Wegen der Angriffe der syrischen Armee auf die Hafenstadt Latakia sind Tausende Palästinenser aus einem nahe gelegenen Flüchtlingslager geflohen. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) teilte mit, dass mindestens 5.000 der 10.000 Bewohner des Lagers Al-Raml die Flucht ergriffen hätten.

"Wir wissen nicht, wo diese Menschen abgeblieben sind. Das ist sehr beunruhigend", sagte UNRWA-Sprecher Christopher Gunness. Viele der Flüchtlinge seien von der syrischen Regierung angewiesen worden, das Lager zu verlassen, so Gunness. Mindestens vier der Flüchtlinge seien tot, rund zwanzig verletzt. Al-Raml ist eines von zwölf palästinensischen Lagern des UN-Hilfswerks in Syrien. Insgesamt leben dort mehr als 460.000 palästinensische Flüchtlinge.

Der Generalsekretär der Palästinensischen Befreiungsorganisation bezeichnete das Vorgehen der syrischen Armee als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Die palästinensische Regierung appellierte an das syrische Regime, die Flüchtlinge zu verschonen.Nach Angaben des für die Palästinenser zuständigen UN-Hilfswerks UNRWA wurden bei Angriffen durch die syrische Armee vier palästinensiche Flüchtlinge getötet und 17 verletzt.

Die syrische Armee beschoss Augenzeugen zufolge den dritten Tag in Folge die Hafenstadt Latakia. Nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London patrouillieren Soldaten mit Panzern die Straßen. Rund 300 Menschen seien in der Stadt festgenommen worden. Eine Oppositionsgruppe meldete den Tod von sechs Menschen. Damit kamen seit Beginn der Operation gegen Latakia am vorigen Wochenende 34 Zivilisten ums Leben. 

Die Armee beschoss nach Berichten von Einwohnern zwei Armenviertel der Stadt. Die beiden Stadtteile seien zunächst mit schweren Maschinengewehren und Granaten beschossen worden. Später hätten Panzer das Feuer eröffnet. Vor Beginn des Angriffs hätten die Sicherheitskräfte die Versorgung mit Strom, Gas und Wasser unterbrochen. Augenzeugen hatten am Sonntag auch von Angriffen von Kriegsschiffen berichtet.