US-Wahlkampf Drei Republikaner im Endspurt
Romney, Bachmann, Perry: Wer hat die besten Chancen, gegen den Präsidenten anzutreten? Welche Themen haben die Republikaner – und wie ist Obamas Strategie?
© Scott Olson/Getty Images

Stramm rechts: die Republikanerin Michele Bachmann am 14. August in Waterloo, Iowa
Die letzten sechs Tage haben die politische Landschaft in den USA neu geordnet. Nun wird es ernst im Kampf um die Präsidentschaft 2012. Bei den Republikanern sind nur noch drei ernsthafte Bewerber im Rennen: Michele Bachmann als Ikone des rechten Flügels und der Tea Party, Mitt Romney als ein Moderater mit Wirtschaftskompetenz und Texas-Gouverneur Rick Perry als Kompromiss zwischen beiden. Derzeit konzentriert sich der Wahlkampf auf Iowa, wo Anfang 2012 die erste Vorwahl ansteht. Offizieller Termin ist der 6. Februar, aber er wird wohl wegen der wachsenden Dynamik auf Januar vorgezogen. Auch Präsident Obama ist nach Iowa gereist, um den Konservativen seine Sicht der Lage entgegen zu halten. Der Wahlkalender eröffnet den drei Republikanern spezielle Chancen.
Wie formiert sich das Bewerberfeld?
Die so genannte Straw Poll am vergangenen Wochenende in Iowa, in der die lokale republikanische Basis jeweils im August eines Vorwahljahrs über den Wunschkandidaten für das Weiße Haus abstimmt, ist ihrem Ruf treu geblieben. Sie ist zwar nicht repräsentativ für die Partei insgesamt, und ihr Sieger wird in den seltensten Fällen am Ende Präsidentschaftskandidat, aber sie trennt die Spreu vom Weizen. Acht Republikaner hatten bisher auf ihre Chance gehofft. Diese acht standen bei der Fernsehdebatte in Iowa am Donnerstag auf der Bühne. Im Ergebnis der Debatte und der Straw Poll hat sich das Feld stark reduziert.
Die Lehren aus dem Doppelereignis sind teils eindeutig, teils widersprüchlich. Klar ist: Die treibende Kraft an der Basis in Iowa ist Zorn über die desolate Wirtschaftslage und über den Kurs unter Präsident Obama. Kandidaten, die diese Emotionen nutzen, haben gute Chancen. Bachmann stellte ihre Fundamentalopposition, ihre Kämpferqualitäten und das Versprechen, Obama müsse weg, in den Mittelpunkt. Sie gewann die Abstimmung, dicht gefolgt von Ron Paul. Auf Paul muss man dennoch nicht groß achten. Er ist ein Libertärer, eine seltene Spezies in der Partei. Der Mix seiner Forderungen – möglichst kleiner Staat, wozu die Auflösung mehrerer Bundesministerien sowie der Bundesbank samt der Rückkehr zum Goldstandard gehört sowie ein isolationistischer Kurs mit dem Rückzug aller US-Truppen aus dem Ausland – ist unter Republikanern nicht mehrheitsfähig. Das gute Abschneiden in Iowa verdankt er einer kleinen Gruppe hochaktiver Unterstützer. Das lässt sich in größerem Rahmen nicht wiederholen.
Weit abgeschlagen landete Tim Pawlenty auf dem dritten Platz. Er gab das Rennen auf. Der Ex-Gouverneur von Minnesota hatte mit seiner Regierungserfahrung und der Fähigkeit zum Kompromiss mit den Demokraten geworben. Die Lehre: Wut bedienen ist derzeit wichtiger als eine inhaltliche Alternative zu Obama durchzubuchstabieren. Romney hat sich aus den Kämpfen in Iowa herausgehalten. Er führt die nationalen Umfragen an und setzt auf Erfolg in anderen Regionen der USA. Auch Perry hat die Straw Poll umgangen, indem er überhaupt erst am Samstag seine Kandidatur erklärte.
Welche Themen setzt Präsident Obama den Republikanern entgegen?
Nach Darstellung der Republikaner ist Obama schuld an der Wirtschaftskrise, der hohen Arbeitslosigkeit und der schmählichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA. Er gebe zu viel Geld aus. Der Präsident hat sich auf eine dreitägige Bustour durch Minnesota, Iowa und Illinois begeben und hält dagegen: Den Großteil der Schulden habe sein Vorgänger George W. Bush angehäuft. Dessen Wirtschafts- und Finanzpolitik habe auch die Finanzkrise ausgelöst. Heute verschlimmerten die Republikaner im Kongress die fatale Lage des Landes, weil sie Kompromisse verweigerten und das Defizit durch Kürzungen bei den sozial Schwächeren ausgleichen wollten. Obama muss jetzt einen anderen Wahlkampf führen als 2007/08. Damals war er der Newcomer von außen, der alle schlechten Entwicklungen auf das verrottete politische System in Washington und die falsche Politik des amtierenden Präsidenten Bush schob. Nun ist es umgekehrt: Obama muss seine Bilanz verteidigen und kann nur sagen, er brauche eine zweite Amtszeit, um die versprochenen Änderungen durchzusetzen. Jetzt stellen sich die Republikaner als die "Newcomer" dar, die nach Washington gehen, um dort aufzuräumen.
- Datum 17.08.2011 - 13:37 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Heute ist der 17. August, 2011. Im Vergleich zu Deutschland zieht sich der Wahlkampf für US Präsident über zwei Jahre hin. Die endgültigen Kandidaten der Demokraten und Republikaner werden erst im August 2012 gewählt. Also kann man heute noch nicht von einem Endspurt reden!
...haben: beide werden die Wutgeladene Tea-Party bedienen und können somit recht einfach von Obama als potenziell gefährlich dargestellt werden. Soetwas hat schon ein Mal bestens funktioniert - im Präsidentschaftswahlkampf 1964, als die Republikaner den erzkonservativen Barry Goldwater antreten liessen und der dann prompt in die Atombomben-Falle trat. Danach haben ihn nicht einmal seine eigenen Parteifreunde gewählt:
http://www.youtube.com/wa...
... wir sind noch 6 Monate von der ersten Vorwahl entfernt - da von Endspurt zu reden ist laecherlich und reichlich irrefuehrend. Ich prophezeihe, dass dies der ekelhafteste Vorwahlkampf der GOP aller Zeiten werden wird - und gerade diese Obersaubermaenner und -frauen a la Perry/Bachmann werden soviele Leichen im Keller haben, dass ohne weiteres noch ein Anderer rechts ueberholen kann.
Bachmann geht es mE vor allem darum, dass man an ihr als Vizekandidatin nicht vorbeikommt.
Im anderen Lager wird sich Obama mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen neuen Vize an die Seite holen. Nach den juengsten, Obama unterstuetzenden Kommentaren seinerseits halte ich eine Berufung von Bloomberg als Mann der Mitte nicht fuer unwahrscheinlich?
Der hat bei der Probeabstimmung in Iowa gegen die unerträgliche Bachmann, die von dort kommt, nur ein Prozent weniger gehabt.
Im Jahre 1964 hatte in einer ähnlich aufgehetzten Situation der liberale Nelson Rockefeller gegen Barry Goldwater keine Chance - weil Goldwater gezielt die erzkonservativen, rassistischen Kreise innerhalb der Republikaner ansprach. Ich glaube kaum, dass man in der nur wutgesteuerten Atmosphäre einen Pragmatiker will; gesunder Menschverstand ist da nicht angesagt. Insofern dürfte Ron Paul chancenlos sein.
Wir werden in den kommenden anderhalb Jahren mit Sicherheit einige kommunikative Super-GAUs von potenziellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten erleben - zumal diese auch noch ein gewaltiges Problem haben: sie alle sind an der momentanen Situation in den USA nicht unschuldig - sowohl in puncto der Folgen der verheerenden Präsidentschaft des George W. Bush, als auch in puncto ihrer totalen Verweigerungshaltung. Obama dürfte leichtes Spiel mit seinem Gegenkandidaten haben.
Im Jahre 1964 hatte in einer ähnlich aufgehetzten Situation der liberale Nelson Rockefeller gegen Barry Goldwater keine Chance - weil Goldwater gezielt die erzkonservativen, rassistischen Kreise innerhalb der Republikaner ansprach. Ich glaube kaum, dass man in der nur wutgesteuerten Atmosphäre einen Pragmatiker will; gesunder Menschverstand ist da nicht angesagt. Insofern dürfte Ron Paul chancenlos sein.
Wir werden in den kommenden anderhalb Jahren mit Sicherheit einige kommunikative Super-GAUs von potenziellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten erleben - zumal diese auch noch ein gewaltiges Problem haben: sie alle sind an der momentanen Situation in den USA nicht unschuldig - sowohl in puncto der Folgen der verheerenden Präsidentschaft des George W. Bush, als auch in puncto ihrer totalen Verweigerungshaltung. Obama dürfte leichtes Spiel mit seinem Gegenkandidaten haben.
Die Zeit schließt sich offenbar den manipulierten US-TV-Medien an und ignoriert wieder einmal Ron Paul.
John Stewart wies darauf erst vor kurzem sehr klar und humoristisch in seiner Sendung hin. Sehr empfehlenswert.
http://www.youtube.com/wa...
der falsche Ausdruck. Aber die Message, die ausgesendet wird, ist effektiv die Gleiche.
Frei nach dem Motto "Der hat eh keine Chance, den muss man nicht ernstnehmen".
Er ist der einzige, der echten "Change" bringen kann inmitten des ganzen Einheitsbrei.
Die Zeit schreibt hier tatsächlich nichts davon, dass seine Positionen unvernünftig wären, sondern nur, dass er (in der USA!) nicht mehrheitsfähig ist.
Und das ist nunmal der einzige Punkt der praktisch von Interesse ist. Ob man die besten Ansichten vertritt ist nunmal in einem Wahlkampf Nebensache...
der falsche Ausdruck. Aber die Message, die ausgesendet wird, ist effektiv die Gleiche.
Frei nach dem Motto "Der hat eh keine Chance, den muss man nicht ernstnehmen".
Er ist der einzige, der echten "Change" bringen kann inmitten des ganzen Einheitsbrei.
Die Zeit schreibt hier tatsächlich nichts davon, dass seine Positionen unvernünftig wären, sondern nur, dass er (in der USA!) nicht mehrheitsfähig ist.
Und das ist nunmal der einzige Punkt der praktisch von Interesse ist. Ob man die besten Ansichten vertritt ist nunmal in einem Wahlkampf Nebensache...
Im Jahre 1964 hatte in einer ähnlich aufgehetzten Situation der liberale Nelson Rockefeller gegen Barry Goldwater keine Chance - weil Goldwater gezielt die erzkonservativen, rassistischen Kreise innerhalb der Republikaner ansprach. Ich glaube kaum, dass man in der nur wutgesteuerten Atmosphäre einen Pragmatiker will; gesunder Menschverstand ist da nicht angesagt. Insofern dürfte Ron Paul chancenlos sein.
Wir werden in den kommenden anderhalb Jahren mit Sicherheit einige kommunikative Super-GAUs von potenziellen republikanischen Präsidentschaftskandidaten erleben - zumal diese auch noch ein gewaltiges Problem haben: sie alle sind an der momentanen Situation in den USA nicht unschuldig - sowohl in puncto der Folgen der verheerenden Präsidentschaft des George W. Bush, als auch in puncto ihrer totalen Verweigerungshaltung. Obama dürfte leichtes Spiel mit seinem Gegenkandidaten haben.
...Republikaner haben das Problem, dass sie innerlich zersplittet sind. Die rechte konservative Seite scheint stärker als die konservativ-liberale Fraktion zu sein.
Nun ist es so, dass eine Bachman wohl ausschließlich für Republikaner wählbar ist, sodass Obama da wirklich "leichteres" Spiel hätte.
Ron Paul wäre wohl die härteste Nuss, da er durchaus Wahlpotential im demokratischen Lager hat und die durchaus nicht wenigen unzufriedenen Wähler überzeugen könnte.
Er ist aber den rechten Republikanern nicht konservativ genug und wird spätestens gegen den konservativeren Kandidaten verlieren, wenn von diesen ausgesiebt wird. Die Anhänger von Romney, Bachman und Perry werden sich eher nicht auf die Seite Pauls stellen, wenn ihr Kandidat ausscheidet. John McCain hat sich andererseits als relativ liberaler Republikaner 2008 auch durchsetzen können. Wobei die Situation heute wohl kaum vergleichbar ist.
Obama kann sich das - trotz des riesigen Gegenwindes - eigentlich alles entspannt ansehen.
...Republikaner haben das Problem, dass sie innerlich zersplittet sind. Die rechte konservative Seite scheint stärker als die konservativ-liberale Fraktion zu sein.
Nun ist es so, dass eine Bachman wohl ausschließlich für Republikaner wählbar ist, sodass Obama da wirklich "leichteres" Spiel hätte.
Ron Paul wäre wohl die härteste Nuss, da er durchaus Wahlpotential im demokratischen Lager hat und die durchaus nicht wenigen unzufriedenen Wähler überzeugen könnte.
Er ist aber den rechten Republikanern nicht konservativ genug und wird spätestens gegen den konservativeren Kandidaten verlieren, wenn von diesen ausgesiebt wird. Die Anhänger von Romney, Bachman und Perry werden sich eher nicht auf die Seite Pauls stellen, wenn ihr Kandidat ausscheidet. John McCain hat sich andererseits als relativ liberaler Republikaner 2008 auch durchsetzen können. Wobei die Situation heute wohl kaum vergleichbar ist.
Obama kann sich das - trotz des riesigen Gegenwindes - eigentlich alles entspannt ansehen.
"die nach Washington gehen um dort aufzuräumen", wenn die selbsterernanten "Saubermacher" wirklich nach Washington kommen sollten, steht dem Abstieg der Weltmacht Amerikas wirklich nichts mehr entgegen. Da wird dann der Dreck(in ihren Augen) der sozialen Leistungen des Staates weggewischt und dafür wieder kräftig in's Militär investiert! Natürlich werden dann auch die Abgaben fürs "Saubermachen" gesenkt vor allem bei denen sie soviel haben, dass sie garnicht wissen wohin damit, und den sozial Schwachen wird dann wieder erzählt sie sollen lieber auf den Amerikanischen Traum hoffen, anstatt sich gesetzlich zu versichern, was es dann wahrscheinlich auch nicht mehr gibt, sollte einer der oben gemanntenKandidaten in weiße Haus einziehen!
Mal so ganz nebenbei, Bush hat 46% der amerikanischen Schulden verursacht, in republikanischer Manier natürlich fürs Militär! Obama 17%, zur Förderung der Wirtschaft, die von seinem Vorgänger ruiniert wurde, durch Steuererleichterungen für Superreiche, sie ja angeblich dann mehr Geld ausgeben! Macht ja wirklich einen Unterschied ob ich 60mio. oder 75mio im Jahr verdiene!
Ich verstehe nicht, warum die Zeit Ron Paul genauso ignoriert, wie es Fox News zur Zeit praktiziert. Hier die Top 3 - Ergebnisse der Straw Polls.
1 Michele Bachmann4,823 28.6%
2 Ron Paul 4,671 27.7%
3 Tim Pawlenty 2,293 13.6%
ebenso die von FoxNews (Murdoch).
Wer verstehen will,warum Ron Paul lieber totgeschwiegen wird,
hier ein Video...
www.youtube.com/watch?v=g...
Derartige Ansichten würde man aus dem Mund von Perry oder Bachmann nicht vernehmen :)
quasi ganz USA mainstream media ignoriert Ron Paul. Kein Wunder, will er doch die Zentralbank abschaffen. Er wäre der vernünftigste Kandidat. Natürlich wollen das die Herrscher nicht, gründet ihre macht doch im wesentlichen auf die FED und die bezinsung des dollars. Es ist ein regelrechtes Media Blackout zu beaobachten.
Ron Paul ist der einzige, dessen Ziele dem System gefährlch werden könnten. http://www.zerohedge.com/...
Ron Paul 2012. Weg mit Zombie-Obama.
Pawlenty hat das Handtuch ja schon geworfen und Ron Paul wird ignoriert, weil er ein Off-Theater ist.
ebenso die von FoxNews (Murdoch).
Wer verstehen will,warum Ron Paul lieber totgeschwiegen wird,
hier ein Video...
www.youtube.com/watch?v=g...
Derartige Ansichten würde man aus dem Mund von Perry oder Bachmann nicht vernehmen :)
quasi ganz USA mainstream media ignoriert Ron Paul. Kein Wunder, will er doch die Zentralbank abschaffen. Er wäre der vernünftigste Kandidat. Natürlich wollen das die Herrscher nicht, gründet ihre macht doch im wesentlichen auf die FED und die bezinsung des dollars. Es ist ein regelrechtes Media Blackout zu beaobachten.
Ron Paul ist der einzige, dessen Ziele dem System gefährlch werden könnten. http://www.zerohedge.com/...
Ron Paul 2012. Weg mit Zombie-Obama.
Pawlenty hat das Handtuch ja schon geworfen und Ron Paul wird ignoriert, weil er ein Off-Theater ist.
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