Libyen Nato startet Angriff auf Bani Walid

Das Ultimatum ist abgelaufen: Libysche Rebellen haben den Kampf um Bani Walid begonnen. Die Nato hat weitere Luftangriffe auf Ziele von Gadhafi-Anhängern geflogen.

Die Rebellen bereiten sich vor der Wüstenstadt Bani Walid auf ihren Angriff vor.

Die Rebellen bereiten sich vor der Wüstenstadt Bani Walid auf ihren Angriff vor.

In Libyen hat die Nato offenbar mindestens fünf Luftangriffe auf eine der letzten Hochburgen des langjährigen Machthabers Muammar al-Gadhafi geflogen. Schwere Explosionen seien aus Bani Walid zu hören gewesen und Nato-Kampfjets am Himmel gesichtet worden, berichtete ein Reporter aus einem Vorort der Wüstenstadt.

Kurz zuvor hatten die ersten eingerückten Einheiten der Aufständischen Bani Walid offenbar wieder verlassen. Aus Sorge vor Nato-Luftangriffen hätten sie sich wieder zurückgezogen. Die Kämpfer berichteten, Gadhafi-Getreue hätten sich mit Raketenwerfern in Wohnhäusern verschanzt. Bei ihrem ersten Eintreffen in Bani Walid waren die Kämpfer der Übergangsregierung auf rund 1.000 statt der erwarteten 150 Gadhafi-Anhänger getroffen, berichtete die Übergangregierung.

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Der libysche Übergangsrat hatte den letzten Anhängern Gadhafis bis Freitag um Mitternacht Zeit gegeben, die Waffen niederzulegen. Nach dem Ablauf eines Ultimatums hatte es keine Einigung über eine friedliche Übergabe gegeben.

Der Belagerungsring um Bani Walid wurde enger gezogen

Insgesamt sei der Belagerungsring um die Wüstenstadt enger gezogen worden, sagte ein Sprecher der Übergangsregierung. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Stadt in Kürze eingenommen werde. Dabei setzen die Rebellen offenbar auch auf die Initiative der Bürger im Inneren der Stadt Bani Walid, sagte ein Rebellenmilizionär einem al-Dschasira-Reporter. "Für sie ist das eine Ehrensache. Sie wollen später von sich sagen, dass sie sich gegen Gadhafi erhoben haben, wie auch die Menschen in Bengasi", sagte er.

Der Sohn des langjährigen Machthabers Gadhafi, Saif al-Islam al-Gadhafi, soll sich nach Angaben des arabischen Fernsehsenders Al Jazeera noch am Vortag in Bani Walid aufgehalten haben. Er soll dort eine Gruppe von Jugendlichen dazu ermuntert haben, gegen die Rebellen zu kämpfen. Der Aufenthaltsort des 69-jährigen Gadhafis ist weiterhin unbekannt.

Die Nato hatte bereits am Freitag ihre Angriffe auf Positionen der Gadhafi-Anhänger in Bani Walid und anderen Orten fortgesetzt. Es seien 40 Kampfeinsätze geflogen worden, teilte die Nato mit. Bei Bani Walid sei ein Armeefahrzeug zerstört worden, bei Gadhafis Geburtsstadt Sirte eine Raketenrampe, ein Raketenwerfer und ein Militärfahrzeug.

UN-Mission für Libyen

Während die Aufständischen in Libyen das Gadhafi-Regime endgültig stürzen wollen, zeichnet sich im Weltsicherheitsrat eine rasche Lösung für eine UN-Mission ab. Schon in der nächsten Woche solle ein Resolutionsentwurf vorgelegt werden, hieß es aus UN-Kreisen. "Im Rat zeichnet sich eine große Einigkeit zur zentralen Rolle der UN für die Zukunft Libyens ab", bestätigte der Sonderberater des UN-Generalsekretärs, Ian Martin, am Freitag. 



Die United Nations Support Mission in Libya (UNSMIL) soll zunächst für drei Monate ein Mandat erhalten. Während dieser Zeit soll der Bedarf an Unterstützung der Vereinten Nationen in Absprache mit dem Übergangsrat bestimmt werden. Danach wird der Sicherheitsrat eine umfassendere Mission beschließen. Laut Martin könnte die UN-Mission in den ersten Monaten eine Stärke von etwa 200 zivilen Mitarbeitern haben.

 
Leser-Kommentare
  1. Was ist los mit unseren heroischen Rebellen? Haben die jetzt schon Angst vor 1000 Gaddhafi Anhängern? Dann erstmal schön die NATO die Stadt in Schutt und Asche bomben lassen?

    Und wie ist das mit den UN-Mitarbeitern? Ich denke die wollen die Rebellen nicht haben?

    10 Leser-Empfehlungen
    • BerndL
    • 10.09.2011 um 18:20 Uhr

    vor der Übermacht von 1000 Gaddafi-Leuten.

  2. ...erstmal Bani Walid mit "HighTech" in Schutt und Asche gelegt.
    Die überlebenden Kämpfer werden anschließend von den "heldenhaften" Rebellen bekämpft.

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    Aber erst, wenn die Spezialkräfte vom MI6, CIA, GSG9 alle entwaffnet haben und die Kameraleute alle da sind. Dann dürfen die "Rebellen" wieder schön in die Luft ballern und ihren "Sieg" feiern. Ich glaub ja eh mittlerweile, dass mehr "Rebellen" durch vom Himmel gefallene Kugeln verletzt wurden als durch Beschuss.

    (Wer Ironie findet darf sie behalten)

    Aber erst, wenn die Spezialkräfte vom MI6, CIA, GSG9 alle entwaffnet haben und die Kameraleute alle da sind. Dann dürfen die "Rebellen" wieder schön in die Luft ballern und ihren "Sieg" feiern. Ich glaub ja eh mittlerweile, dass mehr "Rebellen" durch vom Himmel gefallene Kugeln verletzt wurden als durch Beschuss.

    (Wer Ironie findet darf sie behalten)

  3. Flugverbotszonen dienen dem Zweck, Angriffe auf Zivilisten zu verhindern.

    Flugverbotszonen dienen dem Zweck, Angriffe auf Zivilisten zu fördern.

    Egal.

    Hauptsache die NATO kann bomben.

  4. Aber erst, wenn die Spezialkräfte vom MI6, CIA, GSG9 alle entwaffnet haben und die Kameraleute alle da sind. Dann dürfen die "Rebellen" wieder schön in die Luft ballern und ihren "Sieg" feiern. Ich glaub ja eh mittlerweile, dass mehr "Rebellen" durch vom Himmel gefallene Kugeln verletzt wurden als durch Beschuss.

    (Wer Ironie findet darf sie behalten)

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    Dies ist der sauberste Krieg aller Zeiten - kein einziges Bild, keine einzige Filmsequenz in den deutshen Medien vom Bombardement der NATO in Libyen. Im Irakkrieg durften wir doch noch zusehen, als Bagdad angegriffen wurde.
    Oder ist der Krieg in Libyen noch dreckiger, so dass man ihn gar nicht zeigen kann?
    Hallo Wikileaks, bitte übernehmen!

    Dies ist der sauberste Krieg aller Zeiten - kein einziges Bild, keine einzige Filmsequenz in den deutshen Medien vom Bombardement der NATO in Libyen. Im Irakkrieg durften wir doch noch zusehen, als Bagdad angegriffen wurde.
    Oder ist der Krieg in Libyen noch dreckiger, so dass man ihn gar nicht zeigen kann?
    Hallo Wikileaks, bitte übernehmen!

  5. Den Krieg führt einzig die Nato. Die ruhmreichen Rebellenhorden haben selbstständig noch keinen einzigen Hühnerstall erobern können, aber wollen gegen die Bevölkerung das Land unter Kontrolle halten - sehr realistisch

    11 Leser-Empfehlungen
  6. interssieren sich nicht darum, dass Völkerrechtsbruch begannen wird, stattdessen dürfen wir wieder Frontberichterstattung 'genießen' - live dabei ist doch auch schon was, wenn es schon nicht nach UN-Resolutionen astrein läuft -was...

  7. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

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    • bayert
    • 11.09.2011 um 20:53 Uhr

    Zivilisten vor Übergriffen zu schützen.

    • bayert
    • 11.09.2011 um 20:53 Uhr

    Zivilisten vor Übergriffen zu schützen.

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