Ein seit Monaten andauernder Streit zwischen der bolivianischen Regierung und Ureinwohnern des Landes über ein Straßenbauprojekt im Amazonasgebiet ist offiziell beendet worden. Präsident Evo Morales unterschrieb ein Gesetz, das die Baupläne endgültig stoppt.

Der Unterzeichnung ging eine knapp sechsstündige Parlamentsdebatte voraus, in der die Abgeordneten über das Vorhaben und 15 weitere von den Ureinwohnern eingebrachte Forderungen diskutierten und sich schließlich auf ein Abschlussvotum einigten. Morales hatte den Stopp des Projekts bereits am vergangenen Freitag angekündigt.

Bei dem Projekt ging es um eine 300 Kilometer lange Straße durch ein Naturschutzgebiet, in dem 50.000 Amazonas-Indianer leben. Boliviens linksgerichteter Staatschef Morales ist der erste indianische Präsident des südamerikanischen Landes und versteht sich als Verteidiger der Rechte der Ureinwohner. Sein Festhalten an dem Straßenbauprojekt brachte ihm jedoch neue Gegner ein.

Die Ureinwohner hatten sich gegen den Bau der Straße gewehrt, weil sie befürchteten, dass mit dem Straßenbau ihr Land von Bauern aus dem Hochland aufgekauft werden könnte. Aus Protest waren rund 2.000 Ureinwohner vom nördlichen Trinidad die etwa 600 Kilometer lange Strecke bis in die Stadt La Paz zu Fuß gelaufen.