Israel will nach dem Sturm auf die israelische Botschaft in Kairo am Friedensvertrag mit Ägypten festhalten. Das teilte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Ansprache im israelischen Fernsehen mit. 

Netanjahu dankte den ägyptischen Sicherheitskräften für die Rettung von israelischen Diplomaten und Sicherheitskräften. Der israelische Botschafter werde so rasch wie möglich wieder nach Kairo zurückkehren. Netanjahu verglich die politischen Umwälzungen in der arabischen Welt mit einem historischen Erdbeben. "Wir müssen ruhig und verantwortungsbewusst handeln", sagte Netanjahu.

Zuvor hatte der ägyptische Informationsminister Osama Haikal ein hartes Durchgreifen angekündigt. Die Behörden würden "alle Bestimmungen des Ausnahmezustandes anwenden". Der Ausnahmezustand gilt in Ägypten seit mehr als 30 Jahren. Unter anderen erlaubt er willkürliche Festnahmen und Schnellverfahren.

Außenminister Guido Westerwelle ermahnte Ägypten, die Gewalt zu stoppen. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, telefonierte Westerwelle mit dem ägyptischen Außenminister Mohamed Kamel Amr und äußerte seine große Sorge über die Vorgänge rund um die Botschaft. Er erwarte von der Regierung in Kairo, dass ausländische Vertretungen zuverlässig geschützt würden.

Bei schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Polizisten vor der israelischen Botschaft in Kairo waren am Samstag drei Ägypter getötet und etwa 1.000 weitere verletzt worden. Der israelische Botschafter und sein Personal mussten in Sicherheit gebracht werden. Der Angriff auf die israelische Vertretung wurde international scharf verurteilt. 

Während sich das US-Außenministerium besorgt äußerte, nahm die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die ägyptischen Führung in die Pflicht. "Wir vertrauen darauf, dass dieser bedauerliche Vorfall ein einmaliges Ereignis war und dass die Behörden die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Situation zu normalisieren", sagte Ashton.

Seit Wochen war es vor der israelischen Botschaft in Kairo immer wieder zu Protesten gekommen. Auslöser war der Tod von fünf ägyptischen Grenzpolizisten. Israelische Sicherheitskräfte hatten sie bei der Verfolgung mutmaßlicher palästinensischer Terroristen an der ägyptisch-israelischen Grenze vor drei Wochen erschossen.