Der Prozess gegen Hosni Mubarak ist nach dem ersten Verhandlungstag auf den 15. August vertagt worden. Der gestürzte ägyptische Präsident hatte bei der Eröffnung der Verhandlung alle Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. "Ich bestreite alle Anklagepunkte", sagte der frühere Staatschef in seinem Krankenbett. "Ich habe derartige Verbrechen nicht begangen."

Die Fernsehübertragung zeigte, wie er im Krankenbett zu seinem Prozess in den Verhandlungssaal in der Polizeiakademie Kairo geschoben wurde. Der Vorsitzende Richter Ahmed Rifaat hatte die Gerichtsverhandlung kurz darauf eröffnet. Er forderte die rund 600 Zuschauer im Auditorium auf, der Sitzung ruhig und mit Würde zu folgen.

Die Anklage wirft Mubarak vor, die Tötung von Demonstranten angeordnet zu haben. Außerdem ist er wegen Amtsmissbrauch und illegaler Bereicherung angeklagt. Im Falle einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Ein Flugzeug hatte Mubarak zuvor vom Badeort Scharm al-Scheich nach Kairo geflogen. Dort hatte er die letzten Monate in einem Krankenhaus verbracht, wo er unter Arrest stand. Bis zuletzt war unklar, ob Mubarak wegen seines schlechten Gesundheitszustands überhaupt nach Kairo gebracht werden kann.

Vor der Polizeiakademie hatten sich am Morgen mehrere hundert Gegner und Anhänger Mubaraks eingefunden. Zwischen ihnen kam es zu Rangeleien und Steinwürfen. Rund 3.000 Polizisten sicherten das Areal. 61 Menschen seien verletzt worden, berichteten Rettungskräfte, elf hätten in Krankenhäuser gebracht werden müssen.

Mit Mubarak sind im selben Verfahren auch der frühere Innenminister Habib al-Adli und sechs ehemalige leitende Mitarbeiter aus dessen Ministerium angeklagt. Wegen Korruption und Amtsmissbrauchs müssen außerdem Mubaraks Söhne Gamal und Alaa vor dem Richter erscheinen. Die Verhandlung wird live im ägyptischen Fernsehen übertragen, mehrere Sender übernahmen die Bilder. Zur Verhandlung sind lediglich zehn ausländische Journalisten zugelassen. Alle anderen Beobachter müssen sich mit der Übertragung der Bilder begnügen. 

Mubarak war am 11. Februar 2011 nach landesweiten Massenprotesten nach fast 30 Jahren zurückgetreten.