Troy Davis Europäer wollen Hinrichtung in den USA verhindern
Seit 20 Jahren sitzt der Amerikaner Troy Davis in der Todeszelle. Trotz erheblicher Zweifel an seiner Täterschaft soll er am Mittwochabend hingerichtet werden.
Wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung des Afroamerikaners Troy Davis haben der Europarat und das Europaparlament an die USA appelliert, das Urteil zu revidieren. Es gebe "ernste Zweifel" an der Schuld des Verurteilten, sagte der Generalsekretär des Europarats, Thorbjorn Jagland. Er forderte die zuständigen Behörden auf, "einen Weg zu finden, um Troy Davis das Leben zu retten". Auch der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, kritisierte das Urteil. Für die Todesstrafe gebe es keine Rechtfertigung.
Trotz weltweiter Proteste soll Davis am Mittwochabend im Gefängnis der Stadt Jackson mit einer Giftspritze hingerichtet werden. Ein Justizausschuss im US-Bundesstaat Georgia hatte am Dienstag ein Gnadengesuch abgelehnt.
Experten hatten zuvor von einer "letzten Chance" für Davis gesprochen. Bereits dreimal hatte er kurz vor der Hinrichtung gestanden, jedes Mal wurde ihm wegen anhaltender Zweifel ein Aufschub gewährt. Am Ende befanden die Gerichte jedoch stets, der Todeskandidat habe seine Unschuldsbehauptung nicht überzeugend untermauern können.
Davis dürfe nicht hingerichtet werden, wenn es auch nur den leisesten Zweifel an seiner Täterschaft gebe, argumentieren Kritiker. Amnesty International sprach von einem "riesigen Rückschlag für die Menschenrechte in den USA". Davis sei unter "dubiosen Umständen" verurteilt worden. Der Begnadigungsausschuss solle seine Entscheidung überdenken.
Derweil forderte Davis seine Mitstreiter auf, den Widerstand gegen die Todesstrafe nicht aufzugeben. "Der Kampf für Gerechtigkeit endet nicht mit mir", schrieb der 42-Jährige in einer von Amnesty verbreiteten Botschaft. "Dieser Kampf ist für alle Troy Davise, die vor mir kamen und die nach mir kommen werden", schrieb er. "Ich bin guter Verfassung und voller Gebete und in Frieden. Aber ich werde bis zu meinem letzten Atemzug nicht aufhören zu kämpfen."
Davis soll 1989 den weißen Polizisten Mark McPhail ermordet haben und war deshalb zum Tode verurteilt worden. Er beteuert jedoch seine Unschuld. Eine Tatwaffe, DNA-Spuren oder Fingerabdrücke, die auf ihn als Täter hingedeutet hätten, wurden nie gefunden. Zudem hatten sieben der neun Zeugen seit dem Prozess im Jahr 1991 ihre Aussage widerrufen oder wesentlich abgeändert. Der Fall gilt daher als einer der umstrittensten seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in den USA.
Zuvor hatten sich unter anderem auch Papst Benedikt XVI., der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu und zahlreiche Kongressmitglieder gegen eine Hinrichtung Davis’ ausgesprochen.
- Datum 21.09.2011 - 14:34 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa
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Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Justiz in den USA arbeitet und für mich ein guter Grund niemals amerikanischen Boden zu betreten.
" ... für mich ein guter Grund niemals amerikanischen Boden zu betreten."
Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Z.B. Hermann Hesse und Herbert Wehner hatten das schon vor Jahrzehnten geschworen.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf geschmacklose Kommentare. Danke. Die Redaktion/er
" ... für mich ein guter Grund niemals amerikanischen Boden zu betreten."
Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Z.B. Hermann Hesse und Herbert Wehner hatten das schon vor Jahrzehnten geschworen.
[...]
Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf geschmacklose Kommentare. Danke. Die Redaktion/er
Die USA tun weiterhin alles um die Glaubwürdigkeit all dessen zu untergraben, womit man sie jahrzehntelang hier im Westen verbunden hat. Man kann doch nicht auf der einen Seite den Chinesen Willkür und Ungerechtigkeit in Rechtsauffassung und Praxis vorwerfen und auf der anderen Seite zulassen, dass solche Urteile im eigenen Land vollstreckt werden. Das ist krank und ein Ausdruck von Doppelmoral.
Ermutigend zu wissen, dass ein Land, das Menschenrechte mit Füßen tritt ein Veto-Recht im Sicherheitsrat hat...
Zu empfehlen wäre der Film "In Gottes Namen" im Original "Khuda ke liye". Ein sehr gelungener Film, der die Ungerechtigkeit der amerikanischen Justiz auf grausame Art und Weise verdeutlicht.
"Zudem hatten sieben der neun Zeugen seit dem Prozess im Jahr 1991 ihre Aussage widerrufen oder wesentlich abgeändert."
Sie sagten ausserdem aus, dass sie damals von den Ermittlern unter Druck gesetzt worden sind.
Kam hier in den Nachrichten.
Interessant wäre einmal, zu erfahren, wie diese Ausschüsse besetzt sind und werden, die über Tod oder Leben zu befinden haben. Und inwieweit wird bei solchen Entscheidungen überhaupt die im Text beschriebene veränderte Beweislage zu berücksichtigen sein?
" ... für mich ein guter Grund niemals amerikanischen Boden zu betreten."
Damit sind Sie in guter Gesellschaft. Z.B. Hermann Hesse und Herbert Wehner hatten das schon vor Jahrzehnten geschworen.
...jedesmal versucht, mich zu fragen, warum unsere "Elite" so fanatisch an "unseren amerikanischen Freunden" festhalten?!
Was hat ein aufgeklärter Europäer mit diesem Staat gemeinsam?
"Was hat ein aufgeklärter Europäer mit diesem Staat gemeinsam?"
Antwort: Aus dem Staat kommen die Taler, mit denen die gefüttert werden, die seit den Tagen des "Kongress für kulturelle Freiheit" die europäische Aufklärung abwickeln.
"Was hat ein aufgeklärter Europäer mit diesem Staat gemeinsam?"
Antwort: Aus dem Staat kommen die Taler, mit denen die gefüttert werden, die seit den Tagen des "Kongress für kulturelle Freiheit" die europäische Aufklärung abwickeln.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik, Unterstellungen und achten auf Ihre Wortwahl. Danke, die Redaktion/se
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