Im Rom demonstrieren Arbeiter gegen die geplanten Sparmaßnahmen der Regierung. © Andreas Solaro/AFP/Getty Images

In Italien haben sich Zehntausende Demonstranten in Rom und anderen Städten des Landes versammelt. Sie demonstrieren gegen das geplante Sparpaket der Regierung. "Das ist ein Plan, den dieses Land nicht verdient", sagte in Rom Susanna Camusso, Generalsekretärin von Italiens größtem Gewerkschaftsbund CGIL, der zu dem landesweiten Generalstreik aufgerufen hatte. Italien stehe "am Rande des Abgrunds" und brauche eine "verantwortungsvolle Regierung".

Die Demonstranten verliehen mit Trillerpfeifen und Spruchbändern ihren Forderungen Nachdruck. Auch in Florenz demonstrierten am Vormittag etwa 10.000 Menschen, in Genua waren es einige Tausend Demonstranten.

Der Generalstreik, der acht Stunden dauern sollte, bewirkte ein Verkehrschaos. Der Flugverkehr sei vom Vormittag an lahm gelegt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Das Unternehmen fliege das Land nicht an. Insgesamt sei eine zweistellige Zahl an Verbindungen betroffen. Air Berlin habe seinen Flugplan komplett umgebaut und müsse deshalb lediglich vier der 41 in dem Zeitraum vorgesehenen Flüge streichen, sagte eine Sprecherin der Airline.

Auch im Zug- und Schiffsverkehr wurden Verbindungen gestrichen oder hatten Verspätung. Viele Busse und U-Bahnen fuhren unregelmäßig. Einige touristische Attraktionen in Rom wie das Kolosseum oder das Forum Romanum blieben geschlossen. Auch in Krankenhäusern und bei der Post wird gestreikt.

Die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am 12. August zusätzliche Einsparungen von 45 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren beschlossen, um das Haushaltsdefizit in den Griff zu bekommen. Sie sieht unter anderem Kürzungen im öffentlichen Sektor und die Liberalisierung von Tarifverträgen vor.

Die CGIL hatte das Sparpaket, das das Vertrauen der Finanzmärkte in das hoch verschuldete Land wiederherstellen soll, als "sehr unfair und zutiefst falsch" kritisiert. Ende August änderte die Mitte-rechts-Koalition es leicht vor und kippte unter anderem die ursprünglich geplante Reichensteuer. Den endgültigen Sparplan will die Regierung vor Mitte des Monats verabschieden.