Nato-EinsatzLibyen, eine humanitäre Intervention?

Der Nato-Einsatz in Libyen war ein Erfolg. Doch taugt er als Blaupause für humanitäre Interventionen? Ein Video-Streitgespräch mit Andrea Böhm und Ulrich Ladurner von  und

Die ZEIT-Reporter Andrea Böhm und Ulrich Ladurner bereisen und recherchieren seit vielen Jahren internationale Brennpunkte. Ob auf dem Balkan, im Nahen und Mittleren Osten, in Afrika: Oft erleben sie auf ihren Reisen gewaltsam ausgetragene Konflikte, und oft stellt sich ihnen die Frage, ob und wie sich die internationale Gemeinschaft einmischen soll oder muss. Würde eine militärische Intervention von Außen den betroffenen Menschen helfen – oder ihre Lage womöglich komplizierter machen?  Warum wird in dem einem Konflikt – Beispiel Libyen – eingegriffen, im anderen – Syrien – nicht? Können militärische Interventionen überhaupt "humanitär" sein? Oder höhlen sie das Völkerrecht aus?

Ausgehend vom aktuellen Fall Libyen diskutieren Böhm und Ladurner auf ZEIT ONLINE das Konzept der humanitären Interventionen sowie die Folgen solcher Militäreinsätze in all ihren Konsequenzen. In den kommenden Wochen und Monaten werden sie sich hier in Form persönlicher Briefe und auch in kurzen Video-Statements des schwierigen Themas annehmen. Sie beginnen an dieser Stelle mit der Frage, ob der Einsatz in Libyen eine Blaupause für die Zukunft sein kann. 
 

Anzeige
Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Es war wohl wirklich ausschlaggebend, dass mit Gadhafi keine sinnvolle Lösung des Konflikts mit seinem eigenen Volk mehr vorstellbar war, weil sich Gadhafi konsequent der Realität verweigerte.

    Bei solchen Konfliktlagen ist es immer so, dass alles, was man tut, falsch ist. Wenn man nichts tut, ist das aber auch falsch.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wie er selbst es leugnet, war Gaddafi faktisch repräsentatives, aber dennoch Staatsoberhaupt. So what, die "Queen" läuft auch frei herum. Die Funktionen hatten andere inne. ZB sein Justizminister. Anscheinend hat er blos eine Menge Ressourcen für Libyen im Ausland angelegt, die damit nicht von seinen Ministern und Drittländern verhökert werden konnten, wie sonst in Afrika üblich. Und sein Regime war wohl zu lax - man stelle sich vor, was in Katar oder Saudi A. passieren würde. Von daher hat man nie Massendemonstrationen gesehen, sondern es wurde von den Putschisten Anfang an Gewalt gesät. Es war mit Sicherheit vorher mit der Nato abgesprochen. Es ist also wirklich ein Gerücht, hier wäre es um eine humanitäre Sache gegangen.

    • zenobit
    • 22. September 2011 19:24 Uhr

    Damit tragen sie die moralische Mitverantwortung für 30 000 Tote (Rebellenangabe)- Glückwunsch!

    Vielen Dank, wenigstens ein differenzierter Leserbeitrag.

    Diese unreflektierten Unterstellungen zu Gunsten Gadhafis in den meisten anderen Beiträgen, die ihn zeitweise beinahe als Unschuldslamm darstellen, bringen den Diskurs ganz sicher nicht weiter.

  2. heißt es "humanitäre Intervention"......Imperialismus bleibt Imperialismus.....

    14 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    kurz und ohne -rumlaberei- treffen Sie den Punkt.

    • helgam
    • 22. September 2011 18:57 Uhr

    Was ist daran humanitär, wenn die Nato zivile Einrichtungen zerbombt und die vom westlichen Geheimdienst gut bezahlten Söldner Afrikaner und Lybier ermorden?
    [...]

    Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk

    15 Leserempfehlungen
  3. Wie er selbst es leugnet, war Gaddafi faktisch repräsentatives, aber dennoch Staatsoberhaupt. So what, die "Queen" läuft auch frei herum. Die Funktionen hatten andere inne. ZB sein Justizminister. Anscheinend hat er blos eine Menge Ressourcen für Libyen im Ausland angelegt, die damit nicht von seinen Ministern und Drittländern verhökert werden konnten, wie sonst in Afrika üblich. Und sein Regime war wohl zu lax - man stelle sich vor, was in Katar oder Saudi A. passieren würde. Von daher hat man nie Massendemonstrationen gesehen, sondern es wurde von den Putschisten Anfang an Gewalt gesät. Es war mit Sicherheit vorher mit der Nato abgesprochen. Es ist also wirklich ein Gerücht, hier wäre es um eine humanitäre Sache gegangen.

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Warum antworten Sie auf meinen Beitrag, wenn Sie gar nicht auf ihn eingehen?

  4. der Frage, finde ich sehr amüsant.

    3 Leserempfehlungen
  5. unterschreiben, auch wenn es prinzipiell schon noch ausbaufähig wäre. Zur Beantwortung der IMO naiven Frage (unterstellt man hier doch, dass es evtl. doch eine humanitäre Intervention im Sinne der Menschenrechte war, was natürlich simple Propaganda ist), ist das Statement jedoch hinreichend.

    2 Leserempfehlungen
  6. 7. na ja

    um den natoeinsatz bewerten zu können, sollte man über ihn informiert sein.

    liebe zeit, dann fang mal an

    - einsatzstärke luft und "bodenberater"
    - anzahl angriffe
    - angriffsziele
    - kriegsschäden der natoangriffe an gebäuden
    - tote durch natoangriffe militär/zivil
    - gesamtkosten einsatz, gesamtkosten kriegsschaden
    - eingesetzte länder

    obwohl wir das alles nicht wissen legt ihr schon mal los.
    ohne fakten also wie immer.
    nicht informieren.
    ideologische standpunkte wortreich verteidigen.

    wer brauch diesen fünften aufguss?

    14 Leserempfehlungen
    • zenobit
    • 22. September 2011 19:24 Uhr

    Damit tragen sie die moralische Mitverantwortung für 30 000 Tote (Rebellenangabe)- Glückwunsch!

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Wieso trage ich die Mitverantwortung für 30.000 Tote, nur weil ich einen Beitrag auf Zeit Online für stringenter als einen anderen halte?

    Mir ist unverständlich, was Sie damit sagen wollen.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Reise | Brief | Intervention | Konflikt | Libyen | Völkerrecht
Service