11. September "Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen"

Die Journalistin Anja Reich und ihr Mann, der Journalist Alexander Osang, erlebten den 11. September in New York. Im Interview spricht Reich über den Tag und die Folgen.

Nachdem der erste Turm des World Trade Center eingestürzt ist, fliehen Hunderte Menschen über die Brooklyn Bridge aus Manhattan.

Nachdem der erste Turm des World Trade Center eingestürzt ist, fliehen Hunderte Menschen über die Brooklyn Bridge aus Manhattan.

ZEIT ONLINE: Frau Reich, wie schwer war es, ein Buch über ein Thema zu schreiben, über das so viel geschrieben und gesagt wurde?

Anja Reich: Schwer war nicht das Schreiben, sondern die Entscheidung, es überhaupt zu schreiben. Es gibt bereits so viele Bücher über den 11. September, und ich hätte nicht gedacht, dass ich da noch etwas hinzuzufügen habe. Der Tag ist in den letzten zehn Jahren so wahnsinnig groß geworden. Wenn man über den 11. September redet, redet man gleichzeitig über Afghanistan, den Irak, über Verschwörungstheorien. Das hatte mit dem Tag, den ich erlebt habe, überhaupt nichts zu tun. Als ich das irgendwann gemerkt habe, hatte ich das Bedürfnis, meine Geschichte zu erzählen, mir diesen Tag zurück zu holen. Das Schreiben an sich ist mir dann überhaupt nicht mehr schwer gefallen.

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ZEIT ONLINE: Ist Wo warst du? – Ein Septembertag in New York eher ein Buch über Ihr Privatleben oder ein Buch über den 11. September?

Anja Reich
Anja Reich

Anja Reich und ihr Mann, der Spiegel-Korrespondent Alexander Osang, lebten von 1999 bis 2006 im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn. Gemeinsam schrieben sie 2011 das Buch "Wo warst du? - Ein Septembertag in New York", in dem sie sich mit ihren persönlichen Eindrücken vom 11. September 2001 auseinandersetzen. Heute leitet Anja Reich das Magazin der Berliner Zeitung.

Reich: Das ist kein Buch über unser Privatleben. Es spielt an einem Tag vor zehn Jahren und es beschreibt eine Beziehung – unsere Beziehung – vor dem Hintergrund dieser Katastrophe. Mein Mann und ich sind beide Journalisten und als wir Kinder hatten und nach New York gingen, sind wir in diese klassische Rollenverteilung hereingerutscht. Am 11. September 2001 war ich also die Ehefrau, die zu Hause bei den Kindern bleibt, und mein Mann war für den Spiegel in Manhattan. Wir wollten ein Problem zeigen, das jede Beziehung kennt: Man empfindet anders, man nimmt die Dinge anders wahr. Wir wollten unsere zwei Sichtweisen auf diesen Tag zeigen. Es sind verschiedene Perspektiven und verschiedene Stimmen. Das war die Idee dieses Buches.

ZEIT ONLINE: Haben Sie die Anschläge nachhaltig verändert?

Reich: Auf eine Weise schon, auf eine andere nicht. Es ist unglaublich, wie schnell der Alltag in New York weiterging. Bürgermeister Rudolph Giuliani rief damals die Leute auf, wieder herauszugehen auf die Straßen. Sie sollten ganz normal weitermachen. Das habe ich auch gemacht. Am übernächsten Tag ging die Schule für unseren Sohn wieder los, der Kindergarten meiner Tochter machte auf. Nach außen hin ging es ganz normal weiter. Aber innen hat sich etwas verändert. Ich hatte so eine Katastrophe noch nie erlebt. Ich hatte plötzlich Angst, in ein Flugzeug zu steigen oder in die Subway. Ich habe versucht, so wenig wie möglich nach Manhattan zu fahren und bei den Kindern zu bleiben. Diese Möglichkeit, das so etwas passieren kann, aus dem Nichts heraus, das kannte ich vorher nicht.

Zeitleiste
Was seit 9/11 geschah
Der 11. September 2001

Um 8.46 Uhr stürzt ein Passagierflugzeug in den Nordturm des World Trade Centers in New York. Als um 9.03 Uhr eine zweite Maschine den Südturm trifft, ist klar: Amerika wird angegriffen. In Washington rast um 9.37 Uhr ein weiteres Flugzeug ins Pentagon. Ein viertes, welches wohl das Kapitol treffen sollte, stürzt um 10.03 Uhr in der Nähe von Pittsburgh ab. Zu den Anschlägen bekennt sich al-Qaida. Mindestens 2989 Menschen sterben.
 

Krieg in Afghanistan

Am 7. Oktober 2001 beginnt der Krieg in Afghanistan. Er ist gegen die Taliban und al-Qaida gerichtet, die in Afghanistan Ausbildungslager unterhält. Der Einsatz stützt sich auf die UN-Resolution 1368. Ende 2001 beginnt die Isaf-Mission, ein friedenserzwingender Einsatz mit UN-Mandat, der bis heute andauert. Bislang fielen mehr als 2.700 Soldaten, darunter 53 deutsche. Noch viel höher ist die Zahl der getöteten Zivilisten; allein 2010 starben 2.777

Patriot Act

Als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September sowie eine Anthrax-Anschlagsserie auf Nachrichtensender und Senatoren verabschiedet der US-Kongress am 25. Oktober 2001 ein neues Bundesgesetz. Die Abgeordneten nennen es "USA PATRIOT Act" (Uniting and Strengthening America by Providing Appropriate Tools Required to Intercept and Obstruct Terrorism Act): "Gesetz zur Stärkung und Einigung Amerikas durch Bereitstellung geeigneter Instrumente, um Terrorismus aufzuhalten und zu blockieren". Im November 2001 verschärft Bush das Bundesgesetz durch den Zusatz, dass Terrorverdächtige, die nicht die US-Staatsbürgerschaft besitzen, von nun an zu unbeschränkter Haft verurteilt werden können. Das Gesetz wurde seither mit zahlreichen Erweiterungen ausgestattet und ist noch heute gültig.

"Schuhbomber" gestoppt

Am 22. Dezember 2001 scheitert der Versuch des Briten Richard Reid, ein Flugzeug auf dem Weg von Paris nach Miami zum Absturz zu bringen. Die Menge an Plastiksprengstoff, die er dazu in seinem Schuh versteckte, hätte dafür ausgereicht. Doch als Reid den Sprengsatz zünden will, wird er überwältigt. Reid sagt später aus, im Namen von al-Qaida gehandelt zu haben. Er wird zu dreimal lebenslang plus 200 Jahren Haft verurteilt. 

Die Bundeswehr in Afghanistan

Mit der Schlacht um den Höhlenkomplex Tora Bora beginnt im Dezember 2001 der deutsche Afghanistan-Einsatz. Die Spezialkräfte leisten im Rahmen der Operation Enduring Freedom Aufklärungs- und Abriegelungsarbeiten. Im Januar 2002 beginnt für die Bundeswehr der Isaf-Einsatz. Im Juli 2005 übernimmt Deutschland die Führung des Regionalkommandos Nord. Rund 5.000 Bundeswehrsoldaten sind in Afghanistan stationiert

Guantánamo-Erweiterung

Im Januar 2002 lässt die Bush-Regierung den Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba um ein Internierungslager erweitern. Dort werden Terrorverdächtige festgehalten – ohne Anklage und oft ohne Rechtsbeistand. Geständnisse werden bisweilen unter Folter oder ihrer Androhung erpresst. Im Januar 2009 verfügt Barack Obama die Schließung des Lagers. Der Plan scheitert. 171 Gefangene sind noch in Guantánamo.

Bombenanschlag auf Djerba

Am 11. April 2002 sterben durch einen Anschlag auf der tunesischen Insel Djerba 21 Touristen, darunter 14 Deutsche. Die Urlauber besuchen die al-Ghriba-Synagoge, als ein Lastwagen mit rund 5000 Litern Flüssiggas das Gebäude rammt und explodiert. Später bekennt sich al-Qaida zu dem Anschlag. Im Januar 2009 beginnt in Paris ein Prozess, unter anderem gegen den Deutschen Christian Ganczarski. Er wird zu 18 Jahren Haft verurteilt.

Ground Zero vom Schutt befreit

Die Räumung des Trümmerfeldes am Ground Zero wird im Mai 2002 nach acht Monaten Arbeit offiziell für beendet erklärt. Ausgewählte Überreste der zerstörten Türme, Autowracks und Flugzeugteile werden aufbewahrt. Gemeinden, Hilfsorganisationen und Privatpersonen können einzelne Erinnerungsstücke beantragen und ausstellen. Eines der Trümmerteile wird bald in Oberviechtach in der Oberpfalz stehen. 

Bombenanschläge auf Bali

Durch den bislang schwersten Terroranschlag in der indonesischen Geschichte werden auf der Insel Bali am 12. Oktober 2002 insgesamt 202 Menschen getötet. 209 Personen werden zum Teil schwer verletzt. Ein Selbstmordattentäter zündet eine Bombe direkt in einer Bar, eine Autobombe vor einem zweiten Lokal reißt weitere Menschen in den Tod. Zu der Tat bekennt sich die radikalislamistische Terrororganisation Jemaah Islamiyah.

Kriegsbeginn im Irak

George W. Bush stellt dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein am 18. März 2003 ein Ultimatum, das Land zu verlassen. Als Hussein nicht reagiert, greift die so genannte Koalition der Willigen unter Führung der USA den Irak an. Es ist ein völkerrechtswidriger Krieg. Am 9. April nehmen die Streitkräfte die irakische Hauptstadt Bagdad ein. Seit 2003 starben im Irak fast 4.500 US-Soldaten und mehr als 100.000 Zivilisten. 

Anschlagsserie in Istanbul

Binnen einer Woche erschüttern zwei islamistisch motivierte Terroranschläge Istanbul. Am 15. November 2003 explodieren zwei Autobomben vor dem größten jüdischen Gotteshaus Neve Shalom und vor der Beth-Israel-Synagoge. Es sterben 24 Menschen, 240 werden verletzt. Fünf Tage später explodiert ein Kleinlaster vor einer britischen HSBC-Bank. 33 Menschen kommen ums Leben, 400 weitere werden verletzt.

Der Folterskandal von Abu Ghraib

Im Mai 2004 werden Fotos und Filme aus dem Militärgefängnis Abu Ghraib im Irak bekannt. US-amerikanische Geheimdienst- und Gefängnismitarbeiter quälten dort Gefangene mit brutalen Methoden. Das Gefängnis war bereits unter Saddam Hussein berüchtigt, nach der Besetzung wurde es von der US-Armee zum Teil als Basis umgebaut. Die Bilder aus Abu Ghraib fügen dem Ruf der USA vor allem in muslimischen Ländern erheblichen Schaden zu. 

Saddam Hussein wird festgenommen

In einem Erdloch in der Nähe seiner Heimatstadt Tikrit fassen amerikanische Besatzungstruppen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein. Nach Darstellung der USA hatte ihnen ein ehemaliger irakischer Geheimdienstler das Versteck des Diktators verraten. Saddam Hussein wird am 5. November 2006 in Bagdad zum Tode durch Erhängen verurteilt. Am 30. Dezember 2006 wird das Urteil in der Stadt al-Kadhimiya vollstreckt.

Anschläge auf Pendlerzüge in Madrid

Der islamistische Terrorismus erreicht Europa. Am 11. März 2004 kommen durch Bombenanschläge auf vollbesetzte Pendlerzüge in der spanischen Hauptstadt Madrid 191 Menschen ums Leben, mehr als 2.000 werden verletzt. Der damalige spanische Regierungschef José María Aznar hält eisern an der These fest, die Anschläge seien von baskischen Eta-Separatisten verübt worden. Seine Partei verliert die Wahl drei Tage später. 

Luftsicherheitsgesetz in Deutschland

Die Bundesregierung beschließt immer neue Anti-Terror-Gesetze. Das Luftsicherheitsgesetz vom Januar 2005 wird schon ein Jahr später durch das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Ebenfalls vom höchsten deutschen Gericht kassiert wird die Regelung zur Vorratsdatenspeicherung. In Kraft sind dagegen weiterhin das Terrorismusbekämpfungsgesetz sowie die Neuregelung des BKA-Gesetzes. 

Anschläge auf die Londoner U-Bahn

Eine weitere europäische Metropole wird zum Ziel islamistischer Terroristen: In den frühen Morgenstunden des 7. Juli 2005 sprengen sich in London vier "Rucksackbomber" in die Luft – drei von ihnen in vollbesetzten U-Bahnzügen, einer in einem Doppeldeckerbus. Sie reißen 52 Menschen mit in den Tod und verletzen mehr als 700. Nur wenige Tage später, am 21. Juli, scheitert eine weitere Anschlagserie in der Londoner U-Bahn. Die Sprengsätze detonieren nicht.

Der Fall Murat Kurnaz

Ende 2005 wird der Fall des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz bekannt. Der aus Bremen stammende Türke reiste kurz nach 9/11 nach Pakistan. Er gerät in US-Gefangenschaft, wird als Gotteskrieger beschuldigt und nach eigenen Angaben in Guantánamo gefoltert. Der Fall bringt den damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Erklärungsnot, weil es bereits 2002 Angebote zur Freilassung Kurnaz' gab. Erst 2006 kommt er frei.

Terroranschläge auf Mumbais Nahverkehr

Mitten im Feierabendverkehr des 11. Juli 2006 erschüttern sechs Explosionen in Nahverkehrszügen die indische Millionenmetropole Mumbai. 209 Menschen sterben dabei, 714 werden verletzt. 2008 wird Mumbai nochmals Schauplatz eines Terroranschlags: Terroristen greifen mit Handgranaten und Schnellfeuerwaffen zehn Ziele in der Stadt an, besetzen das Luxushotel "Taj Mahal" und nehmen Geiseln. Fast 200 Menschen verlieren dabei ihr Leben.

Die "Kofferbomber" scheitern

Ein Konstruktionsfehler verhindert am 31. Juli 2006 zwei Bombenexplosionen in Deutschland. Die beiden Täter hatten am Kölner Hauptbahnhof Gepäckstücke, die mit Sprengsätzen präpariert waren, in zwei Regionalzügen deponiert. Die Zerstörungskraft der Bomben war vergleichbar mit denen, die 2005 in London eingesetzt wurden. Einer der Täter wird in Deutschland zu lebenslanger, der zweite in Beirut zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

Die Sauerland-Gruppe fliegt auf

Am 4. September 2007 setzen Fahnder die vier Mitglieder einer deutschen Terrorzelle fest. Sie wird unter dem  Namen "Sauerland-Gruppe" bekannt, weil sie in dieser Region festgenommen wird. Im Dienst der Islamischen Dschihad Union (IJU) planten sie Anschläge auf US-Soldaten, dies geben sie später vor Gericht zu. Ihr Ziel sei der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan gewesen. Sie werden zu teils langen Haftstrafen verurteilt.

Machtwechsel in den USA

Nach acht Jahren George W. Bush wählt Amerika am 2. November 2008 einen Neuanfang. Barack Obama erbt von seinem Vorgänger zwei Kriege. Jenen im Irak, gegen den er sich schon als Senator ausgesprochen hatte, will er möglichst rasch beenden. Im Laufe des Jahres 2010 lässt er die letzten Kampftruppen abziehen. Obama legt sein Augenmerk stattdessen mehr auf Afghanistan. Eine massive Truppenaufstockung auf 130.000 Soldaten soll die Wende bringen. Anfangs gelingt das Unterfangen, viele Taliban-Führer werden festgenommen oder getötet. Doch im Laufe des Jahres 2010 wird der Krieg blutiger denn je. Die Taliban vermeiden offene militärische Auseinandersetzungen. Stattdessen verüben sie Anschläge und legen Sprengfallen. Beobachter halten einen ausufernden Bürgerkrieg für möglich.

Der verhinderte "Unterhosenbomber"

Am 25. Dezember 2009 versucht der Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab, einen Airbus mit 289 Menschen an Bord auf dem Flug von Amsterdam nach Detroit in die Luft zu sprengen. 80 Gramm des hochexplosiven Sprengstoffes PETN hat er in seiner Unterhose versteckt. Er wird überwältigt, als er den Sprengsatz zünden will. Der Fall lenkt die Aufmerksamkeit auf Jemen, wo Abdulmutallab zum Al-Qaida-Kämpfer ausgebildet wurde.

WikiLeaks-Veröffentlichungen

Die Internetplattform WikiLeaks veröffentlicht am 25. Juli 2010 fast 92.000 Dokumente über den Krieg in Afghanistan. Die US-Regierung kritisiert die Veröffentlichung der Aktenstücke scharf. Insbesondere das amerikanisch-pakistanische Verhältnis wird in der Folge dadurch belastet. Am 23. Oktober 2010 veröffentlicht WikiLeaks rund 400.000 Dokumente aus dem Irak-Krieg sowie wenig später tausende Botschaftsdepschen.

Bomben in Frachtflugzeugen

In zwei Frachtflugzeugen aus dem Jemen finden Ermittler in Nottingham und Dubai am 29. Oktober 2010 Paketbomben, die die Maschinen über der Ostküste der USA zur Explosion bringen sollten. Al-Qaida bekennt sich dazu und verkündet, künftig verstärkt Frachtmaschinen attackieren zu wollen. Die vereitelten Attentate offenbaren eine Schwachstelle im Kampf gegen den Terror: den Luftfrachtverkehr. Zusätzliche Kontrollen sind die Folge

Anschlag am Frankfurter Flughafen

Ein radikalislamistischer Kosovare erschießt am 2. März 2011 auf dem Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten. Der 21 Jahre alte Mann zückt vor einem Militärbus der amerikanischen Luftwaffe plötzlich eine Pistole und feuert neun Mal auf die Insassen. Er tötet zwei Soldaten und verletzt zwei weitere schwer. Es ist der erste geglückte islamistische Terroranschlag in Deutschland. Ende August beginnt in Frankfurt der Prozess gegen den Attentäter. 

Das Ende der Jagd auf bin Laden

Am 2. Mai 2011 erschießen US-Navy-Seals Osama bin Laden in dessen Anwesen im pakistanischen Abbottabad. Barack Obama verfolgt die von ihm befohlene Aktion zusammen mit Außenministerin Hillary Clinton und Mitarbeitern live. Unmittelbar nach der Bekanntgabe von bin Ladens Tod versammeln sich Tausende Menschen vor dem Weißen Haus in Washington und am Ground Zero in New York, um den Tod des Terroristenführers zu feiern. 

ZEIT ONLINE: Ihr Mann entschied sich nach den Anschlägen dazu, über die Brooklyn Bridge in Richtung Ground Zero zu laufen, um für den Spiegel darüber zu berichten. Sie sind selbst Journalistin. Was hätten Sie in an seiner Stelle getan?

Reich: Das ist ganz schwer zu sagen. Aber ich denke, dass ich auf der Brücke zurückgegangen wäre. Wenn man so viele Leute sieht, die einem völlig fertig und staubbedeckt entgegenkommen – da weiter zu gehen, das hätte ich nicht gekonnt. Ich wäre nach Hause gegangen zu meinen Kindern.

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