Troy Davis: Im Zweifel für die Todesstrafe
Troy Davis' Hinrichtung offenbart einmal mehr die Abgründe im amerikanischen Rechtssystem. Es wird höchste Zeit, dass der Supreme Court handelt. Ein Kommentar
Am Ende steht immer wieder dieselbe Frage: Wie kann es ein Rechtsstaat zulassen, dass ein Mensch hingerichtet wird, wenn auch nur der geringste Zweifel an seiner Schuld besteht?
Denn dass es Zweifel an der Schuld des wegen Mordes an einem weißen Polizisten zum Tode verurteilten und am Mittwochabend hingerichteten schwarzen Amerikaners Troy Davis gab, haben sogar Richter bestätigt. Im Supreme Court und in einem Bundesgericht. Immer wieder wurde die Exekution wegen der Zweifel, die sich nicht ausräumen ließen, aufgeschoben.
Im August 2009 ordnete der Supreme Court, Amerikas Oberstes Gericht, eine neue Anhörung durch einen Bundesrichter an. Etliche der Belastungszeugen hatten zuvor die Beschuldigung von Troy Davis widerrufen oder zumindest in wesentlichen Teilen korrigiert. Am Ende hatten sich sieben von neun Zeugen von ihrer ursprünglichen Aussage im Prozess von 1991 distanziert.
Zudem waren inzwischen neue Zeugen aufgetaucht, die behaupteten, ein anderer habe damals, im Jahre 1989, den weißen Polizisten erschossen, der nach Dienstschluss für einen privaten Sicherheitsdienst arbeitete und auf einem Parkplatz einem um Hilfe rufenden Obdachlosen beistehen wollte.
Dieser Schritt des Supreme Court war ungewöhnlich und im Gericht selber umstritten. Eine neue Anhörung war seit einem halben Jahrhundert nicht mehr angeordnet worden. Zudem sahen die Gesetze inzwischen nur noch eine sehr eingeschränkte Überprüfung von Todesurteilen vor. Etwa wenn gegen Grundsätze des fairen Verfahrens oder gegen Verfassungsrechte des Angeklagten verstoßen werden. Nicht aber unbedingt, wenn neue Beweise auftauchen.
Der Tod als ganz normale Strafe
Der Supreme Court jedoch öffnete dem in einer Todeszelle einsitzenden Troy Davis eine kleine Tür. Es sei jetzt an ihm (und seinen Anwälten), seine Unschuld "eindeutig darzulegen" – und zwar mit Beweismitteln, die dem Gericht im Hauptverfahren von 1991 noch nicht vorgelegen hätten.
Hier allerdings liegt zugleich der Kern des erschütternden Rechtsdramas, das die Gemüter in Europa aber auch in Amerika erregt. Troy Davis sollte seine Unschuld beweisen. Die erhebliche Erschütterung seiner angeblichen Schuld reichte nicht. Im Falle von Troy Davis waren die Zweifel nicht ausreichend, um das Urteil aufzuheben – oder es zumindest in eine lebenslange Freiheitsstrafe umzuwandeln.
Der tiefere Grund: Anders als in Deutschland, wo das Grundgesetz die Todesstrafe verbietet, ist diese ultimative Strafe in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht nur erlaubt, sondern ist sie in den Augen der Justiz (und der Volksmehrheit) eine ganz normale Strafe.
Natürlich ist sie die schwerste und darum auch vergleichsweise selten angewandte Sanktion. Denn schließlich ist eine Todesstrafe nach ihrer Vollstreckung unumkehrbar. Deshalb wurden auch viele Barrieren eingezogen und kann sich das Verfahren bis zur Hinrichtung über Jahrzehnte hinziehen.





Vielen Dank für diesen Kommentar! Ich stimme mit Ihren Ansichten überein.
Die Todesstrafe ist Unrecht und in meinen Augen menschenunwürdig und in keiner Weise legitimierbar. Sogar in den USA.
Jedesmal wenn Amerikaner einen töten, kommen aus Europa moralische Saetze. Mehr nichts... Die Europaer müssen endlich sagen, dass sie den Amerikanern so untergeben sind, dass sie in der Sache nichts tun können. Niemand möchte die europaische Ausreden hören!
Jedesmal wenn Amerikaner einen töten, kommen aus Europa moralische Saetze. Mehr nichts... Die Europaer müssen endlich sagen, dass sie den Amerikanern so untergeben sind, dass sie in der Sache nichts tun können. Niemand möchte die europaische Ausreden hören!
Über Jahrtausende genügte es den Menschen, wenn nicht unbedingt der Täter, sondern *irgendjemand* für Verbrechen bezahlte. Der noch heute gültige Kerngedanke des Christentums mit der stellvertretenden Hinrichtung Jesu spiegelt dieses archaische Sündenbock-Prinzip wider.
[...]
Fiele dies nicht umso leichter, wenn dieser Jemand aus einer ethnischen Minderheit stammt, die vor zwei Generationen im tiefen Süden ohnehin auf einer Stufe knapp über dem Tier gestanden hat?
In diesem Sinne wäre der beklagenswerte Herr Davis einfach der Sündenbock, der auf dem Altar geschlachtet wurde, damit das Volk wieder Frieden hat.
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl. Danke. Die Redaktion/er
[...]
Entfernt. Der Beitrag, auf den Sie sich beziehen, wurde moderiert. Die Redaktion/er
Ein Umformulierungsversuch des herausgelöschten Absatzes:
"Könnte es nicht sein, daß den christlich geprägten einfachen Amerikanern es schlechterdings *egal* ist, wer hingerichtet wird, Hauptsache *irgendjemand* begleicht mit seinem Leben die Störung des Rechtsfriedens?"
Leider gibt der Zensor keinen Hinweis, welche Wortwahl er unangemessen findet.
Daß sich Christen auf den Schlips getreten fühlen könnten, liegt in der Natur der Sache. Die USA -- und da zumal die ländlichen Regionen -- sind nun einmal gemäß ihres Selbstverständnisses, das infragezustellen mir als Ungläubigem nicht zusteht, ein zutiefst christliches Land. Und dem Christentum ist das Sündenbockprinzip nicht fremd.
Daran wird man nicht vorbeikommen, wenn man die Frage erörtert, warum die Mehrheit des amerikanischen Volkes trotz aller im Artikel dargelegten Greuel so sehr an der Todesstrafe hängt. Die Todesstrafe muß ihnen doch in irgendeiner Form Befriedigung verschaffen, selbst wenn hin und wieder Unschuldige dafür sterben müssen.
Über religiöse Wurzeln hinaus ist es allerdings auch eine verbreitete menschliche Neigung, seine Wut an irgendetwas abzureagieren.
Jeder, der im Zorn irgendeinen Gegenstand zu Boden schmeißt, und sich dann besser fühlt, folgt diesem Impuls.
[...]
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Ein Umformulierungsversuch des herausgelöschten Absatzes:
"Könnte es nicht sein, daß den christlich geprägten einfachen Amerikanern es schlechterdings *egal* ist, wer hingerichtet wird, Hauptsache *irgendjemand* begleicht mit seinem Leben die Störung des Rechtsfriedens?"
Leider gibt der Zensor keinen Hinweis, welche Wortwahl er unangemessen findet.
Daß sich Christen auf den Schlips getreten fühlen könnten, liegt in der Natur der Sache. Die USA -- und da zumal die ländlichen Regionen -- sind nun einmal gemäß ihres Selbstverständnisses, das infragezustellen mir als Ungläubigem nicht zusteht, ein zutiefst christliches Land. Und dem Christentum ist das Sündenbockprinzip nicht fremd.
Daran wird man nicht vorbeikommen, wenn man die Frage erörtert, warum die Mehrheit des amerikanischen Volkes trotz aller im Artikel dargelegten Greuel so sehr an der Todesstrafe hängt. Die Todesstrafe muß ihnen doch in irgendeiner Form Befriedigung verschaffen, selbst wenn hin und wieder Unschuldige dafür sterben müssen.
Über religiöse Wurzeln hinaus ist es allerdings auch eine verbreitete menschliche Neigung, seine Wut an irgendetwas abzureagieren.
Jeder, der im Zorn irgendeinen Gegenstand zu Boden schmeißt, und sich dann besser fühlt, folgt diesem Impuls.
Texas scheint ohnehin, aus der Verhängung der Todesstrafe einen Sport zu machen (in den USA führt der Bundesstaat die Liste). Jetzt wird den Häftlingen kurz vor der Exekution auch nicht mehr ein üppiges, selbst erstelltes Dinner kredenzt.
Die Begründung: Es wäre ein "unangebrachtes" (bzw. inappropiate) Privileg, das die Tätern ihren Opfern vor dem Mord schließlich auch nicht gewährt hätten.
Letzteres ist sicherlich nicht abzustreiten und ich habe mit den meisten Menschen, die im Gefängniss sitzen, wenig bzw. gar kein Mitleid, da auch viele wirklich schuldig sind und ihnen das auch nachgewiesen werden kann.
Doch-so macht es der Kommentar ja deutlich- kann sich die Justiz bzw. der Richter in vielen Fällen nicht 100%ig sicher sein.
Das Urteil wird gefällt, nachdem der Richter ein/e Abbild/Nachstellung der Wirklichkeit erhält, die mal weniger stimmt und mal mehr.
In solchen Fällen ein nicht zu revidierendes Urteil zu vollstrecken, kann verheerend sein und -entgegen der eigentlichen Logik und dem Zweck eines Rechtssystems- Ungerechtigkeit und Rechtsverletzung bedeuten.
Ich habe letztens gerade einen Bericht über Huntsville ( Texas) gesehen.
Selbstverständlich erhält der Verurteilte ein Essen auf Wunsch.
Das Essen wird aber in der Anstaltsküche hergestellt und kann nicht mehr von außerhalb angeliefert werden.
Im Grunde sind das auch Nebensächlichkeiten, wenn man gegen die Todesstrafe ist.
Viel schlimmer ist die lange Zeit von der Verurteilung bis zur Hinrichtung. In diesem Fall waren es zwanzig Jahre.
Wenn dann ein Verurteilter noch Pech hat, wird die Hinrichtung noch unsachgemäß durchgeführt.
Gerade in Texas sind so viel Schweinereien passiert.
Da sind die Chinesen ja humaner. Ich habe letztens erfahren, dass die jetzt auch mit der Spritze hinrichten.
Da gibt es nur eine Injektion und bis zum Stillstand soll es nur 5 Sekunden dauern. Die Chinesen geben aber über das Mittel keine Auskunft.
Wenn schon jemand hingerichtet wird, dann muss das aber kein Foltertod sein.
Grundsätzlich muss aber gelten, dass die Todesstrafe überall abgeschafft wird.
Es wurden schon viel zu viel Unschuldige hingerichtet.
Ein wirkliches Lebenslänglich ist Strafe genug.
Machen sie sich doch mal Folgendes klar....
Der Gouverneur dieses Staates, Mr Perry, ist ein fundamentalistischer Christ, der zB seine Bürger bei Trockenheit darum bittet für Regen zu beten.
Er wird der republikanische Kandidat gegen Obama bei den nächsten Präsidentschaftswahlen werden und er wird diese wohl auch gewinnen, da Mr Change alle ausser den Stammwählern der Demokraten mittlerweile vergrault hat.
Und nun legen sie ihre ja richtigen Gedanken mal auf ganz Amerika um....
Sie haben recht mit dem was Sie bezüglich der sogenannten H.-Mahlzeit geschrieben haben.
Meine Info ist veraltet , den neusten Stand habe ich heute über Videotext erfahren.
Allerdings ist es bis jetzt nur in Texas so und ob die anderen Staaten nachziehen, wer weiss das schon.
Humaner ist die Todesstrafe grundsätzlich abzuschaffen und zu ächten und das weltweit.
Ich habe letztens gerade einen Bericht über Huntsville ( Texas) gesehen.
Selbstverständlich erhält der Verurteilte ein Essen auf Wunsch.
Das Essen wird aber in der Anstaltsküche hergestellt und kann nicht mehr von außerhalb angeliefert werden.
Im Grunde sind das auch Nebensächlichkeiten, wenn man gegen die Todesstrafe ist.
Viel schlimmer ist die lange Zeit von der Verurteilung bis zur Hinrichtung. In diesem Fall waren es zwanzig Jahre.
Wenn dann ein Verurteilter noch Pech hat, wird die Hinrichtung noch unsachgemäß durchgeführt.
Gerade in Texas sind so viel Schweinereien passiert.
Da sind die Chinesen ja humaner. Ich habe letztens erfahren, dass die jetzt auch mit der Spritze hinrichten.
Da gibt es nur eine Injektion und bis zum Stillstand soll es nur 5 Sekunden dauern. Die Chinesen geben aber über das Mittel keine Auskunft.
Wenn schon jemand hingerichtet wird, dann muss das aber kein Foltertod sein.
Grundsätzlich muss aber gelten, dass die Todesstrafe überall abgeschafft wird.
Es wurden schon viel zu viel Unschuldige hingerichtet.
Ein wirkliches Lebenslänglich ist Strafe genug.
Machen sie sich doch mal Folgendes klar....
Der Gouverneur dieses Staates, Mr Perry, ist ein fundamentalistischer Christ, der zB seine Bürger bei Trockenheit darum bittet für Regen zu beten.
Er wird der republikanische Kandidat gegen Obama bei den nächsten Präsidentschaftswahlen werden und er wird diese wohl auch gewinnen, da Mr Change alle ausser den Stammwählern der Demokraten mittlerweile vergrault hat.
Und nun legen sie ihre ja richtigen Gedanken mal auf ganz Amerika um....
Sie haben recht mit dem was Sie bezüglich der sogenannten H.-Mahlzeit geschrieben haben.
Meine Info ist veraltet , den neusten Stand habe ich heute über Videotext erfahren.
Allerdings ist es bis jetzt nur in Texas so und ob die anderen Staaten nachziehen, wer weiss das schon.
Humaner ist die Todesstrafe grundsätzlich abzuschaffen und zu ächten und das weltweit.
[...]
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Menschenrechte stehen jeder Person durch das Menschsein als solches zu. Diese sind unveräußerbar und werden trotzdem mit jeder Vollstreckung eines Todesurteils mit Füßen getreten.
Ich stimme in allen Punkten mit dem Autor des Kommentars überein.
Hinrichtungen stehen in Deutschland nicht zur Debatte, aber der Abschuss entführter Flugzeuge...ohne Prozess...präventiv. Von der amerikanischen Willkür ist auch das nicht weit entfernt.
Ich habe letztens gerade einen Bericht über Huntsville ( Texas) gesehen.
Selbstverständlich erhält der Verurteilte ein Essen auf Wunsch.
Das Essen wird aber in der Anstaltsküche hergestellt und kann nicht mehr von außerhalb angeliefert werden.
Im Grunde sind das auch Nebensächlichkeiten, wenn man gegen die Todesstrafe ist.
Viel schlimmer ist die lange Zeit von der Verurteilung bis zur Hinrichtung. In diesem Fall waren es zwanzig Jahre.
Wenn dann ein Verurteilter noch Pech hat, wird die Hinrichtung noch unsachgemäß durchgeführt.
Gerade in Texas sind so viel Schweinereien passiert.
Da sind die Chinesen ja humaner. Ich habe letztens erfahren, dass die jetzt auch mit der Spritze hinrichten.
Da gibt es nur eine Injektion und bis zum Stillstand soll es nur 5 Sekunden dauern. Die Chinesen geben aber über das Mittel keine Auskunft.
Wenn schon jemand hingerichtet wird, dann muss das aber kein Foltertod sein.
Grundsätzlich muss aber gelten, dass die Todesstrafe überall abgeschafft wird.
Es wurden schon viel zu viel Unschuldige hingerichtet.
Ein wirkliches Lebenslänglich ist Strafe genug.
http://www.bbc.co.uk/news...
Stimmt also doch...
Das Essen wurde serviert, nicht angerührt und ist nun ganz gestrichen.
Die Chinesen "humaner"? Naja, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von "human" sprechen kann!
Außerdem: Die Dunkelziffer ist ziemlich hoch in China.
http://www.bbc.co.uk/news...
Stimmt also doch...
Das Essen wurde serviert, nicht angerührt und ist nun ganz gestrichen.
Die Chinesen "humaner"? Naja, wenn man in diesem Zusammenhang überhaupt von "human" sprechen kann!
Außerdem: Die Dunkelziffer ist ziemlich hoch in China.
Ein Umformulierungsversuch des herausgelöschten Absatzes:
"Könnte es nicht sein, daß den christlich geprägten einfachen Amerikanern es schlechterdings *egal* ist, wer hingerichtet wird, Hauptsache *irgendjemand* begleicht mit seinem Leben die Störung des Rechtsfriedens?"
Leider gibt der Zensor keinen Hinweis, welche Wortwahl er unangemessen findet.
Daß sich Christen auf den Schlips getreten fühlen könnten, liegt in der Natur der Sache. Die USA -- und da zumal die ländlichen Regionen -- sind nun einmal gemäß ihres Selbstverständnisses, das infragezustellen mir als Ungläubigem nicht zusteht, ein zutiefst christliches Land. Und dem Christentum ist das Sündenbockprinzip nicht fremd.
Daran wird man nicht vorbeikommen, wenn man die Frage erörtert, warum die Mehrheit des amerikanischen Volkes trotz aller im Artikel dargelegten Greuel so sehr an der Todesstrafe hängt. Die Todesstrafe muß ihnen doch in irgendeiner Form Befriedigung verschaffen, selbst wenn hin und wieder Unschuldige dafür sterben müssen.
Über religiöse Wurzeln hinaus ist es allerdings auch eine verbreitete menschliche Neigung, seine Wut an irgendetwas abzureagieren.
Jeder, der im Zorn irgendeinen Gegenstand zu Boden schmeißt, und sich dann besser fühlt, folgt diesem Impuls.
Ich glaube nicht, dass ihr Philosophieren über das Christentum hier angebracht ist, Christentum und "Sündenbock-Prinzip" passen nicht so recht zusammen. Im Christentum geht es um Vergebung. Die Amerikaner leben in einem Rechtsstaat, die Entscheidung lag beim Richter.Es scheint mir so, als wollten Sie das Christentum als rückständige Ideologie darstellen. Das wollte ich einfach nicht so stehen lassen.
bis dann
Ich glaube nicht, dass ihr Philosophieren über das Christentum hier angebracht ist, Christentum und "Sündenbock-Prinzip" passen nicht so recht zusammen. Im Christentum geht es um Vergebung. Die Amerikaner leben in einem Rechtsstaat, die Entscheidung lag beim Richter.Es scheint mir so, als wollten Sie das Christentum als rückständige Ideologie darstellen. Das wollte ich einfach nicht so stehen lassen.
bis dann
Menschen über Jahre und Jahrzehnte in einer Käfigsituation in Hinrichtungszellen mit der Exekution zu bedrohen, ja sogar (teils mehrfach) "Scheinhinrichtungen" auszuführen ... sowas ist an Perversität einfach nicht zu übertreffen.
Warum sich die Menschen in solchen Staaten solche unchristlichen Umgang mit "Gefallenen Sündern" leisten können, ohne sich vor der Welt dafür zu genieren?
Wie können Richter morgens in den Spiegel guggen, die tags zuvor ein nicht zu revidierendes Urteil zur Vollstreckung ansetzen, das höchst fragwürdig ist?
Und wo gibt es sowas, daß ein Mensch gezwungen ist, beweisen zu müssen, unschuldig zu sein?! So etwas ist unmenschlich und entgegen eines zivilisierten Rechtssystems.
Ein solcher Umgang von Richtern mit dem Gesetz ist tiefstes Mittelalter und eigentlich eine Rechtsverletzung; eine unmenschliche unchristliche Handlungsweise sowieso.
Wer so zynisch mit dem Leben anderer (ihm Anvertrauter) umgeht und so menschenverachtend Urteile umsetzt, ist schuldig am Mord eines (mutmaßlichen) Mörders. In Texas kommt dieses "Morden" im Namen der Justiz jetzt hoffentlich bald auf den Prüfstand.
Wann kommen diese Staaten endlich in der Jetztzeit der Modernen an? Schade daß sich Texas, China und Teheran in dieser Sache so einig sind.
Ich bin allein schon deshalb gegen die Totesstrafe, weil es eine Zumutung ist anderen aufzutragen jemanden zu töten.
Allenfalls sollte man die Totesstrafe nur noch dann vollstrecken, wenn der Delinquent gestanden hat.
Ein Geständnis kann unter Druck erfolgt sein, in geistiger Verwirrung, um einen geliebten Dritten zu decken...
Ein Geständnis ist kein Beweis, sondern nur ein Indiz unter vielen.
Und Leute zu finden, die gerne andere töten, ist wohl auch nicht das Problem. Im Krieg klappt's doch auch prima.
Nein, Todesstrafe ist abzulehnen, weil schlechterdings das Leben anderer Menschen keine Verfügungsmasse ist. Das eigene Leben ist unveräußerliches Eigentum des Menschen.
Oder aus Vernunft: Weil jede Tötung die Zivilisationsdecke verletzt, die auch andere vom Mord abhält. Ein beliebiger Mord ist doch nichts weiter als eine eigenmächtig vollstreckte Todesstrafe, der die winzige Formalität der Zustimmung einiger Geschworener fehlt.
Kein Wunder, daß in den USA "trotz" Todesstrafe so viel gemordet wird.
Ich hatte meinen Schlußsatz leider kürzen müssen, da "Die Zeit" den Kommentarbeitrag beschränkte. Eigentlich wollte ich noch darauf überleiten, daß der geständige Delinquent vor der Vollstreckung der richterlichen Todesstrafe nicht nur überzeugend geständig sein muß (man will schließlich auch nicht, daß er Wissen mit ins Grab nimmt), sondern seiner Strafvollstreckung auch selbst zustimmen muß, damit es erlaubt ist ihn hinzurichten.
So ungefähr könnte ich mir meinen Kompromiß mit der Todesstrafe vorstellen. Denn ehrlich gesagt, wollte ich in einer solchen Situation, für eine Gewalttat (im Affekt, unter Drogen, im Zorn, im Krieg) lebenslänglich absitzen zu müssen, durchaus über die Wahl verfügen, diese sinnlose Verwahrungs-Strafe abkürzen zu können. Stupido Knast ist mir denn doch noch unmenschlicher als Totesstrafe.
Vielleicht liegt es auch daran, daß in USA trotz (oder wegen?!) der Totesstrafe so eifrig gemordet wird: Einmal entschieden im kriminellen Mileu eine Ersatzkarriere zu starten, bleibt als Trost, vorher aus dem vollen gelebt zu haben, und der Tod wird dann gerne angenommen, um das Siechtum im Knast zu vermeiden. Totesstrafe als Ausweg aus dem Knast, den man auch als Folter empfinden kann, wenn man vorher in vollen Zügen gelebt hat.
Außerdem würde ich nicht davon ausgehen, daß sie mit Ihrer Meinung in USA in absehbarer Zeit überzeugen - von daher macht es Sinn Kompromisse anbieten zu können. Z.B. Totesstrafe JA, aber nur mit Zustimmung des Hinzurichtenden.
Ein Geständnis kann unter Druck erfolgt sein, in geistiger Verwirrung, um einen geliebten Dritten zu decken...
Ein Geständnis ist kein Beweis, sondern nur ein Indiz unter vielen.
Und Leute zu finden, die gerne andere töten, ist wohl auch nicht das Problem. Im Krieg klappt's doch auch prima.
Nein, Todesstrafe ist abzulehnen, weil schlechterdings das Leben anderer Menschen keine Verfügungsmasse ist. Das eigene Leben ist unveräußerliches Eigentum des Menschen.
Oder aus Vernunft: Weil jede Tötung die Zivilisationsdecke verletzt, die auch andere vom Mord abhält. Ein beliebiger Mord ist doch nichts weiter als eine eigenmächtig vollstreckte Todesstrafe, der die winzige Formalität der Zustimmung einiger Geschworener fehlt.
Kein Wunder, daß in den USA "trotz" Todesstrafe so viel gemordet wird.
Ich hatte meinen Schlußsatz leider kürzen müssen, da "Die Zeit" den Kommentarbeitrag beschränkte. Eigentlich wollte ich noch darauf überleiten, daß der geständige Delinquent vor der Vollstreckung der richterlichen Todesstrafe nicht nur überzeugend geständig sein muß (man will schließlich auch nicht, daß er Wissen mit ins Grab nimmt), sondern seiner Strafvollstreckung auch selbst zustimmen muß, damit es erlaubt ist ihn hinzurichten.
So ungefähr könnte ich mir meinen Kompromiß mit der Todesstrafe vorstellen. Denn ehrlich gesagt, wollte ich in einer solchen Situation, für eine Gewalttat (im Affekt, unter Drogen, im Zorn, im Krieg) lebenslänglich absitzen zu müssen, durchaus über die Wahl verfügen, diese sinnlose Verwahrungs-Strafe abkürzen zu können. Stupido Knast ist mir denn doch noch unmenschlicher als Totesstrafe.
Vielleicht liegt es auch daran, daß in USA trotz (oder wegen?!) der Totesstrafe so eifrig gemordet wird: Einmal entschieden im kriminellen Mileu eine Ersatzkarriere zu starten, bleibt als Trost, vorher aus dem vollen gelebt zu haben, und der Tod wird dann gerne angenommen, um das Siechtum im Knast zu vermeiden. Totesstrafe als Ausweg aus dem Knast, den man auch als Folter empfinden kann, wenn man vorher in vollen Zügen gelebt hat.
Außerdem würde ich nicht davon ausgehen, daß sie mit Ihrer Meinung in USA in absehbarer Zeit überzeugen - von daher macht es Sinn Kompromisse anbieten zu können. Z.B. Totesstrafe JA, aber nur mit Zustimmung des Hinzurichtenden.
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