Angesichts der schweren Angriffe auf Aufständische in Syrien hat Deutschland eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Zwar übernimmt Indien am Montag von Deutschland den Ratsvorsitz, es sei jedoch von einer Sondersitzung am Nachmittag auszugehen, sagte der deutsche UN-Beamte Alexander Eberl.

Neben Deutschland setzen sich auch Großbritannien, Frankreich, Portugal und die USA seit Monaten für eine offizielle Verurteilung des Vorgehens des syrischen Regimes ein. Aus europäischen Diplomatenkreisen heißt es, dass dieses Mal auch China und Russland angesichts der jüngsten Gewalt gegen Demonstranten zustimmen könnten. Bislang hatten sie dies stets abgelehnt.

Mindestens 100 Menschen wurden nach Angaben der syrischen Opposition bei der Militäroffensive in der Stadt Hama getötet. Über 100 weitere erlitten Verletzungen, berichteten syrische Aktivisten. Landesweit wurden am Sonntag nach Oppositionsangaben rund 140 Menschen getötet.

Westen kritisiert Gewalt gegen Demonstranten

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein Ende der syrischen Militäroffensive gegen Regierungsgegner. Ban verurteilte das Vorgehen Assads; er sei zutiefst besorgt über Berichte von Hunderten Toten und Verletzten in Hama und anderen Städten des Landes. Syrien müsse die Menschenrechte respektieren, dazu zählten auch friedliche Demonstrationen.

Auch die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton zeigte sich "schockiert" über die Gewalt. Das Vorgehen der Armee sei umso mehr inakzeptabel, als es sich um den Vortag des Ramadan handelte, erklärte Ashton. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, sprach von einem "Massaker" der syrischen Führung in Hama und rief Damaskus auf, die Machtübergabe einzuleiten.

Zuvor hatten sich bereits Außenminister Guido Westerwelle und seine Kollegen in den USA, Großbritannien, Frankreich und Italien bestürzt über das Vorgehen der syrischen Streitkräfte gezeigt. US-Präsident Barack Obama sagte, die USA würden sich gemeinsam mit ihren Verbündeten dafür einsetzen, Präsident Baschar al-Assad international zu isolieren.

Assad verteidigte das Vorgehen als Reaktion auf eine Verschwörung, deren Ziel es sei, Syrien zu zerschlagen. Allerdings hätten die Verschwörer übersehen, dass Syrien "einzigartige Eigenschaften" besitze, die das Land "immun gegen Verschwörungen" machten. Daher werde dieser "bösartige Angriff" nicht anders als vorhergegangene Attacken enden.

An diesem Montag beginnt in den meisten arabischen Ländern, so auch in Syrien, der Fastenmonat Ramadan. Syrische Aktivisten hatten für den heiligen Monat tägliche Proteste angekündigt.