Libyen Das zynische Gerede von den Menschenrechten
Diktator Gadhafi hatte die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Vor allem aber hat er den Zynismus des Westens unterschätzt. Ein Kommentar
Muammar al-Gadhafi ist im Namen der Menschenrechte erlegt worden wie ein Tier. Das sollte man nicht vergessen, jetzt, da in Libyen sein Ende gefeiert wird. Es steht uns nicht an, die zur Schau getragene Freude siegreicher Libyer zu kommentieren. Doch reden sollte man über die Nato. Ohne sie hätten die Rebellen Gadhafi wahrscheinlich nicht zur Strecke bringen können. Die Nato handelte offiziell im Namen der Menschenrechte – jedenfalls war das die völkerrechtliche Grundlage der Intervention.
Bis zum Schluss diente sie als Luftwaffe der Rebellen. Sie beteiligte sich mit ihren Kampfbombern an der wochenlangen Belagerung der Stadt Sirte, in der Gadhafi jetzt gestorben ist. Womöglich war sie auch am letzten Akt des Dramas beteiligt. Eine Drohne soll den Konvoi Gadhafis bombardiert haben, und dadurch erst seine Gefangennahme möglich gemacht haben.
Wir wissen es nicht. Aber eines ist klar: dass die Nato ein entscheidender Teil dieser libyschen Jagdgesellschaft war, allen voran stellvertretend der Franzose Nicolas Sarkozy und der Brite David Cameron. Wie diese Menschenjagd mit den Menschenrechten zu vereinbaren ist, das bleibt ein Rätsel, an dem selbst die spitzfindigsten Juristen sich die Zähne ausbeißen werden.
Die "humanitäre Intervention" hat durch die Intervention in Libyen einen bleibenden Schaden gekommen. Wenn nämlich in Zukunft wieder davon die Rede sein sollte, werden uns die Bilder des erlegten Diktators Gadhafi in den Sinn kommen. Und diese Bilder tragen eine überraschende Wahrheit in sich: Die selbst ernannten Menschenrechtler können ganz schön grausam sein.
Es ist deshalb Zeit, sich von der Menschenrechtsrhetorik zu befreien. Sie vernebelt nur die Zusammenhänge. Gadhafi ist gestürzt worden, weil er die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat, vor allem aber, weil er den Zynismus des Westens unterschätzt hat.
Gestern noch war Gadhafi von Nicolas Sarkozy mit allem Pomp empfangen worden, heute blies eben dieser Sarkozy zur Jagd auf den Libyer. Die Menschenrechte waren die willkommene Legitimation, um diese Geschichte zu Ende zu bringen. Mit Gadhafi ist ein Kumpane getötet worden, der nicht mehr im Spiel war.
Diese Botschaft wird übrigens in Syrien, in Bahrein, in Saudi-Arabien und im Iran sehr wohl vernommen werden. Alle autoritären Herrscher – Freunde oder Feinde des Westens – werden sich jetzt tiefer eingraben. Wenn sie das Wort Menschenrechte hören, dann werden sie sofort die Waffe durchladen – noch entschlossener als vorher.
- Datum 21.10.2011 - 16:13 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 221
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Wen hat der Westen (ohne unsere Beteiligung) an die Macht
gebombt? Die Bilder sprechen fuer sich.
Aber bitte, es geht hier doch nicht um Menschenrechte. Sondern ganz simpel ums Geld, Öl, Gas, Sonnenenergie und darum den großen Flüchtlingsstrohm besser zu bändigen. Die Revolte in Lybien war nur ein willkommender Grund dort millitärisch zu intervenieren.
was ist die Roller der Europäer? die solche Regime Waffen verkauft haben.
Saddam würde hoch gehandelt, als gegen Iran Krieg geführt hat. alle Europäer und westliche Diplomaten waren seine Gast.
Jetzt werden zwar die diktatorische Regime mit der Hilfe von Nato abgesägt, aber nur die, die selbstständig Diktatoren waren und sind.
Was ist mit Saudi-Arbien, was ist mit Jemen und Bahrain.
und Ägypten Revolution war keine richtige, sondern endete im eine versteckt Militär Putsch mit Hilfe Europa.
Sarkosy und Merkel interessiert nicht Demokratie in diese Länder. oh! ich vergassen, die sind doch Ihre freunde, oder besser Ihre Diktatoren.
Westen ist nie und war nie freund der Volker diese Länder.
Für Europa geht nicht um Demokratie. sondern um Interessen.
siehe der Verkauf der Panzer an Saudis letze Monat.
... die das alles schon vor einem halben Jahr gewusst und auch geschrieben haben. Zu einem Zeitpunkt, an dem kein nennenswertes deutsches Organ klar angesprochen hat, um was es der äh Entente eigentlich geht und was für Leute die edlen Rebellen sind.
Aber ein Gutes haben der Irak 2003 und Libyen 2011: Das Getue gewisser drei am Atlantik liegender Staaten als selbstlose Weiße Ritter für Demokratie und Menschenrechte gegen die Mächte der Finsternis wird allmählich sehr durchsichtig, mit oder ohne Mainstreammedien.
P.S. Den Rat am Ende des Artikels muss man wohl oder übel jeder Regierung geben, die möchte, das ihr Land souverän bleibt.
Aber bitte, es geht hier doch nicht um Menschenrechte. Sondern ganz simpel ums Geld, Öl, Gas, Sonnenenergie und darum den großen Flüchtlingsstrohm besser zu bändigen. Die Revolte in Lybien war nur ein willkommender Grund dort millitärisch zu intervenieren.
was ist die Roller der Europäer? die solche Regime Waffen verkauft haben.
Saddam würde hoch gehandelt, als gegen Iran Krieg geführt hat. alle Europäer und westliche Diplomaten waren seine Gast.
Jetzt werden zwar die diktatorische Regime mit der Hilfe von Nato abgesägt, aber nur die, die selbstständig Diktatoren waren und sind.
Was ist mit Saudi-Arbien, was ist mit Jemen und Bahrain.
und Ägypten Revolution war keine richtige, sondern endete im eine versteckt Militär Putsch mit Hilfe Europa.
Sarkosy und Merkel interessiert nicht Demokratie in diese Länder. oh! ich vergassen, die sind doch Ihre freunde, oder besser Ihre Diktatoren.
Westen ist nie und war nie freund der Volker diese Länder.
Für Europa geht nicht um Demokratie. sondern um Interessen.
siehe der Verkauf der Panzer an Saudis letze Monat.
... die das alles schon vor einem halben Jahr gewusst und auch geschrieben haben. Zu einem Zeitpunkt, an dem kein nennenswertes deutsches Organ klar angesprochen hat, um was es der äh Entente eigentlich geht und was für Leute die edlen Rebellen sind.
Aber ein Gutes haben der Irak 2003 und Libyen 2011: Das Getue gewisser drei am Atlantik liegender Staaten als selbstlose Weiße Ritter für Demokratie und Menschenrechte gegen die Mächte der Finsternis wird allmählich sehr durchsichtig, mit oder ohne Mainstreammedien.
P.S. Den Rat am Ende des Artikels muss man wohl oder übel jeder Regierung geben, die möchte, das ihr Land souverän bleibt.
Die Menschenrechte verkommen immer mehr zum Marketinginstrument für Politiker, die ihre wahren Ziele gegenüber dem Volk verschleiern wollen. Das schadet nicht nur der Idee der Menschenrechte und ist deshalb brandgefährlich, sondern offenbart die wahre Schwäche des Westens: verkommene, amoralische Politiker und Wirtschaftsführer, die einzig und allein ihren eigenen Vorteil suchen. Dieses Fehlen jeglicher Ethik greift auch immer stärker auf die Gesellschaft insgesamt über und wird uns eines Tages zum Verhängnis werden.
Am schlimmsten aber sind bestimmte Medien - davon möchte ich die ZEIT ausdrücklich ausnehmen - die den Tod Gaddhafis in ruchloser Art und Weise ausnutzen, sich am barbarischen Lynchmord emotional aufgeilen und damit den Rachemord salonfähig machen.
Wir sind dabei das zu verlieren, was uns am meisten schützt: unsere Werte.
....was die Leute sich denken, wenn sie von "Menschenrechten" sprechen. Sie unterliegen, so vermute ich, einem schwammigen Gefühl dessen, was diese Rechte seien, bzw sehen lediglich eine Ebene des Themas und vernachlässigen dabei deren funktionale Bedeutung für gesellschaftliche Ordnung. Letztlich sind solche "Rechte" ein gesellschaftliches Instrument, Teil einer Technologie, die im Prozess des Lebens sich über Tausende und vermutlich Millionen Jahre entwickelten. So sind sie analysierbar in ihrer Wirkung und durchaus relativ aber auch zT genetisch in uns angelegt. So finde ich es etwas unangebracht ihre Nennung als Begründung für politisches Handeln durchaus angebracht und keineswegs, so man diesen Zusammenhang versteht, zynisch.
Ich stimme Ihrem ersten Teil und auch dem zweiten Absatz völlig zu.
Aber ich denke, es bleibt Spekulation ob es fehlende Werte sind, die uns (eines Tages) zum Verhängnis werden. Es gibt noch ganz andere Kandidaten, die den Abstieg der Menschheit oder zumindest düstere Zukunftsprognosen nahelegen. Manche sind ganz real heute schon absehbar und erfahrbar. Die Werte sind mir angesichts der konkreten Entwicklungen als Erklärung, wie auch als Ansatz zur Therapie, ungenügend.
Auch denke ich, und ich weiss es sogar, dass wir wahrlich so einige Werte, oder sagen wir besser eine Intuition für richtiges Verhalten (gesellschaftlich gewünschtes und anerkanntes) in uns tragen (die Meisten von uns zumindest). Das ist nicht unkritisch zu bewerten, denn unsere Intuition kann trügen und schlechte Ziele in schöne Gewänder kleiden, doch dies zu leugnen macht keine Sinn. Wir zucken zusammen bei Greueltaten, wir akzeptieren Diebstahl und ungerechte Behandlung ersteinmal nicht. Um solches gutzuheißen muss noch ein anderes Prinzip oder ein anderes (konkurrierendes) Gut in der Entscheidungsfindung mitwirken oder die Intuition erschweren.
Dies gesagt zeigt die gEschichte, dass in wichtigen und weiten Teilen der Welt heute im Schnitt ein Maß an Zivilisiertheit und Akzeptanz von Rechten vorzufinden ist, wie es wohl noch nie zuvor war.
Problematisch ist aber dass Werte unscharf gebraucht werden und mit anderen konkurrieren. Hier ist große Anstrengung nötig, um fair und weise auszugleichen.
Hier zwei Videos vom Lynchmord Kadafis, nachdem er gefasst wurde.
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
....was die Leute sich denken, wenn sie von "Menschenrechten" sprechen. Sie unterliegen, so vermute ich, einem schwammigen Gefühl dessen, was diese Rechte seien, bzw sehen lediglich eine Ebene des Themas und vernachlässigen dabei deren funktionale Bedeutung für gesellschaftliche Ordnung. Letztlich sind solche "Rechte" ein gesellschaftliches Instrument, Teil einer Technologie, die im Prozess des Lebens sich über Tausende und vermutlich Millionen Jahre entwickelten. So sind sie analysierbar in ihrer Wirkung und durchaus relativ aber auch zT genetisch in uns angelegt. So finde ich es etwas unangebracht ihre Nennung als Begründung für politisches Handeln durchaus angebracht und keineswegs, so man diesen Zusammenhang versteht, zynisch.
Ich stimme Ihrem ersten Teil und auch dem zweiten Absatz völlig zu.
Aber ich denke, es bleibt Spekulation ob es fehlende Werte sind, die uns (eines Tages) zum Verhängnis werden. Es gibt noch ganz andere Kandidaten, die den Abstieg der Menschheit oder zumindest düstere Zukunftsprognosen nahelegen. Manche sind ganz real heute schon absehbar und erfahrbar. Die Werte sind mir angesichts der konkreten Entwicklungen als Erklärung, wie auch als Ansatz zur Therapie, ungenügend.
Auch denke ich, und ich weiss es sogar, dass wir wahrlich so einige Werte, oder sagen wir besser eine Intuition für richtiges Verhalten (gesellschaftlich gewünschtes und anerkanntes) in uns tragen (die Meisten von uns zumindest). Das ist nicht unkritisch zu bewerten, denn unsere Intuition kann trügen und schlechte Ziele in schöne Gewänder kleiden, doch dies zu leugnen macht keine Sinn. Wir zucken zusammen bei Greueltaten, wir akzeptieren Diebstahl und ungerechte Behandlung ersteinmal nicht. Um solches gutzuheißen muss noch ein anderes Prinzip oder ein anderes (konkurrierendes) Gut in der Entscheidungsfindung mitwirken oder die Intuition erschweren.
Dies gesagt zeigt die gEschichte, dass in wichtigen und weiten Teilen der Welt heute im Schnitt ein Maß an Zivilisiertheit und Akzeptanz von Rechten vorzufinden ist, wie es wohl noch nie zuvor war.
Problematisch ist aber dass Werte unscharf gebraucht werden und mit anderen konkurrieren. Hier ist große Anstrengung nötig, um fair und weise auszugleichen.
Hier zwei Videos vom Lynchmord Kadafis, nachdem er gefasst wurde.
http://www.youtube.com/wa...
http://www.youtube.com/wa...
sind ganz normal.
Wenn ein politischen Tyrann All-In geht, sprich über Leichen geht und alle Register zieht die man als Landesherr ziehen kann, dann bleibt einem nichts anderes übrig als Gewalt anzuwenden.
Das ein solcher dann dabei stirbt finde ich nicht schade, sondern ist lediglich sein Berufsrisiko! Als Auftragskiller braucht man sich ja auch nicht beschweren wenn einem die Polizei hinter Gardinen bringt, genauso wenig wenn ich militärisch eine Regierung aufrecht erhalte. Die Leute bezahlen zurecht den Preis für ihre Herrschaft.
Und seien wir mal ehrlich, die meisten Gewaltherrscher kommen eh noch ziemlich glimpflich davon!
Aber genau das ist der Sinn der Menschenrechte: "glimpflich davon kommen". Todesstrafe hin oder her, aber JEDER hat doch das Recht, sich für seine Taten zu verantworten bzw. einen fairen Prozess gemacht zu kriegen. Lynchjustiz kann auf egal welche Tat nicht die Antwort sein.
wie man zu den (Hinter-)Gründen dieser Rebellion (etwas anderes als die gezielte Absetzung eines Herrschers war es nicht, denn einen politischen/Gesellschaftlichen Willen konnte ich hier nicht erkennen) steht, muss man sich über dessen Ablauf und den "bis zur letzten Patrone" geführten Kampf des Machthabers nicht wundern. Ich weiss bis heute nicht was Gadhafi denn nun eig. seinem Volk alles schlimmes angetan hat?
Wie auch immer der Punkt meines Geschwafels soll eigentlich sein, dass ich nicht begreifen kann wie man a) naiv genug sein kann/konnte, schon vor etlichen Jahren, das Geschwafel von Menschenrechten zu glauben oder
b) derartig ideologisch verbohrt zu sein, dass man Mord als legitimes Mittel zum Schutze von Leben ansieht, sofern in politischem Kontext zu sehen.
Beste Grüße
Aber genau das ist der Sinn der Menschenrechte: "glimpflich davon kommen". Todesstrafe hin oder her, aber JEDER hat doch das Recht, sich für seine Taten zu verantworten bzw. einen fairen Prozess gemacht zu kriegen. Lynchjustiz kann auf egal welche Tat nicht die Antwort sein.
wie man zu den (Hinter-)Gründen dieser Rebellion (etwas anderes als die gezielte Absetzung eines Herrschers war es nicht, denn einen politischen/Gesellschaftlichen Willen konnte ich hier nicht erkennen) steht, muss man sich über dessen Ablauf und den "bis zur letzten Patrone" geführten Kampf des Machthabers nicht wundern. Ich weiss bis heute nicht was Gadhafi denn nun eig. seinem Volk alles schlimmes angetan hat?
Wie auch immer der Punkt meines Geschwafels soll eigentlich sein, dass ich nicht begreifen kann wie man a) naiv genug sein kann/konnte, schon vor etlichen Jahren, das Geschwafel von Menschenrechten zu glauben oder
b) derartig ideologisch verbohrt zu sein, dass man Mord als legitimes Mittel zum Schutze von Leben ansieht, sofern in politischem Kontext zu sehen.
Beste Grüße
... sich in den Flieger setzen und nach Den Haag fliegen können.
Das wollte er nicht. Selbst schuld.
Der beste und am meisten zutreffende Satz der in der ZEIT je zum Thema Libyen veröffentlicht wurde, stammt wenig überraschend von Herrn Ladurner:
"Gadhafi ist gestürzt worden..., weil er den Zynismus des Westens unterschätzt hat."
Sarkozy und Cameron, deren Kampfbomber etliche libysche Städte in Schutt und Asche gelegt haben, sind für den Tod Tausender Libyer verantwortlich. Sie haben vielleicht sogar mehr Menschen in Libyen auf dem Gewissen als Gadaffi, an dessen Ermordung sie im Namen der Menschenrechte maßgeblich beteiligt waren.
In den letzten Monaten haben Zynismus und menschenverachtende Bigotterie der NATO-Politik eine neue Qualität bekommen. Hoffentlich bleiben Russland und China wachsam und verhindern, dass sich die unverbesserlichen Aggressoren nicht ein neues Opfer in Syrien suchen.
"In den letzten Monaten haben Zynismus und menschenverachtende Bigotterie der NATO-Politik eine neue Qualität bekommen. Hoffentlich bleiben Russland und China wachsam"
He he, der ist wirklich gut. Ein Glück das China und Rußland so gar nicht zynisch sind. Das Nato und Ihre Vasallen zynisch agieren gebietet ihr Dienstherr. Der Kapitalismus.
Wenn China und Russland auch für Menschenrechte wären, dann hätten wir den Völkermord in Syrien nicht. Das sind doch die einzigen Verbündeten von Syrien und auch der einzige Grund, warum dort noch keine Natobomber sind!
Oder noch besser, wenn Russland und China nicht wären könnte man auch mal ein Exemplum statuieren, aber solange der große Kumpel in der Uno sein Veto einlegen kann ist alles in Ordnung oder?
Außerdem übertreiben sie! Die Nato hat nicht mehr Menschen umgebracht wie Gadaffi.
[...]
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine neutrale Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.
...je zum Thema Libyen veröffentlicht wurde, stammt wenig überraschend von Herrn Ladurner:
"Gadhafi ist gestürzt worden..., weil er den Zynismus des Westens unterschätzt hat.""
Da bin ich anderer Meinung, wenn ich auch verstehe, was der Autor damit sagen wollte. Indes, ich glaube die Aussage beruht auf ein falsches bzw zu sehr beschränkendes Verständnis dessen ist, was "Menschenrechte" überhaupt sind, wieso und wozu man sie braucht und wie sie zustande kommen.
Sie sind nun einmal nur in den Köpfen (wenn auch begrenzt vermutlich genetisch installiert) ein Wert an sich. Betrachtet man sie aber so zu sagen von Außen, so sind sie eine gesellschaftliche Technologie bzw ein Teil unserer gesellschaftlichen Technologie und dienen einem Zweck, nicht dem Höheren Guten.
Sie existieren nicht ex Nihilo und ohne sie durchzusetzen bleiben sie inexistent. Sie bedürfen zur Durchsetzung Gewalt, zumindest kenne ich keinen geschichtlichen Fall in dem sie ohne Gewalt nachhaltig in Anwendung blieben. Die durchsetzungsbedingte Gewalt bedeutet immer Gewalt gegen Personen und eine Einschränkung deren empfundenen "Menschen)rechte". Diese Gewalt ist oft und zwangsweise unschön. Die Begründung Recht durchzusetzen des Einsatzes dieser notwendigen Gewalt jedoch als "zynisch" zu bezeichnen? Nun, man kann Menschenrechte mit Gewalt oder beides nicht. Ist das zynisch?
"Hoffentlich bleiben Russland und China wachsam und verhindern, dass sich die unverbesserlichen Aggressoren nicht ein neues Opfer in Syrien suchen" (Leserbrief Nr. 5)
Russland und China als Retter für Menschenrechte hier anzuführen finde ich doch sehr seltsam. Beide Staaten sind hierfür wohl nicht die Ansprechpartner, sie werden mit noch größerer Härte und ohne innenpolitische Rücksicht ihre Interessen durchsetzen
"In den letzten Monaten haben Zynismus und menschenverachtende Bigotterie der NATO-Politik eine neue Qualität bekommen. Hoffentlich bleiben Russland und China wachsam"
He he, der ist wirklich gut. Ein Glück das China und Rußland so gar nicht zynisch sind. Das Nato und Ihre Vasallen zynisch agieren gebietet ihr Dienstherr. Der Kapitalismus.
Wenn China und Russland auch für Menschenrechte wären, dann hätten wir den Völkermord in Syrien nicht. Das sind doch die einzigen Verbündeten von Syrien und auch der einzige Grund, warum dort noch keine Natobomber sind!
Oder noch besser, wenn Russland und China nicht wären könnte man auch mal ein Exemplum statuieren, aber solange der große Kumpel in der Uno sein Veto einlegen kann ist alles in Ordnung oder?
Außerdem übertreiben sie! Die Nato hat nicht mehr Menschen umgebracht wie Gadaffi.
[...]
Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine neutrale Wortwahl. Danke, die Redaktion/mo.
...je zum Thema Libyen veröffentlicht wurde, stammt wenig überraschend von Herrn Ladurner:
"Gadhafi ist gestürzt worden..., weil er den Zynismus des Westens unterschätzt hat.""
Da bin ich anderer Meinung, wenn ich auch verstehe, was der Autor damit sagen wollte. Indes, ich glaube die Aussage beruht auf ein falsches bzw zu sehr beschränkendes Verständnis dessen ist, was "Menschenrechte" überhaupt sind, wieso und wozu man sie braucht und wie sie zustande kommen.
Sie sind nun einmal nur in den Köpfen (wenn auch begrenzt vermutlich genetisch installiert) ein Wert an sich. Betrachtet man sie aber so zu sagen von Außen, so sind sie eine gesellschaftliche Technologie bzw ein Teil unserer gesellschaftlichen Technologie und dienen einem Zweck, nicht dem Höheren Guten.
Sie existieren nicht ex Nihilo und ohne sie durchzusetzen bleiben sie inexistent. Sie bedürfen zur Durchsetzung Gewalt, zumindest kenne ich keinen geschichtlichen Fall in dem sie ohne Gewalt nachhaltig in Anwendung blieben. Die durchsetzungsbedingte Gewalt bedeutet immer Gewalt gegen Personen und eine Einschränkung deren empfundenen "Menschen)rechte". Diese Gewalt ist oft und zwangsweise unschön. Die Begründung Recht durchzusetzen des Einsatzes dieser notwendigen Gewalt jedoch als "zynisch" zu bezeichnen? Nun, man kann Menschenrechte mit Gewalt oder beides nicht. Ist das zynisch?
"Hoffentlich bleiben Russland und China wachsam und verhindern, dass sich die unverbesserlichen Aggressoren nicht ein neues Opfer in Syrien suchen" (Leserbrief Nr. 5)
Russland und China als Retter für Menschenrechte hier anzuführen finde ich doch sehr seltsam. Beide Staaten sind hierfür wohl nicht die Ansprechpartner, sie werden mit noch größerer Härte und ohne innenpolitische Rücksicht ihre Interessen durchsetzen
Genau das war eine der Nebenabsichten des „Arabischen Frühlings“ – eine klare Botschaft an die noch verbündeten Herrscher aus dem arabischen Raum zu liefern.
Und zugleich hat der Westen auch die beste Lösung für diese Bedrohung parat: moderne Waffensysteme „Made in USA, France oder Germany“, um sich gegen einem potentiellen Angriff der NATO und von Rebellen schützen zu können. Bezahlen kann man bequem mit Erdöl.
Eigentlich ganz praktisch und ganz typisch für alle Kriege, in denen die Waffenhersteller beide Seiten versorgt haben.
Der Autor bleibt die Antwort auf die Frage schuldig,
was "der Westen" sonst hätte tun sollen.
(Ganz zu schweigen davon, daß "der Westen" kein
homogenes Gebilde ist, und die Länder des "Westens"
unterschiedlich agiert haben.)
Neutral danebenstehen oder gar Gaddafi unterstützen?
Dann hätte er Tausende Zivilisten massakriert, wie es
jetzt Assad tut.
Sich strenger an die Resolution halten und wirklich nur
bei akuter Bedrohung von Zivilisten eingreifen?
Dann hätte der Burgerkrieg womöglich noch Jahre gedauert,
Ausgang ungewiß.
Rechtliche und moralische Aspekte differieren
in der Weltpolitik sehr, was ein Licht auf den desolaten
Zustand des Völkerrechts wirft. Rechtlich agierte der Westen
in Lybien an der Grenze seines Mandats, und darf er in Syrien
nicht eingreifen.
Moralisch müßte er eigentlich in Syrien eingreifen, und
war seine Handlingsweise in Libyen angesichts der Toten übel,
aber das geringste Übel.
Oder wie stellt sich der Autor den Zustand der Menschenrechte
in Libyen vor, wenn der Westen nicht eingegriffen hätte?
Er hätte den Rebellen Bedingungen diktieren können, genauso wie die EU dies mit Serbien gemacht hat. Der Lynchmord an einen Diktator ist so ziemlich die schlimmste Hypothek für den Neuanfang des Landes. Dass die Rebellen sich nahtlos in die gewaltsamen Tradition Gadhafis stellen, hat ihnen schon Amnesty International attestiert. Gestern nun ist es offiziell. Auf einen Mord kann man keine demokratische, Menschenrechte achtende Gesellschaft aufbauen.
und vor allen Dingen haette er den Aufstand nicht anfachen
duerfen. Das der Aufstand von westlichen Geheimdiensten
organisiert wurde ist keine Verschwoerungstheorie sondern
wurde bereits zugegeben. Wir werden sehen, ob die Menschen-
rechte und die Lebensqualitaet der Libyer nun verbessert
werden.
Immer diese Menschenliebe und Moralvorstellungen des Westens. Und immer diese alternativlosen Aktionen der NATO um die Zivilbevölkerung zu schützen.
Die Militärpropaganda wirkt und das erkennt man auch an den Kommentaren von Lesern der US-Medien, die überzeugt sind, dass die mächtige US-Army dem Land zu „Democracy&Freedom“(tm) und Menschenrechte geholfen hat. Und dem Nächsten zu helfen gehört ja schließlich zum christlichen Wertesystem!
Was hätte der Westen tun können?! Einfach genau dasselbe was der Westen im Falle Russlands oder China tut, die ihrerseits genau so menschenverachtend und undemokratisch regiert werden… und die ein oder andere Militäraktion gegen „Rebellen“ (Tschetschenien
, Tibet, Georgien usw.) durchgeführt und die ein oder andere Protestaktion blutig unterdrückt haben.
Der "Westen" hätte es von vorneherein unterlassen sollen, eigener "nationalen Interessen" wegen, sich in die Innenpolitik anderer Länder einzumischen!
Das hätte gerade den Menschen auf der unteren Äquatorhälfte viele Kriege und Elend erspart.
"Oder wie stellt sich der Autor den Zustand der Menschenrechte
in Libyen vor, wenn der Westen nicht eingegriffen hätte?"
so wie in nordkorea, tschetschenien, kongo, liberia usw.
libyen zeigt wiederholt, wie auch irak oder afghanistan, das der militärische export von "demokratie" ein land zerstört.
das erste was wieder aufsteht, sind die geschäfte.
und hundertausende demokratisch getötete bleiben für immer liegen ...
keine ahnung, wie man so was auch nur gedanklich unterstützen kann ...
und wer sagt denn, dass der Westen überhaupt etwas tun sollte oder dürfte? wer hat dem Westen überhaupt das Recht gegeben, mit der faulen kapitalistischen Ideologie, fraglichen Werten und doppelten Standards in die internen Angelegenheiten anderer souveränen Staaten einzumischen?
Sollte man vlt endlich aufhören, einen Gott zu spielen und sich das Recht anzumaßen, die anderen Völker durch den Blickwinkel nationalen Konzerne zu urteilen...
Er hätte den Rebellen Bedingungen diktieren können, genauso wie die EU dies mit Serbien gemacht hat. Der Lynchmord an einen Diktator ist so ziemlich die schlimmste Hypothek für den Neuanfang des Landes. Dass die Rebellen sich nahtlos in die gewaltsamen Tradition Gadhafis stellen, hat ihnen schon Amnesty International attestiert. Gestern nun ist es offiziell. Auf einen Mord kann man keine demokratische, Menschenrechte achtende Gesellschaft aufbauen.
und vor allen Dingen haette er den Aufstand nicht anfachen
duerfen. Das der Aufstand von westlichen Geheimdiensten
organisiert wurde ist keine Verschwoerungstheorie sondern
wurde bereits zugegeben. Wir werden sehen, ob die Menschen-
rechte und die Lebensqualitaet der Libyer nun verbessert
werden.
Immer diese Menschenliebe und Moralvorstellungen des Westens. Und immer diese alternativlosen Aktionen der NATO um die Zivilbevölkerung zu schützen.
Die Militärpropaganda wirkt und das erkennt man auch an den Kommentaren von Lesern der US-Medien, die überzeugt sind, dass die mächtige US-Army dem Land zu „Democracy&Freedom“(tm) und Menschenrechte geholfen hat. Und dem Nächsten zu helfen gehört ja schließlich zum christlichen Wertesystem!
Was hätte der Westen tun können?! Einfach genau dasselbe was der Westen im Falle Russlands oder China tut, die ihrerseits genau so menschenverachtend und undemokratisch regiert werden… und die ein oder andere Militäraktion gegen „Rebellen“ (Tschetschenien
, Tibet, Georgien usw.) durchgeführt und die ein oder andere Protestaktion blutig unterdrückt haben.
Der "Westen" hätte es von vorneherein unterlassen sollen, eigener "nationalen Interessen" wegen, sich in die Innenpolitik anderer Länder einzumischen!
Das hätte gerade den Menschen auf der unteren Äquatorhälfte viele Kriege und Elend erspart.
"Oder wie stellt sich der Autor den Zustand der Menschenrechte
in Libyen vor, wenn der Westen nicht eingegriffen hätte?"
so wie in nordkorea, tschetschenien, kongo, liberia usw.
libyen zeigt wiederholt, wie auch irak oder afghanistan, das der militärische export von "demokratie" ein land zerstört.
das erste was wieder aufsteht, sind die geschäfte.
und hundertausende demokratisch getötete bleiben für immer liegen ...
keine ahnung, wie man so was auch nur gedanklich unterstützen kann ...
und wer sagt denn, dass der Westen überhaupt etwas tun sollte oder dürfte? wer hat dem Westen überhaupt das Recht gegeben, mit der faulen kapitalistischen Ideologie, fraglichen Werten und doppelten Standards in die internen Angelegenheiten anderer souveränen Staaten einzumischen?
Sollte man vlt endlich aufhören, einen Gott zu spielen und sich das Recht anzumaßen, die anderen Völker durch den Blickwinkel nationalen Konzerne zu urteilen...
"Es ist deshalb Zeit, sich von der Menschenrechtsrhetorik zu befreien"
es ist Zeit um für die Menschenrechte endlich mit Nachdruck einzutreten.....und zwar auch für die "freie" Presse, die ihre Funktion als Organ der Demokratie ernst nehmen sollte.
wir lehnen Diktaturen ab weil sie nicht Demokratisch, und nicht Rechtstaatlich aggieren, wie können wir es dann gutheißen, wenn die Feinde des Diktators das gleiche tun?
Wie man einen Lynchmord gutheißen kann .......ich verstehe es nicht. Aber auch Robespierre haben zunächst viele zugejubelt ......auch wenn es vor über 200 Jahre war
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren