Der syrische UN-Botschafter Baschar Dschaafari hat Parallelen zwischen den Protesten in seinem Land und den Krawallen in Großbritannien gezogen. Er kritisierte, dass der britische Premierminister Cameron die Randalierer unwidersprochen als Mitglieder von "Banden" bezeichnen könne. Der Westen erlaube es aber Syrien nicht, den gleichen Begriff zu benutzen, wenn es um "bewaffnete und terroristische Gruppen" gehe, die in seinem Land hinter der Gewalt stünden.

"Das ist Scheinheiligkeit, das ist Arroganz", kritisierte Dschaafari. Er warf dem Westen vor, bei Angaben zur Lage in Syrien "die Wahrheit zu manipulieren und wichtige Tatsachen zu verstecken". So seien seit Beginn der Proteste 500 Polizisten und andere Sicherheitskräfte getötet worden.

Der britische Vize-UN-Botschafter Philip Parham wies den Vergleich als "absurd" zurück. In Großbritannien unternehme die Regierung "angemessene, rechtmäßige, transparente Schritte, um die Rechtsstaatlichkeit für die Bürger zu garantieren". In Syrien würden dagegen Tausende unbewaffnete Zivilisten angegriffen und viele von ihnen getötet.

Hinrichtungen und Desertionen in Syrien

In einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats berichtete der ranghohe UN-Vertreter Oscar Fernandez-Taranco von den Ereignissen in Syrien im Laufe der vergangenen Woche. Teilnehmern zufolge sprach er von einer nicht nachlassenden Gewalt gegen Demonstranten, von Hinrichtungen und desertierenden Soldaten, die den Anweisungen, tödliche Schüsse abzufeuern, nicht folgen wollten.

Westliche Diplomaten drängten auf eine erneute Sitzung des UN-Sicherheitsrats, bei der UN-Menschenrechtsvertreter über die Lage in Syrien berichten sollten. Sollte sich bis dahin keine Besserung abzeichnen, müsse über weitere Schritte gegen die syrische Führung nachgedacht werden, sagte der französische Vize-Botschafter Martin Briens. Dagegen widersprach der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin der Forderung nach Sanktionen gegen Damaskus: "Wir fordern Zurückhaltung, Reformen und Dialog."