US-Generalstabschef Mike Mullen hat dem pakistanischen Geheimdienst vorgeworfen, beim Anschlag auf die US-Botschaft in Kabul beteiligt gewesen zu sein. Der Geheimdienst ISI habe dem islamistischen Hakkani-Netzwerk bei Planung und Ausführung des Autobomben-Anschlags geholfen, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben gekommen waren, sagte Mullen bei einer Senatsanhörung.

Zudem gebe es "glaubhafte Hinweise", dass der pakistanische Geheimdienst auch hinter dem Anschlag auf das Intercontinental Hotel in Kabul Ende Juni stecke, sagte Mullen. Das Hakkani-Netzwerk agiere als "regelrechter Arm" des pakistanischen Geheimdienstes, sagte der US-Generalstabschef weiter. Pakistans Regierung hatte in der Vergangenheit Verbindungen zu der Gruppe bestritten.

Die Hakkani-Gruppe zählt zu den gefährlichsten Vereinigungen von Aufständischen, die in Afghanistan unter dem Banner der Taliban Nato-Soldaten angreifen. Bereits kürzlich hatten die USA laut Medienberichten Pakistan aufgerufen, gegen das Hakkani-Netzwerk im Grenzgebiet zu Afghanistan vorzugehen.

Der Anschlag auf die US-Botschaft hatte die Spannungen zwischen den USA und Pakistan verschärft. Mehrere Selbstmordattentäter hatten das Kabuler Diplomatenviertel angegriffen, Botschaftsgebäude mit Raketen beschossen und sich 20 Stunden lang Gefechte mit afghanischen Soldaten geliefert. Es war der schwerste Angriff in der afghanischen Hauptstadt seit dem Sturz der Taliban 2001.