Griechisches Sparprogramm Merkel und Sarkozy drängen Papandreou zum Handeln
Deutschland und Frankreich haben Griechenlands Regierungschef ermahnt: "Strikt und effektiv" müsse er die Reformen umsetzen. Einen Euro-Ausschluss lehnten sie ab.
© Georges Gobet/AFP/Getty Images

Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou
Im Kampf um die Rettung des hoch verschuldeten Griechenlands haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der französische Staatschef Nicolas Sarkozy von dem Land eine "strikte und effektive Umsetzung" der vereinbarten Reformen gefordert. Bei einer Telefonkonferenz mit dem griechischen Regierungschef Giorgos Papandreou hätten beide klargemacht, dass es "mehr denn je unerlässlich" sei, die Entscheidungen des Euro-Gipfels vom 21. Juli "vollständig umzusetzen", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.
Dies sei nötig, um die Stabilität der Euro-Zone sicherzustellen. Merkel und Sarkozy hätten unterstrichen, dass die Umsetzung der zugesagten Maßnahmen Voraussetzung für weitere Auszahlungen von Hilfskrediten sei. Die beiden hätten ihrem Gesprächspartner den Ernst der Lage sehr deutlich gemacht, hieß es aus Teilnehmerkreisen. Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Staaten hatten im Juli ein zweites Hilfspaket für Griechenland beschlossen.
- Oktober 2009
-
© Vladimir Rys/Getty ImagesDie griechische Regierung revidiert die Schätzung des Staatsdefizits für 2009 nach oben – von sechs auf mehr als zwölf Prozent des BIPs. Bereits zuvor enthielt die Schuldenstatistik des Landes gravierende Fehler: Im Jahr 2004 wurde bekannt, dass die Neuverschuldung in den Jahren 1998 und 1999 – also kurz vor Einführung des Euro – deutlich über den im Maastricht-Vertrag festgeschriebenen drei Prozent des BIPs lag. Ende 2010 werden Griechenlands Schulden mehr als 140 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen.
- 16. Dezember 2009
-
© Justin Lane/dpaAls erste Rating-Agentur stuft Fitch die Kreditwürdigkeit Griechenlands herab; die anderen Agenturen folgen. Die Sparmaßnahmen Griechenlands reichten nicht aus, um das Defizit nachhaltig zu verringern, begründet Standard & Poor's die Entscheidung. In der EU wächst die Angst vor einem Staatsbankrott, der andere Länder anstecken könnte. In Griechenland kommt es zu ersten Streiks gegen die Sparpolitik der Regierung.
- 11. Februar 2010
-
© John Thys/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU erklären sich bereit, Griechenland finanziell zu unterstützen, um die Stabilität der Währungsunion zu sichern. Die EU fordert Griechenland jedoch gleichzeitig auf, die Sparanstrengungen zu verstärken. Zuvor bescheinigte die Kommission ihren Finanzstatistiken qualitative Mängel. Die griechische Regierung verkündet zusätzliche Sparmaßnahmen in Höhe von 4,8 Milliarden Euro. Das entspricht rund zwei Prozent des griechischen BIPs.
- 2. Mai 2010
-
© Jean-Christophe Verhaegen/AFPDie EU-Finanzminister beschließen, Griechenland Kredite in Höhe von 110 Milliarden Euro zu gewähren: 80 Milliarden kommen von den Euro-Staaten, 30 vom IWF. Nur zehn Tage später fließt die erste Tranche nach Athen. Im Gegenzug wird Griechenland verpflichtet, hart zu sparen, die Wirtschaft zu reformieren und staatliche Unternehmen zu privatisieren. An den Kapitalmärkten kann sich Griechenland nur noch zu hohen Zinsen refinanzieren. Standard & Poor's bewertet die Anleihen des Landes als hochspekulativ (B).
- 8. Mai 2010
-
© Bernd Weißbrod/dpaDas Bundesverfassungsgericht lehnt einen Eilantrag gegen die Griechenland-Hilfen ab. Fünf Wissenschaftler hatten nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Griechenland-Hilfe im Bundestag Verfassungsbeschwerde eingelegt. Ihr Argument: Die Hilfe verstoße gegen die EU-Verträge, genauer: gegen das Verbot der gegenseitigen Haftung in der sogenannten No-Bailout-Klausel. Mit den Finanzhilfen werde eine "verheerende Inflationspolitik" betrieben.
- 10. Mai 2010
-
© Frank Rumpenhorst/dpaDie Europäische Zentralbank (EZB) beschließt, Staatsanleihen kriselnder Staaten aufzukaufen. Sie will verhindern, dass die Länder ihre Schulden nicht mehr bedienen können, weil die Zinsen immer weiter steigen. Ihre Statuten verbieten ihr, Anleihen direkt von den Emittenten zu erwerben; also wird sie am öffentlichen und privaten Anleihemarkt – dem sogenannten Sekundärmarkt – tätig. Mit der Ankündigung bricht die EZB mit einem Tabu: Bisher hat sie derartige Mittel zur Krisenbekämpfung stets abgelehnt.
- 7. Juni 2010
-
© Georges Gobet/AFPDie Euro-Finanzminister gründen in Luxemburg die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF), den sogenannten Euro-Rettungsschirm. Die Zweckgesellschaft soll im Notfall am Kapitalmarkt Kredite aufnehmen, um klamme Staaten finanziell zu stützen. Die Euro-Länder sollen für die Kredite bürgen, Deutschland mit bis zu 148 Milliarden Euro. Der EFSF umfasst insgesamt 750 Milliarden Euro. Die tatsächliche Kreditvergabekapazität liegt niedriger, weil für ein AAA-Rating hohe Garantien erforderlich sind.
- 29. September 2010
-
© John Thys/Getty ImagesEU-Währungskommissar Olli Rehn präsentiert Vorschläge zur Krisenbewältigung. Der Finne will den Stabilitäts- und Wachstumspakt stärken und die EU finanzpolitisch besser steuern. Dazu sollen etwa Sanktionen künftig automatisch verhängt werden und nicht erst, wenn die Mitgliedsländer darüber entschieden haben. Und Schuldenstaaten sollen schon bei der Eröffnung eines Defizitverfahrens ein Strafpfand in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes hinterlegen. Die EU-Finanzminister entscheiden über die Vorschläge im März 2011.
- 30. September 2010
-
© Bernd Thissen/dpaDie Rating-Agentur Moody's stuft Spanien herab, die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone. Sie bewertet die Bonität des Landes nun nicht mehr mit der Bestnote. Vor dem Platzen der Immobilienblase befand sich Spanien noch im Aufschwung. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen der Finanzkrise. Ministerpräsident Zapatero bestreitet, finanzielle Hilfe der EU zu brauchen. Spanien hat auf einen rigorosen Sparkurs geschwenkt – genau wie der ebenfalls hoch verschuldete Nachbar Portugal.
- 21. November 2010
-
© David Cannon/Getty ImagesIrland muss vom Euro-Rettungsschirm aufgefangen werden. Das Land hat seine Banken mit Milliardenbeträgen vor dem Zusammenbruch gerettet und ist dadurch selbst in eine Schieflage geraten. Die Euro-Finanzminister beschließen Hilfskredite in Höhe von 85 Milliarden Euro, im Gegenzug muss Irland wie zuvor schon Griechenland hart sparen. Die irischen Bürger sind wütend: Bis zuletzt hatte ihre Regierung bestritten, Hilfe aus Brüssel beantragen zu wollen.
- 28. November 2010
-
© Georges Gobet/AFPDie Finanzminister der Euro-Länder einigen sich auf einen dauerhaften Krisenfonds, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM). Er soll 2013 den Rettungsfonds EFSF ablösen. Der ESM umfasst 700 Milliarden Euro, von denen maximal 500 Milliarden an Not leidende Staaten verliehen werden können. Der Rest dient als Sicherheitseinlage. Sie soll die Rating-Agenturen überzeugen, auch dem ESM Bestnoten zu verleihen. Im Gegensatz zum EFSF wird der neue Fonds mit einer Bareinlage in Höhe von 80 Milliarden Euro ausgestattet. In Einzelfällen können auch private Gläubiger beteiligt werden.
- 16. Dezember 2010 /25. Januar 2011
-
© Frank Rumpenhorst/dpaDie EZB verdoppelt ihr Grundkapital auf elf Milliarden Euro, um ihre Anleihekäufe abzusichern. Zu diesem Zeitpunkt hat sie bereits für 72 Milliarden Euro Anleihen aufgekauft – griechische, irische, portugiesische, spanische. Einen Monat später gibt der Rettungsfonds EFSF erstmals selbst Anleihen auf dem Kapitalmarkt aus. Das Interesse der Anleger an den EFSF-Anleihen ist enorm, unter anderem wegen seines Top-Ratings.
- 11. März 2011
-
© Sean Gallup/Getty ImagesDie Staats- und Regierungschefs der EU-Länder beschließen, die Kreditvergabekapazität des EFSF auf 440 Milliarden aufzustocken. Außerdem einigen sich die Staaten auf den "Pakt für den Euro" – die Selbstverpflichtung, sich in der Haushalts-, Steuer- und Sozialpolitik enger abzustimmen – und verpflichten sich zum Sparen. Gleichzeitig wird der Stabilitäts- und Wachstumspakts verschärft. Die von Deutschland geforderten automatischen Sanktionen scheitern allerdings am Widerstand der Mitgliedsstaaten.
- April 2011
-
© Wolfgang Kumm/dpaInnerhalb der schwarz-gelben Koalition regt sich Widerstand gegen den ESM: Mehr als 30 FDP-Politiker fordern, den Rettungsfonds auf dem Parteitag im Mai abzulehnen. Außerdem wollen sie ein Insolvenzverfahren für EU-Staaten mit starker Gläubigerbeteiligung und ein Verbot für die EZB, Anleihen aufzukaufen. Sie scheitern: Zwei Drittel der Liberalen sprechen sich gegen ein Nein zum ESM aus. Außenminister Westerwelle sagt: "Europa liegt im deutschen Interesse."
- 7. April 2011
-
© Patrick Pleul/dpaAuch Portugal will unter den Rettungsschirm. Das ärmste Land Westeuropas sieht keine Alternative, nachdem die Opposition im März ein geplantes Sparprogramm der Minderheitenregierung ablehnte. Nach dreiwöchigen Verhandlungen bekommt Portugal 78 Milliarden Euro zugesprochen – und mehr Zeit für den Schuldenabbau: Die Neuverschuldung des Staats darf in diesem Jahr nun statt 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 5,9 Prozent betragen.
- Juli 2011
-
© Vincenzo Pinto/AFPDie Sorge um Italien lässt die Gemeinschaftswährung abrutschen. Die Staatsverschuldung der drittgrößten Volkswirtschaft Europas ist, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, mit fast 120 Prozent höher als die Irlands und Portugals. Die Renditen auf ihre Anleihen steigen. Die Regierung plant, in vier Jahren knapp 48 Milliarden Euro einzusparen, etwa im öffentlichen Dienst und im Gesundheitswesen. Berlusconi meint trotzdem: "Wir sind stabil."
- 21. Juli 2011
-
© Ralph Orlowski/Getty ImagesDie Euro-Länder beschließen das zweite Rettungspaket für Griechenland. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 109 Milliarden Euro und soll bis 2014 reichen. Erstmals beteiligen sich freiwillig private Gläubiger: Banken sollen 37 Milliarden Euro beisteuern, indem sie griechische Staatsanleihen in neue Bonds mit geringeren Zinsen umtauschen. Ein Erfolg für die Bundesregierung, die sich für die Beteiligung privater Gläubiger eingesetzt hat.
- 8. August 2011
-
© Daniel Roland/AFPDie Europäische Zentralbank kauft erstmals auch italienische und spanische Staatsanleihen am Sekundärmarkt. Sie will damit verhindern, dass die Zinsen für die Krisenstaaten weiter steigen. Mit Erfolg: Der Druck auf die beiden Länder nimmt in den kommenden Wochen etwas ab. Italien erklärt sich bereit, ein weiteres Sparpaket aufzulegen: Bis 2013 soll der Haushalt um weitere 45 Milliarden Euro gekürzt werden.
- August 2011
-
© David Ramos/Getty ImagesDie Debatte über Euro-Bonds entflammt. Euro-Gruppen-Chef Juncker ist dafür, die Krisenstaaten im Süden auch. In Deutschland drängen SPD und Grüne auf die gemeinsamen Anleihen; auch in der CDU bröckelt der Widerstand. Die FDP ist weiterhin strikt gegen Euro-Bonds, auch Angela Merkel lehnt sie ab. Unterdessen sorgen Gerüchte, Frankreich könnte sein AAA-Rating verlieren, für Turbulenzen an den Börsen. Der Dax fällt zeitweise um bis zu sechs Prozent im Vergleich zum Vortag. Sarkozy kündigt weitere Sparpläne an.
- 16. August 2011
-
© Patrick Kovarik/AFPMerkel und Sarkozy treffen sich zu einem Krisengipfel. Euro-Bonds sind dabei angeblich kein Thema. Stattdessen schlagen die beiden Staatschef eine EU-Wirtschaftsregierung vor, die sich aus dem Rat der Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder zusammensetzen soll. Außerdem soll eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild in die Verfassungen der Euro-Länder – und eine Steuer auf Finanztransaktionen. Letztere stößt vor allem bei den Banken auf wenig Gegenliebe.
- 31. August 2011
-
© Sean Gallup/Getty ImagesDas Bundeskabinett bringt das "Gesetz zur Übernahme von Gewährleistungen im Rahmen eines europäischen Stabilisierungsmechanismus" auf den Weg. Damit setzt es die Beschlüsse des Euro-Gipfels vom 21. Juli um. Deutschland bürgt nun für weitere 211 Milliarden Euro. Knackpunkt in der deutschen Diskussion ist die Beteiligung des Bundestages: Künftig soll das Parlament über alle neuen Hilfen abstimmen. Unter anderem haben die Unions- und die FDP-Fraktion dies gefordert.
- August/September 2011
-
Banken Frankfurt
© Alex Grimm/Getty ImagesDie europäischen Banken misstrauen einander zunehmend. Statt sich gegenseitig Geld zu leihen, bemühen sie die EZB. Der Liquiditätsfluss im Finanzsektor droht auszutrocknen, die Angst vor einer neuen großen Bankenpleite wächst. Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), fordert deshalb, die Banken mit neuem Kapital auszustatten, das direkt vom Rettungsfonds EFSF kommen soll. Auch die Bankenaufsicht (EBA) zeigt sich besorgt. EZB-Chef Trichet und Deutsche-Bank-Chef Ackermann hingegen kritisieren die Vorstöße.
- 7. September 2011
-
Bundesverfassungsgericht
© Ralph Orlowski/Getty ImagesErneut weist das Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerden gegen die Griechenland-Hilfen ab. Die Richter entscheiden, dass die deutsche Beteiligung am Rettungsfonds EFSF mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Sie setzen aber voraus, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages allen Rettungsmaßnahmen zustimmen muss. Bisher musste sich Finanzminister Wolfgang Schäuble lediglich um ein Einvernehmen mit dem Parlament bemühen.
- Mitte September 2011
-
© Sakis Mitrolidis/AFPDie Spekulationen über eine mögliche Insolvenz Griechenlands nehmen zu. Eine neue Immobiliensteuer soll das benötigte Geld in die öffentlichen Kassen bringen. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos sagt, sein Land brauche weitere Milliarden, um seine Haushaltsziele zu erreichen. Die griechische Wirtschaft schrumpft stärker als gedacht. Ein Sprecher des deutschen Finanzministers Wolfgang Schäuble nennt die Spekulationen "zwecklos", aber Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagt öffentlich, es dürfe keine Denkverbote geben. Eine geordnete Insolvenz schließt er nicht mehr aus.
- 29. September 2011
-
© Sean Gallup/AFP/Getty ImagesDer Bundestag billigt die von den Euro-Ländern geplante Aufstockung des Rettungsfonds EFSF auf 780 Milliarden Euro, von denen 440 Milliarden an überschuldete Euro-Staaten verliehen werden können. Treten die geplanten Änderungen in Kraft, steigen die deutschen Garantien um 88 Milliarden auf 211 Milliarden Euro. Zudem erhält der Fonds dann weitere Kompetenzen: Künftig soll er an der Börse Staatsanleihen von Krisenstaaten kaufen, um deren Kurse zu stabilisieren. Von 611 anwesenden Abgeordneten im Bundestag stimmen 523 dem Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen zu.
- Oktober 2011
-
© Odd Andersen/AFP/Getty ImagesAm 26. Oktober stimmt der Bundestag schon wieder über eine Ausweitung des Rettungsfonds EFSF ab. In ihrer Regierungserklärung appelliert Kanzlerin Merkel an die Abgeordneten, ihre Rettungspolitik zu unterstützen: "Scheitert der Euro, scheitert Europa", sagt sie. 503 von 596 Abgeordneten stimmen für die Erweiterung. Auf dem anschließenden EU-Gipfel beschließen die Staats- und Regierungschefs einen Schuldenschnitt für Griechenland, eine Ausweitung des EFSF und eine Rekapitalisierung der Banken. Italien verspricht, stärker zu sparen.
- Anfang November 2011
-
Lucas Papademos (r.) mit seinem Amtsvorgänger Giorgos Papandreou
© Orestis Panagiotou/EPA/dpaAm 31. Oktober kündigt Griechenlands Ministerpräsident Papandreou überraschend an, er wolle seine Bevölkerung über die EU-Rettungshilfen abstimmen lassen. Europas Regierungen setzten Griechenland daraufhin unter Druck: Die nächste Kredittranche, von den Euro-Finanzministern eigentlich schon gebilligt, wird auf Eis gelegt. Am 3. November sagt Papandreou das Referendum wieder ab. Sechs Tage später kündigt er seinen Rücktritt an. Das frühere EZB-Ratsmitglied Lucas Papademos wird neuer griechischer Ministerpräsident.
- Mitte November 2011
-
Mario Monti
© Filippo Monteforte/AFP/Getty ImagesNach wachsendem Druck der Finanzmärkte auf Italien tritt Regierungschef Silvio Berlusconi zurück. Sein Nachfolger wird der frühere EU-Kommissar Mario Monti. Im Dezember stimmt das Parlament in Rom seinem Spar- und Sanierungsprogramm zu. Auch in Spanien wechselt die Regierung: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl am 20. November werden die Sozialisten abgewählt, die konservative Volkspartei (PP) mit ihrem Spitzenkandidaten Mariano Rajoy siegt. Er löst im Dezember José Luis Rodríguez Zapatero als Regierungschef ab.
- Dezember 2011
-
David Cameron in Brüssel
© Eric Feferberg/AFP/Getty ImagesAm 5. Dezember, nur wenige Tage vor dem nächsten EU-Gipfel, droht die Rating-Agentur Standard & Poor's Deutschland und weiteren 14 Ländern der Euro-Zone mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Auf dem Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs ist Großbritanniens Premierminister David Cameron isoliert: Er will einen Vertrag für mehr Haushaltsdisziplin nicht mittragen, die anderen Länder vereinbaren den Abschluss des Regelwerks. Für sein Verhalten erntet Cameron auch im eigenen Land viel Kritik.
- 13. Januar 2012
-
© Getty Images
Die Rating-Agentur Standard & Poor's stuft Frankreichs Kreditwürdigkeit herab. Einen Tag später entzieht sie neun weiteren Ländern die Bestnote. Auch der Krisenfonds EFSF verliert sein AAA-Rating. Die Folgen sind begrenzt: Die Zinsaufschläge für einige Krisenländer bleiben zwar hoch, sinken aber in der Tendenz. Die erste Auktion des EFSF nach seiner Herabstufung verläuft reibungslos. Allerdings nimmt die Flucht in sichere Häfen zu: Wenige Tage vor der Herabstufung von Frankreich zahlt Deutschland erstmals negative Zinsen auf kurzfristige Staatspapiere – wie zuvor die Schweiz und Dänemark.
- 31. Januar
-
© Getty Images
Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel den Fiskalpakt. 25 Staaten stimmen dem neuen Regelwerk zu; Großbritannien und Tschechien bleiben außen vor. Die neuen Regeln sollen ab 2013 gelten. Künftig kann die Kommission ein Defizitverfahren auch ohne die Zustimmung der Finanzminister eröffnen, immer dann, wenn die Defizitquote eines Landes drei Prozent überschreitet. Das strukturelle Defizit in den Haushalten darf in der Regel nicht mehr die Grenze von 0,5 Prozent überschreiten. Die Krisenstaaten müssen ihre Schulden um fünf Prozent jährlich abbauen. Die Regierungschefs verabschieden auch den dauerhaften Krisenmechanismus ESM, der ab Juli in Kraft treten soll.
- 21. Februar
Die EU-Finanzminister bringen in Brüssel ein zweites Rettungspaket für Griechenland auf den Weg. Es umfasst neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro. Die Einigung der Minister mit Griechenland ist auch Voraussetzung für die Beteiligung privater Gläubiger an der Rettung des überschuldeten Landes. Sie sollen nun auf mehr als 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Der Schuldenstand Griechenlands soll dadurch auf rund 120 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.
- 8. März 2012
-
© Oli Scarff/Getty Images

Der Parthenon auf der Akropolis
Die griechische Regierung verschickt eine Erfolgsmeldung: An dem angekündigten Schuldenschnitt beteiligen sich nach Angaben des Finanzministeriums rund 86 Prozent aller Gläubiger, die Papiere nach griechischem Recht halten. Damit ist das nötige Quorum erreicht, um auch die anderen Gläubiger zum Umtausch zu zwingen. Insgesamt wären dann rund 95 Prozent der Investoren im Boot. Rund 197 Milliarden der 206 Milliarden Euro an griechischen Staatsschulden können nun umgeschuldet werden. Die Anleger erhalten Papiere mit längerer Laufzeit und niedrigerem Zinssatz. Griechenland bekommt mehr Zeit.
Merkel und Sarkozy lehnten in dem Telefonat zugleich jede Debatte über einen Ausschluss des Landes aus der Euro-Zone ab. "Die Bundeskanzlerin und der Präsident sind überzeugt, dass die Zukunft Griechenlands in der Euro-Zone ist", sagte Seibert. "Angesichts der Gerüchte der letzten Tage haben alle betont, dass Griechenland unzertrennlicher Teil der Euro-Zone ist", hieß es auch in einer Erklärung des griechischen Regierungssprechers.
Papandreou sagte "die absolute Entschlossenheit seiner Regierung" zu, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die gegebenen Zusagen umzusetzen. Griechenland hat sich im Gegenzug für die internationalen Finanzhilfen zu einem strikten Sparprogramm verpflichtet.
Die Märkte reagierten positiv auf die Ankündigung: An der Wall Street legte der Dow Jones deutlich zu. Das rund 20-minütige Gespräch fand wegen der anhaltenden Sorge um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit Griechenlands statt. In den vergangenen Tagen gab es vor allem in Deutschland eine heftige Diskussion über eine mögliche Insolvenz Griechenlands.
- Datum 15.09.2011 - 06:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa
- Kommentare 41
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







die Realität eigentlich keine Rolle mehr zu spielen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft legt gerade aktuelle Berechnungen vor, dass Griechenland praktisch über Jahre "chinesische" Wachstumszahlen vorlegen müsste, um seine Schulden zu bezahlen. Gleichzeitig handeln die Beteiligten so, als ob solche Forschungsergebnisse falsch oder inexistent seien. Vermutlich ist die Realität inzwischen also reine Ansichtssache und Fakten nicht mehr darstellbar. Letztlich wird damit politisches Handeln sinnlos, da die Folgen unvorhersehbar sind. Politik wandelt sich zum Glaubenskampf.
via ZEIT ONLINE plus App
.... Regierungschef ermahnt: "Strikt und effektiv" müsse er die Reformen umsetzen."
Es ist schlimmer, als Sie sagen. Die obige Forderung wird die Wirtschaftsleistung auf einige Jahre hinaus reduzieren und das Volk wird in noch größeren Teilen Arbeitslos und arm; sehr, sehr arm. Die Versprechen Euroländischer und EU Größen als man Euroland beitrat, werden sichtbar und gefühlt nicht gehalten. Man vermutet -wahrscheinlich zurecht- dass die Versprechen bewusst falsch und unhaltbar waren; sie nur gemacht wurden um den Widerstand in den Euro einzutreten zu brechen. Diese Vorspieglung falscher Tatsachen im Anfang ist das wichtigste Grundproblem. Denn wie will man einer Europaweiten Bürokratie und Politikkaste mit Aufgaben betreuen? Warum sollte man die Armut akzeptieren, die aus den Lügen dieser Kaste resultieren und nur die Armut verteilt? Warum sollte man diesen Personen, Parteien und Bürokratien trauen es diesmal ehrlich und gut zu machen, wo sie so offensichtlich zum Nachteil der Wähler aber zum Wohl ihrer eigenen Interessengemeinschaft agierten?
Nun scheint es meist, dass Legitimität eine ziemlich theoretische Sache ist. Sie ist es auch meist, tritt zumindest nicht im Normalfall an die Oberfläche. Wenn sie das aber tut, ist der mögliche Schaden groß. Fragen Sie Hosni Mubarak. Er kann dazu ein Lied singen.
.... Regierungschef ermahnt: "Strikt und effektiv" müsse er die Reformen umsetzen."
Es ist schlimmer, als Sie sagen. Die obige Forderung wird die Wirtschaftsleistung auf einige Jahre hinaus reduzieren und das Volk wird in noch größeren Teilen Arbeitslos und arm; sehr, sehr arm. Die Versprechen Euroländischer und EU Größen als man Euroland beitrat, werden sichtbar und gefühlt nicht gehalten. Man vermutet -wahrscheinlich zurecht- dass die Versprechen bewusst falsch und unhaltbar waren; sie nur gemacht wurden um den Widerstand in den Euro einzutreten zu brechen. Diese Vorspieglung falscher Tatsachen im Anfang ist das wichtigste Grundproblem. Denn wie will man einer Europaweiten Bürokratie und Politikkaste mit Aufgaben betreuen? Warum sollte man die Armut akzeptieren, die aus den Lügen dieser Kaste resultieren und nur die Armut verteilt? Warum sollte man diesen Personen, Parteien und Bürokratien trauen es diesmal ehrlich und gut zu machen, wo sie so offensichtlich zum Nachteil der Wähler aber zum Wohl ihrer eigenen Interessengemeinschaft agierten?
Nun scheint es meist, dass Legitimität eine ziemlich theoretische Sache ist. Sie ist es auch meist, tritt zumindest nicht im Normalfall an die Oberfläche. Wenn sie das aber tut, ist der mögliche Schaden groß. Fragen Sie Hosni Mubarak. Er kann dazu ein Lied singen.
Haben Merkel, Sarkozy und Co noch nicht begriffen, dass es in der EU allgemein Länder mit unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten gibt?
Und jetzt spannen wir einen Ochsen, eine Kuh, ein Pferd (warmblütig) und einen kaltblütigen Wallach vor den Karren und diese sollen den gleichmäßig ziehen.
Wahnsinn, dieses Unterfangen.
Blanker Unsinn was die Herren Mitterand, Kohl und später der möchtegern Kanzler Schröder (hier will ich rein) mit seinem Oberlehrer (war er tatsächlich an einer Berufsschule gewesen) der Finanzen Eichel, mit der Einführung des Euros veranstaltet haben. Ein Verbrechen an den Europäern.
Schäuble in seiner Sturheit und Merkel in ihrer Uneinsichtigkeit sind nicht in der Lage diesen Fehler zu reparieren. Unfähig einfach. Die Opposition ist allerdings genauso unfähig. Leider. Es gibt bestimmt fähige Köpfe in der Opposition. Allerdings drängen sich nur fachlich unbegabte nach vorn. Rin Özdemir, eine Roth ohne Bildung und Ausbildung. Nur Opportunisten auch bei der SPD, Berufspolitiker allesamt von CDU bis Linke.
Mahnende Worte hat Zoellick, Präsident der Weltbank gesprochen.
http://www.tagesschau.de/...
ein Özdemir statt "Rin Özdemir"
ein Özdemir statt "Rin Özdemir"
ein Özdemir statt "Rin Özdemir"
Noch mehr Jobs weg, noch weniger Rente. Das wird dem Land einen mächtigen Wachstumsschub geben…
Das europäische Parlament können wir uns auch sparen, da die Entscheidungen am Telefon zwischen Merkel und Sarkozy ausgekaspert werden.
Europa besteht also aus Frankreich und Deutschland und Frankreich und Deutschland und Frankreich und wer noch? Ach ja, Deutschland natürlich.
Halt, das wichtigste Mitglied von Europa habe ich vergessen: Die Märkte! Die gehätschelt und getätschelt werden.
[...]
Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke, die Redaktion/se
Die durch EU Beschluß geforderte Autobahnmaut
arbeitet immer noch nicht.Seit fast 6 Wochen
hat sich dort nichts verändert.
Das und vieles andere ist so gewollt,weis doch
Griechenland es gibt immer wieder neues Geld
Die durch EU Beschluß geforderte Autobahnmaut
arbeitet immer noch nicht.Seit fast 6 Wochen
hat sich dort nichts verändert.
Das und vieles andere ist so gewollt,weis doch
Griechenland es gibt immer wieder neues Geld
Rösler schließt einen Staatsbankrott Griechenlands nicht aus.
Redet in dieser "Regierung" eigentlich noch irgendjemand miteinander? Wir sind das stärkste Land in der Eurozone, was die Wirtschaftsleistung anbelangt.
Leider sind wir aber gleichzeitig eines der schwächsten Länder der Eurozone, was die Regierungsleistung anbelangt.
Das ist inzwischen nur noch eine Kakophonie aus wild durcheinander krakeelenden Selbstdarstellern, ohne jede Führung und ohne jeden erkennbare Plan.
Das läßt nichts gutes erwarten, schließlich wäre genau jetzt Krisenmanagement gefragt.
Und zwar Krisenmanagement in Sachen Euro, nicht in Sachen Kabinett.
Nach dem Telefonat gestern werden Merkel und Sarkozy heute auf der Zugspitze einen Regentanz aufführen, um so das Wetter für Europa zu verbessern, morgen nehmen beide an einem Voodoo Ritual zur Steigerung det Fruchtbarkeit der Deutschen und Franzosen teil.
Die faktische Wirkung aller drei Maßnahmen ist vollkommen gleichwertig.
Merkel und Sarkozy denken wirklich, sie koennen am 15.9.11 etwas bewirken, indem sie auf die griechische Regierung einreden? Man moechte denken, es sei erst 2010. Das ist fast schon lustig.
2010, 2011 und sicher auch 2012 kann man schreiben:
GR soll endlich Reformen umsetzen, da das Defizit und der Finanzbedarf überraschenderweise höher als gedacht ist.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se
2010, 2011 und sicher auch 2012 kann man schreiben:
GR soll endlich Reformen umsetzen, da das Defizit und der Finanzbedarf überraschenderweise höher als gedacht ist.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/se
Sarkozy geht es um die Vermeidung einer französischen Bankenkatastrophe, weil die zu sehr auf griechische Anleihen gesetzt haben.
Und Merkel geht es um politische Macht im Verbund mit Sarkozy (und Rückhalt durch ihn) sowie um das für die eigene Politik vordergründig bequemere Hinauszögern einer längst untragbaren Währungs- und EU-Doktrin.
All dies ist nicht im Interesse der beteiligten Völker.
Zur Erinnerung: Merkel hat geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.
Ihre Person trifft historische Schuld
Bitte bleiben Sie sachlicher. Danke, die Redaktion/se
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren