama warnt: "Es ist noch nicht vorbei." von dpa, AFP und Reuters

In der umkämpften libyschen Hauptstadt Tripolis haben die Rebellen weitere Erfolge gegen das Gadhafi-Regime erzielt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters ist der Hauptsitz des Senders unter Kontrolle der Rebellen. Das libysche Staatsfernsehen ging demnach von Sendung, es ist nur noch ein schwarzes Bild zu sehen. Der staatliche Sender Al-Urubah sendet mittlerweile jedoch wieder über einen syrischen Kanal.

Die Aufständischen haben bereits weite Teile der Hauptstadt Tripolis erobert, allerdings bleibt die Lage unübersichtlich. Rund um die Residenz Gadhafis im Stadtteil Bab al-Asisija gibt es schwere Gefechte zwischen Rebellenkämpfern und Regierungstruppen. "Hier wird überall geschossen", sagte ein Rebellen-Offizier. Panzer Gadhafi-treuer Truppen seien vor dem Komplex aufgefahren.

Die Aufständischen erwarten einen Luftangriff der Nato auf die Truppenteile Gadhafis, die sich in seiner Residenz verschanzt haben. Nach Sonnenuntergang würden Kampfjets die Mauern der Anlage bombardieren. In der Residenz halten nach Angaben der Rebellen mehrere hundert afrikanische Söldner die Stellung.

Anzeige

Auch im Bereich des Hafens sollen Panzer in Stellung gebracht worden sein. Eine große Gefahr gehe zudem von Scharfschützen auf hohen Gebäuden aus. Eine starke Präsenz von regimetreuen Truppen gibt es auch um das Hotel Rixos, wo sich die aus Tripolis berichtenden internationalen Journalisten befinden.

Nach Angaben der CNN-Reporterin Sara Sidner haben sich Rebellenverbände außerhalb der Hauptstadt gruppiert. Auch Pick-up-Trucks mit Gewehren stünden bereit. Bis Dienstag wollen die Aufständischen die Hauptstadt ganz unter ihre Kontrolle bringen. Auch nahe der tunesischen Grenze greifen sich Rebellen und Pro-Gadhafi-Truppen an. In der libyschen Botschaft in Algerien haben Gadhafi-Gegner unterdessen bereits die Flagge der Rebellen gehisst. 

Die Suche nach Gadhafi läuft

Wo sich Gadhafi selbst aufhält, ist weiter offen. Der Revolutionsführer scheint den rechtzeitigen Absprung ins Ausland jedoch verpasst zu haben. Am Sonntag hieß es noch, Gadhafi sei in den Süden Libyens geflüchtet und verhandele mit der algerischen Regierung. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. Möglicherweise hat sich Gadhafi auch in seiner Residenz verschanzt.

"Wir hoffen, Gadhafi lebend gefangen zu nehmen", sagte der Vorsitzende des nationalen Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil. Die Welt solle Zeuge eines Prozesses gegen den Diktator werden.

Zwei Söhne Gadhafis, Saif al-Islam und Mohammed al-Gadhafi, wurden bereits von Aufständischen festgenommen. Mohammed gelang es jedoch kurz darauf, zu fliehen. Er sei seinen Bewachern entkommen, sagte ein ranghoher Vertreter der Aufständischen in Bengasi. Nach Angaben des Nachrichtensenders Al Jazeera wurde ein weiterer Sohn des Machthabers, Al-Saadi Gadhafi, gefangen genommen. Al-Urubah dementiert dies. 

Leserkommentare
  1. Das kann ich gut nachvollziehen.

    Hoffentlich bekommen sie ihn auch und liefern ihn an Den Haag aus.

    Das wäre für die USA sicher nicht angenehm. Für Deutschland, Frankreich und England auch nicht. Gadhafi wurde da ja zwischenzeitlich recht heftig hoffiert.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Das ist ein frommer Wunsch, dass irgendetwas interessantes herauskäme in Den Haag. Und wenn es herauskäme, würde man es garantiert nicht in den deutschen Mainstream-Medien finden. Das würde in den Skat gedrückt, wie der Berliner sagt.

    ... belehrt uns da aber eines Besseren.

  2. Wenn überhaupt wäre es wohl für die Europäer unangenehmer als für die USA...

    Aber generell, warum überhaupt? Es ist jedem bekannt das man über 40(?) Jahre mit diesem Mann zusammengearbeitet hat. Es ist bekannt oder es ist zummindest ein offenes Geheimniss wie er Regiert hat - und ja, das hat viele viele nicht Interessiert (inkl. UNS Bürger, die nicht in Massen auf die Straße sind um - trotz Ahnung - gegen Libyen und/oder libyisches Öl zu demonstrieren, oder waren Sie da? Ich nicht).

    Die geschäftlichen Verbindungen nach Europa/USA/Arabische Welt/Afrikanische Länder spielt dabei auch weniger eine Rolle sondern wie er/seine Getreuen mit seinem Volk umgesprungen ist und dort kennen wir ja nicht mal die Hälfte... das selbstverständlich alle (inkl. mir, sie etc.) eine kleine bis große moralische Schuld haben - ja, leider ist die Welt nicht einfach schwarz/weiß... leider.

  3. bewaffnete Flintenweib von Nachrichtensprecherin den Weg in die Maske frei schiesst?

  4. "Die Karlsruher Bundesanwaltschaft ermittelt unterdessen nach Angaben eines Sprechers gegen das Regime. "

    Wir sind einfach nur lächerlich.
    Erst halten wir G. für legitim, jetzt wo er nicht mehr kann, wird in Deutschland ermittelt.
    Warum lässt man G. nicht ein libysches Problem sein, gerade jetzt?
    Ich dachte man hätte hier in Deutschland Probleme mit der Staatsverschuldung?
    Nein, da "ermitteln" Bundesanlwälte in einer fremden Angelegenheit, obwohl man offiziell G, als legitimen "Führer" sah.

    Wahrscheinlich bin ich schlecht drauf und verstehe einfach nicht die "Poente".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wirtschaftsverbrechen der Bankster zu untersuchen, wäre doch viel zu mühsam, dann lieber einen Gadafi-Showeffekt.

    durch die resultierende Überbelastung der Bundesanwaltschaft konnten Ermittlungen im eigenen Land und gegen Deutsche in dieser Sache "nicht termingemäßß" zur Erhebung einer Anklage führen.

    ... ist einer zu viel.
    Jeder Mensch, dem etwas an seinen Mitmenschen liegt, verurteilt so ein System auf schräfste und gibt auch vollste politische Unterstützung für eine eventuelle Bodenoffensive. Im Auftrag der Menschlichkeit sollte man nicht Kosten berechnen. Es ist gut, dass auch in Deutschland endlich ermittelt wird, vielleicht wird er dann endlich gefangengenommen und ihm endlich ein harter Prozess gemacht - ohne Gnade, denn die hat er seiner Bevölkerung bei den Massenabschlachtungen durch Scharfschützen, Panzer, Söldner auch nicht gewährt. Ich hoffe inständig, dass Libyen nicht den Fehler machen wird und Gadaffi ins Ausland zu liefern. Er hätte kein Kuschelknast verdient - nicht einmal eine Zelle ...

    Verstehe ich Sie richtig? Nur weil Gadaffi aus geopolitischen Gründen, die sich weder Ihnen noch mir erschließen können, hofiert wurde, ist das ein Freifahrtschein für weitere Terror- und Gräuelakte an seiner Bevölkerung? Wollten Sie das mit Ihrem Beitrag ausdrücken?

    Ich jedenfalls finde Ihre Botschaft eindeutig.

  5. 5. Flucht

    Hat ihm doch sein Freund Zuma ein Flugzeug geschickt.
    Bei den vielen Frauen braucht der unbedingt frisches Kapital.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wenn Gadafi am Ende in der südafrikanischen Wüste landen sollte mit seinem Zelt, dann als Dank dafür, dass er die südafrikanische Befreiungsbewegung Nelson Mandelas kräftig unterstützte in der Zeit, als die Politik und Wirtschaft (zum Beispiel) der Bundesrepublik Deutschland sich mit den übelsten Rassisten dort gemein machten.
    (PS: Erstaunlich, was Die Zeit so durchgehen lässt, wenn es sich um Afrikaner handelt!)

  6. Das ist ein frommer Wunsch, dass irgendetwas interessantes herauskäme in Den Haag. Und wenn es herauskäme, würde man es garantiert nicht in den deutschen Mainstream-Medien finden. Das würde in den Skat gedrückt, wie der Berliner sagt.

  7. Wirtschaftsverbrechen der Bankster zu untersuchen, wäre doch viel zu mühsam, dann lieber einen Gadafi-Showeffekt.

    Antwort auf ""Poente""
  8. Wenn Gadafi am Ende in der südafrikanischen Wüste landen sollte mit seinem Zelt, dann als Dank dafür, dass er die südafrikanische Befreiungsbewegung Nelson Mandelas kräftig unterstützte in der Zeit, als die Politik und Wirtschaft (zum Beispiel) der Bundesrepublik Deutschland sich mit den übelsten Rassisten dort gemein machten.
    (PS: Erstaunlich, was Die Zeit so durchgehen lässt, wenn es sich um Afrikaner handelt!)

    Antwort auf "Flucht"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • dacapo
    • 23. August 2011 1:03 Uhr

    .....Muammar Al Gaddhafi nicht nach Südafrika auswandert.
    Sicherlich hat er sich oft genug in anderen Ländern den Unterdrückten zugewandt. Dabei hat er aber zuhause zugeschlagen. Einer Republik wie Südafrika würde es schlecht zugesicht stehen, solch ein Despot, der seine Bevölkerung unterdrückt hat, zum Dank für frühere Unterstützung zu sich einzuladen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service